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erste Version: 7/2015
letzte Bearbeitung: 7/2015

Chronik des Aufstiegs: Weimarer Republik und Drittes Reich - Erzengel Michaels Geheimdienst

F505.

Immer noch spukte mir die Vorstellung vor meinem inneren Auge herum, daß er sich bestimmt bei dem Gespräch in ein Monster verwandeln würde, das furchterregende Dinge mit mir anstellt

Vorgeschichte: F504. Kersti: D

Pieter, der Zen-Meister erzählt:
Am nächsten Morgen, als Georg zur Zen-Meditation erschien, wirkte er völlig verängstigt. Nicht, daß er sich das besonders deutlich anmerken ließ, aber ich kannte ihn ja auch sehr gut. Ich sagte ihm vor Beginn der Meditation, daß er Sandor an Miriam abgeben sollte, damit ich beim Frühstück mit ihm alleine reden könne, ich hätte etwas wichtiges nur mit ihm allein zu besprechen. Bei diesen Worten wirkte er sofort noch ängstlicher, aber bestätigte nur sachlich den Befehl. Sandor war anzusehen, daß er sich ziemlich Gedanken machte, was vorgefallen sein mochte, aber ich bedeutete ihm nur, daß ich mit ihm nicht darüber sprechen konnte und er nickte und wandte sich Miriam zu, die die unerwartete Aufgabe wie selbstverständlich übernahm aber auch besorgt wirkte, weil sie erkannte daß ihr Freund so untypisch unsicher war.

Bei der Kontemplation gelang es mir nicht, meine Gedanken zur Ruhe zu bringen. Immer noch spukte mir die Vorstellung vor meinem inneren Auge herum, daß er sich bestimmt bei dem Gespräch in ein Monster verwandeln würde, das furchterregende Dinge mit mir anstellt. Ich fragte mich, wie ich es schaffen sollte, das folgende Gespräch zu führen, wenn ich diese Angst nicht zur Seite schieben konnte. Und so etwas gilt als Zen-Meister!

Ich ging zu meinem Häuschen und überlegte, welche Unterlagen ich für das Gespräch bräuchte - und ärgerte mich sofort über mich selbst, denn selbstverständlich gab es über dieses Thema keinerlei schriftliche Aufzeichnungen. Niemals. Dazu war es viel zu heikel!

Also setzte ich mich an den Frühstückstisch und versuchte hier meine Gedanken zur Ruhe zu bringen, ohne jeglichen Erfolg. Als mein Schüler schließlich leise die Tür öffnete, zuckte ich vor Schreck zusammen, als wäre unerwartet das ganze Haus eingestürzt. Er selber war der Typ, der lieber zusammen mit seinen Untergeben den Tisch deckt, war aber immer gerne meinem Wunsch nachgekommen, daß er mich bedienen möge. So deckte er auch heute den Tisch für uns beide und stellte mir mein Essen hin. Ich bedankte mich mit einem Lächeln, aber ich glaube, das ist ziemlich kläglich ausgefallen.

Wie üblich redeten wir beim essen nicht, doch während mir die Stille sonst immer behaglich erschien, verstärkte sie diesmal nur mein Gefühl der Beklommenheit und ich konnte ihm ansehen, daß es ihm nicht anders ging. Andererseits war es sinnvoll sich trotzdem an die Form zu halten, denn Formen geben Sicherheit und davon konnten wir beiden gerade so viel brauchen, wie wir nur kriegen konnten.

