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erste Version: 2/2014
letzte Bearbeitung: 2/2014

Chronik des Aufstiegs: Weimarer Republik und Drittes Reich - Dämonenkind

F327.

"Du solltest wirklich aufpassen, daß du nicht auf Wache einschläfst, sonst könnten dich die Löwen fressen."

Vorgeschichte: F315. Kersti: D

Karl erzählt:
Auf irgendeinem meiner Ausflüge über den Grenzzaun entdeckte ich, daß der Wachposten eingeschlafen war. Ich verharrte auf dem Ast, auf dem ich gerade über den Zaun hinwegkletterte und beobachtete den Mann kurz. er schlief wirklich tief, fest und laut schnarchend. Das war einfach zu verlockend. Leise und sorgfältig darauf achtend, daß ich kein Geräusch machte, kletterte ich in seinen Ausschauplatz hinein. Ich sammelte sorgfältigst alle Waffen ein, kontrollierte, ob ich auch wirklich nichts übersehen hatte und kletterte dann weiter auf die Seite des Zaunes auf der Carinhall stand.

Ich ging weiter zum Löwengehege, öffnete mit meinem Schlüssel die Tür - die Löwen schauten auf und kamen dann zu mir, um mich zu begrüßen. Ich kraulte und kabbelte mich mit jedem ein wenig, dann rief ich Simba und befahl ihm, mir zu folgen. Der große Löwe gehorchte und blieb immer so dicht bei mir, daß ich seine Nase im Rücken fühlen konnte. Vor der Lichtung, die vor dem Ausguck des Wachpostens lag, blieb ich stehen, bedeutete dem Löwen ins Freie zu treten und gab ihm das Signal laut zu brüllen. Der Löwe brüllte, ich hörte einen lauten Schrei, sah den Soldaten nach dem Gewehr greifen das nicht mehr dort lag, um den Löwen zu erschießen.

Der Löwe sah zu dem erschreckten Wachposten hoch und ich konnte an seiner Körpersprache erkennen, daß er großen Spaß daran hatte, den Soldaten so erschreckt zu haben. Typisch Raubtierinstinkte. Hunde finden so etwas auch lustig.

Ich trat aus dem Schatten und meinte:
"Du solltest wirklich aufpassen, daß du nicht auf Wache einschläfst, sonst könnten dich die Löwen fressen."
Besonders kooperativ bei dem Versuch, ihn als schlimme Gefahr darzustellen, war der Löwe nicht: Er bestand nämlich darauf, daß ich ihn gefälligst kraulen und streicheln sollte und rieb sich dann an mir wie eine zahme Hauskatze.

Der Wachposten sah mich zuerst fassunglos an, Begreifen zeichnete sich auf seinem Gesicht ab und dann verfiel er in eine Schimpfkanonade, die ich mir grinsend anhörte. Als er fertig war, zog ich mich in den Schatten der Bäume zurück und schlich näher heran, um mir noch seine Meldung anzuhören. Zunächst hörte diese sich genauso an, wie die Schimpfkanonade, mit der er mich bedacht hatte. Sein vorgesetzter Offizier fand diese Meldung offensichtlich nicht so recht verständlich und brachte ihn dazu, die ganze Geschichte noch einmal ordentlich der Reihe nach zu erzählen.

Ich zog mich in den Löwenzwinger zurück, streichelte alle Löwen ausgiebig und tobte mit ihnen, damit sie nicht eifersüchtig auf ihren Bruder wurden, mit dem ich rausgegangen war, um meinen kleinen Streich zu spielen.

Das wurde beendet, indem Göring mich über Funk rief.
"Kalle komm bitte ins Haus."
Ich bestätigte den Befehl und war ernüchtert. Schon der Tonfall hatte mir gesagt, daß der die Löwengeschichte offensichtlich nicht unter "lustige Streiche" einsortierte. Trotzdem beeilte ich mich, zu kommen und meldete mich sofort bei ihm. Göring hatte sich eben erkundigt wo ich war und er war verärgert, wenn ich nach so einem Ruf nicht nach einer vernünftigen Zeit da war. Er ging mit mir in die große Halle und seine Bewegungen waren deutlich eckiger als sonst. Es war offensichtlich wirklich sehr ernst.

"Ich habe gehört, du hast einem Wachposten die Waffen geklaut und ihn dann mit einem Löwen erschreckt?" fragte er mich.
Ich erzählte ihm die ganze Geschichte von Anfang an und ohne wesentliche Details auszulassen. Göring nahm sich die ganze Geschichte vor und nahm sie Schritt für Schritt auseinander. Ich beobachtete dabei seine Körpersprache und Aura und konnte erkennen, daß ihn das ganze wirklich zu Tode erschreckt hatte. Am gefährlichsten war ihm die Stelle erschienen, wo ich in den Ausguck kletterte und alle Waffen einsammelte.

Nacher forderte er mich auf, in die Turnhalle zu gehen und einen Spaßkampf zu machen. Ich folgte ihm und dachte noch einmal über seine Worte nach.

