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1/2010

Reinkarnationserinnerung - Einweihung in Mittelamerika

F97.

Doch Anatah bestand auf der Kastration

Als ich mir meiner Umgebung wieder so weit bewußt wurde, daß ich wußte, wo ich mich befand und nicht mehr fast völlig in meinen Alpträumen lebte, fand ich mich in einer im Urwald gelegenen kleinen Hütte wieder, wo mich einer der Schüler des Tempels betreute. Von der Zeit zwischen der Einweihung und der Entdeckung, daß ich mich in dieser Hütte befand, konnte ich mich nur an vage Alptraumbilder erinnern, für die ich nicht auseinandersortiert bekam, was echt und was geträumt war.

Mein Betreuer erzählte mir, daß er sich um mich hatte kümmern sollen, weil auch er auf der Einweihung bestanden hatte, obwohl ihm davon abgeraten worden war. Deshalb hatte man ihn zu mir gesteckt, damit er sieht, was er damit auf sich läd.

Anatah, der Leiter des Tempels kam uns jede Woche einmal besuchen, um zu sehen, wie es mir ging. Ich hatte diese Besuche meist so mit meinen Alpträumen durcheinandergebracht, so daß ich mir auch im Nachhinein nicht sicher war, welche Erinnerungen an ihn reine Alptraumbilder und welche echte Besuche waren. Der vierte Besuch ist mir dagegen klar im Gedächtnis. Anatah redete mit mir darüber, was ich mir wünschte - und als ich ihm sagte, daß ich die Einweihung noch einmal machen will warf er mir einen derart fassungslosen Blick zu, daß ich in Lachen ausbrach.
"Ist das dein Ernst Kiurah? Du willst nach dieser Erfahrung die Einweihung noch einmal machen?"
"Ja, das ist mein Ernst. Ich habe das Gefühl, daß ich jetzt irgendwie heiler oder gesünder bin als vorher und daß ich die Gelegenheit, die mir dieses Leben bietet, nutzen muß, damit meine Seele einigermaßen wieder heil werden kann. Je öfter ich die Einweihung mache, desto näher kommt meine Seele der Gesundheit."
Er sagte eine Weile gar nichts. Dann erklärte er mir, daß er mich nur dann erneut in den Tempel aufnehmen könne, wenn ich bereit sei, mich vorher kastrieren zu lassen, sonst würde ich auf der feinstofflichen Ebene so viele Sexualdämonen in meine Nähe ziehen, daß die Novizen des Tempels sich nicht mehr auf ihre Meditationen konzentrieren könnten. Mir gefiel diese Aussicht gar nicht und ich hielt es auch für falsch, denn ich hatte das Gefühl, daß diese Dämonen eigentlich zu mir gehörten und von mir integriert werden müßten, damit sie nicht irgendwo anders Unsinn machen. Doch Anatah sah meine Argumentation nicht ein und bestand auf der Kastration. Mein Wunsch die Einweihung noch einmal zu machen war so dringend, daß ich sagte, daß mir das den Preis wert sei.

Anatah war von meiner Entscheidung offensichtlich noch nicht überzeugt, denn er wies mich an, darüber noch einmal eine Woche zu meditieren und wenn ich dann immer noch wolle, würde er mich beim nächsten Besuch in den Tempel mitnehmen und kastrieren lassen.

Mein Betreuer fragte mich in dieser Woche aus, wie es für mich gewesen war, als ich Traum und materielle Realität nicht hatte voneinander unterscheiden können. Er versuchte zu verstehen, warum ich das Gefühl hatte, diese Alptraumerfahrungen hätten sich für mich gelohnt. Diese Frage war schwer zu beantworten. Ich wußte, daß ich dabei die Meinung meiner unsterblichen Seele wiedergab, konnte mir aber nur sehr schwer bewußt machen, was die genauen Gründe für das Gefühl waren, daß mich die Einweihung ein Stück weit geheilt oder vervollständigt hätte. Daß ich darüber redete half mir dabei mir darüber klar zu werden und mir wurde mehr und mehr bewußt, wie dringend mein Wunsch war, die Einweihung noch einmal zu machen. Ich würde beinahe alles dafür in Kauf nehmen.

Die Diskussion über die Sexualdämonen führte ich noch einmal mit Anatah, als er nach einer Woche wiederkam, doch er gab leider nicht nach, also erklärte ich mich mit der Kastration einverstanden, um die Einweihung zu kriegen.

