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O5: Kersti: Inseltheorie: Zuwanderung, Aussterben und Evolution auf Inseln, OI5.
O5.8 Flugunfähige Vögel
O5.27 1.2.4 Flugunfähige Vögel auf Neuseeland

erste Version: 10.1.2005
letzte Überarbeitung: 1/2008

O5.31

1.2.4.0.1 Takahe (Porphyrio mantelli und Porphyrio hochstetteri)

Inhalt

1.2.4.0.1.1 Südinseltakahe (Porphyrio hochstetteri)

O5.31 1.2.4.0.1.1.1 Aussehen

O5.31 1.2.4.0.1.1.2 Körperbau

O5.31 1.2.4.0.1.1.2.1 Muskeln und Skelett
O5.31 1.2.4.0.1.1.2.2 Verdauungssystem
O5.31 1.2.4.0.1.1.3 Ernährung
O5.31 1.2.4.0.1.1.3.1 Ernährung in den Murchison Mountains
O5.31 1.2.4.0.1.1.3.1.1 Sommernahrung: Bültengräser und Celmisia
O5.31 1.2.4.0.1.1.3.1.2 Winternahrung: der Farn Hypolepis millefolium und seine Ergänzung durch andere Pflanzen
O5.31 1.2.4.0.1.1.3.2 Ernährung auf den raubtierfreien Inseln
O5.31 1.2.4.0.1.1.4 Lebensweise
O5.31 1.2.4.0.1.1.4.1 Lebensraum und Revierverhalten
O5.31 1.2.4.0.1.1.4.2 Freßfeinde
O5.31 1.2.4.0.1.1.4.3 Jungenaufzucht
O5.31 1.2.4.0.1.1.5 Bestandsentwicklung
O5.31 1.2.4.0.1.1.5.1 Vor Ankunft des Menschen
O5.31 1.2.4.0.1.1.5.2 Besiedlung durch Maori
O5.31 1.2.4.0.1.1.5.3 Besiedlung durch Europäer
O5.31 1.2.4.0.1.1.5.4 Nach der Wiederentdeckung
O5.31 1.2.4.0.1.1.6 Takahes und Purpurhühner im Vergleich

O5.31 1.2.4.0.1.1.7 Schutzmaßnahmen

O5.31 1.2.4.0.1.1.7.1 Schutzgebiet Murchison Mountains Special Area

O5.31 1.2.4.0.1.1.7.2 Kontrolle des Rothirsches

O5.31 1.2.4.0.1.1.7.3 Kontrolle der Freßfeinde
O5.31 1.2.4.0.1.1.7.3.1 Hermeline (Mustela erminea)
O5.31 1.2.4.0.1.1.7.3.2 Weka

O5.31 1.2.4.0.1.1.7.4 Kusuköder

O5.31 1.2.4.0.1.1.7.5 Eiertausch

O5.31 1.2.4.0.1.1.7.6 Nachzuchten in Gefangenschaft
O5.31 1.2.4.0.1.1.7.6.1 Mount Bruce und Te Anau Wildlife Park
O5.31 1.2.4.0.1.1.7.6.2 Handaufzucht in Burwood

O5.31 1.2.4.0.1.1.7.7 Etablierung einer zweiten Population in den Stuart Mountains

O5.31 1.2.4.0.1.1.7.8 Umsiedlung auf raubtierfreie Inseln
O5.31 1.2.4.0.1.1.7.8.1 Unfruchtbarkeit der Eier und geringer Brut- und Aufzuchterfolg bei den Inseltakahes
O5.31 1.2.4.0.1.1.7.8.2 Maud
O5.31 1.2.4.0.1.1.7.8.3 Mana
O5.31 1.2.4.0.1.1.7.8.4 Tiritiri Matangi

O5.31 1.2.4.0.1.1.7.9 Purpurhühner als Pflegeeltern für Takaheküken

O5.31 1.2.4.0.1.1.7.10 Werbung

O5.31 1.2.4.0.1.1.7.11 Forschung

1.2.4.0.1.2 Nordinseltakahe (Porphyrio mantelli)

Einleitung

Es gab zwei Arten des flugunfähigen Takahes: der Südinsel-Takahe (Porphyrio hochstetteri) und der Nordinsel-Takahe (Porphyrio mantelli). 31.

1848 beschrieb Richard Owen anhand von Knochenfunden (Schädel und Brustbein) die Walter B. Mantell 1847 gemacht hatte, die Nordinseltakahe unter dem Namen Notornis mantelli. 1849 fingen Seeleute bei der Robbenjagd eine Südinseltakahe(P. hochstetteri), die Owen als derselben Art zugehörig beschrieb, wie die Knochenfunde von 1847. Die Südinseltakahe wurde zuerst 1883 von Adolf Bernhard Meyer als Notornis hochstetteri benannt. Die Gattung Notornis umfasste damit zwei Arten flugunfähiger Rallen. 1923 wurde erstmals wieder vorgeschlagen, die Nordinsel- und die Südinseltakahe als Unterarten einer einzigen Art zu führen, die dann N. mantelli subsp. mantelli und N. mantelli subsp. hochstetteri hießen. Das wurde in den folgenden Jahren allgemein akzeptiert. 1848 beschrieb Owen anhand von Knochenfunden von W. B. Mantell den Nordinseltakahe (Porphyrio mantelli) unter dem Namen Notornis mantelli. 1849 fing Mantell das Typusexemplar vom Südinseltakahe (P. hochstetteri). Zusammen wurden sie in eine eigene Gattung "Notornis" gestellt, da sie sich durch die durch ihre Flugunfähigkeit bedingten Änderungen erheblich von ihren flugfähigen Verwandten unterschieden. Durch Meyer wurde der Südinseltakahe 1883 als eigene Art beschrieben, da er die Unterschiede zur Nordinselart für ausreichend hielt, um das zu rechtfertigen. 1923 wurde zuerst vorgeschlagen, beide Arten als Unterarten einer einzige Art zu führen, die dann N. mantelli mantelli und N. mantelli hochstetteri hießen. Das wurde in den folgenden Jahren allgemein akzeptiert. 144., 148., 153., 339. S.436

Neuseeland

1988 kam man zu dem Schluß, daß Takahes sehr nahe mit dem Purpurhuhn (Porphyrio porphyrio) verwandt sind, und sich erst vor etwa 2 Millionen Jahren von diesem abgetrennt haben. Deshalb werden sie heute trotz der durch die Flugunfähigkeit bedingten Änderungen des Skeletts der Gattung Porphyrio zugeordnet. 28.

1996 wurde durch eine morphometrische Untersuchung nachgewiesen, daß es sich bei den beiden Takahes um getrennte Arten handelt. Durch Trewick wurde 1997 bewiesen, daß sich die beiden Arten genetisch so sehr unterscheiden, daß sie nicht nur unterschiedliche Arten sind, sondern sich auch noch unabhängig voneinander aus derselben Art oder zwei nahe verwandten ähnlichen flugfähigen Arten entwickelt haben. 1., 31., 115., 178., 227.

Für zwei Arten, die sich unabhängig voneinander entwickelten ist es bemerkenswert, daß sie sich in ihrer äußeren Erscheinung genug ähnelten und daß nur in Details des Knochenbaus deutliche Unterschiede zwischen den Arten zutagetraten. Hinzu kommt daß es auf zwei weiteren Inseln vergleichbare flugunfähige Porphyrio-Arten gab, nämlich auf Neukaledonien und auf wahrscheinlich auf Reunion. 31.

1.2.4.0.1.1 Südinseltakahe (Porphyrio hochstetteri)

Der Takahe ist mit durchschnittlich 63cm Körpergröße und durchschnittlich 2,650kg Gewicht etwa so groß wie eine Gans und die größte noch lebende Ralle der Welt. Er ist völlig flugunfähig, kann aber sehr schnell rennen. 28., 136., 140., 142., 144.

Wenn nur das Wort Takahe verwendet wird, ist in den meisten Fällen der Südinseltakahe gemeint, da der Nordinseltakahe fast nur aus Knochenfunden bekannt ist und deshalb sehr wenig über ihn geforscht und geschrieben wurde. Ab hier wird der Südinseltakahe auch in diesem Text nur als Takahe bezeichnet.

1.2.4.0.1.1.1 Aussehen

Die Takahe ähnelt im Aussehen dem Purpurhuhn (Porphyrio porphyrioi), hat aber leuchtendere Farben. Außerdem ist er viel größer und kräftiger gebaut. Männchen sind mit durchschnittlich 2,65kg (2,3-3,25kg) größer und schwerer als Weibchen, die durchschnittlich 2,30kg (1,85-2,60kg) wiegen. Während der Jungenaufzucht im Dezember haben sie das geringste Gewicht. Trotz des Größenunterschieds sind die Geschlechter schwer zu unterschieden. 144., 150., 152., 163., 169.


Südinseltakahe (Porphyrio hochstetteri): Der Schnabel ist sehr hoch aber schmal, Quelle: 45.

Der Takahe hat einen sehr hohen und schmalen Schnabel, mit dem er sehr kraftvoll zubeißen kann, um die Halme seiner Haupnahrung der Bültengräser nahe am Boden abzuknipsen. Im Verhältnis zur Körpergöße ist der Schnabel mehr als anderthalb mal so hoch wie der des nahe verwandten Purpurhuhns. 169., 170.

Das Gefieder hat eine lockere und seidige Struktur. Die Brust hat eine dunkelblaue Farbe, die an Hals, Kopf, Hinterleib und dem befiederten Teil der Beine matter wird. Die Beine sind lachsrot. Die Federn an Rücken, die kurzen Flügel und Schwanz sind olivgrün und schimmern fast metallisch. Die Federn unter dem kurzen Schwanz sind weiß. Betrachtet man den Vogel von vorne wirkt das Gefieders wesentlich klarer und strahlender gefärbt als von hinten. Die Augen sind rotbraun. Der große Schnabel ist rosa. Am Schnabelansatz beginnt eine Struktur, die einem Hahnenkamm ähnelt, aber wesentlich kürzer und flacher ist. 140., 144.


Südinseltakahe (Porphyrio hochstetteri) Quelle: 175.

1.2.4.0.1.1.2 Körperbau

1.2.4.0.1.1.2.1 Muskeln und Skelett

Wenn man diese vier Arten miteinander vergleicht, ist das Purpurhuhn uneingeschränkt flugfähig, während vom Tasmanischen Pfuhlhuhn über den Takahe zum Weka die Rückbildungen, die zur Flugunfähigkeit führen, immer weiter fortschreiten. 153.

Der Brustkorb ist beim Takahe im Verhältnis zur Körpergröße kürzer als bei den anderen drei Arten. Das Brustbein ist beim Takahe breit und flach und hat nur eine schwach ausgebildete Brustbeinleiste, an der kaum Flugmuskulatur anetzen könnte. Ein Teil des Brustbeines ist völlig verschwunden: an der Vorderseite fehlt das Rostrum, das dem Manubrium beim Menschen entspricht. Auch die Dicke des Schlüsselbeines ist beim Purpurhuhn wesentlich größer als beim Takahe. Das Schulterblatt und das Schlüsselbein nehmen an Größe erheblich ab. 153.

Der Takahe hat kurze Flügel, die zum Fliegen ungeeignet, aber am Handgelenk mit einer kräftigen Kralle bewehrt sind. 154.

Dagegen nehmen Becken und Beine im Vergleich zum flugfähigen Purpurhuhn an Größe zu. 153.

Der Brustmuskel M. pectoralis ist bezogen auf die Körpergröße beim Takahe deutlich kleiner als beim Purpurhuhn, während die Beinmuskeln (M. flexor cruris lateralis) deutlich länger sind. 170.


Skelett vom Südinseltakahe (Porphyrio hochstetteri), links von der Seite, rechts von unten. Quelle: 153.

1.2.4.0.1.1.2.2 Verdauungssystem

Während die absolute Darmlänge beim Takahe größer als beim Purpurhuhn ist, ist seine relative Länge bezogen auf die Länge des Oberschenkelknochens deutlich kürzer als bein Purpurhuhn. Der Enddarm des Takahes ist dagegen länger als bei diesem. Der Blinddarm der untersuchten Takahes war nur geringfügig länger, der Unterschied ist jedoch nicht statistisch signifikant. Enddarm und Blinddarm dienen bei Vögeln öfter der Verdauung von Zellulose durch Mikroorganismen, so daß das darauf hindeutet, daß der Takahe diese besser verdauen kann als das Purpurhuhn. 170.

