F1321.

"Woher hättest du wissen sollen, daß er damit erreichen wollte, daß Blutflecken nicht auffallen?" fragte ich.

Vorgeschichte: F1320. Geron: Ich fragte mich, ob sie mich nun doch gefangen hatten und irgendwelche gruseligen Dinge mit mir machen wollten, aber ich war zu schwach, um irgendetwas dran zu tun
F1332. Khar: Als ich wieder aufstehen durfte, stellte ich fest, daß Dirk noch kompetenter war als ich gedacht hatte

Geron erzählt:
Als das nächste mal Dirk bei mir war, erzählte ich ihm, wie dumm wir uns wegen Miras Keimen angestellt hatten und er regte sich auf. Dann kam Khar rein und fragte, was los ist, woraufhin Dirk ihn furchtbar beschimpfte und Khar einfach nur lautlos zu weinen begann, ohne sich gegen die Vorwürfe zu verteidigen. Ich sagte ihm, daß ich dem Arzt da aber keinen besondernen Vorwurf machen konnte, weil ich auch nicht dran gedacht habe. Khar antwortete darauf gar nicht sondern weinte nur noch mehr.

Schließlich fragte ich Khar, was denn eigentlich los ist, daß er so weinen muß. Er erzählte mir eine ziemlich krause Geschichte, wo derjenige, der mich am Ende im vorhergehenden Leben erstochen hatte, einen komischen Satz über eine rote Decke gesagt hatte, von dem Khar dann nachher meinte, er hätte wissen müssen, daß der Typ mich umbringen will. Ich dachte über die Geschichte nach und kam zu dem Schluß:
"Du hat schon recht. Der Satz war komisch. Aber wenn ich den Satz gehört hätte, wäre ich auch nicht drauf gekommen, daß er einen Mordanschlag geplant hat. Das konnte man erst nachher sehen, als man genau wußte, was er getan hat und wozu er eine rote Decke braucht. Woher hättest du wissen sollen, daß er damit erreichen wollte, daß Blutflecken nicht auffallen?" fragte ich.
Als ich das sagte, sah Khar so überrascht aus, als wäre ihm in den ganzen Jahren nie der Gedanke gekommen, daß er das gar nicht hätte wissen können.

Ich setze mich auf und stellte dabei überrascht fest, daß mein Bein nicht protestierte. Ich sah es mir also an und merkte, daß es viel besser aussah als vor dem Angriff, wo die Muskeln irgendwie falsch zusammengewachsen waren. Jetzt gab es zwar eine ziemlich auffällige Narbe aber sie war kein so tiefes Loch wie vorher und die Muskeln darunter fühlten sich wieder richtig an. Dabei wurde mir auch klar, daß ich nicht mehr so halb verhungert aussah, wie bevor unser Haus abgebrannt war. Wahrscheinlich war es beim ersten mal einfach deshalb nicht richtig geheilt, weil ich zu kurz nach einer schweren Verletzung, die mich schon allein völlig ausgelaugt hatte noch einmal zu viel Blut verloren hatte. Dem Arzt hatte das - wie er mir gesagt hatte - ziemliche Sorgen gemacht und er hatte mir damals verordnet, daß ich besonders kräftigendes Essen bekomme, so daß ich kurz vor dem Angriff wieder normal dick gewesen war und wahrscheinlich war mein Körper deshalb in der Lage gewesen, meine Wunde besser zu heilen, obwohl ich mit einer schweren Infektion hatte fertig werden müssen.

Ich versuchte aufzustehen, dabei wurde mir aber schwarz vor Augen und Khar fing mich auf und meinte, ich solle es aber nicht übertreiben.
"Das Bein ist wieder gut!" sagte ich.
Ihn schien das aber gar nicht zu überraschen. Ich legte mich wieder hin, weil mir im sitzen einfach zu schummerig war.

Dann sagte Khar etwas ganz komisches:
"Ich habe euch alle so vermißt, also kommt bloß nicht auf den Gedanken, einfach wieder zu sterben."
Außerdem lag es ja nicht an mir, daß ich tot gewesen bin.
"Sag das mal den ganzen Idioten, die immer aus den Büschen springen und mich umbringen wollen." entgegnete ich.
"Tu ich ja - aber die hören einfach nicht auf mich!" antwortete er und ich sah, daß er wieder weinte.

