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O5: Kersti: Inseltheorie: Zuwanderung, Aussterben und Evolution auf Inseln, OI5.

Kersti: 2 Atlantik

erste Version: 7/2007
letzte Überarbeitung: 11/2008

O5.28

Flugunfähige Vögel in Indischem Ozean, Mittelmeer, Ostsee und Nordpolarmeer

3 Indischer Ozean

3.1 Australien, Indischer Ozean

3.2 Afrika, Indischer Ozean

3.2.1 Madagaskar, Afrika, Indischer Ozean

O5.19 2.3.2.3.1 Madagaskar und Umgebende Inseln
Im Umfeld von Madagaskar liegen die Maskarenen (Mauritius, Réunion, Rodrigues), die Seychellen

3.2.1.0.1 Weißkehlralle (Dryolimnas cuvieri)
Die Weißkehlralle (Dryolimnas cuvieri) ist in ihrer Verbreitung auf die Madagassische Region beschränkt, fehlt jedoch auf den Komoren. Es gibt zwei lebende und eine ausgestorbene Unterart der Weißkehlralle. Die Weißkehlralle (D. cuvieri cuvieri) von der Hauptinsel Madagaskar ist flugfähig. Die anderen beiden Unterarten sind flugunfähig und heißen Assumption-Weißkehlralle (Dryolimnas cuvieri abotti) und Aldabra-Weißkehlralle (Dryolimnas cuvieri aldabranus). Auch auf Mauritius soll es Weißkehlrallen gegeben haben. 129.

Assumption-Weißkehlralle (Dryolimnas cuvieri abotti)
Die Assumption-Weißkehlralle (Dryolimnas cuvieri abotti) war auf den zum Aldabra-Archipel gehörenden Inseln Assumption, Astove und Cosmoledo endemisch. Die Assumption-Weißkehlralle war wahrscheinlich völlig flugunfähig. 112.

Die etwa 33cm lange Assumption-Weißkehlralle unterscheidet sich von der Nominatform durch die hellere und mehr grauolivfarbene statt grünlichbraune Oberseite und dadurch daß die schwarze Strichelzeichnung der Oberseite enger ist. Kopf und Brust sind rotbraun. Der weiße Fleck an Kinn und Kehle ist größer als bei den anderen Unterarten und reicht bis auf die obere Brustpartie. Der Bauch ist weiß-schwarz gebändert, mit breiteren weißen Bändern als bei den anderen Unterarten. 112. Die Assumption-Weißkehlralle ernährte sich hauptsächlich von größeren Insekten und Strandkrabben und fraß wahrscheinlich gelegentlich auch Seevogeleier. 112.

Die genaue Brutsaison ist nicht bekannt - bei der Nominatform von Madagaskar liegt sie im Zeitraum zwischen Oktober und März. Die Brutpaare verteidigen ihre Reviere gegenüber Artgenossen. Die Nester werden am Boden oder dicht darüber gebaut und bestanden aus Pflanzenstengeln, kleinen Zweigen und trockenem Gras. Das Gelege umfaßt meist 2 bis 4, gelegentlich auch mehr Eier von 42,5 X 30mm Größe. Die starkschaligen Eier mit feiner Körnung haben eine glänzend cremeweiße Farbe mit spärlicher lederbrauner, weinroter und lavendelfarbener Fleckenzeichnung, die um den stumpfen Pol am dichtesten ist. Das Weibchen soll beim Brüten sehr fest sitzen und nach Störungen schnell zum Nest zurückkommen. Über Brutdauer und Jungenaufzucht ist nichts bekannt. Es wurden sehr variable Rufe beschrieben: trommelähnliche Laute, denen ein langer, brachvogelaniger Pfiff folgt, sowie eine Reibe von Schreien und Grunzlauten. 112.

Die Assumption-Weißkehlralle war auf Assumption 1906 noch so häufig, daß sie als einer der häufigsten Vögel bezeichnet wurde. Da die Ratten damals dort extrem häufig waren, wurde jedoch schon ihr Aussterben vorausgesagt. Nachstellungen durch Ratten und Lebensraumzerstörung durch intensiven Guanoabbau und weitgehende Abholzung des Busch- und Baumbestandes zur Gewinnung von Bau- und Brennholz, sind die Hauptursachen für das Aussterben. Sie wurde zuletzt 1908 lebend nachgewiesen und war 1937 sicher ausgestorben. 112.

Lebt in Mangroven- und Pemphis-Bestände sowie in der Strandregion. 112.