1.2.4.0.1.1.3 Ernährung

Die Nahrung des wilden Takehes besteht hauptsächlich aus faserreichem Rauhfutter und die Tiere verbringen einen großen Teil des Tages damit, zu grasen. 150., 158., 166., 167.

Erwachsene Takahes fressen kein tierische Nahrung, füttern aber ihre Jungtiere damit, die mit der Nahrung des erwachsenen Takahes verhungern würden. Da der Takahe nur wenig Stickstoff aus der Pflanzennahrung aufnehmen kann, sind diese Insekten für ihn auch wichtig, damit er genug Eiweiß zum Wachstum aufbauen kann. 150., 158., 166., 171.

Eine Folge dieser Ernährungsform ist die erhebliche Größe des Muskelmagens und seine große Muskelmasse beim erwachsenen und jungen Takahe. Aufgrund ihrer nährstoffarmen Nahrung produzieren Takahes Kot von etwa 8m Gesamtlänge pro Tag und sie nehmen viele Steinchen (täglich 240-440 Stück, durchschnittlich 18mm3 groß) zu sich, um diese faserreiche Nahrung im Muskelmagen aufschließen zu können. 136., 143., 144., 150.

Trotzdem ist das Gras im Kot teilweise so wenig verdaut, daß man es mit nicht gefressenen Teilen der Futterpflanzen verwechseln kann. Kleinere Pflanzenfresser sind, wenn sie sich von faserreicher Nahrung ernähren, generell schlechte Futterverwerter, da Zellulose ausschließlich durch Bakterien verdaut wird, die im kürzeren Magen-Darm-Trakt kleinere Tiere weniger Zeit haben, ihre Arbeit zu tun als bei großen Tieren. Das Moorschneehuhn (Lagopus lagopus) ist ein vergleichbar schlechter Futterverwerter, Kanadagänse (Branta canadensis), Ringelgänse (Branta bernicla) und Emus (Dromaius novaehollandiae) sind bessere Futterverwerter als der Takahe. Nur Zucker nimmt der Takahe gut aus der Nahrung auf. Da er ein so schlechter Futterverwerter ist, ist der Takahe sehr wählerisch bei der Auswahl seiner Futterpflanzen und frißt nur die nährstoffreichsten Teile eines Grashalms oder eines Krautes. Weniger nährstoffreiche Pflanzenteile sind für ihn als Futter ungeeignet, weil er sonst bei vollem Magen verhungern würde. 166., 167., 169., 170.

1.2.4.0.1.1.3.1 Ernährung in den Murchison Mountains

1.2.4.0.1.1.3.1.1 Sommernahrung: Bültengräser und Celmisia
Die Takahes in den Murchison Mountains verbringen die schneefreie Zeit in den Alpinen Bültengraswiesen zwischen 1110m und 1430m Höhe. Obwohl es dort und in den nahegelegenen Bergwäldern etwa 250 Pflanzenarten gibt, die als Futter in Frage kommen könnten, besteht die Sommernahrung der Takahes von Oktober bis Januar dort überwiegend aus drei Arten der für Neuseeland typischen Büschel-, Tussock- oder Bültengräser (Chionochloa) und der Blattansatz von Celmisia petriei, die zu den Korbblütengewächsen zählt. 169.

Während bei Kräutern die Wachstomszone an der Spitze der Triebe liegt, wo die neuen Blättchen entstehen, liegt sie beim Grashalm am Stengel. Das heißt es entstehen nur dort, wo der Grashalm am Stengel angewachsen ist, neue Zellen, die sich danach nur noch durch Streckung vergrößern. Von jedem Grashalm fressen Takahes nur die wasser- und nährstoffreiche Wachstumszone an der Stengelbasis. Je nährstoffreicher der Halm ist, desto mehr davon fressen sie. Mit ihrem kraftvollen Schnabel beißen sie den Halm an der Verbindung zwischen Stengel und Halm ab und fressen die unteren 1-2cm des Halms und verschmähen den Rest. Dazu ist bei den Bültengräsern eine so große Kraft nötig, daß ein kleinerer Vogel nicht fähig wäre, an diesen nähstoffreichsten Teil heranzukommen und die Jungvögel die ersten drei Monate auf die Hilfe der Eltern angewiesen sind, um Bültengräser fressen zu können. 150., 158., 166., 167.,169.

Bevor ein Vogel längere Zeit an einer Bültengras-Pflanze (sie werden bis zu 2,5m hoch) frißt, probiert er viele Pflanzen der Umgebung und sucht sich offensichtlich diejenige aus, die ihm am besten schmeckt. Diejenigen Pflanzen und Arten die der Takahe bevorzugt, enthalten mehr Stickstoff, Phosphor, Kalium, Kalzium, Natrium und lösliche Zucker als diejenigen, die er seltener ißt oder ganz vermeidet. Während des Jahres wechselt seine Vorliebe zwischen verschiedenen Pflanzen: Im Frühjahr und frühen Sommer fressen sie eher stickstoff- und phosphorreiche Pflanzen im Spätsommer und Herbst wählen sie eher kohlehydratreiche Nahrung. Die Reihenfolge von der bevorgzugtesten zur unbeliebtesten Art ist: Chionochloa pallens > C. flavescens > C. crassiuscula > C. teretifolia. In November und Dezember mögen Takahes C. flavescens lieber als C. pallens aber danach ist die Reihenfolge bis zum April umgekehrt. C. rigida gehört ist vom Nährwert her in eine vergleichbare Kategorie wie C. crassiuscula, Rotes Tussockgras (C. rubra) hat den geringsten Nährwert und Takahes denen in ihrem Revier fast nur dieses Gras als Sommernahrung zur Verfügung steht, sind deutlich leichter und haben im Winter deutlich schlechtere Überlebenschancen als Vögel die nährstoffreichere Arten fressen konnten. Takahes wurden noch nie dabei beobachtet, daß sie C. acicularis fraßen und sind in den feuchteren Gebieten im Westen ihres Verbreitungsgebietes in Fjordland, wo das das häufigste Tussockgras ist, sehr selten. 158., 160., 166., 167., 168., 169.

Der Nährwert einer Einzelpflanze hängt nicht nur von der Art sondern auch vom Boden, auf dem sie wächst, ab. Pflanzen die in Deltas von Bachläufen und auf Schwemmland wachsen haben einen höheren Nährstoffgehalt als Pflanzen der gleichen Art auf älteren Böden. Bültengräser wie C. teretifolia und C. acicularis, die auf älteren schlecht entwässerten Böden leben, werden selten oder nie gegessen. 169.

Vögel mit einem deutlich schwächeren Schnabel als der Takahe, könnten die langsam wachsenden Bültengräser nur fressen, indem sie die Pflanze ausgraben und sie dadurch zerstören. Auch grasende Hirsche töten die Pflanze, wenn sie davon fressen. Dagegen gefährdet die Art des Takahes, diese Pflanzen zu fressen, sie nicht, da die übrigbleibenden Reste der Wachstumszone jedes Halms weiterwachsen, nachdem der Takahe davon gefressen hat und die Pflanze schlägt dadurch zusätzlich aus. 169.

Takahes fressen die Basis der jungen Blätter der Celmisia-Arten, die zu den Asteraceae unter den Korbblütengewächsen zählen. Die Blattbasis von Celmisia petriei ist besonders reich an Kalzium und Zucker und deshalb beliebt. 158., 160., 169.

Wenn diese im Herbst (Januar bis März) reifen, fessen Takahes die Samen verschiedener kleinerer Gräser. Das trifft auch für die Samen von C. pallens und anderen Bültengräsern zu, das aber nur etwa alle 3 Jahre blüht und fruchtet und dann eine wichtige Nahrungsquelle ist. Nach im Jahr nach einem Jahr mit kurzen kalten Sommer bilden Bültengräser keine Samen. 150., 158., 166., 167., 169., 174.

Beeren werden nicht gefressen, ebensowenig folgende Kräuter: Ranunculus lyallii, Senecio lyallii, S. scorzoneroides, Anisotome aromatica, Ourisia macrocarpa, Bulbinella gibbsii, Astelia nervosa, Oxalis lactea und Coriaria plumosa, die Hirsche durchaus mögen. Aciphylla takahea and Anisotome haastii werden gelegendlich gefressen. 169.

O5.33 Tussockgräser, Bültengräser (Chionochloa)

1.2.4.0.1.1.3.1.2 Winternahrung: der Farn Hypolepis millefolium und seine Ergänzung durch andere Pflanzen
Im Winter sind die alpinen Wiesen gewöhnlich mindestens zwei Monate lang mit einer bis zu einen Meter dicken Schneeschicht bedeckt. Lange wurde angenommen daß Takahes deshalb in tiefere Lagen abwandern und in den Wäldern am Strand der Seen Fjordlands überwintern. Durch Radiotelemetriestudien wurde inzwischen nachgewiesen, daß sie überwiegend in der Strauchzone an oder knapp über der Waldgrenze überwintern und sch dort überwiegend von dem sommergrünen Farn Hypolepis millefolium ernähren, ergänzt durch Chionochloaarten und andere Gräser und Kräuter. Auch hier leben sie von Pflanzen, die auf jungen nährstoffreichen Böden wachsen. 169.

Die Rizome und Stängel des Farns Hypolepis millefolium, der zu den Tüpfelfarnartigen zählt, wird im Fjordland vom späten April (südlicher Spätherbst) bis zum späten September (früher Frühling) gefressen und bildet dort mit 60-80% Nahrungsanteil sein wichtigstes Winterfutter. In dieser Zeit haben die Rizome des Farnes auch ihren höchsten Stärkegehalt. Dieser liegt dann bei 1/5 des Trockengewichtes. Der Farn ist damit eine der wenigen guten Kohlehydratquellen, die verfügbar sind. Die Rhizome werden vom Takahe auch vollständiger verdaut als die Stengel von Gräsern, wie man an dem zu dieser Zeit feinkörnig schwärzlichem Kot erkennen kann und der Takahe kann die Nährstoffe daraus recht gut aufnehmen. Da Takahes durch die Kälte im Winter mehr Energie brauchen, um ihre Körpertemperatur zu halten, ist der Stärkegehalt zu dieser Jahreszeit wichtiger als der Gehalt an sonstigen Nährstoffen. Takahes graben die Rhizome des Farns mit dem Schnabel aus und ziehen ihn dann aus der Erde. 150., 158., 168., 169.

Während die Hypolepis-Rhizome eine gute Quelle für Stärke, Stickstoff und Phosphor sind, enthalten sie andere Nährstoffe nicht in ausreichender Menge. Deshalb wird eine Ergänzung des Winterfutters durch andere Pflanzen, wie einige Waldgräser (z. B. Chionochloa conspicua), Sauergrasgewächse (Uncinia affinus, U. clavata, Carex coriacea) und Binsen (Juncus gregiflorus), notwendig. Die Wald-Bültengrasart Chionochloa conspicua und die Seggenart Carex coriacea enthalten viel Phosphor, Magnesium und Kalium. Carex coriacea enthält außerdem viel Stickstoff, lösliche Zucker und Fette. Die Binsenart (Juncus gregiflorus) enthält relativ viel lösliche Zucker und Natrium. Außerdem werden Fungus gregiflorus und die Blattansätze von Schoenus pauciflorus gefressen. 168., 169.

Die Vielfalt der Nahrungspflanzen und ihre Häufigkeit nimmt in der Krautschicht vom Strandwald am Fuße der Murchison Mountains gegen Osten hin ab. Das ist entweder auf die unterschiedliche Dichte der Hirschpopulation heute oder in der Vergangenheit zurückzuführen oder auf die langsamere Erhohlung des trockeneren Ostens von der Überweidung durch Hirsche. Außerdem friert der Boden dort auch leichter ein, was ein Ausgraben der Farnwurzeln erschwert. Das ist vermutlich neben der schlechteren Nahrungsqualität von Chionochloa rubra im Vergleich zu den anderen Chionochloa-Arten mit dafür verantwortlich, daß Takahes im Osten ihres Verbreitungsgebietes geringere Gewichte und Überlebensraten haben und dürfte auch den Bruterfolg im auf den Winter folgenden Jahr durch geringere Eigrößen senken. 168.