Um ehrlich zu sein, war mir das ein Rätsel. Ich meine, ich kann mich ja an viele Leben erinnern und ich habe da nichts Schlimmes getan. Na ja, viele von denen, die ich hatte umbringen wollten, waren nachher tot, weil ich es rechtzeitig bemerkt hatte und schneller gewesen war. Eigentlich sollte das sie aber eher von Angriffen abschrecken, wie das bei anderen Leuten auch ist. Es zwingt sie ja niemand, sich auf mich zu stürzen und mich unbedingt ermorden zu wollen. Man sollte meinen, daß sie irgendwann merken, daß sie mich nur in Ruhe lassen müssen, damit ich niemandem etwas tue. Das Ganze war so wie ein Hund, der gegen einen Igel kämpft. Der Igel rollt sich nur zusammen, weil er nicht gebissen werden will und trotzdem ist der Hund der Ansicht, daß der Igel ganz gemein ist und ihm immer wehtut. Ich sagte Khar das mit dem Igel und er meinte, daß er das auch nicht versteht.
"Ich habe mal gegen Ende eines Lebens, wo ich in Gefangenschaft geraten war, einem der Herrscher der Außerirdischen diese Frage gestellt, als er meinte, mich persönlich verhören zu müssen. Aber die Antwort war nicht wirklich verständlich. Ich glaube, sie wissen selbst nicht warum sie das tun. Dabei wäre es so nützlich, wenn man mal herausfinden könnte, was sie zu diesem absurden Verhalten bringt, dann fällt einem vielleicht ein, wie man sie zur Vernunft bringt." meinte er.
Solche Situationen kannte ich auch. Die Engel1. - wie sich diese Außerirdischen selbst nennen - glauben nicht an den irdischen Tod, wohl aber daran, uns im Feinstofflichen vernichten und ins ewige Dunkel verbannen zu können. Sie haben furchtbare feinstoffliche Foltern, aber daß es weder eine wirklich ewige Verdammnis noch eine Vernichtung der Seele gibt, das wissen sie nicht. Daher werden sie plötzlich sehr offen, wenn sie meinen, uns völlig in ihrer Gewalt zu haben. Es lohnt sich dann Fragen zu stellen und sich die Antworten zu merken, weil sie dann manchmal ihre wirklichen Geheimnisse verraten. Inzwischen haben sie natürlich herausgefunden, daß wir immer mehr werden, aber daß die, die sie vernichtet zu haben meinen, jedes mal wiederkehren, scheint ihnen noch nicht aufgefallen zu sein - zumindest glauben sie es mir nicht, wenn ich ihnen das sage. Wenn man sie fragt, warum sie tun was sie tun, behaupten sie, Ziele zu haben, die man mit den Maßnahmen, die sie ergreifen, nicht erreichen kann und obwohl sie frustriert über ihre eigenen Mißerfolge und unsere Erfolge sind, glauben sie uns nicht, wenn wir ihnen erzählen, warum wir alles so machen, wie wir es tun. Wir präsentieren ihnen unsere Strategie jedesmal, wenn sie uns danach fragen und jedesmal denken sie sich eine noch krausere Theorie aus, warum das doch eine Lüge sein muß und gar nicht so sein kann, wie wir es sagen. Warum verdrängen sie die Liebe, als wäre das das schlimmste Übel dieser Welt?

Dirk und Khar hatten mir die wichtigsten Dinge gesagt und mich bei allem ein bißchen auf dem laufenden gehalten, aber weil ich jetzt wieder gesund war, mußte ich ein paar Sachen einfach genau nachlesen. Außerdem mußte ich mit Mira reden, wie wir weitermachen.

Kersti

Fortsetzung:
F1322. Ehon: Geron entschied eines Tages, daß es Zeit war, sein Krankenbett zu verlassen und dann wehte ein anderer Wind

Quelle

Reinkarnationserinnerungen verschiedener Anteile meiner Gruppenseelen, die sich 1945 zum kollektiven Bewußtsein der Erde zusammenzuschließen begonnen haben.
V12. Kersti: Hauptfehlerquellen bei Erinnerungen an frühere Leben
  1. Neben diesen "Engeln" gibt es noch diverse andere Wesenheiten, die ebenfalls als Engel bezeichnet werden. Wenn jemand von Engeln redet ist also nicht gesagt, daß er diese Außerirdischen meint.