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erste Version: 12/2015
letzte Bearbeitung: 12/2015

Chronik des Aufstiegs: Die Pforten der Hölle - Seelengeschwister aus der Hölle

F672.

"Ich schwör dir, ich habe nicht viel getrunken, aber ich war trotzdem völlig besoffen und überhaupt nicht klar im Kopf" erzählte mein Bruder

Vorgeschichte: F1381. Geron: D

Geron erzählt:
Eines Tages kam mein Bruder nach Hause und wirkte sehr aufgelöst und gleichzeitig nicht ganz bei sich. Entgegen seiner üblichen Gewohnheit beantwortete er meine Fragen, was denn los sei, indem er mir erzählte, daß ihn zwei ältere Männer, die er nicht kannte, mit Wein abgefüllt hätten.
"Ich schwör dir, ich habe nicht viel getrunken, aber ich war trotzdem völlig besoffen und überhaupt nicht klar im Kopf. Höchstens ein, zwei Schluck und du weißt, daß ich mehr vertrage, selbst wenn es Schnaps gewesen wäre."
Ich dachte mir, daß dann wohl außer Alkohol noch eine andere Droge im Wein gewesen sein mußte.
"Gut, das habe ich verstanden, und wie ging es dann weiter?"
"Sie haben ganz komische Fragen gestellt, wie welche Farbe der Kristall an deinem Messer hat. Weißt du an dem, was dir dein Ordensmeister geschenkt hat. Dabei ist da doch gar kein Kristall!"
Von dem Kristall wußte mein Bruder nichts, da ich mir gedacht hatte, daß ich meine Familie nur in Gefahr bringe, wenn ich ihm Geheimwissen erzähle. Bei aller Liebe hatte er nun wirklich nicht die Eigenarten eines Menschen, dem man so etwas erzählen kann. Bei dem Rest meiner Familie wäre das eher denkbar gewesen, aber sie haben mich nie nach so etwas gefragt und sie hätte das Geheimwissen auch nur belastet.

Ich befragte ihn geduldig, bis ich meinte, daß er mir jedes Wort, an das er sich noch erinnerte, erzählt hatte, dann überlegte ich, was ich tun sollte. Ich kam beinahe sofort zu dem Schluß, daß ich das Igor berichten mußte und zwar sofort, nicht erst am nächsten Tag. Da war Gefahr im Verzuge.

Ich sagte meinem Bruder er solle mit niemandem außer meiner Mutter darüber reden und daß er auf keinen Fall das Haus verlassen dürfe, ehe er wieder von mir gehört hätte. Dann brach ich auf zur Burg.

Nach der Hälfte der Strecke, stand ich plötzlich vor zwei Leuten, die mit Schwertern bewaffnet waren. Aus den Augenwinkeln nahm ich wahr, daß drei weitere den Weg hinter mir blockierten. Plötzlich waren die Sorgen in meinem Kopf wie weggewischt. Ich war völlig ruhig. Ich legte die Hand auf mein Messer und sagte leise warnend:
"Legt euch nicht mit mir an."
Die Männer lachten und kamen mit ihren Waffen näher. Sie bewegten sich, als hätten sie keine Ahnung, wie man ein Schwert anfaßt. Ich wartete wortlos und ohne eine weitere Bewegung den richtigen Augenblick ab, dann sprang ich nach vorne und zog gleichzeitig meine Waffe aus der Scheide, durch den Bauch meines ersten Gegners hindurch berührte die Schulter des zweiten Gegners mit der Klingenspitze, am Waffenarm vorbei durch den Daumen, dann schlug ich ihm das Schwert aus der nun nicht mehr voll funktionsfähigen Hand. Ich floh zwischen beiden hindurch den Weg entlang.

Hinter der nächsten Ecke des Weges hielt ich an und lauschte, wo meine Gegner waren. Ich hörte, daß alle Schritte sich von mir entfernten. Offensichtlich hatte ich sie also erfolgreich in die Flucht geschlagen. Im schnellen gleichmäßigen Tempo ging ich weiter zur Burg.