1.2.4.0.1.1.3.2 Ernährung auf den raubtierfreien Inseln

Bevor Menschen nach Neuseeland kamen lebte der Takahe auch in tieferen Lagen Neuseelands. Unzweifelhaft ernährte er sich dort von anderen Gräsern und Kräutern, als er es heute in den Murchison Mountains tut. Wie seine ernährung damals beschaffen war, kann man heute anhand dessen einschätzen was takahes auf den Raubtierfreien Inseln fressen, wo sie ausgesetzt wurden. 169.

Da die hauptsächliche Sommernahrung der Takahes in den Murchison-Mountains aus einigen Bültengräsern, die normalerweise nur über der Baumgrenze wachsen, besteht, wurde befürchtet, daß der Vogel auf den Inseln keine angemessene Nahrung finden könnte. Diese Sorge erwies sie jedoch als unbegründet, da der Takahe dort andere Grasarten (Poa, Dactylis) und Klee frißt und diese ihm teilweise sogar eine bessere Futtergrundlage bieten. 158., 166., 167., 169., 171.

Auf Mana werden viele Wiesen durch die Trespenart (Bromus uniolozdef) dominiert. Die Samen diesr Pflanzen stellten in einer Untersuchung das Hauptfutter für den Takahe (72.5%). Auf Kapiti Island waren die weichen Halme einiger Arten mit kleineren Samen (e.g. Poa sp.) die Hauptnahrung des Takahe (61.1%). Auf beiden Inseln taucht Klee häufig als Komponente des Futters auf. Im Gegensatz zum Purhuhn fressen erwachsene Takahes keine Insekten und anderen Wirbellosen, füttern aber ihre Jungtiere damit. 171.

Familiengruppen der Takahes verbrachten bei einer Untersuchung etwa 70% der Beobachtungszeit mit fressen und Futtersuche und 30% ihrer Zeit mit anderen Beschäftigungen wie putzen. 182.

Die Zeit, die sie ihrer Ernährung widmen, verbrachten Takahes zu fast 80% damit Gras und Klee zu fressen, wobei je ein Drittel dieser Zeit auf das Fressen der Wachstumszonen von Gräsern, auf die Blätter von Futterpflanzen und auf Grassamen entfielen. Weniger als 15% verbrachten sie mit der Suche nach geeigneten Futterpflanzen, insgesamt knapp über 5% der Zeit suchten sie nach wirbellosen Tieren, die Zeit in denen sie Steinchen, Zweige und sonstige Nahrungsmittel fraßen, lagen bei 1% der Gesamtzeit. 182.

Je nach Verfügbartkeit der Futterpflanzen und Alter der Küken (nur wenn sie klein sind werden Inbsekten gesucht) varriiert die mit dem Fressen unterschiedlicher Pflanzen verbrachte Zeit. So lange im Sommer Grassamen vorhanden sind, werden sie gefressen. Sobald diese nicht mehr verfügbar sind, suchen Takahes die Nahrung etwas häufiger auf gemähten Wiesen und fressen basale Meristeme von Chionochloaarten und Blätter von Klee und Gras. 182.


Südinseltakahe (Porphyrio hochstetteri), Quelle: 45.

1.2.4.0.1.1.4 Lebensweise

1.2.4.0.1.1.4.1 Lebensraum und Revierverhalten

Takahes besetzen Reviere von 0,8-80ha Größe und verteidigen sie aggressiv gegen Eindringlinge. Auf den Inseln sind es durchschnittlich von 0,8-2,1ha bei Zufütterung und 4-34ha, wenn die Tiere sich selbst versorgen mußten. Im Fjordland waren die Reviere oft wesentlich größer und konnten bis zu 80 Hektar umfassen. Paare bleiben das ganze Leben zusammen und die Reviere bleiben, so lange das Paar bestehen bleibt, in Besitz desselben Brutpaares. Während der Brut werden nur etwa 0,5 ha um das Nest herum genutzt. Danach nutzen die Familiengruppen mit den zu der Zeit noch sehr kleinen Küken nur etwa die Hälfte des Reviers aus, möglicherweise, weil zu dieser Jahreszeit auch so genug Futter verfügbar ist oder aus Rücksicht auf die Küken. Sobald die Jungtiere selbstständig sind, werden Reviere nicht mehr so aggressiv verteidigt und es kommt vor, daß Takahes auf benachbarten Revieren zu beobachten sind. In den Murchison Mountains wandern sie manchmal im Winter in geringere Höhenlagen am Ufer des Sees von Te Anau, wo weniger Schnee liegt. 27., 136., 143., 152., 172.

Takahes brauchen Lebensräume, die sowohl ausreichend Gras als Futter als auch genug Büsche als Deckung vor Raubvögeln bieten und stark gegliedert sind. Weder geschlossener Hochwald noch offenes Grasland sind geeignete Lebesräume. Außerdem benötigen sie frisches Wasser in der Nähe des Nistplatzes und halten sich auch gerne in Sümpfen auf. Die Größe des Reviers hängt davon ab, wie groß der Anteil von Bereichen mit einem Mosaik aus Gras und Gebüsch im Revier ist. Außerdem spielt der Nährwert der dort vorhanden Futterpflanzen eine Rolle. Wenn zugefüttert wird, ist die Reviergröße oft deutlich geringer, als wenn die Tiere sich selbst versorgen müssen. 136., 143., 174.

Es wurde angenommen, daß der Takahe eigentlich ein Vogel des Gebirges sei, der nur im Winter durch den Schnee in tiefere Lagen abgedrängt wurde, wo die bekannten Museumsexemplare geschossen wurden. Tatsächlich scheint er aber durch menschliche Jagd und Raubtiere in Lebensräume wie die Murchison-Mountains abgedrängt worden zu sein, die ihm eine eher schlechte Lebensgrundlage bieten, während die raubtierfreien Inseln, auf denen er ausgesiedelt wurde, wesentlich geeignetere Nahrung bieten, wie die unterschiedlichen Reviergrößen anzeigen. Die Forschungsergebnisse zur Reviergröße ohne Zufütterung legen ebenfalls nahe, daß die Habitatqualität auf der Mana-, Maud- und Kapiti-Insel (durchschnittlich 2,8, 8 und 5,5 ha) besser ist als auf Tiritiri Matangi (ohne Zufütterung durchschnittlich 25ha). 27., 154., 165., 169.

Das Höchstalter, das Takahes erreichen können, ist nicht genau bekannt. Einige Exemplare wurden in Freiheit jedoch über 14 Jahre alt. 152., 172.

1.2.4.0.1.1.4.2 Freßfeinde

1.2.4.0.1.1.4.2.1 Sumpfweihe

Zu den natürlichen Feinden der Takahes zählt die Sumpfweihe (Circus approximans), die mehrfach dabei beobachtet wurde, wie sie erfolglos einen Takahe zu schlagen versuchte. Bisher ist, da der Takahe sehr selten ist, nur ein Fall bekannt, in dem die Weihe damit auch Erfolg hatte. Die Reaktion des Takahes auf die Sumpfweihe variiert je nach Entfernung von in Deckung rennen bis hin zu beobachten, bis der Vogel außer Sichtweite ist. 182.

Die einzelnen Bereiche im Revier werden in Abhängigkeit vom Nahrungsbedarf und der Bedrohung durch Raubvögel jahreszeitlich unterschiedlich genutzt. Wälder werden gemieden, da sie zu wenig Futterpflanzen enthalten. Nur wenn im Frühjahr die Küken klein sind, werden sie öfter genutzt, um dort für die Kleinen Insekten zu fangen. Offenes Grasland wird möglichst gemieden, da dort die Bedrohung durch Raubvögel besonders groß ist. Wenn es aufgesucht wird, wird dort fast 3/4 der Zeit mit Fressen und Futtersuche verbracht, während in gemischten Habitaten nur die Hälfte der Zeit der Nahrungsversorgung dient. Küken blieben in gemischten Habitaten aus Gras und Gebüsch oft in Deckung, während die weniger gefährdeten Eltern für sie Futter sammelten. Bei höherer Populationsdichte wird wegen Nahrungsmangel offenes Grasland häufiger zur Futtersuche aufgesucht, was die Gefahr durch Raubvögel erhöht. 182.
 


Sumpfweihe (Circus approximans) Quelle: 45.

1.2.4.0.1.1.4.2.2 Weka

Ein weiterer natürlicher Feind ist der ebenfalls flugunfähige Weka. Es ist bekannt, daß Wekas im Fjiordland Eier und junge Küken des Takahes fressen. Das ist offensichtlich kein angeborenes sondern ein erlerntes Verhalten, denn auf Kapiti, einer der raubtierfreien Inseln, wo die Takahes neu eingeführt wurden, wurde kein einziger derartiger Fall bekannt, während sie das anderswo durchaus tun. 174.
O5.66 1.2.4.0.2 Weka (Gallirallus australis)

1.2.4.0.1.1.4.2.3 Hermelin

Hermeline oder Kurzschwanzwiesel (Mustela erminea), wurden erst durch Menschen eingeschleppt. Sie sind von den bekannten Feinden des Takahes die größte Bedrohung. Sie wurden dabei beobachtet, wie sie erwachsene Takahes jagten, jedoch zeigen Radiotelemetriestudien, daß sie für erwachsene Takehes kaum eine Bedrohung darstellen. Wie groß die Gefahr für Jungtiere ist, ist nicht vollständig bekannt, wahrscheinlich sind diese jedoch stärker gefährdet. Der Takahe reagiert viel weniger auf Bodenfeinde als sein nächster Verwandter, das Purpurhuhn. Auch vor Menschen hat er wesentlich weniger Angst. Es handelt sich hierbei um schwach ausgeprägte Inselzahmheit ausschließlich gegenüber Bodenfeinden, da es ja in Neuseeland ursprünglich Raubvögel aller Größen gab. 174.
O5.4 Tiere mit eingeschränktem Fluchtinstinkt

Kersti


Hermeline (Mustela erminea) Quelle: 183.

1.2.4.0.1.1.4.3 Jungenaufzucht

Takahes leben in Einehe und sind genetisch monogam. Wenn ein Takahe einmal einen Partner gefunden hat, bleibt er mit diesem zusammen, bis einer der Vögel tot ist. Takahes zählen zu den wenigen Vögeln bei denen nicht nur die Paarbindung über Jahre hinweg bestehen bleibt, sondern die sich auch nicht mit Tieren paaren, mit denen kein Paarband besteht (Genetische Monogamie). 136., 144., 146, 152., 164., 172., 178.

Vor der Begattung wird gebalzt. Eine vollständige Balzsequenz wäre folgendermaßen: Zuerst rufen die Vögel abwechselnd. Dann rennen sie aufeinander zu und bleiben dicht voreinander stehen, den Hals nach oben gestreckt. Dann umkreisen sie einander und picken nach dem Hals des Partners. Dann wendet sich das Weibchen vom Männchen ab, breitet seine Flügel aus und senkt den Kopf. Gegenseitiges Putzen, Kopulation. Während einer Balzsequenz wird oft nur ein Teil dieser Verhaltensweisen gezeigt. 146.

Vögel brüten frühestens im Alter von einem Jahr, meist aber erst mit über zwei oder drei Jahren. Bei den bekannten Fällen von einjährigen Vögeln, die gebrütet haben, schlüpften keine Jungtiere aus den Eiern, auch zweijährige sind wahrscheinlich noch weniger erfolgreich als voll ausgewachsene Vögel. Einen erheblichen Einfluß auf die Häufigkeit von Bruten und den Bruterfolg hat das Wetter und die zur Verfügung stehende Nahrung. Nach schweren Wintern sterben sowohl viele Altvögel als auch viele Jungtiere. Kaltes und stürmisches Wetter während der Brut verringert den Bruterfolg. In schlechten Jahren brüten auch Paare, die ein Revier besitzen und schon erfolgreich gebrütet haben, nicht. Die Zahl der erfolgreich brütenden Paare in guten Jahren ist oft vier mal so hoch wie in schlechten Jahren. 136., 144., 146, 152., 164., 172., 174.

