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O5: Kersti: Inseltheorie: Zuwanderung, Aussterben und Evolution auf Inseln, OI5.
O5.8 Flugunfähige Vögel

1.2.4.0.3 Kiwis (Apteryx)

erste Version: 12/07
aus O27 ausgegliedert: 3/2008

1.2.4.0.4 Kakapo (Strigops habroptilus)

Der Kakapo (Strigops habroptilus) ist der größte und schwerste Papagei (Psittaciformes) der Welt. Er ist flugunfähig und nachtaktiv. 136.


Kakapo, Quelle: 45.

Körperbau

Beim Kakapo unterscheiden sich die Geschlechter stärker als bei allen anderen Papageien. Das Männchen wiegt durchschnittlich 2,1kg, das Weibchen 1,3kg. Die Größe der einzelnen Skelettelemente ist beim Kakapo nicht so einheitlich wie beim nahe verwandten flugfähigen Kea (Nestor notabilis). 136.

Der Kakapo hat von allen Papageien relativ zur Körpergröße die kleinsten Flügel. Dabei sind körpernahe Skelettelemente deutlich weniger zurückgebildet als die der Flügelspitzen. Der Schultergürtel und ist verhältnismäßig kleiner als bei flugfähigen Papageien. Die Flugmuskulatur ist deutlich zurückgebildet, wobei jeder einzelne Muskel kleiner ist, aber auch ganze Muskelgruppen fehlen. 136.

Die Schwungfedern des Kakapo sind kürzer als die seiner Verwandten, stärker abgerundet, die Fahnen sind nicht so unterschiedlich breit und haben weniger Bogen- und Hakenstrahlen, die die Federäste der Federn miteinander verbinden und die Feder dadurch versteifen. 136.

Im Gegensatz dazu sind die Beine des Kakapos relativ zur Körpergröße länger als die des Keas, wobei die körpernahen Teile stärker verlängert sind als die körperfernen. 136.


Skellett von (Nestor meridionalis) und Kakapo (Stringops habroptilus) Quelle: 45.

Energiehaushalt

Kleine warmblütige (gleichwarme) Tiere benötigen einen hohen Grundumsatz, um die Energie bereit zu stellen, die nötig ist um bei niedrigen Außentemperaturen ihre Körpertemperatur stabil zu halten. Die meisten Papageienarten Neuseelands kommen gut mit Temperaturen bis hinunter zu 5oC zurecht, wahrscheinlich sogar bis zum Gefrierpunkt. Nestorpapageien reagieren aber empfindlich auf Temperaturen über 30oC. Ihr Grundumsatz liegt durchschnittlich um 32% über dem durchschnittlichen Grundumsatz von Vögeln, die keine Singvögel sind und vergleichbar groß sind. Auch andere papageien haben einen hohen Grundumsatz. Da der Kakapo jedoch der einzige flugunfähige Papagei ist und eine schwach ausgebildete Flugmuskulatur hat, wird angenommen, daß sein Grundumsatz - vergleichbar mit dem anderer flugunfähiger Vögel - für seine Größe sehr niedig ist. Sie wurde aufgrund der Masse der Flugmuskulatur auf etwa 75% des durchschnittlichen Grundumsatzes vergleichbar großer Vögel geschätzt. 191.

Lebensweise

Ernährung

Erwachsene Kakapos fressen Blätter, Triebe und Wurzeln vieler verschiedener Pflanzenarten, wie Gräsern, Kräutern, Farnen, Moosen, Flechten Büschen und Bäumen. Den Hauptteil der Nahrung machen dabei Blätter aus. Außerdem fressen sie gelegentlich Früchte. Tiere fressen sie überhaupt nicht. 171., 191.

Kakapos füttern ihre Jungtiere zu keiner Zeit mit tierischer Nahrung. Selbst in den ersten Lebenswochen erhalten die Jungtiere nur pflanzliche Nahrung. Dagegen füttern die meisten großen Vögel ihre Jungtiere zuerst mit tierischer Nahrung. 171.

Kakapos füttern ihre Jungtiere oft nur mit einer einzigen Pflanzenart. 171.


Frisch geschlüpftes Kakapoküken, Quelle: 45.

Balz und Brut

Der Kakapo balzt und brütet normalerweise nur alle 2-3 Jahre, dann aber die gesamte Inselpopulation im gleichen Jahr. Bei guter Ernährung brütet er jährlich.

