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erste Version: 12/2008
letzte Bearbeitung: 7/2012

Gefallene Engel: Der teuflische Engel oder Tiuval

F52.

Musik

Vorgeschichte: FF51. Kersti: Der Schwarze Kristall

Dieser Abschnitt ist wieder aus der Sicht des Hauptanteils Thi erzählt.
Als Thi'ah'nah entführt wurde, hatte mir C'her'lu angeboten sie zu befreien und ich war augenblicklich wütend und wollte das ablehnen. Zwar war C'her'lu zu schnell wieder verschwunden, so daß ich keine Gelegenheit hatte, ihm diesen dumme und gedankenlose Antwort an den Kopf zu werfen. Aber Thi'ah'nah selbst bekam meinen Gedanken mit und sie zog sich zutiefst verletzt aus dem Kontakt mit mir zurück und meldete sich nicht wieder.

Fast zwei Jahre lang hörte ich nichts von ihr. Und ich hatte große Angst, sie endgültig verloren zu haben. Unternehmen, um ihr zu helfen, konnte ich auch nichts, denn die Dunklen waren so unglaublich viel mächtiger als ich. Ich merkte daß ich ohne meinen Künstleranteil jeden Tag ein wenig mehr den Kontakt zu meinem Engelbewußtsein verlor und täglich ein wenig dunkler wurde. Und ich wußte, ich hatte einen nicht wieder gut zu machenden Fehler gemacht. Auch von C'her'lu hörte ich in dieser Zeit nichts.

Dann irgendwann kontaktierte mich Thi'ah'nah kurz, teilte mir mit, daß sie noch am selben Tag in meinem Kristallpalast vorbeikommen würde und war wieder weg und für mich unauffindbar. Normalerweise hätte ich diese kurze Anmeldung durchaus normal und ausreichend gefunden, aber nach den Jahren der Funkstille bewirkte sie nur, daß mir alle Ängste, die ich im Verlauf des letzten Jahres gehabt hatte, wieder ins Gedächtnis gerufen wurden. Also machte ich mir in der kurzen Zeit, bis sie wirklich kamen, die verrücktesten Sorgen. Besonders weil ihre Gedankenstimme so seltsam geklungen hatte.

Als Thi'ah'nah den Garten um den Palast betrat, sah ich sofort, daß sie sich verändert hatte. Es fiel mir schwer, zu erfassen, worin die Veränderung eigentlich bestand. Sie war genauso hell oder dunkel wie vorher, so weit ich das beurteilen konnte. Auch ihre Kleidung und ihre Harfe schienen sich nicht verändert zu haben. Aber irgend etwas war anders. Und die hellgrau angehauchte Gestalt neben ihr kannte ich nicht - oder? Warum brachte Thi'ah'nah sie mit?

Die beiden traten ein und Thi'ah'nah deutete an, daß sie mir etwas vorspielen wolle. Ich freute mich, denn ihre Musik hatte mir sehr gefehlt in dem Jahr, wo sie weg war.

Sie spielte mehrere Stunden und ihr Lied war anders als alles, was ich bisher von ihr gehört hatte. Es erzählte von Leid und Angst und von einem dunklen aber liebevollem Trost und Schutz. Es erzählte von Befreiung aber gleichzeitig auch von dem Gefühl, etwas Unersetzliches verloren zu haben. Es erzählte von Liebe, Geduld und Ermutigung und davon, wie das Verlorene wiedergefunden wurde und von einer seltsamen aber wundervollen Erkenntnis. Und während Thi'ah'na sang weinte ich um sie.

Dann stand Thi'ah'nah auf übergab ihre Harfe an ihren hellgrauen Begleiter, der sie wie selbstverständlich übernahm und selbst zu spielen begann. Das war unerhört. Niemals gibt ein Künstler sein Instrument einem anderen in die Hand.

Am Anfang des Liedes erschien er plötzlich noch heller als einer der Unseren gewöhnlich erscheint. Er sang von sorgloser Fröhlichkeit und von einer Welt, in der alles leichter und schöner ist als heute. Dann sang er von Angst, Schmerz und Verzweiflung. Auch er hatte einmal etwas Unersetzliches verloren und wiedergefunden. Doch dann verlor er es erneut und jemand übte maßlose Rache dafür. Der Sänger wagte danach nicht einmal, erneut nach dem Verlorenen zu streben, weil Unheil daraus folgen würde. Aber er konnte auch nicht ohne leben und versank deshalb in völliger hoffnungsloser Schwärze. An dieser Stelle des Liedes sah der Sänger kohlrabenschwarz aus, nicht ein normales Schwarz, das noch ein paar Glanzlichter hat, sondern so dunkel wie ein Loch in der Landschaft. Mich schauderte bei diesem Anblick. Doch das Lied ging weiter und erzählte von erneuter Hoffnung und einem anderen Weg. Der Sänger wurde wieder heller - und da endlich erkannte ich ihn. Es war C'her'lu. Jetzt erzählte das Lied von einer anderen geliebten Person, die auch Gefahr lief, das Unersetzliche zu verlieren. Und von tiefstem Schmerz, wegen dem Verlorenen. Von Liebe und dem Versuch zu helfen, der letztlich von Erfolg gekrönt wurde. Und dann kehrte völlig überraschend das verloren geglaubte Unersetzliche zurück. Jetzt erschien C'her'lu so hell wie einer der Unseren.

C'her'lu war also ein Sänger. Das war merkwürdig. Denn seit ich ihn kannte, war er immer regelrecht vor Musik geflohen, als wäre sie irgendwie gefährlich. Und ich hatte ihn nie verstanden, denn Musik war doch eigentlich gut und unersetzlich, um zum Engelbewußtsein Kontakt zu halten. Aber, wenn man es recht bedachte, war das schon verständlich. Wenn ein Anteil selber Sänger gewesen war und das dann verloren hatte, dann fühlte es sich sicher an, als würde jemand ein Messer in dieser Wunde umdrehen, wenn man Musik hörte und selber keine mehr machen konnte.

Kersti

Fortsetzung:
FF53. Kersti: Thi'u'val

Quelle

Erinnerung an ein eigenes früheres Leben aus der Geistigen Welt
EGI. Kersti: Erinnerungen aus diesem Leben, aus früheren Leben und aus feinstofflichen Welten
FFI Kersti: Inhalt: Gefallene Engel
FFI9. Kersti: Inhalt: Tiuval
FFI4. Kersti: Inhalt: Der teuflische Engel
V12. Kersti: Hauptfehlerquellen bei Erinnerungen an frühere Leben

Ein Text von Kersti Nebelsiek, Alte Wilhelmshäuser Str. 5, 34376 Immenhausen - Holzhausen, Tel.: 05673/1615, http://www.kersti.de/, Kersti_@gmx.de
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