Zum Nestbau wird ein Platz in der Nähe des Wassers gesucht, an dem Kräuter wie Flachs oder Bültengräser eine gute Deckung bieten. Das Nest wird von beiden Tieren gebaut. Takahes bauen oft mehrere Nester, bevor sie in eines davon ihre Eier legen. Das Weibchen legt nur ein bis zwei Eier pro Gelege (Durchschnitt 1,78), selten treten auch Nester mit 3-4 Eiern auf. 39%-75% der Eier erweisen sich als unfruchtbar. 136., 144., 146, 147., 152., 164., 169., 172.

Während der Brut beobachtet man nie beide Elternvögel gemeinsam bei der Futtersuche, während das Paar außerhalb der Brutzeit immer dicht beieinander bleibt. Deshalb wird angenommen, daß beide Elternvögel sich beim Brüten abwechseln. Weibchen brüten häufiger tags während Männchen häufiger nachts diese Aufgabe übernehmen. Jungtiere des Vorjahres helfen manchmal den Eltern beim Brüten. 146., 152.

Wenn aus einem Gelege keine Jungtiere schlüpfen, legen die Eltern 4,5-8,5 Wochen nach dem ersten ein zweites, manchmal auch noch ein drittes Gelege. Die Zeit mag unter natürlichen Bedingungen länger sein, da bei den Beobachtungen unbefruchtete Eier herausgenommen und das Nest zerstört wurde, damit die Vögel möglichst wenig Zeit bis zur nächsten Brut verlieren. 146.

Die Jungenaufzucht findet im Sommer statt. Küken, die weniger als eine Woche alt sind, wiegen um die 100g. Sie haben beim Schlüpfen einen Eizahn und an jedem Flügel eine 3mm lange Kralle. Ihr schwarzes Gefieder, wirkt fast wie Fell. Der Schnabel ist schwarz mit weißem Rand. Die Beine sind dunkel mit purpurnem Anflug. Im Alter von etwa einem Monat bekommt das Küken sein Jugendgefieder, das dem des erwachsenen Tieres ähnelt, aber matter gefärbt ist. Der Kamm und der Schnabel sind fast schwarz, nur die obere Schnabelspitze ist etwas heller. Beine und Füße sind hornfarben. In diesem Alter wiegt es etwa 440g. Bald darauf findet eine weitere Mauser statt, bei der aber nur ein Teil der Federn gewechselt wird. Die Farben des Gefieders sind nun deutlicher zu erkennen aber immer noch blasser als beim erwachsenen Vogel. Beine, Kamm und Schnabel beginnen rot zu werden. Auch das darauf folgende erste Sommergefieder der einjährigen Vögel ist noch ein wenig blasser als das der erwachsenen Tiere. 144., 152., 170.

Takahes sind Nestflüchter. Beide Eltern kümmern sich intensiv um die Jungen, halten ständig über Rufe Kontakt und entfernen sich nie weit von ihnen. Sie füttern die Jungtiere mit pflanzlicher Nahrung. Daneben jagen sie für ihre Jungtiere Insekten und andere Wirbellose, die sie selbst nicht fressen. Manchmal sind es auch Mäuse oder kleine Reptilien. 144., 146., 171., 172., 174., 182., 185.

Wenn die Küken noch jung sind, verbringen die Eltern viel Zeit damit, Wirbellose zu suchen, und sie an ihre Jungen zu verfüttern. Dafür halten sie sich auf den Inseln gerne im Wald auf. Sind die Küken 0-2 Monate alt, sind es 10% ihrer mit Futtersuche verbrachten Zeit und die Küken fressen ausschließlich tierische Nahrung. Im Alter von 2-3 Monaten beginnen die Eltern ihre Jungtiere auch mit pflanzlicher Nahrung zu füttern. Wenn sie drei Monate alt sind, beginnen die Küken selbst Pflanzen und wirbellose Tiere als Futter zu suchen. Dennoch verbringen die Takahes, wenn die Küken 2-5 Monate alt sind, sogar 15% ihrer auf Nahrungssuche verbrachten Zeit damit, im Wald nach Wirbellosen für die Jungtiere zu suchen. Danach sind es nur noch 0,9% der Zeit. Ab dem sechsten Monat ernähren Takaheküken sich fast ausschließlich von pflanzlicher Nahrung. 182.

Bei Gefahr warnen die Eltern durch einen Alarmruf und die Jungtiere verstecken sich unter in dichtem Pflanzenwuchs. Von einer Brut können Takahes höchstens ein Küken erfolgreich aufziehen, selbst wenn mehrere geschlüpft sind. Das ist ein Forschungsergebnis aus den Murchison Mountains. Die Vögel auf den raubtierfreien Inseln bekamen nie Gelegenheit es mit zwei Küken zu versuchen, obwohl die besseren Ernährungsbedingungen und milderen Winter dort den Verdacht nahelegen könnten, daß sie damit Erfolg haben könnten. Die Vögel erreichen je nach Ernährungszustand ihr Endgewicht zwischen dem siebten und zwölften Monat und bleiben mindestens bis zum Beginn der nächsten Brut bei den Eltern. Manche bleiben auch noch ein oder seltener zwei Jahre bei den Eltern und helfen die Jungtiere der nächsten Jahres aufzuziehen. Manchmal schließen sie sich auch einer benachbarten Familiengruppe an und helfen bei der Aufzucht der dortigen Jungtiere. Dreijährige haben das Territorium der Eltern meist schon verlassen. Jungtiere, die die Eltern verlassen, müssen oft weit ziehen, um ein unbesetztes Territorium zu finden. 144., 146., 171., 172., 174.

Bei einer Untersuchung im Fjordland waren sieben von zehn einjährigen Vögeln noch bei den Eltern, einer war an der Grenze des elterlichen Reviers, einer half einem benachbarten Paar bei der Aufzucht ihrer Jungtiere. Der zehnte war schon verpaart. Von sieben zweijährigen war einer bei den Eltern, drei wahren wahrscheinlich schon verpaart und einer war tot. Dreijährige sind gewöhnlich schon verpaart. 172.


Takahe (Porphyrio hochstetteri) Quelle: 200.

1.2.4.0.1.1.5 Bestandsentwicklung

1.2.4.0.1.1.5.1 Vor Ankunft des Menschen

Erst vor etwa 2 Millionen Jahren trennte sich der Takahe vom Purpurhuhn (Porphyrio porphyrio) ab. Immer noch sind Takahes wie die Purpurhühner zu ihrer Ernährung auf nährstoffreiche Gräser und Kräuter angewiesen, die auf guten Böden wachsen. Sie haben aber einen kräftigen Schnabel entwickelt, mit dem sie die nährstoffreichen Wachstumszonen der Tussock- oder Bültengräser abknipsen können, ohne die Futterpflanze zu zerstören und konnten sich deshalb von Pflanzen ernähren, die Purpurhühner nicht ernten können und in der letzten Eiszeit in ganz Neuseeland verbreitet waren. 28., 169., 178.

Nach der letzten Eiszeit nahm die Bewaldung seit etwa 12 000 vor Christus in den Tieflagen von Neuseeland zu. Gerade auf Böden mit hohem Nährstoffgehalt setzte sich Wald gegen gemischte Habitate, an denen es sowohl Deckung als auch Grasland gibt, durch. Fast nur auf nährstoffarmen Böden oder in Gegenden die für den Takahe zu trocken sind, wuchsen Gräser und krautigen Pflanzen, die aber zu nährstoffarm für den Takahe sind. Die Zahl der Takahes nahm deshalb schon vor der Einwanderung der Europäer ab. Dennoch lebten die Vögel damals noch in Gebieten außerhalb der alpinen Zonen, auf die sie später beschränkt wurden. Einige dieser Gebiete waren überwiegend bewaldet. 169., 174., 187.

1.2.4.0.1.1.5.2 Besiedlung durch Maori

Der Südinseltakahe war bei Ankunft des Menschen über die ganze Südinsel verbreitet. Er war an Waldrändern und Flußufern mit viel Regen am häufigsten, dafür fehlte er an trockenen Gebieten ganz. 25., 143., 144.

Als vor 800-1000 Jahren die Maori Neuseeland besiedelten, war etwa 75% der Inselfläche bewaldet 169.. Zu dem Zeitpunkt nahm die Takahepopulation dramatisch ab, vermutlich weil die Polynesischen Siedler seinen Lebensraum zerstört haben und ihn gleichzeitig bejagten. 25., 143., 144.

Takahe-Knochenfunde aus dem Osten der Südinsel Neuseelands gelten allgemein als sehr alt und stammen vermutlich noch aus der Zeit der Moa-Jäger-Kultur Neuseelands. Der Takahe ist von dort zwischen 1100-1400 nach Christus verschwunden. In anderen Gebieten der Insel überlebte er wesentlich länger, wurde aber allmählich in abgelegenere Gebiete wie die Murchison Mountains, die Stuart Mountains, Teile der Kepler Mountains und das Hauroko-Poteriteri-Gebiet zurückgedrängt. 174., 148.

In Gebieten, in denen Gras und Kräuter einen niedrigen Nährwert haben und in Gebieten in die wenig Gras im Verhältnis zum Wald vorhanden war, verschwand der Takahe schneller als in Gebieten mit vielen Wiesen auf denen nährstoffreiche Pflanzen wachsen. 174.

Aus gedruckten Fassungen von Maori-Legenden kann man ablesen daß Takahes ihnen zur Zeit der Besiedlung durch Europäer nur noch aus dem Fjiordland am Südende der Südinsel bekannt waren. An den Ufern der Seen Te Anau und Manapouri waren sie noch lange genug häufig, daß die Maori sich noch 1900 an jährliche Epeditionen zur Takahejagd erinnern konnten. Auch 1949 erzählten die Maoris noch, daß ihnen der Takahe als jagbares Wild bekannt war. 25., 143., 144., 154., 174.

1.2.4.0.1.1.5.3 Besiedlung durch Europäer

Durch Europäer wurde Neuseeland zuerst 1642 entdeckt, die nächste Reise dorthin fand jedocgh erst 1769/70 statt. Cook kartographierte damals die Inseln ausführlich und danach fanden sich bald die ersten europäischen Einwanderer.

Europäer brachten, als sie Neuseeland entdeckten und besiedelten, weitere Gefahren aber auch zusätzlich eingeführte Nahrungspflanzen mit. Sie sähten nämlich Futterpflanzen aus, die der Takahe heute frißt, brachten aber auch Tiere mit, die diese Pflanzen fressen. 136.

Sie führten den Rothirsch (Cervus elaphus) als Jadwild ein. Auch der Fuchskusu (Trichosurus vulpecula) frißt ähnliche Pflanzen wie der Takahe. 136.

Ein eingeführter Freßfeind des Takahes ist der Hermelin (Mustela erminea). Da Takahes flugunfähig sind und außerdem weniger stark auf Bodenfeinde reagieren als Purpurhühner, tragen solche Raubtiere erheblich zum Aussterben des Takahes bei. 25., 28., 136.

Der Takahe muß vor 1900 fast im gesamten Fjordland, das am südwestlichen Ende der Südinsel liegt, verbreitet gewesen sein, wie die Orte zeigen, an denen die vier vor der Wiederentdeckung des Vogels bekannten Exemplare geschossen wurden. 1894 wurde die letzte Sichtung eines Takahes berichtet und er galt dann bis zu seiner Wiederentdeckung 1948 als ausgestorben. Es gab einige Sichtungen in der Zeit zwischen 1898 und 1948, in der der Vogel als ausgestorben galt. Berichte über diese Sichtungen wurden jedoch lange nicht beachtet, da meist nur von einzelnen Personen einzelne Vögel gesichtet wurden. Sie zeigen, daß im Fjordland noch lange an einigen isolierten Stellen Bestandsinseln erhalten blieben. 62., 142., 144., 148., 152., 169., 172., 174.