Aldabra-Weißkehlralle (Dryolimnas cuvieri aldabranus)
Die Aldabra-Weißkehlralle (Dryolimnas cuvieri aldabranus) ist der letzte überlebende flugunfähige Vogel des westlichen indischen Ozeans. 1973-1976 gab es etwa 8000 Aldabra-Weißkehlrallen und der Bestand blieb zwischen 1968 und 1988 weitgehend konstant, doch das Verbreitungsgebiet verkleinerte sich. 243.

Die Ralle kann bis zu 8,5 Jahren alt werden. Einige Vögel entfernen sich nicht weiter als 100 m von der Stelle, wo sie 5 Jahre zuvor beringt wurden. 243.

Die Aldabra-Weißkehlralle (Dryolimnas cuvieri aldabranus) hat gegenüber der Unterart von Madagaskar ein stark reduziertes Rabenbein (Coracoid) und Flügelknochen. Der Brustbeinkamm ist verkleinert und nach hinten verschoben. 129.

 

Übersicht: Z108. (Dryolimnas), Z108. Rallen (Rallidae), Z108. Rallen (Ralloidea), Z108. Kranichvögel (Gruiformes), Z95. (Neoaves), Z95. Neukiefer (Neognathae), Vögel (Aves),

3.2.1.0.2 (Centrornis majori)
Eine sehr große flugunfähige Gans, die nach Knochenfunden beschrieben wurde. Ihre Beine waren auffällig lang und wahrscheinlich eher ans Laufen als ans Schwimmen angepaßt. 246., 282.

 

Abstammungsübersicht: Z107. (Centrornis), Z107. Unterfamilie: Enten (Anatinae), Z107. Familie: Entenvögel (Anatidae), Z107. Ordnung: Gänse- und Entenvögel (Anseriformes), Z107. Gänse- und Entenvögel (Galloanserae), Z95. Neukiefer (Neognathae), Vögel (Aves),

Sonstige
O5.21 Elefantenvögel oder Madagaskarstrauße (Aepyornithiformes)

3.2.1.1 Maskarenen, Madagaskar, Afrika, Indischer Ozean

O5.19 2.3.2.3.1.1 Maskarenen (Mauritius, Réunion, Rodrigués)

3.2.1.1.1 Mauritius, Maskarenen, Madagaskar, Afrika, Indischer Ozean

3.2.1.1.1.1 Breitschnabel-Mauritiuspapagei (Lophopsittacus mauritianus)
Der etwa 70cm große Breitschnabel-Mauritiuspapagei (Lophopsittacus mauritianus) besaß von allen Papageien den größten Schnabel und hatte graublaues Gefieder. Der Breitschnabel-Mauritiuspapagei wurde zuerst nach Knochenfunden wissenschaftlich beschrieben, erst später entdeckte man einen Bericht von einer Reise die Wolphart Harmandszoon 1601-1602 nach Mauritius unternommen hatte, in dem ein Bild des Papageis vorhanden war. Er ist inzwischen aus zahlreichen Berichten von Reisenden und von Zeichnungen des Vogels bekannt und wurde 1673-1675 zuletzt beobachtet. Er ernährte sich vermutlich von Obst und anderer weicher Nahrung, war vermutlich Bodenbrütendund flugunfähig oder ein schlechter Flieger, die Angaben sind widersprüchlich. 98., 246.

 

Übersicht: Z95. (Lophopsittacus), Z95. Papageien (Psittacidae), Z95. Papageien, Handfüßler (Psittaciformes), Z95. (Neoaves), Z95. Neukiefer (Neognathae), Vögel (Aves),


Breitschnabel-Mauritiuspapagei (Lophopsittacus mauritianus) Quelle: 246.

3.2.1.1.1.3 Mauritius-Ralle (Aphanapteryx bonasia)
Die Mauritius-Ralle (Aphanapteryx bonasia) war eine endemische Vogelart von Mauritius ist von Reisebetrichten, Abbildungen und durch diverse Knochen bekannt. 246.

Waldbewohner.

Sie ist ein etwa hühnergroßer Vogel, der am ganzen Körper rotbraun gefärbt ist, und einen langen deutlich gebogenen Schnabel hatte. Schnabel und Beine sind dunkel, der Schnabel hat eine gelbliche Farbe. Die Federn sind ähnlich den Kiwifedern kaum oder gar nicht durch Bogen- und Hakenstrahlen stabilisiert. Deshalb wirkt das Federkleid eher wie Fell. Die Flügel sind kaum zu erkennen. Schwanzfedern sind auch nicht sichtbar. 246.

