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O5: Kersti: Inseltheorie: Zuwanderung, Aussterben und Evolution auf Inseln, OI5.

O5.25 1. Flugunfähige Vögel auf Inseln im Pazifik: 1.1 Amerika, 1.2 Australien, 1.3 Asien

erste Version: 7/2007
letzte Bearbeitung: 7/2009

O5.78

1.4.2.1 Pitcairn-Inseln, Abgelegene Inseln, Südpazifik

Weitere Inseln: Ducie and Oeno

1.4.2.1.1 Pitcairn

Einzige heute besiedelte Insel der Inselgruppe.

1.4.2.1.2 Henderson Insel

Die 37km2 große und an der höchsten Stelle 33m hohe zur Pitcairngruppe gehörende Henderson-Insel ist eine der abgelegendsten Inseln Ozeaniens. 177 Kilometer nord-westlich der Insel liegt Pitcairn, Oeno liegt 200km westlich und Ducie 360km östlich der Insel. Als die Henderson-Insel 1606 von Europäern entdeckt wurde, hatte sie keine menschlichen Bewohner. Man meinte, die von einem felsigen Steilufer umgebene, bewaldete Insel sei noch nicht von Menschen besucht worden. 46., 128.

Es gibt dort heute keine einheimischen Säugetiere, nur Rattus exulans lebt auf der Insel und sie wurde normalerweise von Maoris auf denjenigen Inseln eingeschleppt, wo man sie heute findet. Eventuell gibt es dort auch die Hausmaus (Mus musculus). 46.

Auf der Insel gibt es folgende Reptilien: Der Skink (Emoia cyanura), ein bisher nicht genau bestimmter Gecko und die Suppenschildkröte (Suppenschildkröte) 128.

Es gibt heute dort 4 eingeführte Pflanzen (Cocos nucifera, Cordyline terminalis, Aleurites moluccana, and Achyranthes aspera), von denen die ersten drei gewöhnlich durch Polynesier eingeführt werden. 63 heute noch dort einheimische Pflanzen sind von der Insel bekannt, von denen 9 endemische Arten oder Varianten sind. Die Wirbellosen sind kaum untersucht aber etwa 33% sind Endemismen. 46.

Es gibt etwa 12 Seevogelarten und 4 Landvögel, die durchweg endemisch sind: die flugunfähige Ralle (Porzana atra), eine Fruchttaube (Ptilinopus insularis), ein Papagei (Vini stepheni) und ein Singvogel (Acrocephalus taiti).46.

1971 wurden dort mehrere damals schon wieder verlassene Maori-Siedlungsplätze entdeckt, die laut Radiokarbondatierung etwa um 1200 nach Christus besiedelt gewesen sein müssen. Aufgrund der Ungenauigkeit der Datierungsmethode ist nicht genau bekannt wie lange die Siedlung bestand, es waren aber etwa 600 Jahre. Die Fundstücke weisen auf eine Herkunft der Siedler von den Marquesen hin. Nach den Grabungsergebnissen wurde die Insel vermutlich wieder verlassen, da sie zu klein und zu schlecht landwirtschaftlich zu bewirtschaften war, um als Dauersiedlung eine ausreichende Lebensgrundlage zu bieten. Auch das Meer bot keine guten Möglichkeiten zum fischen. Zuerst führte das dazu daß die dort lebenden einheimischen Tiere ausgerottet oder so sehr dezimiert wurden, daß sich die Jagd nicht mehr lohnte und danach reichte die Nahrung dort wohl nicht mehr zum Überleben und die Siedler mußten weiterziehen. 46., 128.

1.4.2.1.2.1 Tuamotusumpfhuhn (Porzana atra)

Das Tuamotusumpfhuhn (Porzana atra) ist eine kleine flugunfähige Ralle. Sie ist etwa ein drittel größer als die Südsee-Sumpfhuhn (Porzana tabuensis) ihre abgerundeten Flügel haben aber dieselbe Länge wie die der kleineren Ralle, während ihr Schwanz sogar kürzer ist. Die Zahl der Handschwingen ist von elf auf neun, die Zahl der Schwanzfedern ist auf acht verringert. Der Schnabel ist mittelgroß. Die Beine sind lang und kräftig. 122., 126.