Vermutlich hat der Takahe auch im Nelson-Distrikt nahe der Cook-Strait, die die Nordinsel von der Südinsel trennt, bis in europäische Zeiten hinein überlebt. Zwischen 1866 und 1935 wurden jedenfalls vier unbestätigte Sichtungen gemeldet. 169.

1.2.4.0.1.1.5.4 Nach der Wiederentdeckung

Obwohl die Art 1948 wiederentdeckt und damals schon vorgeschlagen wurde, Takahes zu beringen, um sie individuell wiedererkennen zu können, so daß man sie besser untersuchten kann, wurde das erst vier Jahre später begonnen. Man wollte die Vögel nicht mehr als unbedingt nötig stören. 152., 172.

1963 legte die Untersuchung beringter Takahes nahe, daß die Sterblichkeit der erwachsenen Takahes größer war als die Zahl der nachwachsenden Jungtiere. Doch eine Untersuchung in den darauffolgenden Jahren, zeigte, daß die Population stabil war. Sie wurde aufgrund von Spuren der Vögel auf etwa 500 geschätzt, die wahrte Zahl der Vögel lag aber wahrscheinlich halb so hoch, da sie nicht auf Zählungen beruhten und weder die jahreszeitlichen Wanderungen berücksichtigt wurden, noch wie viel Kot so ein Vogel produziert. 172., 174.

Zählungen der Populationsgröße ergaben daß zwischen 1966-67 und 1968-69 die Populationsgröße erheblich abnahm. Zwischen 1969-70 und 1973-74 nahm sie dagegen nur geringfügig ab. Die Verbreitung des Vogels nahm ab und die Vögel verschwanden langsam aber kaum merklich aus den weniger guten Lebensräumen ihres beschränkten Restverbreitungsgebietes. Insgesamt gab es 1973/74 etwa 170-200 Brutpaare. 151., 172., 174.

Am niedrigsten war die Population 1981 mit etwa 120 Vögeln. 1981-1994 schwankte sie zwischen 100 und 180 Vögeln. Zwischen 1990 und 1994 nahm die Zahl der Takahes in den Murchison Mountains auf 160 ab und stieg dann aufgrund einer Anpassung der Schutzmaßnahmen auf fast 250 im Jahr 2004. 28., 136., 174.

Heute (2004) leben Takahes hauptsächlich in zwei Lebensräumen der Murchison Mountains im Fiordland National Park. Der eine wird durch die Bültengrasart Chionochloa pallens dominiert, das dem Takahe eine recht gute Nahrungsgrundlage bietet, während während das Takahe Valley und Point Burn überwiegend von Chionochloa rubra bewachsen ist, das einen wesentlich geringeren Nährwert hat und dazu führt daß die betroffenen Takahes deutlich leichter sind und einen wesentlich geringeren Erfolg bei Produktion und Aufzucht von Jungtieren haben. Auch der Bodenbewuchs in den Wäldern am Rande des Sees im Osten der Murchison Mountains, wo der sommergrüne Farn Hypolepis millefolium eine wesentliche Winternahrung ist, bieten dem Takahe eine eher schlechte Lebensgrundlage. Allgemein sind die Murchison-Mountains für den Takahe kein optimaler Lebensraum. 160., 166.

1.2.4.0.1.1.6 Takahes und Purpurhühner im Vergleich

Um zu verstehen, wie sich der flugunfähige Takahe gegenüber seinem flugfähigen Ahnen verändert hat, ist es sinnvoll, ihn mit seinem nächsten lebenden Verwandten, dem Purpurhuhn (Porphyrio porphyrio) zu vergleichen.

Takahes und Purpurhühner sind sich so ähnlich, daß sie Vögel der anderen Art manchmal ausnahmsweise auch wie Artgenossen behandeln. Das tritt aber wesentlich seltener auf als bei Begegnungen von zwei Vögeln, die derselben Art angehören. Mehrfach beobachtet wurde, daß Takahes und Purpurhühner ihr Revier bei starker Annäherung auch gegen Vögel der jeweils anderen Art verteidigten. In solchen Fällen gewinnt gewöhnlich der größere Takahe. Einmal wurde auch beobachtet, wie ein Takahe, der keine Partnerin gefunden hatte, für einen Sommer die Jungen eines Purpurhuhnpärchens mit versorgte, bevor er dann auf einer anderen Insel mit einer passenden Partnerin zusammengebracht wurde, mit der er eigene Jungtiere aufzog. Balzverhalten wurde zwischen den Arten nicht beobachtet und ist auch unwahrscheinlich. 147.

Kersti


Purpurhuhn (Porphyrio porphyrio) Quelle: 184.

Vor 800-1000 Jahren nahm die Population des Takahes in Neuseeland dramatisch ab. Etwa zur selben Zeit wanderte das Purpurhuhn aus Australien ein. 25., 143., 144.

Daß das Purpurhuhn erfolgreich war, als der Takahe durch Menschen und seine Kulturfolger zurückgedrängt wurde, hat mehrere Gründe: Erstens ist das Purpurhuhn flugfähig, achtet mehr auf Freßfeinde und ist auch geschickter darin, sich vor diesen zu schützen. Hinzu kommt daß der es sich wesentlich schneller vermehren kann als der Takahe: Es legt durchschnittlich fünf Eier pro Gelege und kann mehrere Bruten in einer Brutsaison haben. Dagegen hat der flugunfähige Takahe nur dann ein weiteres Gelege, wenn das erste ausfällt und zieht höchstens ein Küken pro Jahr groß. 28.

So lange diese geringe Fortpflanzungsrate ausreichend ist, um die Population wachsen zu lassen, ist der Takahe dem Purpurhuhn jedoch auf Dauer überlegen: In direkten Auseinandersetzungen siegt nahezu immer der Takahe. Sobald die Siedlungsdichte so hoch ist, daß dadurch Nahrungsmangel auftritt und die weitaus meisten Jungtiere im ersten Winter sterben, kommt die zweite Stärke des Takahes zum Tragen: seine Jungtiere haben durch die größeren Eier vom Schlupf an einen Größenvorsprung. Da beide Elterntiere gemeinsam nur ein Küken versorgen, wird dieses logischerweise auch besser gefüttert und der Vorsprung gegenüber den Purpurhuhnküken wird dadurch vergrößert. 28.

Takahes und Purpurhühner wählen jeweils die nährstoffreichsten Kräuter und Gräser ihres Lebensraumes aus und haben dabei dieselben Vorlieben. Der Takahe ist jedoch ein etwas besserer Futterverwerter als das Purpurhuhn und mit seinem weitaus kräftigeren Schnabel kann er die Bültengräser als Nahrungsquelle verwenden, deren nährstoffreichste Teile für das Purpurhuhn nicht erreichbar wären. Umgekehrt fressen auch erwachsene Purpurhühner kleinere Mengen Insekten und andere Kleintiere während Takahes damit nur ihre Jungtiere füttern. 166., 167., 169., 170., 171.

Wenn also die Hauptgefahr für Takahes und Purpurhühner in der Nahrungskonkurrenz zwischen beiden Arten und der innerartlichen Konkurrenz liegt, wird der Takahe sich gegen das Purpurhuhn durchsetzen.

1.2.4.0.1.1.7 Schutzmaßnahmen

Seit der Wiederentdeckung 1948 wurden Maßnahmen gergriffen um den Takahe zu schützen. Zuerst konzentrierte man sich darauf, den Vogel ausreichend zu erforschen, um zu wissen, welche Schutzmaßnahmen am wirkungsvollsten sind und auf die Beschränkung der Zahl der dort lebenden Rothirsche. 174.

1972 wurde ein umfassendes Forschungsprogramm begonnen, das viele Bereiche abdeckte wie beispielsweise die Populationsdynamik von Takahes, ihre Ernährung und Fortpflanzung. Auch ihre Nahrungspflanzen, Freßfeinde und Nahrungskonkurrenten wurden untersucht. 174.

In den 80ger Jahren wurden die bis dahin gesammelten Forschungsergebnisse genutzt, um einen umfassenden Plan für den Schutz des Takahes zu konzipieren, der 1982 veröffentlicht wurde. Dazu gehörte die intensive Betreuung der wilden Population, um den Bruterfolg zu maximieren, Verbesserung der Qualität des Lebensraumes durch verschiedene Maßnahmen, die Etablierung einer weiteren wilden Population im Fjordland, die Einrichtung einer Aufzuchtstation für Takahes für diese Population und die Freilassung von Takahes auf raubtierfreien Inseln. 174.

1994 wurde ein neuer Plan für die Schutzmaßnahmen erstellt. Das langfristige Ziel der darin geplanten Maßnahmen ist es langfristig mindestens zwei große wilde Populationen von mindestens je 500 Tieren und viele kleinere Populationen auf raubtierfreien Inseln zu etablieren. 174.

Kurzfristig sollte folgendes erreicht werden.

174.

Alle Maßnahmen sind darauf ausgerichtet, die Vögel möglichst wenig zu stören und Maßnahmen, die erheblichen Streß für Vögel bedeuten, werden nicht weiter betrieben. 174.

Ohne die intensive Betreuung der kleinen Takahepopulation seit ihrer Wiederentdeckung hätte sie wahrscheinlich weiterhin langsam und stetig abgenommen. Daß es heute noch lebende Takahes gibt und daß ihre Zahl seit der ersten genauen Zählung sogar zugenommen hat, haben wir den intensiv betreuten Schutzprogrammen Neuseelands zu verdanken. 174.

1.2.4.0.1.1.7.1 Schutzgebiet Murchison Mountains Special Area

Die höchste Priorität für den Takaheschutz hat die Population in den Murchison Mountains, in der die letzten Takahes überlebten. Es wird angestrebt, die dortige Population durch Schutzmaßnahmen und Freilassungen auf 500 Tiere zu erhöhen und zu erreichen, daß sie währenddessen wieder das gesamte Fjordland besiedeln, von wo sie historisch bekannt sind. Diese Zahl dürfte auch der Tragfähigkeit dieses Gebietes für Takahes entsprechen. 174.

500km2 der Murchison Mountains innerhalb des Fiordland National Parks wurden kurz nach der Wiederentdeckung der Takahes als Schutzgebiet für den Takahe ausgewiesen. Dieses Gebiet darf nicht von Touristen besucht werden. Ausschließlich Besuche, die im Zusammenhang mit dem Schutz des Takahes und seiner Erforschung stehen, sind erlaubt. Nur in Ausnahmefällen werden Besuche genehmigt, in denen Takahes gefilmt werden, um sie der Bevölkerung ins Bewußtsein zu rufen. 174.

1.2.4.0.1.1.7.2 Kontrolle des Rothirsches und anderer Nahrungskonkurrenten

In den Lebensräumen des Takahes haben sich fünf eingeführte pflanzenfressende Säugetiere ausgebreitet. Dazu zählt der Rothirsch (Cervus elaphus scoticus), der Rocky-Mountain-Wapitihirsch (C. canadensis nelsoni), das Fuchskusu (Trichosurus vulpecula), die Gämse (Rupicapra rupicapra) und der Feldhase (Lepus europaeus). Gämsen und Hasen kommen nur in sehr geringer Dichte vor, Fuchskusus sind ebenfalls selten und ziehen andere Lebensräume vor als der Takahe. Damit bleiben die beiden Hirscharten als einzige ernstzunehmende Bedrohung übrig. 189.

Als Wiederkäuer ist der Rothirsch ein erheblich besserer Futterverwerter als der Takahe und kann deshalb von Nahrungspflanzen leben, die für den Takahe zu wenig Nährstoffe enthalten. Dennoch hat der Hirsch ähnliche Futtervorlieben wie der Takahe - ihm schmecken die nährstoffreichsten Pflanzen auch am Besten. Wenn beide Arten als Nahrungskonkurrenten in demselben Lebensraum leben, kann der Rothirsch das Gebiet so überweiden, daß sich der Takahe nicht mehr ausreichend ernähren kann. 136., 160., 168., 169.

