erste Version: 9/2015
letzte Bearbeitung: 10/2016

Chronik des Aufstiegs: Weimarer Republik und Drittes Reich - Erzengel Michaels Geheimdienst

F590.

Wenn man ein Gerät braucht, von dem man weiß, daß es so etwas eigentlich gar nicht geben kann, bittet man den Rollstuhlrennfahrer es zu bauen und am Ende hat man das, was man will oder etwas noch besseres

Vorgeschichte: F540. Kersti: D

Dieter, die Königs-Inkarnation von Erzengel Michael erzählt:
Georg wechselte zu dem Auftrag, den er auf satirische Weise abgelehnt hatte. Ich fragte ihn, ob er als er seine satirische Ablehnung geschrieben hatte, ernsthaft geglaubt hätte, daß jemand seine Naivität ausnutzen wolle um ihn gegen seine Freunde einzusetzen.
"Weiß ich nicht. Aber offensichtlich war ich viel zu naiv. Die ganze Geschichte stinkt ja zum Himmel! Nein also im Grunde habe ich es nicht geglaubt, obwohl alles darauf hindeutete. Es schien so absurd! Aber es ist die einzige Deutung, die mir eingefallen ist, die mit allen beobachteten Fakten kompatibel war."
"Was glaubst du, was wirklich passiert ist?"
"Ich weiß es nicht. An der Geschichte mit den Eltern ist etwas komisch. Einerseits reagiert er genauso wie jemand, den man tatsächlich zu unrecht beschuldigt hat und dem man tatsächlich den Kontakt zu seiner wichtigsten Bezugsperson verboten hat. Und das auch zu Zeiten, wo niemand anwesend war, der von der Geschichte wußte."
Er erzählte mir ein paar Szenen, wo Dirk ihm an unpassenden Stellen wütend erschienen war und die sich genau daraus sehr gut erklären ließen. Außerdem paßte auch sein langes Zögern, ehe er Georg schließlich erzählte, was vorgefallen war, aus Georgs Sicht sehr gut zu der Vermutung, daß die Geschichte stimmt.
"Andererseits hat er dann doch sehr komische Eltern. Welche einfachen Eltern versehen ihr Kind mit einer Deckidentiät, in der es ein Waise ist oder lassen es zu, daß das Kind sich selber mit so einer Deckidentität versieht? Seit wann versieht Abenteuerlust - wie er es begründet hat - ein Kind mit einer solchen Deckidentität, die so wasserdicht ist, daß sie von uns nicht durchschaut wird? Wie kommt es, daß er die Eltern dann plötzlich erwähnt, wenn es ums Briefe schreiben geht? Warum wollte er, daß die Briefe an die Eltern daraufhin überprüft werden, ob sie unseren Ansprüchen an Geheimhaltung entsprechen, wenn er vorher geheimhalten wollte, daß er Eltern hat?"
"Was meinst du, wie das kommt?"
"Das wirkt, als wäre er tatsächlich ein Agent einer anderen Organisation, der uns unterwandern sollte."
"Was will diese Organisation von uns?"
"Freundschaft."
Er begründete diese Schlußfolgerung damit, daß Dirk nie schlecht über irgendjemanden bei uns geredet hatte und daß er die Briefe an seine Eltern mit uns durchgesprochen hatte. Das hätte er nie getan, wenn er einen Angriff vorbereiten sollte. Als Vorbereitung für ein Bündnis gab so etwas aber durchaus Sinn.

Damit war Georg der dritte, der unabhängig von mir zu dieser Schlußfolgerung gelangt war. Der zweite war der Rollstuhlrennfahrer gewesen.

Der Rollstuhlrennfahrer war sprachlich nicht so begabt, wie die meisten Menschen, die wir für unseren Orden auswählten. Er konnte deutlich langsamer lesen und schreiben, als wir das normalerweise von unseren Schülern erwarteten und auch mit der mathematischen Formelsprache hatte er seine Probleme. Für unsere Begriffe unterschätzte er seine eigene Intelligenz sehr, da es nun einmal üblich ist, Intelligenz daran zu messen wie gut man seine Gedanken sprachlich ausdrücken kann.

In sozialen Zusammenhängen machte er regelmäßig Dinge richtig, die andere Leute grundsätzlich falsch machen. Jede Gruppe, in der der Rollstuhlrennfahrer war, funktionierte mit ihm weitaus besser als ohne ihn. Die Leute erledigten ihre Aufgaben zuverlässiger, hatten mehr Spaß dabei und waren freundlicher und rücksichtsvoller miteinander. Warum das so war, begriffen wir nicht ganz und er konnte auch nicht erklären, was er da eigentlich machte.