Danach wanderte ich mit Anatah zurück zum Tempel. Ich war sehr in mich gekehrt, weil die Bedingung, an die die zweite Einweihung geknüpft war mir sehr gegen den Strich ging und weil ich überzeugt war, daß sie mir auch auf der feinstofflichen Ebene schadete, daß das keine Bagatelle war. Diese Gefühl hatte mir einer Erinnerung an eine Ägyptische Einweihung zu tun, bei der ich in einer ähnlichen Situation das Gefühl gehabt hatte nicht nur auf der materiellen Ebene sondern auch feinstofflich kastriert worden zu sein, ohne mich dagegen wehren zu können.
FI9: Kersti: Die mißglückte Ägyptische Einweihung als Heilmethode
Anatah merkte meine Stimmung und fragte mich, was los ist. Ich erklärte ihm ein weiteres mal, daß ich seine Entscheidung für moralisch falsch hielt, da meine Seele dadurch dauerhaft geschädigt wurde wegen einer vorübergehenden Unannehmlichkeit für andere. Er wiederholte, daß die Anwesenheit der Sexdämone, die sonst durch mich angezogen würden, für die anderen unzumutbar sei - ich könne also die Kastration hinnehmen und die Einweihung noch einmal machen oder den Tempel verlassen und meine Geschlechtsteile behalten - eine dritte Möglichkeit könne er mir nicht bieten.

Ich versank wieder in brütendes Schweigen, denn es war für mich gar nicht einfach, mit dieser Aussicht klarzukommen. Für mich fühlte sich das wie eine gemeine Erpressung an wie ein - "Willst du lieber deine Arme und Beine oder lieber deinen Penis haben" - und mich darauf einzulassen war ein fauler Kompromiß, keine Lösung.

Auch dem Arzt fiel mein brütender Gesichtsausdruck auf. Er meinte, er hätte angenommen, ich würde mich freiwillig kastrieren lassen. Normalerweise wurde das nämlich nur bei Verbrechern gemacht, die Frauen vergewaltigt hatten. Ich gab ihm dieselbe Erklärung wie Anatah. Danach sagte Anatah:
"Erklär ihm bitte, was auf ihn zukommt."
Der Arzt erklärte mir in allen Einzelheiten der Verlauf der Operation und auch in etwa, wie häufig die Betroffenen an Infektionen starben. Ich wurde noch einmal gefragt, ob ich es trotzdem wollte und stimmte erneut zu.

Ich zog mich also aus und legte meine Kleidung neben das Bett, in dem ich die nächsten Tage schlafen sollte und ließ mich dann breitbeinig auf die Liege fesseln, auf der die Kastration durchgeführt werden sollte. Der Arzt hatte mir erklärt, daß ich gefesselt werden mußte, da die Operation so schmerzhaft sei, daß kein Mensch dabei still halten könne, selbst wenn er das wolle. Mir wurde ein Betäubungsmittel angeboten, doch ich lehnte das ab. Der Arzt arbeitete langsam und sorgfältig, was die schmerzhafte Prozedur auf eine halbe Stunde ausdehnte.

Nachdem sie mich von den Fesseln befreit hatten, setzte ich mich auf und schaute nach. Zwischen meinen Beinen war nichts zu sehen als eine senkrechte Naht, aus der ein Stück Strohhalm herausschaute, um die Harnröhre offenzuhalten. Ich fühlte mich vor Schmerzen benommen und erschöpft.
"Und?" fragte Anatah.
Ich sah ihm einfach nur offen in die Augen und ließ ihn meinen seelischen und körperlichen Schmerz mitfühlen.
"Ich weiß." sagte er und strich mir übers Haar.
Ich schwieg. Ich war der Ansicht, daß er nicht wußte, was er mir damit antat.

Kersti

Quelle: Erinnerung an eigene frühere Leben


F98. Kersti: Fortsetzung: Niemand beschreibt Dämonen als so liebevolle und fürsorgliche Wesen, wie C'hem'ah'ra zu mir war
F54. Kersti: Voriges: Einweihung
FI5. Kersti: Inhalt: Einweihung in Mittelamerika
FF21. Kersti: Der Krieg der Götter - oder der Fall der Engel
V4. Kersti: Merkwürdige Erfahrungen
EGI. Kersti: Kurzgeschichten
V231. Kersti: Frühere Leben von mir
Z51. Kersti: Erinnerungen an frühere Leben
V12. Kersti: Hauptfehlerquellen bei Erinnerungen an frühere Leben
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Ein Text von Kersti Nebelsiek, Alte Wilhelmshäuser Str. 5, 34376 Immenhausen - Holzhausen, Tel.: 05673/1615, Internetseite: https://www.kersti.de/, Kersti_@gmx.de