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B84.

Die chronischen Krankheiten

B84.1

Autor: Samuel Hahnemann:

Die chronischen Krankheiten
ihre eigentümliche Natur und homöopathische Heilung
Typographische Neugestaltung der zweiten, viel vermehrten Auflage von 1835
Band 1

(1995) Heidelberg: Haug-Verlag, ISBN 3-7760-1436-9

 
Originalausgabe: 1828-1830

 

Es handelt sich hier um den vierten Nachtdruck der 1835 erschienen erweiterten und überarbeiteten Auflage des ursprünglich 1828-1830 erschienenen Werkes. Der folgende Text bezieht sich nur auf den ersten Band, da das den theoretischen Teil darstellt, während die restlichen Bände homöopathische Mittelbilder enthalten.

Grundsätzlich lese ich so alte Bücher deshalb, da Menschen aus ihrem vom heute üblichen abweichenden Weltbild heraus andere Einzelheiten auffallen, die uns heute nicht bemerkenswert erscheinen würden und da die damalige Lebenssituation Bebochtungen zuläßt, die in der heutigen Gesellschaft so nicht mehr möglich sind.

Interessant ist dieses Buch, da Hahnemann hier unter dem Namem Psora erstmalig das als zusammengehöriges Krankheitsbild beschreibt, das Lebedewa mit der Trichomonade in Verbindung bringt (B82), Gerlach als eine Allgemeinerkrankung bezeichnet (B83), die von einem Pilzparasiten hervorgerufen wird und Enderlein der Endobiose zuschreibt. Enderlein gibt und mit seiner Bakterienzyklogenie (B31) und nachfolgenden weiterführenden Forschungen (B35, B19) den Schlüssel an sie Hand, der es uns ermöglicht, zu begreifen daß Trichomonade und der Pilzparasit in Wirklichkeit verschiedene Entwicklungsstadien desselben Erregers sind.

In der Ernährungslehre werden alle endobiontisch bedingten Krankeheiten als durch Fehlernährung hervorgrufen bezeichet, da sie auch alle tatsächlich über gesunde Ernährung heilbar oder zumindest zu bessern sind. Umgekehrt werden fehlernährte Menschen auch ohne Ansteckung an Endobiose erkranken, da der Erreger in einer für uns unschädlichen Form auch bei kerngesunden Menschen vorhanden und sogar zum Überleben notwendig ist.

Die Vermutung daß Psora etwas mit einer durch die Krätzmilbe hervorgerufenen Krankheit zu tun haben könnte, ist durch einen Irrtum hervorgerufen, der in zwei Schritten entstanden ist.

  1. Hahnemann nimmt als eigentliche Ursache der Krankheiten keine Erreger sondern Miasmen an, die eine Verstimmung der Lebenskraft hervorrufen. Die Krätzmilbe ist für ihn völlig uninteressant. Bei ihm werden mit Krätze überwiegend endobiontisch bedingte Krankheiten zusammen mit einigen irrtümlich miteingeflossenen Fällen der durch die Krätzmilbe hervorgerufenen Krankheit bezeichnet.
  2. Heutige Leser werden davon völlig verwirrt, weil sie unter Krätze ausschließlich die Krankheit verstehen, die durch die Krätzmilbe hervorgerufen wird und deshalb meinen, daß alles was Hahnemann ausdrücklich Krätze nennt, entweder eine Fehldiagnose wäre oder von der Krätzmilbe hervorgerufen. Damals dürfte der Begriff aber gar nicht so klar bestimmt gewesen sein, da Krankheiten allgemein eher auf "Miasmen" als auf "Erreger" zurückgeführt wurden, so daß damals oft Krankheiten wegen ihrer Symptomenähnlichkeit gleichgesetzt wurden, die heute streng getrennt werden, da sie unterschiedliche Erreger haben, die mit unterschiedlichen Mitteln bekämpft werden. Aus Sicht der Homöopathie ist diese Unterscheidung meist immer noch unnötig, da zu Heilung ausschließlich die Symptome berücksichtigt werden, nicht aber die Art des Erregers. (Selbstverständlich nur, so lange man ausschließlich homöopathisch behandelt.)
Um das letzte Bißchen Zweifel auszuräumen - Hahnemann beschreibt das Primärsymptom seiner Krätze so:
anfänglich durchsichtige, dann schnell mit Eiter angefüllte Krätzbläschen, mit einem schmalen rothen Rande rundum
Was heute als Krätze bezeichnet wird, hat davon abweichende Symptome:
Bei Menschen, die sich viel waschen, treten laut Pschyrembel bei Krätze kaum Hautveränderungen auf, zu sehen sind dann nur die winkelig geknickten Gänge an deren Ende die Krätzmilben in einer gelblichen Erhebung sitzen und starker Juckreiz besonders bei Wärme. Sonst tritt ein juckendes, oft ekzemähnliches Exantem (Ausschlag) auf, mit Knötchen, Krusten, Kratzspuren.

Kersti

 

Als Quelle verwendet in:

 


Ein Text von Kersti Nebelsiek, Alte Wilhelmshäuser Str. 5, 34376 Immenhausen - Holzhausen, Tel.: 05673/1615, http://www.kersti.de/, Kersti_@gmx.de
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