Er war auch der einzige der älteren Generation, der, nachdem sich Dirk mit seinem Mentor verkracht hatte, eine gute Beziehung zu ihm aufrechterhalten konnte und der einzige Ältere, den er überhaupt an sich heranließ. Niemand weiß, warum das so ist, so daß uns unklar ist, was wir tun müßten, um dieselben Erfolge zu haben. Ich erzählte das Georg und fragte ihn, was er meinte, warum das so war.
"Möglicherweise lag es einfach daran, daß er sich eher wie ein Schüler als wie ein Lehrer verhalten hat, so daß er die Neigung meines Mentors, fürsorglich zu Jüngeren zu sein, ausnutzen konnte. Außerdem bietet er damit keinen Angriffspunkt für Ärger wegen Machtmißbrauch. Mich hat er ja auch um Rat gefragt als es um das Thema ging." meinte Georg.
Ich war überrascht, denn ich hatte mich schon mit diversen Leuten über diese Frage unterhalten und bisher hatte mir niemand eine so logische und nachvollziehbare Antwort geben können.

Der Rollstuhlrennfahrer konnte nicht gut aus Vorlesungen lernen, sondern mußte die Dinge sehen, um zu wissen, worum es ging. Wir rieten ihn daher immer, sich während der Arbeit neben den Begabtesten seiner Mitschüler zu setzen. Dann aber baute er Sachen, von denen alle, die ihm zusahen, meinten, daß sie gar nicht in dieses kleine Gehäuse passen könnten oder daß solche Maschinen gar nicht funktionieren konnten und die Geräte funktionierten und waren auch sehr robust. Leider konnte er dann nicht in Worte fassen, wie und warum sie funktionierten, so daß es uns oft nicht gelang, das nachzubauen. Aber wenn man ein Gerät braucht, von dem man weiß, daß es so etwas eigentlich gar nicht geben kann, bittet man den Rollstuhlrennfahrer, es zu bauen und am Ende hat man das, was man will oder etwas noch Besseres. Georg war ein technisches Genie, aber bei weitem nicht so gut wie der Rollstuhlrennfahrer. Andererseits, wenn er so leicht erfassen konnte, was die sozialen Faktoren waren, die der Rollstuhlrennfahrer nutzte, vielleicht würde er dasselbe Kunststück auch mit dessen technischen Erfolgen vollbringen können.

Ich holte eines der Geräte, die mir der Rollstuhlrennfahrer gebaut hatte, erklärte Georg, was man damit alles machen konnte. Er fragte mich erstaunt, wie wir denn diese ganzen Funktionen in den kleinen Kasten bekommen haben.
"Das weiß ich nicht. Das mußt du den Rollstuhlrennfahrer fragen. Er kann solche Geräte bauen, aber es gelingt ihm nicht, zu erklären, wie sie funktionieren." sagte ich.
"Darf ich das dafür mitnehmen?" fragte er.
"Genau deshalb habe ich es dir gezeigt. Ich würde gerne wissen, ob du in der Lage bist eine Erklärung von ihm zu bekommen, die du verstehst. Wenn dir das gelingt, will ich von euch beiden die Erklärung schriftlich und als Vortrag haben." sagte ich.
Der Junge nickte und wirkte so glücklich als hätte ich ihm mit diesem Auftrag etwas Großartiges geschenkt. Na, daß er Spaß an Technik hatte, wußten wir. Und ich war gespannt, ob ihm das gelingt.

Letztlich war es aber nur eine Spielerei, seine Seelenaufgabe war dagegen für das Schicksal der ganzen Welt wichtig.

Kersti

Fortsetzung:
F591. Kersti: D

Quelle

Erinnerung an ein eigenes früheres Leben.
V12. Kersti: Hauptfehlerquellen bei Erinnerungen an frühere Leben

EGI. Kersti: Erinnerungen aus diesem Leben, aus früheren Leben und aus feinstofflichen Welten
V231. Kersti: Frühere Leben von mir
FI13. Kersti: Inhalt: Dämonenkind

Ein Text von Kersti Nebelsiek, Alte Wilhelmshäuser Str. 5, 34376 Immenhausen - Holzhausen, Tel.: 05673/1615, https://www.kersti.de/, Kersti_@gmx.de
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