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erste Version: 12/2014
letzte Bearbeitung: 12/2014

Chronik des Aufstiegs: Weimarer Republik und Drittes Reich - Dämonenkind

F392.

Sie riß das Bettzeug aus dem Bett, warf es auf den Fußboden und befahl mir das Bett noch einmal zu machen

Vorgeschichte: F310. Kersti: D

Karl erzählt:
Nachem ich das erste mal einen Tag im Wald verbracht hatte, meinte die Haushälterin, ich wäre ja offensichtlich gesund genug, um in den Wald zu gehen, daher könne ich auch mein Bett selbst machen. Damit hatte sie nicht wirklich recht, denn ich war nach dem kurzen Stück Weg völlig erschöpft gewesen. Andererseits traute ich es mir schon zu, daß ich das schaffen könnte und ich hielt es für ausgeschlossen, daß ich sie davon überzeugen könnte, daß sie zu viel von mir verlangt. Außerdem wollte ich ihr nicht erzählen, wie nahe am Haus ich mich tatsächlich versteckt hatte. Womöglich suchen sie dann doch gründlich genug, um mich zu finden.

Ich erklärte ihr, daß ich das bisher noch nie gemacht hatte, da wir in einer Kellerwohnung gelebt hatten, wo wir die Bettwäsche über Stühle gehängt hatten, damit sie nicht zu schimmeln beginnt. Danach hätte immer ein Diener das Bett gemacht. Ob sie mir einmal zeigen könnte, wie das geht. Die Haushälterin drehte sich, ohne mir zu antworten, auf dem Absatz um und ging. Ich sah ihr verblüfft nach.

Ich sprach also das nächste Dienstmädchen an, bat es mir zu zeigen, wie man das Bett macht und tat, was sie mir erklärte. Nachher fühlte ich mich völlig ausgelaugt und erschöpft und setzte mich erst einmal hin, um mich von der Arbeit zu erholen. Bevor ich mich wieder in der Lage fühlte, aufzustehen, kehrte die Haushälterin zurück schimpfte mich aus, da ich sie angeblich belogen hätte - wie sie darauf kam war mir schleierhaft - und ich hätte mir beim Bettenmachen ja wirklich keine Mühe gegeben. Sie riß das Bettzeug aus dem Bett, warf es auf den Fußboden und befahl mir das Bett noch einmal zu machen. Ich war verblüfft über diese Reaktion von ihr und antwortete auch nicht auf ihr Geschimpfe. Ich machte auch das Bett kein zweites mal, dazu fühlte ich mich von diesen lächerlichen drei Handgriffen viel zu erschöpft. Ich wartete, nachdem sie gegangen war, bis ich mich einigermaßen dazu in der Lage fühlte, sammelte mein Zeug für draußen ein und versteckte mich im Wald. Ich wollte nur noch meine Ruhe haben.

Als sie mich im Wald suchten, antwortete ich nicht auf das Rufen der Dienerschaft und kehrte erst, als es völlig dunkel war, ins Haus zurück, um mich schlafen zu legen. Leider gelang es mir nicht, diesen Plan in die Tat umzusetzen, denn jede Tür des Anwesens hatte einen Türsteher. Und der hatte den Auftrag, mich zu Göring zu bringen, sobald ich zurückkehrte. Ich fühlte mich davon völlig überfordert und fragte mich, wie es möglich war, daß ein bißchen Betten machen einen so müde macht, daß ein ganzer Tag nicht reicht, um mich davon zu erholen.

Göring fragte als erstes nach dem Bettenmachen und ich erklärte ihm, daß ich ein Dienstmädchen gefragt hatte und zum ersten mal in meinem Leben ein Bett gemacht hätte. Ich wüßte nicht wie gut oder schlecht es mir gelungen sei, aber ich hätte mir Mühe gegeben und sie könne nicht von mir erwarten, daß ich es jetzt schon so gut könne als hätte ich mein ganzes Leben lang jeden Morgen mein Bett gemacht. Ich hatte nicht den Eindruck, daß er das einsah und verstand nicht, warum meine Erklärung nicht überzeugend war.

Dann ging es um mein in den Wald gehen. Ich erklärte ihm, daß ich nicht bereit sei, mich tagsüber im selben Haus aufzuhalten wie seine Ehefrau und ihre Haushälterin und daß ich mit ihnen auch nicht reden wolle. Und ich würde nicht damit aufhören. Er wollte, daß ich eines von den neuen miniaturisierten Funkgeräten mitnehme, damit man mich finden kann. Ich will das nicht, weil ich nicht will, daß das Hauspersonal mich findet. Sie würden mich dann nämlich überhaupt nicht in Frieden lassen. Schließlich einigen wir uns darauf, daß nur er und mein Kampflehrer, der auch Ausbilder im waffenlosen Kampf für die Soldaten ist, wissen, daß ich ein Funkgerät dabei und angeschaltet habe aber niemand sonst. Das schien mir wie ein brauchbarer Kompromiß und ich stimmte zu.

Am nächsten Morgen hatte ich Fieber. Der Arzt fragte mich, ob ich mich überfordert hätte. Ich erzählte dem Arzt die Geschichte mit dem Bettenmachen und er regte sich über die Haushälterin auf. Ob dieses Weib denn nie einsehen könnte daß ich krank sei und Ruhe bräuchte.

Diesmal machte ich nicht mein Bett, bevor ich im Wald verschwand, weil ich mich dazu zu schwach fühlte. Ich verschlief den gesamten Tag. Als ich erwachte weil es mir kalt wurde, war es schon längst dunkel. Ich aß meine Kekse, stand auf, ging ins Haus und schlief dann im Bett weiter.

Am nächsten Tag traue ich mir nach der Visite des Arztes zu, mein Bett zu machen und zu verschwinden, bevor es jemand sieht. Also tue ich das.

Ich verschlafe wieder den größten Teil des Tages. Nachdem ich zurückgekommen bin, taucht die Haushälterin in meinem Zimmer auf und beschwert sich, ich hätte wieder das Bett nicht ordentlich gemacht.

Am nächsten Morgen mache ich mein Bett und frage ein Dienstmädchen, ob man das denn irgendwie noch besser machen könne und sie erklärt mir einige Tricks, mit denen man das Bett glatter und die Ecken schärfer hinbekommt.

Abends meckert die Haushälterin wieder.

Ich mache am nächsten Morgen das Bett so gut ich kann und frage danach ein Dienstmädchen, ob das akzeptiert würde, wenn sie es so macht. Sie antwortete, daß sie es nie so ordentlich machen würde.

Abends meckert die Haushälterin wieder.

Damit war alles klar. Ich überlegte wie ich mit einer Person umgehen sollte die prinzipiell nicht bereit war mein Bett als gemacht zu akzeptieren und beschloß, daß ich dennoch täglich mein Bett zu machen und ihr Gemaule ansonsten zu ignorieren. Damit wäre immerhin klar, wer hier im Unrecht war.

Kersti

Fortsetzung:
F311. Kersti: W

Quelle

Erinnerung an ein eigenes früheres Leben.
V12. Kersti: Hauptfehlerquellen bei Erinnerungen an frühere Leben

EGI. Kersti: Erinnerungen aus diesem Leben, aus früheren Leben und aus feinstofflichen Welten
V231. Kersti: Frühere Leben von mir
FI13. Kersti: Inhalt: Dämonenkind

Ein Text von Kersti Nebelsiek, Alte Wilhelmshäuser Str. 5, 34376 Immenhausen - Holzhausen, Tel.: 05673/1615, https://www.kersti.de/, Kersti_@gmx.de
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