Nach dem Aussterben der Dronte 1662 wurde die Mauritiusralle oft fälschlicherweise für einen dronte gehalten. 320.

Die flugunfähigen Vögel konnte man mit roten Gegenständen anlocken, die sie anzugreifen versuchten, so daß man sie leicht von Hand fangen konnte. Das Geschrei des erbeuteten Vogels lockte dann Artgenossen an, die man ebensoleicht fangen konnte. Ihr Fleisch soll sehr gut geschmeckt haben. Leguat erwähnte 1693 daß die Art selten geworden sei und seither wurden keine weiteren Beobachtungen der Vögel berichtet. Ursache des Aussterbens war wahrscheinlich die Jagd.


Mauritius-Ralle (Aphanapteryx bonasia) Quelle: 214.

 

Übersicht: (Aphanapteryx), Z108. Rallen (Rallidae), Z108. Rallen (Ralloidea), Z108. Kranichvögel (Gruiformes), Z95. (Neoaves), Z95. Neukiefer (Neognathae), Vögel (Aves),


Mauritius-Ralle (Aphanapteryx bonasia) Quelle: 246.

3.2.1.1.1.4 Mauritius-Gans (Alopochen mauritianus)
Über die Mauritius-Gans (Alopochen mauritianus) wurde 1681 geschrieben, sie sei häufig in Wäldern und trockenen Teichen zu finden. Sie wurde wahrscheinlich stark bejagt, denn es wurde über sie gesagt, sie sei nicht groß aber fett und gut. 1693 war sie selten, 1698 starb sie aus. Trotz vieler Berichte von Reisenden über den Vogel sind heute nur noch zwei Carpometacarpi erhaltenn. 237.

Der Vogel war flugunfähig und endemisch für Mauritius.

 

Abstammungsübersicht: Z107. Nilgänse (Alopochen), Z107. Halbgänse (Tadornini), Z107. Halbgänse (Tadorninae), Z107. Familie: Entenvögel (Anatidae), Z107. Ordnung: Gänse- und Entenvögel (Anseriformes), Z107. Gänse- und Entenvögel (Galloanserae), Z95. Neukiefer (Neognathae), Vögel (Aves),

3.2.1.1.1.5 (Fulica newtoni)
(Fulica newtoni) war ein Bläßhuhn von Mauritius, die zeitweise fälschlicherwiese mit (Fulica chathamensis) als eine Art zusammengefaßt wurde. Sie war etwa so groß wie ein Huhn, schwarz mit weißem Stirnschild. 204., 246.

3.2.1.1.1.6 Drontenvögel (ehemals Raphidae)
Auf den Maskarenen gab es zwei Taubenvögel, die fast ein Meter groß sind. Das ist die Dronte (Dodo, Didu) Raphus cucullatus (früher: Didus ineptus)) von Mauritius von der 1681 das letzte Exemplar gesehen wurde und die dunkel war und die gelblich weiße Réunion-Dronte oder der Rodrigues-Einsiedler oder Solitär (Pezophaps solitaria).

Außerdem gab es noch den Réunion Solitär (Threskiornis solitarius) von Rodrigues, der für einen nahen Verwandten der beiden Dronten gehalten wurde, aber tatsächlich ein Ibis war.

Alle drei Arten wurden durch Seefahrer ausgerottet, die das Fleisch zur Verproviantierung ihrer Schiffe nutzten.

3.2.1.1.1.6.1 Dronte (Raphus cucullatus)
Die Dronte (Raphus cucullatus (früher: Didus ineptus)) von Mauritius ist durch diverse Knochen, Teile von Dronten, Berichte von Reisenden und Gemälde bekannt. 320.

Sie lebte überwiegend in den Wäldern des Tieflandes der Inbsel, könnte aber, da eine Beziehung zu Calvaria major vermutet wird auch in die Bergen bewegt haben. 320.

Die Art war flugunfähig, zahm und wurde heftig zur Ernährung bejagt. 320.

Die letzte bekannte Sichtung der Dronte wurde 1662 durch Volkert Evertsz auf einer Nebeninsel von Mauritius berichtet. Die vorletzte bbekannte sichtung fand 24 Jahre davor statt. Durch eine statistische Methode wurde das tatsächliche Aussterbedatum auf etwa 1690 geschätzt. 319., 320.

