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erste Version: 12/2017
letzte Bearbeitung: 12/2017

Chronik des Aufstiegs: Die Pforten der Hölle - Seelengeschwister aus der Hölle

F960.

Ich sagte dem schwarzen Ritter Ehon: "Als ich zwei war, haben sie schon zwei mal versucht mich umzubringen."

Vorgeschichte: F959. Kersti: D

Geron erzählt:
Während ich darauf wartete, daß ich wieder gesund wurde, erinnerte ich mich an etwas, über das ich schon lange nicht mehr nachgedacht hatte. Mein Vater hatte, als er noch lebte, das Polizeirevier im Dorf geführt. Umgekommen war er im Dienst, weil er es mit Verbrechern zu tun bekommen hatte, die gefährlicher waren als üblich. Während sein Gehalt gereicht hatte, um unsere kleine Familie zu versorgen und das zusätzliche Land für ein wenig Wohlstand gelangt hatte, reicht die Witwenrente meiner Mutter, die nur halb so hoch war, nicht wirklich.

Jedenfalls kam dann bei der Beerdigung ein fremder Mann und hat versucht mich zu erstechen. Er hat mich nicht richtig getroffen, deshalb lebe ich noch und meine Mutter hat ihn mit dem Messer, das sie immer dabei hatte, seit die Probleme mit den Kriminellen begonnen hatten, verjagt. Das war das zweite mal, daß diese Kriminellen ausgerechnet mich angegriffen hatten. Das erste mal hatte meine Mutter gedacht, daß diese Feiglinge sich an einem Kind dafür rächen, daß die Polizei sie verfolgt, weil sie sich an Erwachsene nicht herantrauen. Danach war sie überzeugt, daß sie in Wirklichkeit mich gejagt haben. Ich habe nicht verstanden, warum sie das taten, meine Mutter verstand das auch nicht, aber sie hat so getan, als wäre ich an der Verletzung gestorben. Sie hat mich, so lange ich krank war, im Kartoffelkeller versteckt und den Arzt, der sich um mich gekümmert hat, gebeten, niemanden zu verraten, daß ich noch lebe.

Als ich vier war, sah mich einer der Bauern aus dem Dorf. Meine Mutter behauptete, ich sei ein Findelkind, das vor der russischen Revolution geflohen ist und seine Eltern verloren hat. Der Arzt kam immer noch gelegentlich vorbei, um nach mir zu sehen, obwohl meine Mutter kein Geld mehr hatte. Ihm erzählte sie, was passiert war, worauf der Arzt meinte, ich wäre doch so frühreif. Sie sollte behaupten, ich wäre sechs und so schmächtig, weil ich auf der Flucht hätte hungern müssen und mich zusammen mit meinem älteren Bruder in die Schule schicken. Dann würde niemand darauf kommen, daß ich in Wirklichkeit ihr eigenes Kind bin, das angeblich damals ermordet worden ist. Ich wurde also bei der Polizei als sechsjähriges Findelkind unter einem anderen Namen gemeldet und in die Schule geschickt..

Ich fand die Idee klasse, weil ich mich dann endlich nicht mehr ständig verstecken mußte.

Ich war noch nicht einmal eine Woche in der Schule, als der Lehrer mich fragte, wie alt ich denn wirklich bin. Ich war erschrocken, weil meine Mutter mir eingeschärft hatte, daß sie das nicht erfahren dürfen, weil sonst die bösen Männer wiederkommen und mich wieder mit dem Messer stechen.
"Das kann ich nicht so genau sagen, weil so viele Leute versucht haben mich umzubringen." sagte ich.
Der Lehrer fragte nicht weiter und ich dachte, ich hätte etwas ganz dummes gesagt, schließlich hatte ich die bösen Männer erwähnt. Als meine Mutter das nächste mal mit ihm redete, sagte er zu ihr, daß sie sich in meinem Alter getäuscht haben müßte, ich müßte mindestens sieben oder acht sein, so viel könne ein Sechsjähriger gar nicht wissen. Außerdem müßte ich auf der Flucht ja ganz schön schlimme Dinge erlebt haben. Ich war erleichtert, daß es doch nicht rausgekommen war.

