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erste Version: 4/2016
letzte Bearbeitung: 4/2016

Ägyptische Priesterleben: Ägyptische Priesterleben - Eine Schule der Hingabe

F586.

Dann wechselte er plötzlich zum Thema Hohepriester des Tempels der Hingabe und erklärte mir detailliert diverse Gewissensprobleme, die er hätte, wenn man ihn auf diesen Posten setzen würde

Vorgeschichte: F577. Kersti: "Was kann denn ein Adeliger schon für Probleme mit Sklaven haben?"

Miran der Hoheprister des Tempels der Hingabe erzählt:
Am nächsten Tag erzählte mir mein spiritueller Schüler von seinem Gespräch mit seinem Verschneider. Daß es ein solches Gespräch gegeben hatte, war mir natürlich bekannt, schließlich redete jeder irgendwann mit seinem Verschneider, um diese Erfahrung endgültig aufzuarbeiten. Daher war es sehr wichtig, für diese Aufgabe einen wirklich guten spirituellen Lehrer zu wählen. Nicht auszudenken, was aus den Jungen würde, wenn sie durch so eine Erfahrung nicht sorgfältig hindurchgeleitet würden.

Mich wunderte aber, warum er so sehr betonte, daß er eine solche Aufgabe unter keinen Umständen übernehmen würde, weil er das nicht mit seinem Gewissen vereinbaren könnte. Trotzdem könnte er logisch nachvollziehen, warum der Priester zum Verschneider geworden sei und er würde ihn dafür nicht verurteilen. Er könnte nicht einmal sicher sagen, daß der Verschneider damit, daß er diese Aufgabe übernommen hat, eine falsche Entscheidung getroffen hatte.

Dann wechselte er plötzlich zum Thema Hohepriester des Tempels der Hingabe und erklärte mir detailliert diverse Gewissensprobleme, die er hätte, wenn man ihn auf diesen Posten setzen würde. Das Problem war, daß er weder einen Aufstand machen konnte, weil unserem Tempel die Mittel fehlten, um sich durchzusetzen, noch könnte er es mit seinem Gewissen vereinbaren, Leute kastrieren zu lassen und was hier sonst noch so üblich war.
"Ich würde mich eher umbringen, als das zu machen." erklärte er.
*Woher hatte dieser Priester von Tempel des Schweigens gewußt, daß der Junge so denkt?* fragte ich mich fassunglos.
Er hatte natürlich recht. Das waren schwerwiegende Gewissensprobleme, die mich mein Leben lang belastet hatten und jetzt war auch klar, was er mit dem Beispiel des Verschneiders hatte erklären wollen. Es ging ihm nicht darum, mich dafür zu verurteilen, daß ich eine Entscheidung getroffen hatte, die er nie für sich zu treffen bereit wäre, indem ich diesen Posten ausfüllte. Er mußte aber trotzdem über all diese Gewissensthemen mit mir reden, wie jeder Junge später mit dem Verschneider reden muß, um diese Erfahrung sinnvoll verarbeiten zu können.

Ich hatte mich gefürchtet gehabt, daß sich meine Beziehung zu dem Jungen ändern würde, sobald er erfahren würde, daß ich der Hohepriester bin und ich war sehr erleichtert gewesen, daß er offensichtlich beschlossen hatte, mich nicht anders zu behandeln als vorher - und scheiß auf die Insignien eines Hohepriesters.

Jetzt merkte ich, daß das durchaus auch schwierig werden konnte. Der Junge stellte mir nämlich jede Frage, die sich seit Jahren keiner zu fragen getraut hatte, weil alle meine engen Freunde, die mit mir ausgebildet worden waren, längst an andere Tempel gegangen waren. Wann immer ich irgendwie emotional reagierte, kam er zu dem zutreffenden Schluß, daß das ein Thema war, das aufgearbeitet gehört und ließ mich nicht vom Haken, bis ich es aufgearbeitet hatte.

Ich hatte ja gehört, daß der Junge seinem ersten spirituellen Lehrer eine Frage gestellt hatte, die ihn zuerst zu einem Wutanfall veranlaßt hatte und über die er dann gesagt hatte, es wäre die beste Frage, die ihm je jemand gestellt hatte. Offensichtlich war er der geborene spirituelle Lehrer!

Ich stellte fest, daß ich mich wieder fühlte wie damals als Zwölfjähriger, als ich zuerst in diesen Tempel gekommen war. Ich war ständig verwirrt und verunsichert, weil der Junge mir laufend Fragen stellte, über die ich noch nie nachgedacht hatte - vorzugsweise weil ich verdrängen wollte, was das für eine schwerwiegende Frage war - und ich stellte dauernd alles an meinem Weltbild infrage, ohne mir sicher zu sein, was eigentlich die richtige Antwort war.

Kersti

Fortsetzung:
F578. Kersti: Ich zitterte am ganzen Leibe und spürte daß da immer noch diese lauernde Wut war, die auf ihn losgehen, ihn ermorden wollte

Quelle

Erinnerung an ein eigenes früheres Leben.
V12. Kersti: Hauptfehlerquellen bei Erinnerungen an frühere Leben

EGI. Kersti: Erinnerungen aus diesem Leben, aus früheren Leben und aus feinstofflichen Welten
V231. Kersti: Frühere Leben von mir
FI20. Kersti: Inhalt: Eine Schule der Hingabe

Ein Text von Kersti Nebelsiek, Alte Wilhelmshäuser Str. 5, 34376 Immenhausen - Holzhausen, Tel.: 05673/1615, http://www.kersti.de/, Kersti_@gmx.de
Da ich es leider nie schaffe, alle Mails zu beantworten, schon mal im Voraus vielen Dank für all die netten Mails, die ich von Lesern immer bekomme.
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