3.2.1.1.1.7 (Nycticorax megacephalus)

3.2.1.1.2 Rodrigues

3.2.1.1.2.1 Rodrigues-Ralle (Aphanapteryx leguati)
Die Rodrigues-Ralle (Aphanapteryx leguati) kennt man nur durch ein paar Knochen und Berichte von Reisenden. Sie lebte im Wald auf der Insel Rodriguez. 80., 246.

Die Ralle war hellgrau und es besteht in der Gefiederfarbe kaum unterschied zwischen den Geschlechtern. Sie hatten einen nackten roten Bereich um die Augen herum. Ihre Schnäbel waren rot, etwa 6cm lang, gerade und spitz. Sie war so schwer, daß sie nicht fliegen konnte. 246.

Leguat schrieb über sie, sie sei das gesamte Jahr über fett und ihr Fleisch würde gut schmecken. Wenn man ihnen etwas rotes zeigen würde, würden sie so wütend, daß sie auf die Hand fliegen und es aus der Hand fangen würden. Dabei könne man sie leicht fangen. Deshalb wurde sie stark bejagt. Sie wurde von Tafforet 1726 zuletzt lebend beschrieben und Pingré meldete 1761, daß die Art bereits ausgerottet sei. 80., 246.

Ihre Nester waren gewöhnlich gut versteckt und wurden Leguat deshalb nicht bekannt. 246.

 

Übersicht: (Aphanapteryx), Z108. Rallen (Rallidae), Z108. Rallen (Ralloidea), Z108. Kranichvögel (Gruiformes), Z95. (Neoaves), Z95. Neukiefer (Neognathae), Vögel (Aves),


Rodrigues-Ralle (Aphanapteryx leguati) Quelle: 246.

3.2.1.1.2.2 (Nycticorax megacephalus)
Nycticorax megacephalus ist ein Nachtreiher von Rodrigues. Er wurde durch einige Knochen und die Berichten von Leguat 1708 and Tafforet 1726 bekannt. Leguat gab an, sie wären einfach zu fangen aber nicht wirklich flugunfähig. Wahrscheinlich wurden sie durch Jagd ausgerottet. 1761 meldete Pingré, daß es auf der Insel keine Reiher mehr gäbe. 99.

3.2.1.1.3 Réunion

3.2.1.1.3.1 (Porphyrio coerulescens)
Die Purpurhuhnart Porphyrio coerulescens war endemisch für Réunion und wurde von sechs frühen Seefahrern als "oiseau bleu" beschrieben. Es herrscht keine Einigkeit darüber, ob der Vogel flugfähig war oder nicht. Der Vogel war leicht zu fangen und wurde wahrscheinlich deshalb schon etwa 1730 ausgerottet. Er lebte in Bergwäldern und ähnelte dem Takahe wahrscheinlich sehr, allerdings sind die vorhandenen Daten für einen genauen Vergleich nicht ausreichend. 31., 87.


(Porphyrio coerulescens) Quelle: 246.

 

Übersicht: Purpurhühner (Porphyrio), Z108. Rallen (Rallidae), Z108. Rallen (Ralloidea), Z108. Kranichvögel (Gruiformes), Z95. (Neoaves), Z95. Neukiefer (Neognathae), Vögel (Aves),

3.2.1.1.3.2 Réunion Solitär (Threskiornis solitarius)
Lange wurde angenommen, daß auf den Maskarenen ein weiterer drontenähnlicher Vogel existiert hätte, der aber weiß war. Inzwischen wurde zwar festgestellt, daß es Reiseberichte gibt, in denen von einem großen weißen Vogel von Reunion die Rede ist, jedoch gibt es weder ein Belegexemplar noch zeitgenössische Bilder des Reunion Solitär. Dafür gibt es jedoch ein Ölbild einer weißen Farbvariante einer jungen Dronte von Mauritius, die der flämische Maler Roelant Savery (1576-1639) um 1611 herum gemalt haben muß und die danach von anderen abgemalt wurde. Wahrscheinlich wurden diese Bilder weißer Dronten irrtümlich mit den Reiseberichten über einen weißen Vogel von Reunion zusammengebracht und daraus entstand das Bild der weißen Dronte von Reunion, die als Réunion Solitär bekannt wurde. 129., 244., 245.