Wenn Hirsche ein Gebiet besiedeln, fressen sie zuerst verschiedene Kräuter, von denen die meisten nicht vom Takahe gefressen werden. Dabei werden diese Kräuter zurückgedrängt und der Rothirsch steigt daraufhin auf die Hauptnahrung des Takahes, die Bültengräser um und bevorzugt hierbei dieselben Arten und Pflanzen wie der Takahe. Wiederholtes grasen an denselben Tussockpflanzen durch Hirsche, schwächt die Pflanzen erheblich und kann sie töten. Außerdem verringert sich dadurch der Nährstoffgehalt der Pflanzen deutlich, was die Überlebensraten des Takahes erheblichlich verringert. In Gebieten die zu wenig Wiesen vorhanden sind oder die darauf wachsenen Pflanzen für den Takahe sowieso schon fast zu nährstoffarm waren, verschwand der Takahe hierbei schneller als in besseren Lebensräumen. 169., 174.

Das Verschwinden des Takahes folgte gewöhnlich bald auf die Besiedlung eines Gebietes mit Rothirschen. Die Rothirsche der Murchison Mountains stammen von Tieren ab, die zwischen 1901 und 1910 in Südfiordland nahe Manapouri als Jagdwild freigelassen wurden, das 30km südlich liegt. Die letzten Takahes wurden dort 1930 beobachtet. Die Hirsche breiteten sich in die Kepler Mountains aus und hatten dort in den 1950ger Jahren ihren größten Bestand. 1962 wurde dort der letzte Takahe beobachtet. Über die Kepler Range breiteten sie sich am Ufer des Sees von Te Anau entlang aus. Etwa 1930 erreichten die ersten Tiere die Murchison Mountains. Deshalb gilt die Jagd auf Rothirsche als die wichtigste Schutzmaßnahme für den Takahe. 174., 189.

Die Wapitis wurden am George Sound etwa um 1905 freigelassen und begannen die nordwestlichen Murchison Mountains etwa um 1940 herum zu besiedeln. Während sie anfangs recht häufig waren, ist ihre Zahl im Vergleich zum Rothirsch heute vernachlässigbar. 189.

Besonders Chionochloa conspicua und einige Uncinia-Arten stehen in manchen Winterlebensräumen des Takahes wegen Überweidung nicht mehr ausreichend zur Vefügung, um den Stickstoff- und Phosphorbedarf des Vogels zu decken. Daß Takahes in den Murchison Mountains überlebten, ist auch darauf zurückzuführen, daß dort die Rothirsche später einwanderten als in den meisten anderen Gebieten. 136., 160., 168., 169.

Maßnahmen, um den Bestand der Hirsche zu verringern, begannen 1948 und wurden in den 1960ger und 70ger Jahren verstärkt. Zwischen 1969 und 1973 blieb der Hirschbestand bei etwa 2040 Exemplaren gleich, nahm dann 1975 um 60% auf etwa 815 Tiere ab. Dabei begannen die Hirsche offene Flächen zu meiden und zogen sich in die Wälder zurück, so daß sie nur noch in den Winterlebensräumen eine Konkurrenz für den Takahe darstellen könnten. Auf die Abnahme des hirschbestandes folgte ein Anstieg des Takahebestands in den Murchison-Mountains, der sich seit 1981 auf etwa 160-170 stabilisierte. Allerdings verschwanden die Takahes in dieser Zeit aus einigen umliegenden Gebieten. 174., 189.

Auch im Plan zum Takaheschutz von 1994 war Jagd auf Rothirsche vom Hubschrauber aus und vom Boden aus weiterhin vorgesehen. Die für die Jagd verwendeten Hunde werden geprüft, ob sie gut genug gehorchen, um nicht geschützte Tiere zu gefährden. Um zu verhindern, daß sich durch liegengebiebene Hirschkadaver die Zahl der Hermeline erhöht, werden diese eingesammelt und verkauft. 174.

Um die Folgen der Überweidung durch den Rothirsch zu beschränken, wurden einige Gebiete gedüngt aber mit geringen Erfolgen, so daß diese Maßnahme nicht mehr durchgeführt wird. 174.

1.2.4.0.1.1.7.3 Kontrolle der Freßfeinde

1.2.4.0.1.1.7.3.2 Hermelins oder Kurzschwanzwiesel (Mustela erminea)
Hermeline (Mustela erminea) und Wekas (Gallirallus australis) wurden dabei beobachtet, wie sie Takahes fraßen. Wie groß ihr Einfluß auf die Gesamtpopulation ist, ist unbekannt, jedoch ist jeder Verlust an Tieren und Eiern eine ernsthafte Gefahr bei einer so kleinen Population sich langsam vermehrender Tiere. 174.

Die Zahl der Hermeline schwankt und ist stark von den Anstiegen der Mäusepopulationen abhängig, die in den Jahren auftreten, in denen die Gräser, beispielsweise die Chionochloa-Arten Samen produzieren. Außerdem könnte die Hermelinpopulation durch die Hirschjagd künstlich erhöht worden sein, da die abgeschossenen Tiere liegengelassen wurden und Hermeline auch Aas fressen. In Jahren, in denen viele Hermeline vorhanden sind ist auch der Jagddruck auf Takahes größer als sonst. 174.

Hermeline werden zum Schutz der Takahes mit Fallen gefangen. 174.

Auf Maud, wo Hermline lange Jahre noch in geringer Menge vorhanden waren, wurde kein Fall nachgewiesen, in dem ein Takahe durch einen Hermelin gerissen wurde. Hermeline scheinen die dortigen gesunden und wohlgenährten Takahes nicht anzugreifen. 174.

1.2.4.0.1.1.7.3.2 Weka
Daß Wekas Eier und junge Küken des Takahes fressen, ist ein erlerntes Verhalten. Auf Kapiti, einer der raubtierfreien Inseln, wo die Takahes neu eingeführt wurden, wurde kein einziger derartiger Fall bekannt. Es wurde deshalb empfohlen Einzeltiere, die Takaheküken und Eier fressen in Gebiete umzusiedeln, wo es keine Takahes gibt. 174.

1.2.4.0.1.1.7.4 Kusuköder

Der Fuchskusu (Trichosurus vulpecula) selbst stellt für den Takahe keine Gefahr dar, jedoch wurde er mit Blausäureverbindungen vergiftet, um andere einheimische Vögel zu schützen. Dabei könnte es vorgekommen sein, daß Takahes ebenfalls vergiftet wurden. Es gibt dafür keinen sicheren Beweis, es wäre aber eine mögliche Erklärung für einige sonst nicht erklärbare Bestandrückgänge in Gebieten, in denen diese Giftköder verwendet wurden. Um das zu vermeiden, wurden Fallen konstruiert, die die Giftköder vom Boden fernhalten, so daß der Takahe sie nicht erreichen kann. 174.

Die Jagd nach Fuchskusus wird in den Murchison Mountains vor allem deshalb erlaubt, damit die Tiere nicht illegal mit Methoden gejagt werden, die auch den Takahe gefährden. 174.

1.2.4.0.1.1.7.5 Eiertausch

Je nach Ort und Jahr sind etwa ein bis zwei Drittel der Eier der Takahes unfruchtbar. Gleichzeitig haben Takahes Gelege von nur ein bis zwei Eiern, so daß es leicht passieren kann, daß aus einem Gelege kein einziges Küken schlüpft. Wenn aber aus einem Gelege zwei Jungvögel schlüpfen ziehen die Eltern nur eines erfolgreich auf, weil junge Takahes ein großes Maß an Fürsorge benötigen, um sich ausreichend Fett anzufressen, daß sie in den Murchison Mountains den Winter überleben können. 174.

Um die Menge der erfolgreich aufgezogenen Jungtiere zu erhöhen werden in den Murchison Mountains deshalb die Nistplätze gesucht und die Eier durchleuchtet, gemessen und gewogen. Daraus läßt sich das wahrscheinliche Schlupfdatum einschätzen. Taube Eier werden entfernt, damit die Vögel sich ganz auf lebende Eier und frisch geschlüpfte Küken konzentrieren können. Bei Gelegen aus zwei lebenden Eiern wird eines aus dem Nest genommen und wenn möglich in ein Takahenest ohne lebende Eier getan. Dadurch soll erreicht werden, daß möglichst jedes Paar ein einzelnes gesundes Küken aufzieht. Wenn keine geeigneten Pflegeeltern zur Verfügung stehen, werden die Jungtiere von Hand aufgezogen. 174.

Auf den Inseln mit ihrer höheren Rate an tauben Eiern kam es öfter vor, daß kein Ei des Geleges fruchtbar war. Wenn beide Eier entfernt wurden, wurde hier gewöhnlich das Nest zerstört, um zu erreichen, daß möglichst schnell ein neues Gelege gelegt wird. Seltener wurden die Eier durch Wachseier ersetzt, um sie später durch ein gesundes Ei eines anderen Paares zu ersetzen. 178.

Nur die Gelege der Paare, die ihr Revier seit mindestens zwei Jahren besetzt halten, werden untersucht, um die Vögel nicht in der Phase der Etablierung in ihrem Revier zu stören. Hunde die zum Auffinden der Nester verwendet werden, erhalten eine besondere Ausbildung und werden geprüft, außerdem dürfen sie in den Murchison-Mountains nicht von der Leine gelassen werden. 174.

Zusätzlich werden nach dem Management-Plan von 1994 jedes Jahr einige Paare ausgewählt, denen man ein ganzes Gelege wegnimmt, um Eier für die künstliche Aufzucht von Takahes zu haben. In schlechten Jahren werden dazu Paare ausgewählt, die bei der Aufzucht ihrer Jungtiere fast immer erfolglos sind. In guten Jahren wählt man die Gelege sehr erfolgreicher Takahes, die Chancen haben, die Jungtiere eines zweiten Geleges erfolgreich aufzuziehen. 174.

Methoden wie der Eiertausch unterstützen den Takahe wahrscheinlich weniger als die Hirschjagd mit der daraus folgenden Verbesserung des Lebensraumes es tut. 174.

1.2.4.0.1.1.7.6 Nachzuchten in Gefangenschaft

1.2.4.0.1.1.7.6.1 Mount Bruce und Te Anau Wildlife Park
Zwischen November 1957 und September 1963 wurden vier Eier, vier Küken und drei erwachsene Takahes aus der Wildnis entnommen, um sie in Gefangenschaft nachzuzüchten. Das geschah in der heute National Wildlife Centre genannten Einrichtung am Mount Bruce. 172., 174.

Anfangs war der Erfolg nur unregelmäßig. Nach dem Tod von zwei Takahes 1973, die damals aus anderen Gründen unter Streß standen, stellte man fest, daß sie mit Bakterien der Gattung Campylobacter infiziert gewesen waren und dadurch eine Hämochromatose entstand. Während diese Bakterien an vielen Orten in Neuseeland in den Vogelpopulationen verbreitet sind, wurde sie beim Weka in Fjordland nicht nachgewiesen und es wurde deshalb vermutet, daß der wilde Takahe mit ihnen auch nicht in Kontakt kommt und deshalb vielleicht nicht ausreichend Abwehrkräfte dagegen hat. Seither wird darauf geachtet weder diese Krankheit noch andere Bakterien nach Fjordland einzuschleppen. 174.

Auch heute noch wird eine geringen Zahl an Takahes im Te Anau Wildlife Park and am Mt. Bruce gehalten. Die dortigen Vögel dienen hauptsächlich dazu, der Bevölkerung die Vögel zu zeigen und werden deshalb in möglichst natürlicher Umgebung vorgeführt. 174.

1.2.4.0.1.1.7.6.2 Handaufzucht in Burwood
In Burwood werden Takaheier in einer Brutmaschiene ausgebrütet und von Hand aufgezogen, damit genügend Tiere für die Freilassung im Fjordland zur Verfügung stehen. Nur wenn es nötig ist, um die genetische Basis der Takahes auf den raubtierfreien Inseln zu erweitern, werden einzelne Vögel hierfür zur Verfügung gestellt. 174.

Vier Brutpaare sollen dort gehalten werden, um die Eier für die künstliche Aufzucht zu legen. Sie sollen keinen Kontakt zu Menschen haben. 174.

