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Kersti: 1.4 Abgelegene Inseln, Pazifik

erste Version: 7/2007
letzte Überarbeitung: 11/2008

O5.29

2 Atlantik

2.1 Amerika

2.1.1 Nordamerika, Atlantik

2.1.2 Mittelamerika, Atlantik

2.1.2.1 Bermudainseln, Mittelamerika, Atlantik

2.1.2.1.1 Bermuda-Ente (Anas pachyscelus)

 

Abstammungsübersicht: Z107. Gattung: Eigentliche Enten (Anas), Z107. Gattungsgruppe: Schwimmenten (Anantini), Z107. Unterfamilie: Enten (Anatinae), Z107. Familie: Entenvögel (Anatidae), Z107. Ordnung: Gänse- und Entenvögel (Anseriformes), Z107. Gänse- und Entenvögel (Galloanserae), Z95. Neukiefer (Neognathae), Vögel (Aves),

2.1.2.1.2 Kleinere Bermuda Ralle (crake) (Porzana piercei)
Die mit 13-14cm Größe sehr kleine Porzana piercei ähnelt dem Gelbbrust-Sumpfhuhn (Porzana flaviventer) sehr, jedoch sind Flügel und Schultergürtel teilweise zurückgebildet. Die Art lebte in einer langen Periode mit verringertem Meeresspiegel im mittleren Pleistozän, in dem die gesamte Bermuda-Plattform aufgetaucht war. Sie wurde durch einen abrupten Anstieg des Meeresspiegels auf 21m über dem heutigen Stand beendet, der zum Aussterben der meisten endemischen Tierarten Bermudas führte. 226.

 

Übersicht: Z108. Sumpfhühner (Porzana), Z108. Rallen (Rallidae), Z108. Rallen (Ralloidea), Z108. Kranichvögel (Gruiformes), Z95. (Neoaves), Z95. Neukiefer (Neognathae), Vögel (Aves),

2.1.2.1.3 Größere Bermuda Ralle (crake) (Porzana sp)
22cm groß

 

Übersicht: Z108. Sumpfhühner (Porzana), Z108. Rallen (Rallidae), Z108. Rallen (Ralloidea), Z108. Kranichvögel (Gruiformes), Z95. (Neoaves), Z95. Neukiefer (Neognathae), Vögel (Aves),

2.1.2.1.4 Kleinere Bermuda Ralle (rail) (Rallus ibycus)
Rallus ibycus war etwa 24cm groß und stammte möglicherweise von nordameriaknischen Populationen der Virginiaralle (R. limicola) ab. Von dieser unterschiedet sie sich durch einen längeren Schnabel, kräftigere Beine und teilweise zurückgebildeten Schultergürtel und verkleinerte Flügel. Die Art lebte in einer langen Periode mit verringertem Meeresspiegel im mittleren Pleistozän, in dem die gesamte Bermuda-Platform aufgetaucht war. Sie wurde durch einen abrupten Anstieg des Mesresspiegels auf 21m über dem heutigen Stand beendet, der zum Aussterben der meisten endemischen Tierarten Bermudas führte. 226.

 

Abstammungsübersicht: Z108. Rallen (Rallus), Z108. Rallen (Rallidae), Z108. Rallen (Ralloidea), Z108. Kranichvögel (Gruiformes), Z95. (Neoaves), Z95. Neukiefer (Neognathae), Vögel (Aves),

2.1.2.1.5 Größere Bermuda Ralle (rail) (Rallus recessus)
Die etwa 38cm große flugunfähige Ralle Rallus recessus stammt wahrscheinlich von der Königsralle (R. elegans) ab und wurde aufgrund voon Knochenfunden beschrieben. Flügel und Schultergürtel sind wie bei anderen flugunfähigen Vögeln auch zurückgebildet, während die Beine kräftiger sind als bei der Ursprungsart. Sie ist die einzige Ralle der größten Größenklasse flugfähiger Rallenarten, die eine Insel kolonisierte und danach flugunfähig wurde. Rallus recessus lebte auf Bermuda während der letzten (Wisconsischen) Periode der Eiszeit und ist wahrscheinlich wegen veränderter Umweltbedingungen aufgrund von Meeresspiegelschwankungen ausgestorben. 225.

