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erste Version: 10/2016
letzte Bearbeitung: 10/2016

Chronik des Aufstiegs: Weimarer Republik und Drittes Reich - Erzengel Michaels Geheimdienst

F804.

Und dann fiel mein Blick auf ein zweites Messer, das im Schrank lag und ich konnte meine Aufmerksamkeit davon nicht mehr losreißen

Vorgeschichte: F803. Kersti: D

Georg erzählt:
Einer von denen, die zusammen mit mir in dieser privaten Kapelle übten, war Sandor. Er war dann auch der nächste Grund, warum mein Weltbild Kopf gestellt wurde. Er wurde nämlich zum Ritter geschlagen. Das war eine Feier für die gesamte Schule, für alle Angestellten und Hilfskräfte, für jeden der hier lebte. So weit so gut. Im Namen der Schule kam ja auch irgendetwas von Ritterorden von sonstwas vor.

Was mich aber völlig verblüffte war, daß diese antiquierte Zeremonie so toternst genommen wurde, als gäbe es nichts Wichtigeres in einer Welt, die bestimmt keine Reiter mehr braucht, die Metallrüstungen tragen und mit Schwertern kämpfen. Sandor war der Schwur für das Gute zu kämpfen und das Volk vor Unrecht zu schützen toternst, das konnte ich spüren. Es war etwas, worüber ich vor ihm keine Witze machen durfte, da war ich mir sicher. Und ich hatte ihn immer für einen vernünftigen und klugen Menschen gehalten, der ganz im Hier und Jetzt lebt!

Während der Zeremonie konnte ich natürlich keine tieferen Fragen dazu stellen, denn das wäre unhöflich gewesen, aber am nächsten Tag ging ich zu meinem Lieblingslehrer Dirk und fragte ihn, warum hier so etwas antiquiertes so ernst genommen wurde. Komischerweise lachte er, als ich das sagte. Ich verstand nicht, warum das so witzig war und sagte ihm das auch.
"Ach das hat mich nur an jemanden anders erinnert, der diese Frage gestellt bekommen hat. Es ist nicht weil ich dich lächerlich finde oder so, sondern nur weil diese Frage immer wieder kommt." antwortete er.
"So und warum wird so ein Ritterschlag so ernst genommen?" fragte ich.
"Weil es Äußerlichkeiten gibt, die sich ändern, wenn sich der technische Stand der Menschheit ändert und weil es grundlegende Prinzipien gibt, die immer gleich bleiben, auch wenn man keine Reiter mit Metallrüstungen und Schwertern mehr gebraucht werden. Du mußt bedenken, daß wir hier einerseits Hochbegabte ausbilden, die Kraft ihrer Begabung ungewöhnlich viel Einfluß auf die Gesellschaft haben, andererseits aber auch Kinder hier haben, die dem Adel angehören und daher später sehr viel Macht haben werden. In dem Augenblick, wo die Macht, die einem Menschen zur Verfügung steht, ausreicht, um sich über bestehende Gesetze hinwegzusetzen, wird ein Mensch auf sein persönliches Gewissen zurückgeworfen und Begriffe wie Ehre werden wieder zentral wichtig und das völlig unabhängig davon, ob die Macht durch Geburt, durch Schwertkampf, durch Maschinengewehre, durch Politik, durch Handel, das Bankgeschäft oder durch kluge Ideen erworben wurde." erklärte er.
Da konnte ich nicht widersprechen.

"Tatsächlich habe ich als Kind noch Schwertkampf und ein Pferd so zu reiten und auszubilden, wie Ritter das tun, gelernt. Da ging es aber eher darum, den Geist zu schulen, denn ein Schwert war auch damals schon keine sinnvolle Waffenwahl mehr. Wenn du neugierig bist, kann ich mir meine Waffen zeigen." erklärte er.
Meine Neugier war geweckt, denn das war zu bizarr, als daß ich anders hätte reagieren können. Ich ging also mit ihm mit und als er fragte, ob er sich mal wie ein alter Ritter anziehen soll, sagte ich ja. Er führte mir in seinem Garten auch einige Übungen, mit denen man trainiert, sich mit dem Schwert richtig zu bewegen, vor. Während ich zusah, fühlte ich eine unfaßliche Faszination. Unfaßlich war sie deshalb, weil sie so völlig im Widerspruch zu meinem Denken über das Thema stand. Warum faszinierte mich etwas so antiquiertes wie ausgerechnet Schwertkampf, wenn man es mir zeigte? Ich mußte verrückt geworden sein! Dirk sah mich an und schmunzelte, weil er meine Faszination bemerkte. Ich war bei seinem wissenden Blick peinlich berührt.