Dabei werden hohe Hygienestandarts eingehalten und die Ausrüstung im Brutraum vor Gebrauch sterilisiert, um sicherzustellen, daß keine Vogelkrankheiten eingeschleppt werden. Auch Takaheeier von den Inseln oder aus dem Te Anau Wildlife Park and vom Mt. Bruce werden deshalb nicht verwendet. Aus dem Fjordland dürfen Eier verwendet werden, da die Vögel dort ja auch wieder freigelassen werden. 174.

Die Jungtiere bekommen möglichst wenig Gelegenheit Menschen zu sehen oder zu hören. Dazu wurden abgeschlossene Brutmaschinen und Gehege mit einseitig durchsichtigen Beobachtungsscheiben und Fütterungsluken entwickelt. Ihnen werden die Rufe der Altvögel vom Band aus vorgespielt. 174.

Damit sie sich die Ernährungsgewohnheiten zulegen, die sie in der Wildnis zum Überleben brauchen, werden die Jungtiere in Gehegen gehalten, wo sie geeignete Wildpflanzen, besonders den Farn (Hypolepis millefolium) zum Fressen vorfinden. 174.

1.2.4.0.1.1.7.7 Etablierung einer zweiten Population in den Stuart Mountains

Die Population in den Murchison-Mountains wuchs zu Beginn des Auswilderungsprogrammes schnell und deshalb schienen dort keine zusätzlichen Vögel benötigt zu werden. Es wurde zudem befürchtet daß die ausgewilderten Takahes Vogelkrankheiten in den Lebensraum der bestehenden Population einschleppen könnten. Ein getrennte Population in dem größten geeigneten Lebensraum - den Stuart Mountains - außerhalb der Murchison Mountains hätte dann eine Art natürliche Quarantäne bedeutet. Außerdem ist bekannt, daß die Takahes dort noch lange überlebt hatten. 174.

Geplant war, die Population in den Stuart Mountains so lange zu vergrößern ausdehnen bis sie sich schließlich mit der Population in den Murchison Mountains verbindet. Die ersten acht künstlich aufgezogenen Vögel wurden Oktober 1987 dort ausgewildert und von drei dieser Vögel wurde inzwischen bekannt daß sie gestorben sind. Jedes Jahr wurden dort zwischen sechs und acht Vögeln freigelassen, insgesamt waren es bis Dezember 1992 58 Tiere und mindestens ein Paar hat Küken aufgezogen. Danach wurde das Programm unterbrochen, bis überprüft werden kann, ob die Vögel dort erfolgreich etablieren konnten. 174.

Da die Populationsgröße in den Murchison Mountains zwischen 1990 und 1993 gefallen ist und die Hygiene sich als aureichend erwiesen hat, um ein Einschleppen von Krankheiten in Burwood zu verhindern, wurden die handaufgezogenen Vögel 1993 in den Murchison Mountains ausgewildert. 174.

Maxwell et al. wiesen in einer Studie von 1997 nach, daß in Gefangenschaft aufgezogene Takahes in den ersten fünf Jahren nach Freilassung in den Murchison Mountains mindestens so gute Überlebensraten wie ihre wild aufgewachsenen Artgenossen hatten. Wilde Takahes überleben oft das erste Jahr nicht, da ihnen ausreichende Fettvorräte fehlen, um bei kalten Temperaturen den nahrungsarmen Winter zu überleben. Von den neun freigelassenen weiblichen Takahes waren acht nach der Beobachtungsperiode verpaart, während von den acht männlichen Tieren nur zwei einen Partner gefunden hatten. Das deutet darauf hin, daß es in Fjiordland zu wenige freilebende Takaheweibchen gibt. 161.


Südinseltakahe (Porphyrio hochstetteri) Quelle: 246.

1.2.4.0.1.1.7.8 Umsiedlung auf raubtierfreie Inseln

Der Management-Plan von 1982 und einige Forschungsarbeiten empfahlen probeweise Takahes auf geeigneten ratten- und raubtierfreie Inseln vor der Küste Neuseelands auszuwildern, da die natürliche Vermehrung auf den Inseln billiger ist, als die Aufzucht in Gefangenschaft. Hierzu ausgewählt wurden Kapiti, Tiritiri Matangi, Maud und Mana. Einmalig ist das, da die Inseln sich erheblich von dem alpinen Lebensraum, unterscheiden, aus dem die Vögel aus historischer Zeit bekannt sind. 27., 174., 178.

Zwischen 1984 und 1993 wurden insgesamt 24 Takahes auf den Inseln ausgewildert. Der erste Brutversuch wurde 1986 festgestellt, 1991 brüteten auf den Inseln acht Paare, 1997 gab es schon 19 Brutpaare. Seit beginn der Auswilderungen bis 1991 wurden Vögel zwischen den Inseln ausgetaucht, um zu erreichen, daß auf jeder Insel gleich viele männliche wie weibliche Tiere vorhanden sind, damit möglichst viele Brutpaare sich bilden können. Die Zahl der Vögel nahm 2003 immer noch zu. 178.

Da gelegendlich beobachtet wurde, daß Takahes Wetas und verschiedene Echsen fressen und da befürchtet wurde, daß sie die Küken der Auklandente fressen könnten, wird befürchtet, daß Takahes andere geschützte Arten negativ beeinflussen könnten. 174., 182.

1991 war das letzte Jahr, in dem Takahes von Mount Bruce und Te Anau Wildlife Centre nach Maud und Tiritiri gebracht wurden (Stand: 1994). Die späteren Takahes von Maud und Tiritiri stammen alle aus Burwood. Um die Verschleppung von Krankheiten zu vermeiden, war es bis 1993 nicht erlaubt, Vögel von Kapiti und Mana nach Maud und Tiritiri zu bringen. Danach wurde nachgewiesen, daß in allen vier Populationen im Wesentlichen dieselben Krankheiten verbreitet sind und das Verbot aufgehoben. Der Management-Plan von 1994 sah vor, Vögel zwischen den Inseln auszutauschen, um die genetische Variabilität zu erhöhen und das Risiko von Krankheiten so weit wie möglich zu begrenzen. 174.

Die Takahes auf den Inseln haben einen wesentlich geringeren Bruterfolg als die in den Bergen lebenden Tiere. Dennoch nahm die Zahl der Inseltiere gleichmäßig zu, da die Erwachsenen hohe Überlebensraten haben. In einem Jahr überlebten 83% aller Vögel, in vier anderen Jahren kam es zu keinem Tod eines erwachsenen Vogels. 26., 27., 136., 142., 143., 144., 146, 162., 178.

Die Inseltiere werden seit 1994/95 zugefüttert, um den Bruterfolg zu erhöhen. 27., 143.

In einer 1998 veröffentlichten Studie wurde errechnet, daß die Inseln je nach Schätzung für die Tragfähigkeit zwischen 1997 und 2009 mit so vielen Brutpaaren der Takahes besetzt sind, daß dort keine weiteren Takahes leben können. 27.

1.2.4.0.1.1.7.8.1 Unfruchtbarkeit der Eier und geringer Brut- und Aufzuchterfolg bei den Inseltakahes
Der geringe Bruterfolg der auf die Inseln umgesiedelten Takahes geht überwiegend darauf zurück, daß aus einem großen Teil der Eier keine Jungtiere schlüpfen, von denen wiederum ein erheblicher Teil, teilweise aufgrund von Mißbildungen die ersten beiden Wochen nicht überlebt. Im Fjordland erweisen sich 39% der Eier als unfruchtbar auf den raubtierfreien Inseln sind es 60-75%. Obwohl die Inzucht der Tiere zunimmt, nimmt die Unfruchtbarkeit der Eier und die Zahl der Mißbildungen im Großen und Ganzen nicht zu. Jedoch legen weibliche Takahes deren Eltern sehr eng miteinander verwandt waren, mehr taube Eier und weniger von ihren Jungtieren wachsen heran, als bei anderen Takahe-Weibchen. 26., 27., 136., 142., 143., 144., 146, 162., 178.

Die Takahes auf den Inseln Maud und Tiritiri haben einen wesentlich geringeren Bruterfolg als die in den Bergen lebenden Tiere. Die Vögel auf Mana liegen zwischen beiden Extremen während die Takahes auf Kapiti einen vergleichbaren Bruterfolg haben wie die im Fjordland. Dieser geringe Bruterfolg war vorhanden, seit die ersten Gründertiere 1986 auf den Inseln zu brüten begannen. Pestizide, Gifte von durch Pilze befallenen Pflanzen, zu hoher Wasserverluts der Eier beim Brüten wurden untersucht und als Ursache ausgeschlossen. 181.

Eine Untersuchung der unfruchtbaren Eier von Takahes auf den Inseln zeigte, daß diese in der Zusammensetzung kaum von denen in den Murchison-Mountains abwichen und die verbreitete Unfruchtbarkeit deshalb nicht auf Fehlernährung zurückzuführen sein kann. Die Überlebensraten der älteren Tiere sind ja sowieso besser als in den Murchison-Mountains. Nur Mangan liegt in einer wesentlich geringeren Konzentration vor, als in den Murchison-Mountains, das ist jedoch gerade auf der einzigen Insel am stärksten ausgeprägt, wo die Eier genauso fruchtbar sind, wie in den Murchison Mountains. Außerdem nimmt bei zweiten und dritten Bruten die Fruchtbarkeit der Eier im Vergleich zur ersten Brut zu, was bei Fehlernährung nicht zu erwarten wäre, da für die späteren Gelegen dann weniger Nährstoffe zur Verfügung stehen müßten, weil die Eltern ihre Vorräte an den knappsten Nährstoffen schon bei den ersten Gelegen weitgehend aufgebraucht hätten. Abgesehen davon besteht das Problem mit der Unfruchtbarkeit bei dem nahe verwandten Purpurhuhn, das sich fast genauso ernährt nicht. 178., 181.

Daß die Fruchtbarkeit bei späteren Gelegen zunimmt, ist vermutlich darauf zurückzuführen, daß dann weniger Revierkämpfe stattfinden. Revierkämpfe könnte auch für einen Teil der Fruchtbarkeitsprobleme auf den im Verhältnis zum Fiordland dichter mit Takahes besiedelten Inseln verantwortlich sein. Vollständig erklären können sie dieses Problem aber nicht. 178.

Die Population des Takahes war jahrzehntelang klein und räumlich beschränkt, so daß sie nur eine geringe genetische Variabilität aufweist. Zwar verlassen Jungtiere das Gebiet ihrer Eltern, ziehen aber meist nicht sehr weit fort. Das macht Tierarten generell anfällig für das Aussterben, besonders wenn sie über einen langen Zeitraum in einem einheitlichen Lebensraum leben und danach in einen anderen versetzt werden. 172.

Die zusätzliche Inzucht nach der Umsiedlung auf die Insel spielt bei dem Problem offensichtlich kaum eine Rolle, denn zwischen den Stammbaumdaten der dortigen Vögel und ihrem Bruterfolg ist kein Zusammenhang nachweisbar. Das wird dadurch bestätigt, daß die Vögel auf den Inseln sich in ihren Genen nachweislich sogar stärker voneinander unterschieden als die untersuchten Vögel aus der Fiordlandpopulation. Der Bruterfolg von Kakapos und Takahes auf den raubtierfreien Inseln ist sehr niedrig verglichen mit Vögeln der Nördlichen Hemisphäre aber auch verglichen mit Vögeln anderer kleiner Populationen mit wahrscheinlich großer Inzucht, die jedoch in ihrem ursprünglichen Lebensraum blieben. Es wurde nachgewiesen, daß Populationen mit starker Inzucht so gut zurechtkommen wie Populationen mit hoher innerartlicher Variabilität, so lange sich die Umweltbedingungen nicht von denen unterscheiden, denen sie in der Phase ausgesetzt waren, als die Population am Kleinsten war. Sobald die Lebensbedingungen sich wesentlich ändern, nimmt sowohl die Fruchtbarkeit als auch die Überlebensrate erheblich ab. Es ist deshalb anzunehmen daß die Umsiedlung der Takahes auf die erheblich anderen Insellebensräume für das Problem mit der Fortpflanzungsrate verantwortlich ist, obwohl die erwachsenen Vögel dort erheblich erfolgreicher überleben und die Lebensräume insgesamt für den Takahe geeigneter erscheinen als im Fiordland. 178.