Wenn ich so darüber nachdachte, waren das wahrscheinlich damals schon dieselben Leute, die mich heute noch umzubringen versuchen. Sie waren wohl spätestens als ich auf die Schule der Ritter gegangen bin, darauf gekommen, daß ich doch noch lebe.

Ich sagte dem schwarzen Ritter Ehon:
"Als ich zwei war, haben sie schon zwei mal versucht mich umzubringen. Meine Mutter hat dann getan, als wäre ich tot, mir einen anderen Namen gegeben und als ich vier war behauptet, ich wäre ein sechsjähriges Findelkind und mich in die Schule geschickt."
Der Ritter, der vorher die ganze Zeit geredet hatte, um mir alles Wichtige zu sagen, verstummte und sagte eine ganze Weile gar nichts, sondern starrte mich nur an. Das tat er so lange, bis ich fragte, ob ich was falsches gesagt habe.
"Nein. Ich bin nur schockiert. Wie bist du denn damit fertig geworden?"
Ich verstand die Frage nicht wirklich. Das fragen die Leute immer, wenn ich etwas schlimmes erzähle, dabei bleibt einem ja gar nichts anderes übrig, als damit fertig zu werden, schließlich ist es passiert. Das sagte ich ihm dann auch.
"Weiß Igor denn davon?"
"Nein. Mutti hat gesagt, ich darf das niemandem erzählen, also habe ich es niemandem erzählt. Nur Mira hat das selber herausgefunden."
"Wie hat sie das denn geschafft?"
"Sie hat im Feinstofflichen nachgeschaut." antwortete ich.

"Wie alt warst du, als du auf die Schule gekommen bist?"
"Vier als ich in die Dorfschule gekommen bin und sechs als ich zu den Rittern in die Schule gekommen bin." antwortete ich.
"Hat dein Bruder auch so gut dicht gehalten?"
"Nein, er hat in der alten Schule immer gesagt, eigentlich bin ich erst vier, das könne man doch daran sehen, wie klein ich bin. Aber sie haben ihm nicht geglaubt, weil der Lehrer gesagt hat, daß das daran liegt daß ich nicht genug zu essen hatte, weil ich besser in der Schule war und viel mehr wußte. Und er hat mit meinem Bruder geschimpft, er soll mich nicht ärgern, sondern lieber in der Schule aufpassen." sagte ich.
Er schüttelte den Kopf und sagte nur "Kinder!"
Ich fragte ihn, was ich denn an dieser Stelle falsch gemacht hatte.
"Nichts. Dich habe ich bei den Kindern nicht mitgezählt, weil du dich erwachsener verhalten hast, als die meisten Erwachsenen." antwortete Ehon.
"Der Lehrer hat zu meiner Mutter auch gesagt, ich müßte mindestens sieben oder acht sein, weil ich so viel weiß." sagte ich.
"Heißt das, daß du gar nicht zehn bist, wie in deinen Papieren steht, sondern nur acht?" fragte er mich.
"Ja." antwortete ich.
"Wenn sie mir erzählt hätten, du wärst 14, hätte ich das auch geglaubt." meinte er.
Ich verstand das nicht. Ich war zwar nicht klein für mein Alter, aber wirklich nicht so groß, wie es 14-jährige normalerweise sind. Das sagte ich auch.
"Du benimmst dich aber wie 14." antwortete er.
"Kann mir bitte mal jemand verraten, warum die Leute mich nicht einfach normal finden können?" fragte ich genervt.
Ehon begann zu lachen.