Der männliche Kakapo sucht sich eine Erhebung in der Landschaft, wie einen Fels, eine Hügelkuppe oder eine Klippe. Dann bläht er sich zur Balz wie ein Kugelfisch auf und läßt ein sehr tiefes "Buum" hören, das bis zu fünf Kilometer weit zu hören ist. Außerdem baut jeder Vogel um eine schüsselförmige Vertiefung herum diverse Wege.

Das Weibchen brütet und versorgt die Jungen alleine. Es legt ein bis vier Eier, brütet tagsüber und läßt das Nest nachts lange allein, um etwas zu fressen für sich und später auch für die Küken zu suchen. Nach 10-12 Wochen verlassen die Jungen das Nest, werden aber bis zu sechs Monate lang gefüttert. 215.


Ei vom Kakapo (Strigops habroptilus) Quelle: 202.

Bestandsentwicklung

Kakapos waren früher weit verbreitet und häufig auf den drei Hauptinseln Neuseelands. Seit der Ankunft der Europäer in Neuseeland nahm ihre Zahl dramatisch ab. 215.

Im November 2001 gab es nur noch bekannte lebende 62 Exemplare der Art. Der Kakapo galt wie der Takahe als ausgerottet und wurde später wiederentdeckt. Es gab 1995 weniger als 50 Exemplare der Art. Davon waren die meisten schon über vierzehn Jahre als und es gab nur 17 bekannte Weibchen. Die Hauptursachen der Gefährdung sind Nahrungskonkurenz und Bejagung durch eingeführte Säugetiere. 165., 215.

Die verbliebenen Tiere wurden auf raubtierfreie Inseln umgesiedelt und werden intensiv betreut. Damit sie häufiger brüten können, werden sie zugefüttert. 29., 165.


Kakapo, Quelle: 79.

Freßfeinde

Hunde (Canis familiaris), Hermeline (Mustela erminea), Katzen (Felis catus) und mehrere Rattenarten (Rattus spp.) sind wahrscheinlich der hauptgrund für den Bestandsrückgang der Kakapos.

Katzen

Die Katzen haben den Bestand auf der Hauptinsel sehr gefährdet, deshalb wurde der gesamte Bestand von nur 61 Vögeln auf raubtierfreie Inseln umgesiedelt und dort zusätzlich gefüttert, damit die Nahrung zur Vermehrung ausreicht.


Kakapo (Strigops habroptilus) Quelle: 224.

Weka

Unfruchtbarkeit der Eier

Abstammungsübersicht

(Strigops), Eulenpapageien (Strigopini), Echte Papageien (Psittacinae), Papageien (Psittacidae), Papageien, Handfüßler (Psittaciformes), Z95. (Neoaves), Z95. Neukiefer (Neognathae), Vögel (Aves), Z98. Archosaurier (Archosauria), Z98. Schuppenechsen (Lepidosauria), Z98. (Romeriida, Diapsida), Z98. Schläfengrubenlose (Anapsida), Z98. Klasse: Reptilien (Reptilia), Z98. Amnioten (Amniota), Z98. Vierbeiner (Tetrapoda), Z98. Fleischflosser (Sarcoptergii), Z98. Knochenfische (Ostheichtyes), Z98. Kiefertragende (Gnathostomata), Z98. Unterstamm: Wirbeltiere (Vertebrata), Z94. Reich: Tiere (Animalia), Z12. Überreich: Mehrzeller (Metazoa), Z12. Domäne: Eukaryoten (Eukaria), Z12. Lebewesen


Kakapo, Quelle: 175.

1.2.4.0.5 Schnepfenralle (Capellirallus karamu)


O5.8 Flugunfähige Vögel, O5.24 Quellen
O5: Kersti: Inseltheorie: Zuwanderung, Aussterben und Evolution auf Inseln, OI5.
Z115. Inseln und Kontinente (alphabethisch)
Z103. Alphabetische Liste der Namen der Tiere auf latein, Z104. deutsch

Ein Text von Kersti Nebelsiek, Alte Wilhelmshäuser Str. 5, 34376 Immenhausen - Holzhausen, Tel.: 05673/1615, http://www.kersti.de/, Kersti_@gmx.de
Da ich es leider nie schaffe, alle Mails zu beantworten, schon mal im voraus vielen Dank für all die netten Mails, die ich von Lesern immer bekomme.