 

Abstammungsübersicht: Z108. Rallen (Rallus), Z108. Rallen (Rallidae), Z108. Rallen (Ralloidea), Z108. Kranichvögel (Gruiformes), Z95. (Neoaves), Z95. Neukiefer (Neognathae), Vögel (Aves),

2.1.2.2 Bahamas, Mittelamerika, Atlantik

2.1.2.2.1 Andros-Insel, Bahamas, Mittelamerika, Atlantik

2.1.2.2.1.1 Andros-Schleiereule (Tyto pollens)
1m groß, flugunfähig, verteidigte ihr Revier auch gegen Menschen, ausgestorben

 

Abstammungsübersicht: Z110. (Tyto), Z110. Familie: (Tytonidae), Z110. Parvordnung: (Tytonida), Z110. Unterordnung: (Strigi), Z110. Ordnung: Eulen (Strigiformes), Z110. Überordnung: Eulenartige (Strigimorphae), Z110. Ordnung: Sperlingsvögel (Passeriformes), Z95. Neuvögel (Neoaves), Z95. Neukiefer (Neognathae), Vögel (Aves),

2.1.2.3 Jamaika, Mittelamerika, Atlantik

2.1.2.3.1 Jamaika-Ibis (Xenicibis xympithecusthe)
Der Jamaika-Ibis (Xenicibis xympithecusthe) war ein flugunfähiger Ibis, deutlich größer als die ebenfalls flugunfähigen Apteribis-Arten von den Hawaiiinseln. 8., 55.

Zeitweilig wurden fälschlicherweise Knochen eines Cubanischen Vogels dieser Art zugeordnet. 55.

Die Vogelknochen zeigen einige für flugunfähige Vögel typische Eigenarten. Im Gegensatz zu apteribis enthält der Oberschenkelknochen vom Jamaika-Ibis (Xenicibis xympithecusthe) jedoch noch die die Luftkammer, die dazu dient den Knochen leichter zu machen. Der Karpometacarpus, der den menschlichen Mittelhandknochen entspricht ist verlängert und verdickt. 8., 251.

 

Abstammungsübersicht: Z95. (Xenicibis), Z95. Ibisse (Threskiornithidae), Z95. Ibisvögel (Threskiornithoidea), Z95. (Neoaves), Z95. Neukiefer (Neognathae), Vögel (Aves),

Jamaika-Karakara (Caracara tellustris)

Der Jamaika-Karacara wurde aus Knochenfunden aus dem südlichen Jamaika bekannt und zählt zu den Geierfalken oder Karakaras. Er hatte deutlich zurückgebildete Flügel und war weitgehend bodenlebend oder sogar flugunfähig. 338.

2.1.2.4 Amerikanische Jungferninseln, Mittelamerika, Atlantik

2.1.2.4.1 (Nesotrochis debooyi)
Nesotrochis debooyi ist eine große ausgestorbene flugunfähige Ralle, deren Überreste zuerst auf den Inseln St. Thomas und St. Croix gefunden wurden, die zu den Jungferninseln zählen. Bis zum Jahr 1972 wurden zwei weitere Arten der Gattung von Cuba und Hispaniola beschrieben, abgesehen davon weicht die Gattung so stark von anderen bekannten Rallen ab, daß noch unklar ist was ihre nächsten Verwandten sind. 255., 257.

Die Beine der Ralle sind ähnlich kräftig ausgebildet wie bei der ebenfalls flugunfähigen Wekaralle und sie ist wahrscheinlich auch mit dieser verwandt, enger verwandt ist sie jedoch mit der Ypecaharalle (Aramides ypecaha). Die Flügelknochen der 257.