1.2.4.0.1.1.7.8.2 Maud Island
Maud ist die erste Insel, auf der Takahes ausgewildert wurden. Fünf männliche und vier weibliche junge Takahes wurden insgesamt 1984 und 1985 auf Maud Island ausgesetzt. Der erste Brutversuch fand 1986 statt. 178.

1.2.4.0.1.1.7.8.3 Mana
Von den Inseln hat Mana die größten Bereiche mit Wiesen. Dort wurden ursprünglich (1987 oder später) vier Vögel ausgesetzt, die entweder in Te Anau aufgezogen wurden und aus in der Wildnis gesammelten Eiern stammten oder im Mt Bruce Wildlife Centre geschlüpft und aufgewachsen sind. September 1995 gab es 5 Paare und eine Dreiergruppe aus einem Männchen und zwei Weibchen auf der Insel und nach den damaligen Schätzungen von Ryan und Jamieson wäre die Insel schon 2000 mit 22 Brutpaaren so dicht besiedelt gewesen, daß die keine weiteren Paare mehr ernähren kann. Wenn die Insel für den Takahe so verändert worden wäre, daß es zusätzliche Wasserstellen und Nistplätze gibt, wäre sie erst 2004 voll bevölkert gewesen. 27., 174.

1.2.4.0.1.1.7.8.4 Tiritiri Matangi
Tiritiri Matangi ist eine 2,7km lange Insel, die durchschnittlich 700 m breit ist. Das Land hat einige sanfte Steigungen die sich bis zu 191m über dem Meeresspiegel erheben. Es gibt keine Trockenzeiten und der durchschnittliche Regen liegt bei 1026mm pro Jahr. Die Vegetation besteht aus Buschland und Gras, sowie gemähten Wiesen auf denen sowohl einheimische als auch eingeführte Pflanzen wachsen und einem kleinen Stück Farmland. Es gibt auch einige unbewachsene Ecken, mit Teichen oder kleinen Sträßchen. 182.

Die Insel wurde bis 1970 landwirtschaftlich genutzt und wurde dann 1987 als Schutzgebiert ausgewiesen. In den 120 Jahren der landwirtschaftlichen Nutzung verlor die Insel 94% ihres ursprünglichen Waldes. Zwischen 184 und 1994 wurden 250 000 bis 300 000 gepflanzt und sie Pazifische Ratte (Rattus exulans) ausgerottet, so daß es keine eingeführten Säugetiere mehr gibt, die einheimische Arten jagen könnten. Viele gefährdete und bedrohte Vögel wurden hier seither eingeführt und haben selbsterhaltende Populationen entwickelt. 182.

Durch die Sukzession wird der Wald zunehmen, was die Lebensbedingungen für den Takahe verschlechtern wird. 182.

Auf Tiritiri Matangi Island wurden erst seit 1991 Takahes ausgewildert. 1994-95 gab es dort 10 freilebende Takahes, die zu drei verschiedenen Familiengruppen gehörten. März 2002 lebten 20 Takahes auf Tiritiri. Die Brutsaison 2000/2001 war weitgehend erfolglos, da die Zahl der Revierkonflikte zu sehr zugenommen hatte. 174., 182.

1.2.4.0.1.1.7.9 Purpurhühner als Pflegeeltern für Takaheküken

Der Chatham-Schnäpper (Petroica traversi) wurde vor dem sicheren Aussterben bewahrt, indem einer nahe verwandten Art, dem Maorischnäpper (P. macrocephala) seine Eier untergeschoben wurden. 28.

Da das arteigene Verhalten von Takahes und Purpurhühnern (Porphyrio porphyrio) sich ähnlich genug ist, wurde versucht, dem nicht bedrohten Purpurhuhn Eier des Takahes unterzuschieben. Da die richtigen Eltern der Küken, wenn man ihnen die Eier wegnimmt, ein zweites Gelege legen, war davon auszugehen, daß dadurch insgesamt mehr junge Takahes aufwachsen. Der Bruterfolg bei den Purpurhuhn-Pflegeeltern war in diesem Experiment geringer als bei den Takahe-Küken, die ihren richtigen Eltern blieben. Bei ersteren überlebten 2 von 8 geschlüpften Küken das erste Jahr, bei letzteren waren es zwei von fünf Küken. Dieser Unterschied ist vermutlich auf Zufall zurückzuführen, da er nicht statistisch signifikant ist und eine Beobachtung des Verhalten der Purpurhühner gegenüber den jungen Takahes keine Ursache für den Unterschied erkennbar werden läßt. 28.

Die Purpurhühner haben die Takaheeier akzeptiert, erfolgreich ausgebrütet und kümmern sich um Takaheküken wie um ihre eigenen Jungtiere. Die Purpurhuhn-Zieheltern zeigten keinerlei ungewöhnliches oder aggressives Verhalten gegenüber den jungen Takahes. Durch Purpurhühner aufgezogene junge Takahes reagieren wesentlich heftiger auf Freßfeinde als diejenigen Takahes, die durch ihre eigenen Eltern aufgezogen wurden. Das könnte von Vorteil sein, wenn man Takahes von den raubtierfreien Inseln wieder auf der Südinsel auswildern will. 28.

Bei der Annäherung von Menschen fliehen Purpurhühner und lassen ihre Küken allein, während bei den Takahes immer mindestens ein Altvogel bei dem Jungtier bleibt. Junge Purpurhühner verstecken sich im Unterwuchs, wenn ihre Eltern fliehen. Wenn Purpurhühner fliehen, während ihr untergeschobeners Takahe-Küken zurückbleibt, ist dieses nicht still, sondern stößt oft einen Angstschrei aus, den man nie zu hören bekommt, wenn Takahes sich um ihre eigenen Jungtiere kümmern. Wenn Raubtieratrappen Purpurhühnern vorgeführt wurden, ließen diese nie die Jungtieren zurück. 28.

Als einem Takahepärchen, deren einziges unfruchtbares Ei entfernt worden war, das Nest weiter bebrütete ohne ein neues Ei zu legen, wurde dem Pärchen ein Purpurhuhnei untergeschoben. Die Takahes zogen das Jungtier bis zur Unabhängigkeit auf und es wurde im folgenden Jahr in einem Purpurhuhnrevier das sich mir dem seiner Takahe-Pflegeeltern überschnitt, mit Artgenossen zusammen beobachtet. 28.

1.2.4.0.1.1.7.10 Information der Bevölkerung

Damit die Bevölkerung in den Gebieten, in denen es Takahes gibt, nicht aus Unwissenheit oder Gleichgültigkeit die Schutzmaßnahmen für den Takahe behindert, wird darauf geachtet, den Vogel der Bevölkerung bekannt zu machen. Zu diesem Zweck werden in National Wildlife Centre (Mount Bruce) und im Te Anau Wildlife Park einige Brutpaare gehalten und dem Puplikum vorgeführt. Auch Besuche auf den Inseln, auf denen Takahes ausgesetzt wurden, werden ermutigt. Außerdem werden regelmäßig Neuigkeiten über Schutzmaßnahmen für den Takahe und ihre Erfolge an die Öffentlichkeit gebracht. 174.

1.2.4.0.1.1.7.11 Forschung

Um den Takahe optimal schützen zu können, ist es notwendig, sowohl die Wirkung der Schutzmaßnahmen zu überprüfen als auch die Bedürfnisse des Vogels zu kennen. Deshalb wird der Forschung über den Takahe ein hoher Stellenwert eingeräumt. Dabei soll zwar darauf geachtet werden, den Vogel nicht mehr zu stören als unbedingt nötig, jedoch darf zu Forschungszwecken der Murchison Mountains Special Aera besucht werden, den sonst nur wenige Menschen betreten dürfen. 174.

Zu diesen Forschungsmaßnahmen zählt eine jährliche Feststellung der Zahl der vorhandenen Vögel, die dazu dient die Auswirkungen von Wetterbedingugen, Raubtieren und Schutzmaßnahmen einzuschätzen und die Maßnahmen entsprechend anzupassen. Es werden die Lebensbedingungen des Vogels und seine Futterpflanzen beobachtet und Biologie und Lebensweise des Vogels wurden intensiv erforscht. 174.


Südinseltakahe (Porphyrio hochstetteri) Quelle: 176.

1.2.4.0.1.2 Nordinseltakahe (Porphyrio mantelli)

Der ebenfalls flugunfähige Nordinseltakahe, lebte ausschließich auf der Nordinsel und war deutlich größer und feingliedriger als sein Pendant von der Südinsel. 144., 159., 246.

Der Nordinseltakahe wurde zuerst durch subfossile Knochenfunde bekannt. Er war ursprünglich weit auf der Insel verbreitet, wurde aber nach und nach zurückgedrängt. Als Aussterbeursache werden die zunehmende Bewaldung des Berglandes nach der letzten Eiszeit und die durch Knochenfunde belegte Bejagung durch Maoris vermutet. Die Bewaldung ist als Aussterbeursache jedoch kaum denkbar, da Knochen von Takahes gewöhnlich an Orten gefunden wurden, die nicht direkt an offenes Grasland grenzten. 29., 92., 148., 169., 172., 174.

Lange wurde angenommen, daß die Nordinseltakahe kurz nach der Besiedlung Neuseelands durch die Maoris ausstarb. Phillips führte jedoch 1959 Belege dafür an, daß die Nordinseltakahe bis ins späte 19. Jahrhundert ähnlich, wie es die Südinseltakahe tat, in abgelegenen unzugänglichen Gebieten wie Ruahine überlebte. 148., 159.

Die Nordinseltakahe wurde von den Maoris als Mohoau bezeichneten und als Vogel mit blauen Federn beschrieben, der einem Purpurhuhn ähnelt. 159.

1898 wurde ein Exemplar des Nordinseltakahes im Tararua-Gebiet am Südende der Nordinsel durch einen Landvermesser namends Morgan Carkeek gefangen und zum Heim eines Roderick McDonald of Horowhenua gebracht, der den Balg noch lange dort aufbewahrte. Der Vogel wurde damals von den Einheimischen als Mohoau identifiziert und löste unter den Maoris große Aufregung aus, da er damals schon so selten war, daß nur die Älteren unter ihnen den Vogel noch kannten. 159.

Um 1910 herum war es üblich den Maori-Namen Mohoau des Nordinseltakahe zu verwenden, um damit Leute zu bezeichnen, die sich lange in der Wildnis aufgehalten haben und infolgedessen ungepflegt wirkten. 159.

Der Vogel ist nach Walter Mantell benannt, der die ersten Knochen des Nordinseltakahes entdeckte. 145.

 

Übersicht: Purpurhühner (Porphyrio), Z108. Rallen (Rallidae), Z108. Rallen (Ralloidea), Z108. Kranichvögel (Gruiformes), Z95. (Neoaves), Z95. Neukiefer (Neognathae), Z95. Vögel (Aves), Z98. Archosaurier (Archosauria), Z98. Schuppenechsen (Lepidosauria), Z98. (Romeriida, Diapsida), Z98. Schläfengrubenlose (Anapsida), Z98. Klasse: Reptilien (Reptilia), Z98. Amnioten (Amniota), Z98. Vierbeiner (Tetrapoda), Z98. Fleischflosser (Sarcoptergii), Z98. Knochenfische (Ostheichtyes), Z98. Kiefertragende (Gnathostomata), Z98. Unterstamm: Wirbeltiere (Vertebrata), Z94. Reich: Tiere (Animalia), Z12. Überreich: Mehrzeller (Metazoa), Z12. Domäne: Eukaryoten (Eukaria), Z12. Lebewesen

1.2.4.0.2 Weka (Gallirallus australis)


O5.8 Flugunfähige Vögel, O5.24 Quellen
O5: Kersti: Inseltheorie: Zuwanderung, Aussterben und Evolution auf Inseln, OI5.
Z115. Inseln und Kontinente (alphabethisch)
Z103. Alphabetische Liste der Namen der Tiere auf latein, Z104. deutsch

Ein Text von Kersti Nebelsiek, Alte Wilhelmshäuser Str. 5, 34376 Immenhausen - Holzhausen, Tel.: 05673/1615, http://www.kersti.de/, Kersti_@gmx.de
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