erste Version: 3/2020
letzte Bearbeitung: 3/2020

Das Sternenreich der Zuchtmenschen: Königssohn und Fürstensohn

F1683.

Ich fragte mich allerdings, warum niemand merkte, daß Tharr gerade dabei war, sich sein eigenes Reich aufzubauen

Vorgeschichte: F1624. Tharr vom Licht: Ich hatte ursprünglich angenommen, daß es weitaus schwieriger werden würde, die Kriegssklaven von meinem Plan zu überzeugen

Diro von Karst erzählt:
Ich war heilfroh, als ich nach einem längeren Krankenhausaufenthalt die Thorion lebend verlassen konnte und daß danach jemand anders mein Kapitän war. Dummerweise war mein nächster Kapitän fast so schlimm wie Tharr. Es handelte sich nämlich um seinen besten Freund Serit aus dem Tor.

Überhaupt verstand ich nicht, was die Fahrt auf der Thorion eigentlich mit den Leuten angestellt hatte. Die ganzen Weichlinge waren plötzlich wie Tharr und ließen sich nichts mehr bieten und die Leute, die ich früher für mutig gehalten hatte, hatten eine Heidenangst vor ihren Vorgesetzten.

Ich wußte natürlich, was mir Angst machte - ich wollte auf keinen Fall auf die Thorion zurück, denn dort war immer noch Tharr mit seinen Kriegssklaven, die gefährlicher sind als jeder Mensch, der mir davor begegnet ist. Außerdem war der Ruf, den sie gehabt hatten eine Lüge. Sie waren nämlich auch technisch sehr viel versierter als ungefähr jeder, den ich kannte. Ich habe herausgefunden, daß die Schlachtsimulationen, die wir grundsätzlich immer verloren haben, Simulationen waren, wo die Kriegssklaven unsere Gegner gewesen waren. Ich weiß deshalb, daß sie diejenigen sind, mit denen man sich wirklich niemals und unter keinen Umständen anlegen sollte. Ich fragte mich, wie lange es dauert, bis sie das ganze Reich platt machen, weil sie es satt haben, uns zu gehorchen. Und ich war überzeugt daß Tharr der Anführer dieser Rebellion sein würde.

Nun ja und das war ein weiterer Grund warum ich Tharrs bestem Freund lieber gehorchen würde. Ich ging davon aus, daß wir dann auf der Siegerseite stehen würden und wenn ich brav gehorchte, würde mich zumindest keiner umbringen, denn so etwas tat man auf Tharrs Schiffen nicht.

Dafür mußte man jede Arbeit tun, die einem aufgetragen wurde, auch wenn es eigentlich Sklavenarbeit war wie das Lebenshaltungssystem durchprüfen. Und man mußte beweisen, daß man jede Sklavenarbeit auch beherrscht, damit man sagen kann, daß man tatsächlich etwas besseres ist als ein Sklave. Das seltsame ist, daß mir das nach einer Weile sogar gefiel. Es war einfach interessant zu verstehen, wie alles auf dem Schiff funktioniert und zusammenarbeitet. Und als ich da dann wirklich Überblick hatte wurde mir das zu langeweilig und ich bildete mich auch in Bereichen fort, wo ich mich nicht unbedingt fortbilden mußte.

Ich fragte mich allerdings, warum niemand merkte, daß Tharr gerade dabei war, sich sein eigenes Reich aufzubauen. Schließlich bildete er jedes Jahr diverse Mannschaften aus, die alle Tharr verehrt haben, als wäre er irgendein Gott aus der Mythologie, an die Menschen vor den Glaubenskriegen geglaubt hatten.

Dann wurde ich in den königlichen Palast versetzt und das gefiel mir nicht, weil der Palast, wenn Tharr die Macht übernimmt, nicht die Siegerseite war.

Ich hatte aber gelernt, daß man sich eine Versetzung durchliest, sich über die Pflichten, die mit einer neuen Stelle verbunden sind, informiert und sich dann fortbildet, um den neuen Aufgaben gewachsen zu sein, also ließ ich es nicht bei der Überschrift bewenden, sondern nahm mir alles gründlich vor. Was mich zu lesen bekam, brachte mich dann dazu, mein ganzes Leben noch mal Revue passieren zu lassen, denn mein Chef war Tharr. Ich verstand nicht, warum der König sich die größte Gefahr für seine Stellung, die es im Reich gab, direkt in den Palast holte.

Kersti

Fortsetzung:
F1632. Diro von Karst: Ich las meine Versetzung und fragte mich, warum ich eigentlich immer Tharr vor die Nase gesetzt bekam

Quelle

Erinnerung an ein eigenes früheres Leben.
V12. Kersti: Hauptfehlerquellen bei Erinnerungen an frühere Leben