Dann erklärte er mir, daß früher die Schwerter magisch geweiht gewesen seien. In seiner Zeit hätte man aber nicht mehr die Schwerter sondern die Messer magisch geweiht, da man die überall hin mitnehmen konnte, während mit einem Schwert herumlaufen sich, als er ein Kind gewesen ist, auch schon für Ritter nicht mehr ziemte.

Er fragte mich, ob ich mal sein Messer in die Hand nehmen wollte, um zu sehen, ob ich die magische Weihe spüren konnte. Als ich nickte, gab er mir die Waffe in die Hand und sie fühlte sich für mich eher wie ein Tier an, das mit mir magisch reden konnte, als wie ein Gegenstand. Ich hatte das Gefühl, als würde es mich kennen und würde mich erfreut begrüßen und mir mitteilen, daß es mich furchtbar vermißt hatte. Innerlich war ich irritiert, während ich merkte wie ich automatisch genauso herzlich auf diese Begrüßung reagierte. Dann kamen mir die Tränen und ich hatte keine Ahnung, wo eigentlich diese Sehnsucht herkam, die mich plötzlich überschwemmte. Was war mit mir los?

Und dann fiel mein Blick auf ein zweites Messer, das im Schrank lag und ich konnte meine Aufmerksamkeit davon nicht mehr losreißen. Es ging einfach nicht. Ich fragte Dirk, was das denn für ein Messer war.
Jetzt sah ich ganz deutlich, daß ihm plötzlich die Tränen kamen. Nicht daß er wirklich weinte, aber ich sah ganz deutlich Tränen aus seinen Augen fließen.
"Das gehörte einem guten Freund." sagte er, ohne mir in die Augen zu sehen.
Den Gefühlen nach, die ich von ihm empfing, mußte ihm dieser Freund sehr viel bedeutet haben. Und er mußte tot sein. Da war ein so tiefer Schmerz, daß sich in mir alles vor Mitleid zusammenzog.
Trotzdem konnte ich den Blick einfach nicht von dem Messer losreißen. Ich mußte dieses Messer unbedingt haben. Irritiert fragte ich mich, wie ich auf diesen Gedanken kam. Wahrscheinlich wurde ich wirklich langsam verrückt. Wenn das die einzige Erinnerung an einen toten Freund war, würde er es mir garantiert nicht geben.
"Komm. Ich sehe doch wie du guckst. Das Messer gehört dir." sagte er, nahm es aus dem Schrank, tat, wie ich deutlich spürte irgendetwas magisches, das die Anziehung die das Messer auf mich ausübte, noch erheblich verstärkte und gab es mir in die Hand. Ich drückte es an mich und begann zu weinen.

Ich wurde tatsächlich verrückt. Anders konnte man das nun wirklich nicht mehr erklären! Diese Erkenntnis hinderte mich aber nicht daran, das Messer immer unter meiner Kleidung versteckt bei mir zu tragen und telepathisch mit ihm zu reden, wann immer ich Zeit hatte. Wenn ich unter Freunden war, wollte das Messer, daß ich es benutzte, um Brot zu schneiden und andere alltägliche Dinge mit ihm tat, weil ich das doch früher auch immer getan hätte und es wollte doch, daß man mich nicht vergiftet. Als wenn es hier jemanden gab, der mich vergiften wollte, so etwas albernes. Aber das Messer bestand darauf und ich tat, was es wollte. Wenn ich nicht bei meinen engsten Freunden war, wollte das Messer aber versteckt sein, weil man es sonst erkennen könnte und das wäre nicht gut. Insgesamt war das ein Verhaltensmuster, das mich in der Vorstellung bestätigte, daß ich offensichtlich dabei war, verrückt zu werden.

Glücklicherweise merkte man mir diesen Wahnsinn aber offensichtlich nicht an, denn die anderen reagierten weiterhin ganz normal auf mich.

Kersti

Fortsetzung:
F807. Kersti: D

Quelle

Erinnerung an ein eigenes früheres Leben.
V12. Kersti: Hauptfehlerquellen bei Erinnerungen an frühere Leben

EGI. Kersti: Erinnerungen aus diesem Leben, aus früheren Leben und aus feinstofflichen Welten
V231. Kersti: Frühere Leben von mir
FI17. Kersti: Inhalt: Erzengel Michaels Geheimdienst

Ein Text von Kersti Nebelsiek, Alte Wilhelmshäuser Str. 5, 34376 Immenhausen - Holzhausen, Tel.: 05673/1615, https://www.kersti.de/, Kersti_@gmx.de
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