Obwohl frühe Berichte von Besuchern von Reunion über einen Solitär berichten, sind dort keine Knochen von einem Drontenähnlichen Vogel zu finden. Dagegen wurden recht häufig Knochen eines Ibisses gefunden, der in den Reiseberichten nicht erwähnt wurde. Auch Aussehen und Verhalten des Solitärs paßten besser zu einem Ibis als zu einer Dronte und in alten Beschreibungen (1848-1854) des Vogels wurde betont, daß der Solitär sich deutlich von der Dronte unterschied. Der Solitär soll einen Schnabel wie eine Schnepfe gehabt haben und sich von Würmern und Ähnlichem aus der Erde ernährt haben. 129., 244.

Hinzu kommt, daß die Vorfahren der Dronte Reunion nicht besiedelt haben können, da sie schön längst flugunfähig waren, als die Insel entstand. 244.

Von den 1970gern ab wurden Knochen eines großen Ibis entdeckt244., der nach seinem Knochenbau wohl am engsten mit dem Heiligen Ibis (Threskiornis aethiopicus) oder dem Stachelibis (Threskiornis spinicollis) verwandt ist. Von diesen beiden Arten unterscheidet der Reunion-Ibis sich hauptsächlich durch seinen stabileren Körperbau, während die Länge der Knochen etwa der eines großen männlichen Heiligen Ibis (Threskiornis aethiopicus) entspricht, waren die Knochen durchweg etwas dicker. Auch der Kopf des Vogels muß größer und sein Schnabel dicker gewesen sein. Aber an seinem Körperbau deutet wenig darauf hin, daß der flugunfähig gewesen sein könnte. 129.

Die vollständigste Beschreibung des lebenden Ibis von Réunion stammte von Dubois (1674). In ihnen werden dem Solitär folgende Eigenarten zugeschrieben: Der Solitär wird so genannt, weil er immer allein unterwegs ist. Er ist so groß wie eine sehr große Gans, hat weißes Gefieder mit Schwarz an der Spitze von Schwanz und Flügeln. Am Schwanz sind einige Federn, die an die eines Straußes erinnern. Er hat einen langen Hals und einen Schnabel, der an den einer Schnepfe oder eines Austernfischers (Haematopus ostralegus) erinnert, aber länger ist. Das verwendete Wort "bécasses" kann sich auf Schnepfen oder in der Zusammensetzung "becasse de mer" auf den Austernfischer beziehen. Seine Füße und Beine erinnern an die eines Truthahnkükens. Der Vogel wird durch hinterherlaufen gefangen, da er kaum fliegt. 244.

3.2.1.1.3.3 (Dryolimnas augusti)
Dryolimnas augusti ist eine wahrscheinlich flugunfähige Ralle von Reunion. Sie ist größer als die Unterarten der Weißkehlralle und hat kräftigere Fußknochen. Das Verhältnis zwischen der Länge der Knochen von Schultergörtel, Flügel und Beinen entspricht etwa den Größenverhältnissen bei der flugunfähigen Form (D. cuvieri aldabranus) der Weißkehlralle, die auf Aldabra vorkommt. Deshalb ist es wahrscheinlich, daß Dryolimnas augusti ebenfalls flugunfähig war. 129.

3.2.1.1.3.4 Reunion-Gans (Alopochen kervazoi)

 

Abstammungsübersicht: Z107. Nilgänse (Alopochen), Z107. Halbgänse (Tadornini), Z107. Halbgänse (Tadorninae), Z107. Familie: Entenvögel (Anatidae), Z107. Ordnung: Gänse- und Entenvögel (Anseriformes), Z107. Gänse- und Entenvögel (Galloanserae), Z95. Neukiefer (Neognathae), Vögel (Aves),

3.3 Asien, Indischer Ozean

3.4 Abgelegene Inseln, Indischer Ozean

3.4.1 Kerguelen, Abgelegene Inseln, Südl. Indischer Ozean

3.4.2 Amsterdam-Insel und St. Paul, nordöstl. der Kerguelen, Abgelegene Inseln, Südl. Indischer Ozean

3.4.2.1 Amsterdam-Insel-Ente (Anas marecula)
Aus nur wenige hundert Jahre alten Knochenfunden wissen wir, daß es eine kleine Art war, etwa in der Größe der Krickente (Anas crecca) deren Flügel und Schultergürtel stärker zurückgebildet waren, als bei allen anderen Enten, abgesehen von den Moa Nalos. Die Art war deshalb mit Sicherheit flugunfähig. Der kurze spitze Schnabel legt nahe daß ihre Ahnen zur Gattung Mareca gehören könnten. Die Ente ist nach den Arten mit der größten Ähnlichkeit zur Amsterdam-Insel-Ente benannt, das sind Pfeifente (Anas penelope), Nordamerikanische Pfeifente (A. americana) und Chile-Pfeifente (A. sibilatrix), die früher zu der eigenen Gattung Pfeifenten (Marecula) zusammengefaßt wurden aber jetzt den eigentlichen Enten (Anas) zugeordnet werden. Die Amsterdam-Insel-Ente ist also wie die Aucklandente kleiner als ihre flugfähigen Ahnen. 75., 102.