Trotzdem grübelte ich die ganze Zeit, wie ich das Thema nur anpacken sollte - und als er schließlich zeigte, daß er genug gegessen hatte - oder der Essensmenge nach zu urteilen eher vor Angst einfach nichts mehr herunterbekam - beschloß ich, den Stier bei den Hörner zu packen und ihn direkt darauf anzusprechen.
"Kannst du dir vorstellen, daß du ein inkarnierter Dämon sein könntest?" fragte ich.
"Ich weiß." sagte er und sah auf seine Hände. Dann hob er den Blick und fragte: "Magst du mich immer noch?"
Statt einer Antwort - verdammt seien meine verwirrten Gefühle! - sagte ich:
"Du wirkst, als hättest du heute Nacht mindestens genauso viel Angst gehabt wie ich."
Auf seinem Gesicht zeigte sich eine Spur Humor, dann sah er wieder auf seine Hände.
"Sagen wir es mal so. Noch mehr Angst, als ich heute Nacht hatte, kann kein Mensch haben. Ich kann es mir zumindest nicht vorstellen."
"Wovor hattest du denn Angst?"
"Vor der ewigen Verdammnis."
"Wie hat sich das geäußert?"
"Ich hatte als Kind einen immer wiederkehrenden Alptraum. Ich träumte von einem Wesen mit einem furchterregenden Leuchten - damals hielt ich es für einen Dämon, der mich in die Hölle bringen wollte. und dieses Wesen erklärte mir, ich wäre von Grund auf böse, an allen Übeln der Welt Schuld und hätte zur Strafe die ewige Verdammnis verdient. Ich fand nicht, daß ich an allem Schuld sei und hielt dieses Wesen für bösartig. Und dann hat es mich an einen furchtbaren Ort verstoßen, wo es keine Liebe gab - das heißt, ich konnte auch selber dort keine Liebe mehr fühlen. Das ist das wovor ich mich mein ganzes Leben am allermeisten gefürchtet habe, daß ich an einen Ort komme, wo es keine Liebe gibt. Als ich langsam erwachsen wurde, wurde der Traum seltener. Irgendwann kam ich hierher und ich wunderte mich, warum ich plötzlich häufiger davon träumte, aber ich tröstete mich mit dem Gedanken, daß das ja nur ein Traum sei. Aber gestern, als ich Erzengel Michael gesehen habe, habe ich ihn wiedererkannt. Er war es, der mich zur ewigen Verdammnis verurteilt hat. Wie ich eine Vorstellung von Dämonen hatte, hatte ich natürlich auch eine Vorstellung von Erzengel Michael. Und da er als liebevoll, fürsorglich und als jemand beschrieben wurde der seine Kinder beschützt, habe ich ihn für das Wesen gehalten, das ich so empfunden habe. Die liebevolle beschützende Stimme, die ich immer in meinen Gedanken gehört habe. Und den habe ich auch wiedererkannt. Der von dem ich mich immer geliebt und beschützt gefühlt habe, war der Dämonenfürst, vor dem du dich so gefürchtet hast. - Und das ist übrigens derselbe, den ich als Wunderheiler kennengelernt habe."
Mir war durch diese Worte klar geworden, daß er im Grunde - mit umgekehrten Vorzeichen - dieselbe Angst hatte wie ich. Wir fürchteten und beide jeweils vor dem, was für den anderen der Inbegriff von Liebe und Geborgenheit war. Das sagte ich ihm dann auch. Und ich sagte ihm, daß wir einander ja inzwischen kennengelernt hätten und beide wüßten, daß der jeweils andere ein guter Mensch ist - und daran sollte wir uns halten.

Als ich sah, wie er daraufhin zu strahlen begann, wußte ich, wie tief seine Angst gewesen war, daß ich ihn plötzlich nicht mehr mögen könnte.

Wer hätte gedacht, daß Dämonen solche Seelchen sein können?

Ach verdammt - wie hatte ich daran nur zweifeln können! Ich kenne ihn doch inzwischen seit Jahren - ach Quatsch seit vielen Leben - und er war immer ein besonders liebevoller Mensch gewesen. Zumindest den Dämonen scheint das ja sehr wohl bewußt gewesen zu sein, sie haben alle von ihm Liebe, Hilfe und Heilung gewollt. Und wer sonst käme auf den Gedanken, Cerberus zu streicheln! Er war doch der einzige Mensch, der bei einer langwierigen, lebensgefährlichen, sehr schmerzhaften Verletzung nur eine echte Sorge gehabt hatte: Er könnte in einem Krankenhaus liegen müssen, wo ihn keiner liebhat!

Kersti

Fortsetzung:
F506. Kersti: W

Quelle

Erinnerung an ein eigenes früheres Leben.
V12. Kersti: Hauptfehlerquellen bei Erinnerungen an frühere Leben

EGI. Kersti: Erinnerungen aus diesem Leben, aus früheren Leben und aus feinstofflichen Welten
V231. Kersti: Frühere Leben von mir
FI13. Kersti: Inhalt: Dämonenkind

Ein Text von Kersti Nebelsiek, Alte Wilhelmshäuser Str. 5, 34376 Immenhausen - Holzhausen, Tel.: 05673/1615, https://www.kersti.de/, Kersti_@gmx.de
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