Am Tor hielten mich die Wachen an und fragten, was ich zu dieser nachtschlafenen Zeit hier suchen würde.
"Ich muß Montador sprechen." antwortete ich.
Montador war keine Person sondern das Schlüsselwort, mit dem in der jetzigen Woche vor Gefahren gewarnt wurde, die den ganzen Orden bedrohen konnten. Indem ich es benutzte, löste ich allgemeinen Alarm aus.
"Ich wußte gar nicht, daß du den kennst." meinte einer der Wächter.
Wahrscheinlich war er der Ansicht, daß ich noch ein Kind war, dem man keine scharfen Gegenstände in die Hand geben sollte oder so. Irgendwie mußte ihm jedenfalls entgangen sein, daß ich ein Ritter mit allen damit verbundenen Rechten und Pflichten war. Das war aber unerheblich. Das war eine Anweisung und er würde sie ausführen. Ich mußte mich darum kümmern, Igor, meinem Ordensmeister zu berichten, was vorgefallen war, ging deshalb schnurstecks zu dessen Privaträumen und klopfte an die Tür. Als das nicht zu einer sofortigen Reaktion führte, trommelte ich heftiger.
"Wer da?" fragte eine verschlafene Stimme.
"Geron. Montador." antwortete ich.
"Warte im Arbeitszimmer. Ich komme sofort." Plötzlich klang Igor hellwach.
Wenige Sekunden später kam er ins Arbeitszimmer, starrte einen Augenblick auf mein Messer, das ich wie immer in der Scheide an der Hüfte trug und sagte:
"Da klebt Blut an deinem Messer."
Rein irdisch war das natürlich nicht wahr, schließlich hätte ich niemals ein schmutziges Messer in die Scheide gesteckt.
"Bist du verletzt?"
"Nein." antwortete ich.
Aber daß er mit einem Blick bemerkte, daß ich einen Kampf auf Leben und Tod geführt und gewonnen hatte, brachte mich aus der Fassung. Außerdem verlangte er, daß ich ihm die Hand gab, während ich sprach, was mich noch mehr verwirrte, schließlich tat er das sonst nie. Plötzlich waren all die Worte die ich mir zurechtgelegt hatte weg und als er mich aufforderte, zu erzählen, was passiert war, kam ich ins stammeln und redete nur noch Mist.
"Ganz ruhig. Entspann dich. Geh zum Anfang der Geschichte und erzähle mir alles von Anfang an."
Ich riß mich zusammen, schob die verwirrten Gedanken zur Seite, überlegte was der Anfang der Geschichte war und begann dann zu erzählen, wie mein Bruder in diesem verwirrten Zustand nach Hause gekommen war. Ich versuchte mich an jede Kleinigkeit zu erinnern, die er mir erzählt hatte, berichtete, wie ich entschieden hatte, daß ich das sofort melden mußte und aufgebrochen war. Danach schilderte ich den kurzen Kampf, daß ich zu dem Schluß gekommen war, ich hätte sie alle in die Flucht geschlagen und weiter zur Burg gegangen bin.

Die Erzählung war relativ kurz gewesen, trotzdem hatte jemand zwischendurch an die Tür geklopft. Mein Lehrer Igor hatte nicht reagiert sondern die Befragung einfach zuendegeführt. Jetzt stand er auf, sagte mir, ich solle mich hinsetzen und einen möglichst ausführlichen Bericht schreiben, während er sich um alles weitere kümmert. Danach sollte ich mich in seinem Gästezimmer schlafenlegen. Ich gehorchte.

Kersti

Fortsetzung:
F673. Kersti: D

Quelle

Erinnerung an ein eigenes früheres Leben.
V12. Kersti: Hauptfehlerquellen bei Erinnerungen an frühere Leben

EGI. Kersti: Erinnerungen aus diesem Leben, aus früheren Leben und aus feinstofflichen Welten
V231. Kersti: Frühere Leben von mir
FI21. Kersti: Inhalt: Seelengeschwister aus der Hölle

Ein Text von Kersti Nebelsiek, Alte Wilhelmshäuser Str. 5, 34376 Immenhausen - Holzhausen, Tel.: 05673/1615, https://www.kersti.de/, Kersti_@gmx.de
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