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erste Version: 12/2017
letzte Bearbeitung: 12/2017

Chronik des Aufstiegs: Die Pforten der Hölle - Seelengeschwister aus der Hölle

F979.

Kaum war der Arzt weg, zeigte sich, daß der Assistenzarzt Kiron zu gewissenhaft war

Vorgeschichte: F978. Kersti: D

Ehon erzählt:
In der Phase, wo es den Verletzten richtig schlecht ging, war unser normaler Arzt da und kümmerte sich darum, daß alle die richtige Behandlung erhielten. Als die größten Probleme vorbei waren und alle Behandlungen eingespielt, erhielten wir eine Anfrage, ob wir für einen Notfall Ärzte und Pfleger enbehren können. Der Arzt überlegte kurz, kam zu dem Schluß, daß seine beiden Assistenzärzte - Kiron und Mariam - fachlich sicherlich in der Lage seien, die weitere Pflege zu bewältigen und daß das doch die perfekte praktische Abschlußprüfung, wäre, bei der man herausfinden kann, ob sie bereits in der Lage sind, ein Krankenhaus selbstständig zu führen.

Kaum war der Arzt weg, zeigte sich, daß der Assistenzarzt Kiron zu gewissenhaft war. Viele Leute glauben, wenn jemand gewissenhaft ist, würde das zwangsläufig zu zuverlässiger ordentlicher Arbeit führen und an den Ergebnissen könne man erkennen, ob jemand gewissenhaft ist. Sie erwarten von gewissenhaften Menschen zwar keine genialen Ideen aber doch, daß die Routinearbeiten immer zuverlässig erledigt werden.

Ich weiß, daß manche Menschen, die von ihrer Arbeitseinstellung her gewissenhaft sind, manchmal gar nicht die nötigen Begabungen haben, um Routinearbeiten gut bewältigen zu können. Sie sind einfach zu zerstreut und machen trotz mehrfacher Kontrolle mehr Fehler in Routinearbeiten als andere Menschen das tun, wenn sie bewußt und absichtlich schlampen. Solche Menschen sollte man nicht zu Routinearbeiten einsetzen, weil das für alle Beteiligten nur frustrierend ist. Sie können andere Dinge besser.

Daneben kann es aber auch passieren, daß eben die Tatsache, daß jemand zu gewissenhaft ist, zu Fehlern führt. Ein typisches Beispiel dafür ist, was mir bisher jedes mal passiert ist, wenn ich bei einem Notfall vorübergehend die Leitung hatte. Ich habe mich so sehr unter Druck gesetzt, alles perfekt zu machen, daß ich über die Routinearbeiten, die ich meist eigentlich hätte delegieren sollen, immer irgendetwas wichtiges vergessen habe, um das ich mich wirklich persönlich kümmern mußte. Glücklicherweise hat mich immer jemand rechtzeitig darauf aufmerksam gemacht und es ist nie wirklich böse ausgegangen. Außerdem ist es mir auch mit jedem mal besser gelungen, die Dinge im Griff zu behalten als beim vorhergehenden Versuch. Grundsätzlich habe ich mich aber regelmäßig so sehr unter Druck gesetzt, daß ich richtig dumme Fehler gemacht habe.

Der Assistenzarzt Kiron war noch schlimmer. Natürlich war es diesmal das erste mal, daß er so viel Verantwortung hatte und bei meinem ersten Versuch hatte ich auch weit mehr Fehler gemacht als diesmal. Trotzdem hatte ich einen grundlegenden Fehler vermieden, den er gerade ständig machte. Wenn mir jemand gesagt hat: "Du machst einen Fehler!" dann habe ich mir das angehört, die Kritik ernst genommen und rechtzeitig die Kurve gekriegt und es war egal gewesen, wer mir diesen Hinweis gegeben hat, ob es nun der Reitknecht, das jüngste Kind oder ein Kollege war.

Kiron ließ sich von niemandem etwas sagen, denn Mariam hatte zwar denselben Rang, aber ihre Ausbildung ein Jahr später begonnen und alle anderen hatten - so behauptete er jedenfalls - sowieso keine Ahnung. Ich bin kein Arzt und werde in diesem Leben wohl auch keiner werden. Trotzdem glaube ich, daß ich einen kompetenten Arzt von einem inkompetenten Arzt unterschieden kann und Mariam kommt mir deutlich kompetenter vor als Kiron. Das ist auch nicht weiter verwunderlich. Wenn ihr Vorgesetzter sie ein Jahr früher den Abschluss machen lassen will, dann weil sie vieles besser kann als Kiron und darüber ihre geringere praktische Erfahrung ausgleichen kann. Sie muß im Alltag kompetenter sein, sonst wird sie im Notfall versagen. Außerdem gibt es ja keine Notwendigkeit so begabte junge Leute wie Mariam möglichst früh zu bevördern. Sie sind sowieso immer zu jung für ihren Rang und müssen beweisen können, daß sie ihn verdient haben, sonst bekommen sie Probleme mit ihren Untergebenen. Daher haben begabte Leute, die schnell bevördert werden, oft, wenn sie einen neuen Rang erhalten, einen Ausbildungsstand, den weniger begabte Leute erst gegen Ende derselben Ausbildungsphase haben.