Die Ente lebte zwischen Meereshöhe und 500m über dem Meeresboden und war laut ihren Knochenfunden ursprünglich recht häufig, aber nur aufgrund von Knochenfunden beschrieben, da sie ausstarb, ehe sie wissenschaftlich beschrieben werden konnte. Die Organe zur Salzausscheidung waren nicht deutlich ausgeprägt, so daß sie wohl nicht auf dem Meer lebte. 75.

Die Art wurde vermutlich durch Walfänger ausgerottet, die an der Insel haltmachten. 102.

Aus der nahegelegenen Insel St. Paul gab es ebenfalls eine kleine Ente, die 1793 auf der Insel beobachtet wurde. Es wird vermutet, daß sie mit der Amsterdam-Insel-Ente verwandt war, das ist jedoch nicht sicher und ob sie flugunfähig war, ist unbekannt. 75., 102.

 

Abstammungsübersicht: Z107. Gattung: Eigentliche Enten (Anas), Z107. Gattungsgruppe: Schwimmenten (Anantini), Z107. Unterfamilie: Enten (Anatinae), Z107. Familie: Entenvögel (Anatidae), Z107. Ordnung: Gänse- und Entenvögel (Anseriformes), Z107. Gänse- und Entenvögel (Galloanserae), Z95. Neukiefer (Neognathae), Vögel (Aves),

4 Mittelmeer

Das Mittelmeer ist schon so lange von Menschen besiedelt, daß flugunfähige Inselvögel, die es dort vielleicht einmal gegeben haben mag, inzwischen so lange ausgestorben sind, daß sie keiner mehr kennt.

5+6 Ostsee und Nordpolarmeer

Inseln im Nordpolarmeer und in der Ostsee waren in der letzten Eiszeit zumeist deutlich größer als heute und vollständig mit einem Gletscher bedeckt. Arten die heute dort leben, kamen gewöhnlich erst nach der letzten Eiszeit dorthin, so daß kaum Zeit zur Entstehung flugunfähiger Landvögel auf diesen Insel blieb. Es gibt aber mit dem Riesenalk eine flugunfähige Vogelart die vom Fischfang lebt.
O5.14 Wasserlebende Tiere die zur Jungenaufzucht an Land gehen:
Pinguine (Sphenisciformes) und Riesenalk (Pinguinus impennis), Seekühe (Sirenia) und Robbenverwandte (Pinnipedia)

Beringinsel siehe Pazifik

Kersti: 7 Flugunfähige Vögel auf den Inseln zwischen Asien und Australien

Übersicht über die Abstammung der Vögel

Vögel (Aves), Z98. Archosaurier (Archosauria), Z98. Schuppenechsen (Lepidosauria), Z98. (Romeriida, Diapsida), Z98. Schläfengrubenlose (Anapsida), Z98. Klasse: Reptilien (Reptilia), Z98. Amnioten (Amniota), Z98. Vierbeiner (Tetrapoda), Z98. Fleischflosser (Sarcoptergii), Z98. Knochenfische (Ostheichtyes), Z98. Kiefertragende (Gnathostomata), Z98. Unterstamm: Wirbeltiere (Vertebrata), Z94. Reich: Tiere (Animalia), Z12. Überreich: Mehrzeller (Metazoa), Z12. Domäne: Eukaryoten (Eukaria), Z12. Lebewesen


O5.8 Flugunfähige Vögel, O5.24 Quellen
O5: Kersti: Inseltheorie: Zuwanderung, Aussterben und Evolution auf Inseln, OI5.
Z115. Inseln und Kontinente (alphabethisch)
Z103. Alphabetische Liste der Namen der Tiere auf latein, Z104. deutsch

Ein Text von Kersti Nebelsiek, Alte Wilhelmshäuser Str. 5, 34376 Immenhausen - Holzhausen, Tel.: 05673/1615, http://www.kersti.de/, Kersti_@gmx.de
Da ich es leider nie schaffe, alle Mails zu beantworten, schon mal im voraus vielen Dank für all die netten Mails, die ich von Lesern immer bekomme.