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erste Version: 12/2014
letzte Bearbeitung: 12/2014

Chronik des Aufstiegs: Weimarer Republik und Drittes Reich - Dämonenkind

F395.

Daneben stellte ich fest, daß ich das Leben sehr buchstäblich zum Kotzen fand

Vorgeschichte: F394. Kersti: D

Karl erzählt:
Die Soldaten machten sich Sorgen um mich, daran konnte kein Zweifel bestehen.

Sie waren ständig auf der Suche nach etwas, womit sie mich aufheitern konnten, sei es die Hündin, die Junge bekommen hatte oder eine lustige Geschichte. Sie schienen sich abzusprechen, damit ich immer jemanden hatte, der seine Freizeit mit mir teilte. Deshalb mußte ich sehr deutlich sagen daß ich manchmal auch allein sein muß. Als das nicht fruchtete, erklärte ich, daß sie sich darauf verlassen könnten, daß ich nicht Selbstmord begehen würde. Ihre emotionale Reaktion bestätigte mir, daß das genau ihre Befürchtung war. Dummerweise glaubten sie mir das nicht und ich mußte mich regelrecht vor ihnen verstecken, wenn ich allein sein wollte.

Daneben stellte ich fest, daß ich das Leben sehr buchstäblich zum Kotzen fand. Wann immer ich etwas essen wollte, fiel mir irgendeine ekelhafte Foltererinnerung ein und mir wurde schlecht. Zuerst habe ich einfach versucht, mich zum essen zu zwingen. Das funktionierte nicht. Der Ekel war stark genug, daß ich mich dann wirklich erbrach und nichts dagegen tun konnte. Daher versuchte ich auf Nahrungsmittel auszuweichen, die weniger Ekel auslösten, das führte aber dazu, daß ich von der Soldatenkost nicht satt wurde.

Die Soldaten machten mir Vorhaltungen, ich müsse mehr essen, weil sie sahen, daß ich zunehmend an Gewicht verlor. Ich wußte, daß sie damit recht hatten. Dummerweise half mir das gar nicht bei dem Versuch, genug zu essen, sondern machte es nur noch schwieriger.

Irgendwann suchte mich Görings Leibarzt im Lager auf und sagte nach einer kurzen Begrüßung, er hätte gehört, daß ich nichts esse. Ich erklärte ihm das Problem.
"Wenn Fleisch gebraten wird, habe ich immer so Scenen vor Augen, wo Haushofer oder irgendjemand anders von der Bagage irgend ein armes Folteropfer mit Brandeisen quält mir wird so schlecht, daß das essen wieder hochkommt. Wenn Fleisch nicht absolut frisch ist - und ein normaler Mensch findet es dann noch längst nicht verdorben - erinnert es mich an den Geruch aus den Folterkellern und ich muß würgen." fing ich an und erklärte dann wie ich zunächst versucht hatte mich zum essen zu zwingen und daß das das Problem nur verschlimmert hatte und ich mich auch vor Eiern, Käse und Butter zu ekeln begann.

Danach meinte er, daß ein Mensch aber Fett, Eiweiß und Kohlehydrate bräuchte und daß ich nicht einfach alles, was Fett oder Eiweiß enthält, weglassen kann. Das sah ich durchaus ein, nur half es mir nicht weiter. Schließlich überlegten wir, was ich am ehesten unten behalten könnte und wir kamen auf Quark für Eiweiß und Nüsse wegen dem Fett.

Als Nächstes dachten wir darüber nach, wie ich das praktisch durchführen könnte und ich meinte, daß ich ja ein paar Kräuter sammeln könnte - ich wüßte genau was eßbar ist und wenn ich Schwierigkeiten mit dem Essen für die Soldaten hatte, Kartoffeln mit Kräuterquark essen könne. das Kochgeschirr meiner militärischen Ausrüstung wäre schließlich ein durchaus geeigneter Fahrtentopf. Der Arzt war überrascht über meine Kräuterkenntnisse, wie oft wenn ich irgendetwas erwähnte, von dem er noch nicht gewußt hatte, daß ich auch davon Ahnung hatte. Meine Mutter hatte oft Kräuter gesammelt, weil sie meinte, das wäre gut für die Gesundheit. In der Bibliothek, wo ich gearbeitet hatte, hatte ich auch ein paar Kräuterbücher gefunden und ergänzt worden war das durch den gruseligen Kräuterkurs à la Haushofer. Außerdem beschlossen wir, daß ich immer Studentenfutter dabeihaben sollte, in der Hoffnung, daß ich auf diese Weise über den Tag verteilt genug davon aß.

Das funktionierte immerhin so gut, daß ich nicht weiter abnahm, mein nächster Wachstumsschub verhinderte jedoch, daß ich Fleisch auf die Rippen bekam.

Kersti

Fortsetzung:
F281. Kersti: W

Quelle

Erinnerung an ein eigenes früheres Leben.
V12. Kersti: Hauptfehlerquellen bei Erinnerungen an frühere Leben

EGI. Kersti: Erinnerungen aus diesem Leben, aus früheren Leben und aus feinstofflichen Welten
V231. Kersti: Frühere Leben von mir
FI13. Kersti: Inhalt: Dämonenkind

Ein Text von Kersti Nebelsiek, Alte Wilhelmshäuser Str. 5, 34376 Immenhausen - Holzhausen, Tel.: 05673/1615, https://www.kersti.de/, Kersti_@gmx.de
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