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12/08

Erinnerung an eine Erfahrung aus der geistigen Welt: Gefallene Engel - Geschnitzte Anteile

FF43.

Sethias Wandschmuck

Sethia war ein Satananteil, zu dem ich vor dem Krieg eine gute Beziehung gehabt hatte. Wie die Höllenfürsten bekam auch sie einem Anteil von mir durch die Führungsanteilen der Gruppenseele Satans zugeteilt. Dieser Anteil war C'hem'ah'ra (gesprochen Keh-mah-rah)

C'hem'ah'ra erzählt:
Sie nahm mich mit in ihren Salon, der sich im Vergleich zu früher nicht verändert hatte: Immer noch hingen an jeder Wand mehrere besiegte und verstümmelte Feinde, die ständig durch komplizierte Apparaturen gefoltert wurden. Wenn es einem gelang, über das Leid dieser besiegten Feinde hinwegzusehen, sahen diese Wandinstallationen durchaus sehr schön aus. Ich hatte zumindest mal gedacht, daß sie schön aussehen, aber seit ich Luzifer kannte, hatte ich begonnen mit Sethias Opfern mit zu leiden, wann immer ich sie sah. Und das hatte mir die Freude an der Schönheit der Wandinstallationen gründlich verdorben.

"Dir wird eine große Ehre zuteil." sagte Sethia zu mir.
Den Rest ihrer Rede brauchte ich mir nicht anzuhören, um zu wissen, was nun auf mich zukommen würde. Und selbstverständlich hätte ich auf die Ehre, zu Sethias Wandschmuck zu werden, gerne verzichtet, nur konnte ich leider nichts dagegen tun. Schließlich war ihr durchaus klar, daß jeder, der seinen Verstand noch beisammen hat, vor der Ehre an der Wand von Sethias Salon durch Foltern in den Wahnsinn getrieben zu werden, fliehen würde, wenn er nur könnte. Und sie hatte ausreichende Maßnahmen ergriffen, um sicherzustellen, daß mir eine Flucht nicht gelingen konnte.

Als sie mit ihrem Gelaber fertig war, neigte ich wortlos den Kopf, um anzudeuten, daß ich verstanden hatte. Ich sagte nichts. Jedes Wort, das ich ausgesprochen hätte, wäre von ihr mit Spott beantwortet worden. Und darauf konnte ich verzichten.

Ich biß die Zähne zusammen, während sie nach und nach meinen Körper zerlegte und mit der Folterapparatur verband. Ich wußte, daß sie jedem Gefangenen, der zu weinen, schreien oder wimmern begann, die Stimmbänder durchschnitt oder die Luftröhre öffnete, so daß er nachher nicht mehr sprechen konnte. Natürlich war das ihrem sonstigen Wandschmuck auch vorher bekannt gewesen - und keiner hatte die Foltern durchgehalten, ohne einen Laut des Schmerzes von sich zu geben.

Daß es mir gelang, lag vor allem daran, daß ich sehr viel Übung im Umgang mit Schmerz hatte. Ich war in vielen meiner Inkarnationen gefoltert worden und kam deshalb viel besser damit klar, als die meisten Wesen. Jedenfalls konnte ich noch sprechen, als sie ihre neue Wandverzierung so weit fertig hatte und den Raum verließ. Und von da ab hing ich da.

Foltern können unglaublich langweilig sein, wenn es das einzige ist, was man erlebt. Tag für Tag, Monat für Monat, Jahr für Jahr. Also ließ ich mir einiges einfallen, um mich davon abzulenken.

Wenn Sethia Gäste hatte, hörte ich aufmerksam dem Tischgespräch zu und sobald sie danach das nächste mal den Raum betrat, sagte ich ihr, was ich über ihr Verhalten dachte. Das waren keine freundlichen Kommentare. Ich war schließlich nicht besonders gut gelaunt, da an der Wand. Aber es schien sie nur zu amusieren, wenn ich mich verächtlich über sie äußerte oder sie einen Dummkopf nannte. Daher tat ich das häufiger. Und offensichtlich hörte sie mir zu, denn von Zeit zu Zeit erwischte ich sie dabei, daß sie meine Ratschläge befolgte und etwas netter zu ihren Sklaven war als gewohnt. Später begann sie sogar, mich um Rat zu fragen und in einem Teil der Fälle gab ich ihr dann tatsächlich Ratschläge. Und irgendwie begann ich, sie zu lieben. Frag mich nicht warum. Das passiert mir einfach mit jedem, den ich kennenlerne.

Auch ihre Dienerschaft bat mich um Rat. Ich achtete darauf, daß Sethia es nicht merkte. Sie war nämlich aus rätselhaften Gründen der Ansicht, ich dürfe nur zu ihr nett sein. Aber auch den Dienern gab ich Ratschläge. Schließlich waren sie wesentlich freundlicher zu mir als Sethia.

Natürlich blieb mir dann immer noch reichlich Zeit, die ich irgendwie totschlagen mußte. Und diese Zeit verbrachte ich mit Fluchtpläne schmieden. Ich glaubte von Anfang an nicht, daß mir jemals ein Fluchtplan einfallen könnte, der auch nur die Spur einer Aussicht auf Erfolg haben könnte. Aber wenn man lange genug darüber nachdenkt, wie ein Wesen, das weder Arme noch Beine noch Flügel hat und in eine Folterapparatur eingespannt ist, es schaffen könnte, aus Sethias Salon zu fliehen, fallen einem dann doch einige äußerst verrückte, sehr unterhaltsame und natürlich praktisch nicht umsetzbare Fluchtpläne ein. Und da sie sowieso nicht umsetzbar sind, macht es ja nichts, wenn jeder Fluchtplan absurder und verrückter ist als sein Vorgänger.

Rätselhafterweise gelang es mir dann doch in den Nachtwald zu fliehen. In einem meiner absurden Fluchtpläne hatte ich mir nämlich vorgestellt daß all die Nägel, die mich an die Wand nageln widerstandslos durch mich hindurchfließen - und komischerweise war genau das passiert, ohne daß ich mir erklären konnte wie das möglich war, weil ich doch Implantate hatte, die das Gestaltwandeln verhindern.

Nur brachte mir das vor allem Schuldgefühle gegenüber dem Anteil von mir ein, den Sethia dann statt meiner dort hinhängte, da sie es sich nicht leisten konnte, zuzugeben, daß ich entflohen war. Sie hat ihm sogar gesagt, daß sie ihn eigentlich nicht foltern will, aber sonst von den anderen Satananteilen bestraft wird. Und dieser Anteil hat in fast jeder Hinsicht meine Rolle übernommen. Er hat sowohl Sethia als auch jeden anderen beraten, der ihn alleine sprach. Er hat zwar Fluchtpläne geschmiedet, von denen der ein oder andere umsetzbar gewesen wäre, aber er ist sehr lange Zeit nicht geflohen. Er wollte nicht, daß noch einer von meinen Anteilen zum Wandschmuck verarbeitet wird.

Es ist schon blöd, wenn selbst eine erfolgreiche Flucht sinnlos ist.

Kersti

Quelle: Erinnerung an Erfahrungen meiner feinstofflichen Anteile in der geistigen Welt


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Ein Text von Kersti Nebelsiek, Alte Wilhelmshäuser Str. 5, 34376 Immenhausen - Holzhausen, Tel.: 05673/1615, Internetseite: https://www.kersti.de/, Kersti_@gmx.de
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