Mit Khar, Geron und Mira war Assistenzarzt Kiron gleich an drei Patienten geraten, die sich von keinem Arzt erklären lassen, sie hätten keine Ahnung - und die alle durchaus Ahnung von Medizin haben, zumindest deutlich mehr als ich sie habe. Mariam fand die Verbesserungsvorschläge von den dreien jedenfalls immer wieder nützlich und richtete sich danach.

Kiron, der inkompetentere Arzt, fand die Verbesserungsvorschläge dagegen allesamt inakzeptabel. Ich konnte sehr gut verstehen, wie Kiron zu seiner Haltung kam. Dadurch, daß ich jetzt die Führung innehatte, fühlte ich mich sowieso leicht überfordert. Wann immer einer meiner Untergebenen mir einen Verbesserungsvorschlag machte oder mich auf einen Fehler aufmerksam machte, kam ich ins Schwimmen. Ich bekam den restlichen Alltag kaum noch geregelt, weil sie mir damit eine Aufgabe mehr aufgebürdet hatten. ... Andererseits - beim nächsten mal wenn Khar mal wieder mit so einer Aufgabe ankam, sollte ich vielleicht einfach sagen, daß ich nicht weiß, wie ich das auch noch schaffen soll. Er hatte mir ja schon gesagt, daß ich zu wenig delegiere und im normalen Alltag, bekomme ich das inzwischen hin. Wenn Khar dann mit so einem Sonderauftrag kommt, bin ich aber wieder so überfordert, daß ich vergesse, daß ich Aufgaben delegieren muß, wenn ich mich überfordert fühle und erst recht nicht darauf komme, wen ich das machen lassen könnte. Nun ja und Khar würde dann schon sagen, an wen ich was delegieren soll. Wenn ich mir das recht überlegte, konnte ich den Trick wahrscheinlich bei allen anwenden, die mit solchen Aufgaben ankamen, schließlich kannten sie meine Kollegen ja auch und konnten dann einen Vorschlag machen, wer es stattdessen erledigen könnte.

Außerdem war Kirons Haltung richtig unvernünftig, denn Khar hatte durchaus schon mehrfach, wenn mehrere Leute verletzt worden waren und zu wenig Ärzte für die Notversorgung zur Verfügung standen, einfach seine Aufgaben an mich abgegeben und sich als zusätzlicher Arzt betätigt, bis alle erst einmal versorgt waren. Danach die Routineversorgung konnte der Arzt dann wieder allein bewältigen. Daher weiß ich, daß Khar tatsächlich von Medizin Ahnung hat, obwohl er keinen entsprechenden Abschluß hat. Unser Arzt bespricht auch regelmäßig schwierige Fälle mit ihm, um eine andere Meinung zu haben, daher kann er darin gar nicht so schlecht sein. Nun ja und dann gibt es einen einfachen Assistenzarzt, der meint, er müsse auf den Rat dessen, den sein Vorgesetzter zu Rate zieht, wenn er nicht weiter weiß, in den Wind schlagen.

Khars Reaktion darauf war aus meiner Sicht allerdings kontraproduktiv. Er gab Kiron nämlich jedes mal den Ratschlag, der im Umgang mit Geron am Besten funktioniert hätte und wenn er den nicht annehmen wollte und wegen dem für Khar vorhersehbaren Ergebnis fluchte, sagte er: Das habe ich dir doch gesagt. Kiron sah überhaupt nichts ein, weil er zu überfordert war, um zum nachdenken zu kommen. Er hätte jemanden gebraucht, der ihm klare Befehle gibt. Dazu fehlte mir aber die Ahnung vom Fach. Dabei schien sich Khar auch noch königlich über Gerons Eskapaden zu amusieren und er war gerade resistent gegen meine Ratschläge, wahrscheinlich, weil er in einer ganz ähnlichen Stimmung war wie Geron, der bei jeder Gelegentheit etwas tat, was jeden vernünftigen Arzt beinahe einen Herzschag eingebracht hätte, bei Kiron aber noch schlimmere Auswirkungen hatte... Ich war genervt von allen dreien, weil sie sich gegenseitig hochschaukelten. Khar hätte dem Arzt einfach klare Befehle erteilen können - sowohl von seinem Fachwissen her als auch von seiner Position her. Mir dagegen fehlte das Fachwissen, daß ich mir sicher sein konnte, was wann richtig ist. Khar genoß offensichtlich gerade seine Urlaub von der Ordensführung, indem er alle kleinen Fehlschläge, die uns unterliefen, wie ein Theaterstück zu seiner persönlichen Unterhaltung behandelte.

Kersti

Fortsetzung:
F980. Kersti: D

Quelle

Erinnerung an ein eigenes früheres Leben.
V12. Kersti: Hauptfehlerquellen bei Erinnerungen an frühere Leben

EGI. Kersti: Erinnerungen aus diesem Leben, aus früheren Leben und aus feinstofflichen Welten
V231. Kersti: Frühere Leben von mir
FI17. Kersti: Inhalt: Erzengel Michaels Geheimdienst

Ein Text von Kersti Nebelsiek, Alte Wilhelmshäuser Str. 5, 34376 Immenhausen - Holzhausen, Tel.: 05673/1615, https://www.kersti.de/, Kersti_@gmx.de
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