erste Version: 9/2022
letzte Bearbeitung: 9/2022

Chronik des Aufstiegs - Mittelalter und frühe Neuzeit: Der versperrte Weg zur Gewaltenteilung

F1964.

Der Bischhof legte es wohl darauf an, seine Untergebenen zu verunsichern

Vorgeschichte: F1963. Kersti: D

Honorius erzählt:
Ich wurde in die Bischhofsresidenz geschickt, um dort meinen Dienst anzutreten, nachdem meinem Wunsch, meinen Hengst selber striegeln zu dürfen, stattgegeben worden war. Zunächst stellte ich fest, daß mir alles zu förmlich war. Die Zeiten im Stall, wo ich genau so gekleidet sein mußte, wie die Stallburschen und meine hohe Herkunft durch kein wie auch immer geartetes Schmuckstück verraten durfte, waren immer noch die besten, weil ich dann einfach mit den Stallburschen über Pferde reden konnte und wir uns da in vielem einig waren.

Überall anders war alles festgelegt. Wo man hinschaut, wo man lächeln darf und wo man es nicht darf, wo es erlaubt ist eine Miene zu verziehen und wo nicht. Ich hatte natürlich gelernt, meinen Geist und meinen Körper zu beherrschen, aber doch nicht, um so zu tun, als hätte ich keine eigenen Gefühle und Gedanken, sondern im Gegenteil, damit niemand meine Gefühle und Gedanken gegen meinen Willen manipulieren kann!

Der Bischhof legte es wohl darauf an, seine Untergebenen zu verunsichern. Das dachte ich mir jedenfalls, als er mich das erste mal ansprach. Er schlich wie eine Katze um mich herum und begutachtete mich von allen Seiten, ehe er das Wort für eine nichtssagende Frage an mich richtete, was mir laut den Etiketten die Erlaubnis erteilte zu antworteten, aber da es sich um eine nichtssagende Frage handelte, durfte ich auch nur eine nichtssagende Antwort geben. Ich habe keine Ahnung welchen Eindruck ich auf ihn gemacht hatte, auf mich hatte er damit jedenfalls einen schlechten Eindruck gemacht.

Einige Tage später rief er mich zum Diktat. Ich fragte mich warum, besonders weil der Text etwas von einem Todesurteil für eine bestimmte Person erzählte und sich dann im nächsten Satz widersprach. Außerdem schlich er wieder um mich herum, als wäre es seine wichtigste Aufgabe, Untergebene zu verunsichern. Ich hatte mich gefragt, ob es richtig wäre, die betreffende Person zu warnen, mir fiel aber keine Vorgehensweise ein, bei der ich mir sicher gewesen wäre, daß sie funktioniert und nicht mehr Schaden anrichtet, als sie nützt. Ich stellte dann später auch fest, daß der Brief nie abgeschickt wurde, da der Person nichts passierte.

Kersti

Fortsetzung:
F1841. Kersti: D

Quelle

Erinnerung an ein eigenes früheres Leben.
V12. Kersti: Hauptfehlerquellen bei Erinnerungen an frühere Leben