Da die Ralle auf vielen verschiedenen Inseln und auf dem Festland gefunden wurde, nahm Olson an daß die Ralle von den damaligen Indianern als Haustier gehalten und gezüchtet wurde. 256.1

2.1.2.5 Cuba, Mittelamerika, Atlantik

2.1.2.5.1 (Ornimegalonyx oteroi)
Ornimegalonyx oteroi war eine etwea 1,10m große flugunfähige Eule von Cuba. Im großen und Ganzen ähnelte sie heutigen eulen, unterschied sich von diesen aber durch die erheblich verlängerten kräftigen Hinterbeine, die lange Zehen mit großen Krallen hatten. Obwohl das Brustbein größer ist als bei jeder noch existierenden Eulenart, ist es im Verhältnis zur Körpergröße sehr klein ziemlich flach mit reduziertem Brustbeinkamm. Auch die Flügelknochen sind unterentwickelt. Das zeiugt daß Ornimegalonyx oteroi fast oder ganz flugunfähig war. 255.1

2.1.3 Südamerika, Atlantik

2.1.3.1 Gattung: Dampfschiffenten (Tachyeres)

3 der vier Arten sind flugunfähig

Während die flugfähigen Langflügeldampfschiffenten auch Binnengewässer, besonders die hoch gelegenen Andenseen bewohnen, leben die anderen an der Meeresküste.

Dampfschiffenten sind gute Schwimmer und Taucher. Sie haben ihren Namen erhalten, da sie ähnlich einem Heckraddampfer erhebliche Wellen hinter sich erzeugen.

 

Abstammungsübersicht: Z107. Gattung: Dampfschiffenten (Tachyeres), Z107. Gattungsgruppe: Halbgänse (Tadornini), Z107. Unterfamilie: Halbgänse (Tadorninae), Z107. Entenvögel (Anatidae), Z107. Gänse- und Entenvögel (Galloanserae), Z95. Neukiefer (Neognathae), Vögel (Aves),

2.2 Afrika, Atlantik

2.2.1 Kanaren, Nordatlanik bei Afrika

2.2.1.1 Teneriffa, Kanaren, Nordatlanik bei Afrika

Teneriffa ist die Hauptinsel der Kanaren, die vor der Nordostküste Afrikas im Atlantik liegen. Die Insel ist etwa 80 Kilometer lang, bis zu 50 Kilometer breit und hat eine Fläche von 2.034,38 Quadratkilometern. Sie entstand vor etwa sieben bis fünf Millionen Jahren durch vulkanische Aktivität.
2.2.1.1.1 (Emberiza alcoveri)
Emberiza alcoveri war eine Ammer, die endemisch für Teneriffa war. Sie wurde 1999 nach Knochenfunden beschrieben. Flügelknochen und Brustbeinkamm waren etwa so stark zurückgebildet wie sie es bei den beiden flugunfähigen Neuseelandschlüpferarten Stephenschlüpfer (Traversia lyalli) und Langschnabel-Neuseelandschlüpfer (Dendroscansor decurvirostris) der Fall war. Die Beine der Ammer waren ähnlich wie bei den beiden Neuseelandschlüpferarten deutlich gegenüber denen ihrer flugfähigen Verwandten verlängert. Das zeigt, daß es sich bei Emberiza alcoveri um eine flugunfähige Singvogelart handelte. Sein Lebensraum waren wahrscheinlich die Loorbeerwälder der Insel. Ihre verringerung und die Einführung von bodenlebenden Fleischfressern auf der Insel, sind wahrscheinlich der Grund für ihr Aussterben. 298.

2.3 Europa, Atlantik

2.4 Abgelegene Inseln, Atlantik

2.4.1 St. Helena, Abgelegene Inseln, Südatlantik

2.4.1.1 Saint-Helena-Ralle (Atlantisia podarces)

Die Riesenralle von St. Helena (Atlantisia podarces) war eine sehr große flugunfähige, bodenbrütende Ralle, der sich gerne in Büschen aufhielt und auf der Insel St. Helena im Atlantischen Ozean lebte. Sie wurde aufgrund von Knochenfunden beschrieben und war vermutlich bald nach der Entdeckung der Insel 1502 von eingeschleppten Ratten ausgerottet. 83.