Ich war nicht in der Stimmung mitzulachen und sagte ihm, daß er damit aufhören soll.
"Ich verstehe definitiv nicht wie man einen vierjährigen für sieben oder acht halten kann!" erklärte ich "OK ich war groß für mein Alter gewesen, aber so groß nun auch wieder nicht! Ich war der kleinste an der alten Schule, bis ein Jahr später die neuen Erstkläßler kamen, dann war ich der zweitkleinste. Mein Bruder hatte ganz recht gehabt, daß man sehen konnte, daß ich nur vier war. Na ja und daß Igor gesagt hat, daß ich mit der Schreibmaschine schreiben soll, lag halt auch daran, daß ich, als ich sechs war, so ungeschickt beim schreiben war. Er hat tatsächlich gesagt ich würde ja schreiben, wie ein Erstkläßler, als ich frisch auf die neue Schule gekommen bin, dabei war ich doch gerade erst sechs geworden! Ich hätte da manchmal ganz gerne gesagt, daß ich doch nur sechs bin und das gar nicht besser kann, denn die Sechsjährigen durften so schreiben. Und wenn ich geweint habe, haben sie auch immer gesagt 'Ein so großer Junge weint doch nicht!', dabei haben alle Gleichaltrigen in solchen Situationen auch immer geweint. Ich will nicht noch älter gemacht werden, dann verlangen sie ja noch unmöglichere Sachen von mir." fuhr ich fort und begann zu meinem Ärger mal wieder zu weinen.
Ehon hielt sich den Mund zu, konnte aber trotzdem nicht aufhören zu lachen. Ich versuchte ihn deshalb zu hauen, mit dem Ergebnis daß er meinen Arm festhielt und sich entschuldigte, nur daß er immer noch nicht aufhörte zu lachen.

Als es ihm irgendwann gelungen war, sich wieder einzukriegen, erklärte er mir, daß es ihm leid täte, aber daß er nicht glauben würde, daß es die Leute davon abhalten würde, Unmögliches von mir zu verlangen, wenn man ihnen mein wirkliches Alter sagen würde.
"Aber warum denn nicht?" fragte ich verständnislos.
"Weil die Leute dein Verhalten nicht auf einen Nenner bringen können. Da kommt ein offensichtlich achtjähriger Junge an und redet wie ein Erwachsener, oder eher wie ein alter weiser Mann. Und plötzlich kommt dann etwas, das wirkt, als wäre ein Jugendlicher gerade in die Pubertät gekommen. Ehe man sich dann von diesem Schock erholt hat, fängt der Jugendliche plötzlich an zu weinen, wie Achtjährige das nun mal tun. Deine körperlichen Reaktionen, Fähigkeiten, dein Gefühlsleben und deine Belastbarkeit sind eben, wie sie für dein Alter normal ist. Manches wirkt, als hätte man einen Jugendlichen vor sich, weil erwachsenes Denken mit einem kindlichern Körper zusammenkommt. Und wenn du so erwachsen wirkst, kommt durch, daß du eine alte Seele bist. Egal welches Alter du deinen Mitmenschen nennst, sie werden immer durch irgendetwas davon sehr irritiert sein. Aber ich kann dich trösten, das wird mit jedem Jahr, das du lebst, besser werden, weil sich dann dein irdisches Alter immer mehr deinem Seelenalter angleicht."
"Falls ich überhaupt erwachsen werde." meinte ich.

Ehon sagte wieder eine Weile gar nichts und meinte dann, er würde das Gespräch gerne beenden und ins Bett gehen. Daß er so gelacht hätte, hätte daran gelegen, daß er auch mit seinen Nerven am Ende wäre und daß er sich um zu viele Menschen Sorgen machen würde, daher würde von ihm heute bestimmt nichts Vernünftiges kommen.

Ich wunderte mich darüber. Es stimmte zwar, daß das Lachen nicht wie ein Ausdruck großer Vernunft gewirkt hatte, aber verglichen mit dem, was ich so mit Igor und den anderen Rittern von dort erlebt hatte, hat sich Ehon sehr vernünftig verhalten. Er hatte nur gelacht, alles andere war vernünftig. Mein Gott und das kannte ich doch auch von mir, daß ich in schwierigen Situationen manchmal wirklich sehr albern werden konnte.

Kersti

Fortsetzung:
F961. Kersti: D

Quelle

Erinnerung an ein eigenes früheres Leben.
V12. Kersti: Hauptfehlerquellen bei Erinnerungen an frühere Leben

EGI. Kersti: Erinnerungen aus diesem Leben, aus früheren Leben und aus feinstofflichen Welten
V231. Kersti: Frühere Leben von mir
FI17. Kersti: Inhalt: Erzengel Michaels Geheimdienst

Ein Text von Kersti Nebelsiek, Alte Wilhelmshäuser Str. 5, 34376 Immenhausen - Holzhausen, Tel.: 05673/1615, https://www.kersti.de/, Kersti_@gmx.de
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