Ich fand das Argument daß ich den Wachposten hätte wecken können, nicht überzeugend, die anderen Varianen aber schon: Wenn zu einem blöden Zeitpunkt ein Ast vom Baum gefallen wäre, ein Vogel zu viel Lärm gemacht hätte oder er sich vor seinen eigenen Träumen erschreckt hätte - alles unwahrscheinliche aber durchaus mögliche Dinge - dann hätte er erschrecken und davon erwachen können. Und wenn jemand, der auf solche Dinge trainiert ist, mit einem Schreck erwacht, vor sich einen Bewaffneten sieht, der die eigenen Waffen klaut, dann übernehmen die antrainierten Reflexe die Herrschaft und es hätte durchaus sein können, daß er mich zuerst erschießt und dann erkennt. Ja, so etwas durfte ich wirklich nicht wieder machen.

Wir zogen uns um und begannen dann zu kämpfen. Wie immer nach so ernsten Gesprächen packte er mich in diesem Kampf wesentlich härter an als beim normalen Trainung und ich verhielt mich ähnlich. Nachher hatten wir oft beide blaue Flecken am Körper. Das machte mir aber keine Angst, weil ich wußte, daß er zuverlässig auf die üblichen Signale - wie Abschlagen - zum Beenden eines Kampfes reagierte und ich mir deshalb keine Sorgen machen mußte, daß das endgültig aus dem Ruder läuft. Es fiel auch so immer noch unter meine Definition von Spaß.

Wenn ich so mit ihm trainierte, und spürte wie er sich bewegte, wie angespannt und wütend er oft war, dachte ich mir aber oft: "Der hat es aber nötig!" und fragte mich, was es mal wieder für Ärger im sonstigen Leben gegeben hatte. Ich fand, daß er mir zu wenig davon erzählte. Es ging ihm wohl mit meinen Streichen oft genau so, wie es mir immer wieder mit eigentlich harmlosen Bemerkungen anderer ging, daß dann der Ärger aus ganz anderen Erlebnissen hochkam. Ich spürte auch bei ihm einen rasenden Zorn, der durchaus dazu gereicht hätte, ein paar Menschen mit bloßen Händen zu erwürgen. Nachher wenn wir beide erschöpft vom Kämpfen waren, wirkte er viel entspannter und fröhlicher, als ich ihn sonst kannte.

Im nächsten Leben erzählte er mir, daß er diese Kämpfe aus pädagogische Gründen gemacht hätte. Er hatte sich nämlich überlegt, wenn ein Streich mal wieder so übers Ziel hinausgeschossen war, dann hätte sich wohl etwas in mir angestaut, das ein Ventil brauchte. Er dachte, daß es mir helfen könnte, wenn ich dann nachher mit ihm kämpfte. Ich muß ihm Recht geben, daß das auch bei mir diese Wirkung hatte.

Außerdem hätte er mich manchmal bewußt sehr hart auf die Matte geschmissen und mich dann sehr ernst angeschaut und sich davon eine erzieherische Wirkung erhofft. Der Teil war mir völlig entgangen. Seine Anspannung hatte ich eher bei den nachfolgenden Bodenkämpfen gespürt, wo wir engeren Körperkontakt hatten und überhaupt nicht mit mir in Beziehung gesetzt.

Die Soldaten freuten sich, wenn ich ins Lager kam und behandelten mich immer, als wäre ich ihr kleiner Lieblingsbruder. Das heißt, wenn eine der Wachhündinnen Junge bekam oder sie etwas anderes fanden, was mir Freude machen könnte, zeigten sie mir das sofort. Wenn ich jemanden Streiche spielte, die sie lustig fanden, lachten wir nachher oft lange gemeinsam darüber. Wenn sie aber fanden, daß einer meiner Streiche wirklich gefährlich war, waren sie der Ansicht, mich erziehen zu müssen. Nach der Geschichte mit dem Löwen artete das zum reinsten Spießrutenlauf aus. Ich hatte bald das Gefühl, daß mich wirklich jeder Einzelne dieser Wachsoldaten zur Seite nehmen und mir sagen wollte, daß das aber wirklich zu gefährlich gewesen war. Ich schämte mich dabei beinahe in Grund und Boden, aber es wäre natürlich sinnlos gewesen, deshalb nicht mehr zu den Baracken der Soldaten zu gehen. Es war wichtig, ihnen diese Gelegenheit auch zu geben, damit sie das Gefühl hatte, ihre Pflicht getan zu haben und sich unsere Beziehung wieder normalisieren konnte.

Kersti

Fortsetzung:
F393. Kersti: W

Quelle

Erinnerung an ein eigenes früheres Leben.
V12. Kersti: Hauptfehlerquellen bei Erinnerungen an frühere Leben

EGI. Kersti: Erinnerungen aus diesem Leben, aus früheren Leben und aus feinstofflichen Welten
V231. Kersti: Frühere Leben von mir
FI13. Kersti: Inhalt: Dämonenkind

Ein Text von Kersti Nebelsiek, Alte Wilhelmshäuser Str. 5, 34376 Immenhausen - Holzhausen, Tel.: 05673/1615, https://www.kersti.de/, Kersti_@gmx.de
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