 

Übersicht: Z108. (Atlantisia), Z108. Rallen (Rallidae), Z108. Rallen (Ralloidea), Z108. Kranichvögel (Gruiformes), Z95. (Neoaves), Z95. Neukiefer (Neognathae), Vögel (Aves),

2.4.1.2 Saint Helena Taube (Dysmoropelia dekarchiskos)

Die Saint Helena Taube (Dysmoropelia dekarchiskos) ist nur aus knochenfunden bekannt und vermutlich kurz nach der Besiedlung der Insel 1502 ausgestorben. Die kleine blaue Taubenart, die Forster 1770 erwähnte war die Sperbertaube (Geopelia striata), die warscheinlich im 16. Jahrhundert nach St. Helena eingeführt worden war. Vermutliche Ursache für das Aussterben waren Jagt und eingeführte raubtiere. 334.

 

Übersicht: Ordnung: Taubenvögel Columbiformes, Vögel (Aves),

2.4.1.4 Saint Helena Sumpfhuhn (Porzana astrictocarpus)

Das flugunfähige Saint Helena Sumpfhuhn (Porzana astrictocarpus) ist eine viel kleinere Ralle als die Saint-Helena-Ralle (Atlantisia podarces). Es stammte wahrscheinlich vom Zwergsumpfhuhn (Porzana pusilla) ab und wurde 1973 nach Knochenfunden beschrieben. 301.

 

Übersicht: Z108. (Porzana), Z108. Rallen (Rallidae), Z108. Rallen (Ralloidea), Z108. Kranichvögel (Gruiformes), Z95. (Neoaves), Z95. Neukiefer (Neognathae), Vögel (Aves),

2.4.1.5 (Upupa antaios)

Upupa antaois war ein sehr großer flugunfähiger Wiedehopf, der für St. Helena endemisch war. Er ist nur von Knochenfunden bekannt. Die Gründe für sein Aussterben sind unbekannt. Es wird vermutet, daß er von Menschen und eingeführten Raubtieren nach der Entdeckung der Insel 1502 bis zur Ausrottung bejagt wurde. 89.

 

2.4.2 Ascension-Insel, Abgelegene Inseln, Südatlantik

Ascension wurde 1501 entdeckt und liegt 2551km von Südamerika, 3041 km von Afrika und 1296km von St. Helena entfernt auf dem mittelatlantischen Rücken. Bis 1815 war die Insel nicht dauerhaft besiedelt. 300.

2.4.2.1 Ascensionralle (Atlantisia elpenor)

Die flugunfähige Ascensionralle (Atlantisia elpenor) war endemisch für die Ascension-Insel. Sie wurde 1656 von Mundy beobachtet, beschrieben und gezeichnet. Wissenschaftlich beschrieben wurde sie jedoch erst viel später nach subfossilen Knochenfunden, die erst 1957-1971 erfolgten. Bis dahin waren von Ascension keine Landvogelarten bekannt gewesen. 84., 112., 253.

Sie lebte im nahezu wüstenartigen Inneren der Insel und ernährte sich überwiegend von den Eiern der Rußseeschwalbe (Sterna fuscata) oder als Aasfresser in den Seevogelkolonien. Durch die Einschleppung von Ratten auf der Insel im 18. Jahrhundert wurde vermutlich ihr Aussterben verursacht. Möglicherweise hat sie aber auch bis zur Einführung der Katzen auf der Insel 1815 überlebt. 84., 112.

A. elpenor ist eng mit der auf der Insel Inaccessible in der Tristan da Cunha-Gruppe vorkommenden Atlantisralle (A. rogersi), sowie mit der nach Knochenfunden beschriebenen größeren (A. podarces) von St. Helena verwandt. Die Ascensionralle starb nach 1656 aus unbekannten Gründen aus. Über ihre Lebensweise ist nichts bekannt. 112., 301.

 

Übersicht: Z108. (Atlantisia), Z108. Rallen (Rallidae), Z108. Rallen (Ralloidea), Z108. Kranichvögel (Gruiformes), Z95. (Neoaves), Z95. Neukiefer (Neognathae), Vögel (Aves),

2.4.3 Inselgruppe Tristan da Cunha, Abgelegene Inseln, Südatlantik

2.4.3.1 Hauptinsel Tristan da Cunha

2.4.3.1.1 Tristanteichhuhn, Tristan-Inselralle (Gallinula nesiotis)
Die Tristan-Inselralle (Gallinula nesiotis) war auf der Insel Tristan da Cunha bis 1852 noch häufig. 1873 war sie schon selten. Da bei späteren Besuchen von Tristan da Cunha keinerlei Anzeichen für das ehemalige Vorkommen dieser Ralle auf der Insel gefunden werden konnten, wurde die Form allgemein zu den ausgestorbenen Vögeln gezählt und mit diesem Status auch in die IUCN-Liste aufgenommen. 1906, beim Besuch der ,Valhalla' auf Tristan da Cunha, kam die Ralle nach den Aussagen von Einwohnern schon nicht mehr auf der Insel vor. Für ihr Verschwinden werden Ratten verantwortlich gemacht, die 1882 erstmalig mit einem Schiffswrack auf die Insel gelangten. Andere mögliche Gründe sind die Bejagung durch Menschen, Katzen und Schweine sowie die Zerstörung des Lebensraumes durch Feuer. 104., 112.

Aufgrund umfangreicher Untersuchungen der Gough-Inselralle (Porphyriornis comeri) im Vergleich zum Goughteichhuhn (G. nesiotis) wies von Eber nach, daß innerhalb der bei comeri vorgefundenen Variationsbreite zwischen dieser Form und nesiotis keine Unterschiede in der Färbung und den wesentlichen Körpermaßen bestehen. Aus diesem Grund wurden beide Arten von da ab unter Gallinula nesiotis als eine Art geführt. Da Olson 1973 argumentierte, daß die flugunfähigen Arten sich wegen ihrer Flugunfähigkeit unabhängig voneinander aus der flugfähigen Stammart, dem Teichhuhn (Gallinula chloropus) entwickelt haben müssen, werden beide wieder als getrennte Arten geführt. 104., 112., 301., 337.

 

Abstammungsübersicht: Teichhühner, Pfuhlhühner (Gallinula), Z108. Rallen (Rallidae), Z108. Rallen (Ralloidea), Z108. Kranichvögel (Gruiformes), Z95. (Neoaves), Z95. Neukiefer (Neognathae), Vögel (Aves),

2.4.3.2 Gough-Insel

2.4.3.2.1 Goughteichhuhn (Gallinula comeri)
Das flugunfähige Goughteichhuhn (Gallinula comeri) entwickelte sich auf der Gough-Insel und ist der Tristan-Inselralle (Gallinula nesiotis) zum Verwechseln ähnlich. Beide Arten haben sich aber ziemlich sicher unabhängig voneinander aus dem flugfähigen Teichhuhn (Gallinula chloropus) entwickelt. Deshalb wurde das Goughteichhuhn (Gallinula comeri) 1956 auf Tristan da Cunha als Ersatz für die Tristan-Inselralle (Gallinula nesiotis) eingeführt. 104., 301. Die ersten Museumsexemplare der Ralle wurden von George Comer gefangen, der 1889 von seiner Reise zurückkehrte. Nach ihm wurde die Art ursprünglich Porphyriornis comeri genannt. 336

 

Abstammungsübersicht: Teichhühner, Pfuhlhühner (Gallinula), Z108. Rallen (Rallidae), Z108. Rallen (Ralloidea), Z108. Kranichvögel (Gruiformes), Z95. (Neoaves), Z95. Neukiefer (Neognathae), Vögel (Aves),

2.4.3.3 Inaccessible, Tristan da Cunha

Auf Inaccessible gibt es nur vier einheimische Landvogelarten. Dazu zählen die Atlantisralle (Atlantisia rogersi), die Tristandrossel (Nesocichla eremita), die Acunha-Ammer (Nesospiza acunhae) und die Wilkins-Ammer (N. wilkinsi). Alle vier Arten sind auf die Inselgruppe Tristan da Cunha beschränkt und bilden abgesehen von der nur auf Inaccessible vorkommenden Ralle auf der Insel jeweils eine eigene Unterart die nur dort vorkommt. 254.
2.4.3.3.1 Atlantisralle (Atlantisia rogersi)
Die Atlantisralle (Atlantisia rogersi) ist der kleinste heute noch lebende flugunfähige Vogel. Er ist im Augenblick nicht bedroht, das könnte sich jedoch leicht ändern, falls Säugetiere wie Ratten, Katzen oder Mäuse eingeschleppt würden. 103., 254.

Die Atlantisralle ist schwarz mit einem braunen Schimmer an der Oberseite und einem grauen Anflug auf der Unterseite und erinnert damit etwas an das Südseesumpfhuhn (Porzana tabuensis). Das Juvenile Tier unter den beiden ersten Museumsexemplaren war fast einheitlich schwarz, während bei dem erwachsenen Tier schwache Streifen an Flügeln, Flanken und abdomen zu erkennen waren. Beine und Schnabel sind schwarz. Der Schnabel ist lang und dünn. 335. Appendix II

Wie bei vielen flugunfähigen Vögeln sind die Beine verlängert, die Flügel verkürzt und der Schwanz stark zurückgebildet. Bei den Konturfedern sind die Haken- und Bogenstrahlen unteretnwickelt so daß die Federn keine zusammenhängende Federfahne bilden sondern wie ein Büschel Haare wirken. 299., 335. Appendix II

Die Atlantisralle ist endemisch für die Insel Inaccessible. Die Insel ist von ihr dicht besiedelt. Die Populationsgröße wurde 1938 auf 1200 Vögel, 1952 auf 500 bis 10 000 Vögel 1974 auf 1000-2000 Brutpaare geschätzt. Heute dürften etwa 8400 Vögel vorhanden sein, was wahrscheinlich der Tragfähigkeit der Insel für diesen Vogel entspricht. 103.

Die Ralle lebt überall auf der Insel, ist jedoch in Horstgraswiesen abseits der Klippen und mit Farndickichten auf der Hochebene am häufigsten, wo ihre Reviere weniger als 20m Durchmesser haben. Sie sucht in jedem Vegetationstyp nach Nahrung, auch auf kurzen Wiesen, felsigen Stränden und auf Schwemmland. Die Nahrung besteht aus verschiedensten Wirbellosen, wie Regenwürmern und Nachtfaltern. Auch Beeren und Samen werden gefressen. Zwischen Oktober und Januar wird ein Gelege aus 2 Eiern gelegt. Die Hauptgründe für Kükensterblichkeit sind die Tristandrossel (Nesocichla eremita) und schlechtes Wetter. 103. Die Art ist nach Henry Martyn Rogers benannt, der zusammen mit seiner Frau Rose Annie Rogers die ersten beiden Museumexemplare fing. 335. Kap XII

Kersti: 3. Indischer Ozean

Übersicht über die Abstammung der Vögel

Vögel (Aves), Z98. Archosaurier (Archosauria), Z98. Schuppenechsen (Lepidosauria), Z98. (Romeriida, Diapsida), Z98. Schläfengrubenlose (Anapsida), Z98. Klasse: Reptilien (Reptilia), Z98. Amnioten (Amniota), Z98. Vierbeiner (Tetrapoda), Z98. Fleischflosser (Sarcoptergii), Z98. Knochenfische (Ostheichtyes), Z98. Kiefertragende (Gnathostomata), Z98. Unterstamm: Wirbeltiere (Vertebrata), Z94. Reich: Tiere (Animalia), Z12. Überreich: Mehrzeller (Metazoa), Z12. Domäne: Eukaryoten (Eukaria), Z12. Lebewesen


O5.8 Flugunfähige Vögel
O5.24 Quellen: Flugunfähige Vögel
O5: Kersti: Inseltheorie: Zuwanderung, Aussterben und Evolution auf Inseln, OI5.

Ein Text von Kersti Nebelsiek, Alte Wilhelmshäuser Str. 5, 34376 Immenhausen - Holzhausen, Tel.: 05673/1615, http://www.kersti.de/, Kersti_@gmx.de
Da ich es leider nie schaffe, alle Mails zu beantworten, schon mal im voraus vielen Dank für all die netten Mails, die ich von Lesern immer bekomme.