Die Iris ist kardinalrot, das Augenlid zinnoberrot, der Schnabel ist schwarz mit grünlicher Farbe am Ansatz die sich auf der Schnabeloberseite als kurzer Streifen fortsetzt. Die Beine sind orangerot, bei Jungtieren etwas bräunlicher. 126.

Die Art wird sowohl in dichten als auch in offenen Wäldern der Insel gefunden. Sie findet sich in durch Pisonia dominierten Wäldern, in Mischwäldern von Pisonia und Xylosma, in Timonius-Dickichten, in Pandanus-Thespesia-Argusia Wälder in Meeresbuchten und in Kokospalmenhainen an den Stränden. 127.

Sie duchsucht das Laub am Waldboden nach Nahrung wie den Eiern von Reptilien, Insekten und anderen Gliederfüßern, Schnecken. Die Brutzeit erstreckt sich von Juli bis mitte Februar und es werden in dieser Zeit oft zwei Bruten aufgezogen. Das Gelege besteht aus 2-3 Eiern. Dem Paar helfen oft andere Artgenossen bei der Verteidigung der Jungtiere gegen Krabben und Ratten. Mindestens 43% der alttiere überleben das Jahr und Pro Erwachsenem überleben mindesten 0,95 Jungtiere pro Jahr bis zum alter von einem Monat. 127.

Das Tuamotusumpfhuhn (Porzana atra) ist nur auf der Henderson-Insel verbreitet (endemisch) und hatte 1987 eine Population von über 3 200 Tieren, 1992 waren es etwa 6 200. Da bei beiden Zählungen unterschiedliche Verfahren verwendet wurden, ist es möglich, daß die Unterschiede auf Zählungsfehler zurückgehen, es ist jedoch anzunehmen daß die Population groß genug ist, um stabil zu sein und die Zahl der Tiere sicher nicht abnimmt. 127.

Der nächste Verwandte der Ralle ist das Zwergsumpfhuhn (Porzana pusilla). Auch Porzana rua ähnelt ihr sehr. 42., 281.

Obwohl die Pazifische Ratte (Rattus exulans) Eier und Küken frißt, gibt es keinen Hinweis, daß die Ratten eine ernsthafte Gefahr für den Vogel darstellen könnten, da sie etwa seit dem 8. Jahrhundert gemeinsam auf der Insel existieren. Zum Schutz des Tuamotusumpfhuhns (Porzana atra) ist es dennoch beabsichtigt die Ratten auszurotten. 127.

 

Abstammungsübersicht: Z108. Sumpfhühner (Porzana), Z108. Rallen (Rallidae), Z108. Rallen (Ralloidea), Z108. Kranichvögel (Gruiformes), Z95. (Neoaves), Z95. Neukiefer (Neognathae), Vögel (Aves),

1.4.2.1.2.2 Henderson-Erdtaube (Gallicolumba leonpascoi)

Die Henderson-Erdtaube (Gallicolumba leonpascoi) ist zusammen mit G. nui von den Marquesen, and G. longitarsus aus Neukaledonien eine der drei größten Tauben der Gattung Gallicoluba. 128.

Nächste Verwandte G. stairi und G. rubescens 128.

Der schwer gebaute Schnabel und und die großen kräftigen Beine sind vermutlich eine Anpassung in Richtung Bodenleben. Die Art hatte relativ kleine Flügel, etwa so lang wie bei der kleineren G. stairi und war deshalb wahrscheinlich ganz oder fast flugunfähig. Die Flügelknochen sind deutlich zurückgebildet. Diese Flugunfähigkeit muß sich innerhalb von verhältnismäßig kurzer Zeit entwickelt haben, da die Insel erst seit etwa 380 000 Jahren weit genug über den Meeresspiegel hinausragt, um eine dauerhafte Population an Landvögeln beherbergen zu können. 128.

Die Taube ist in der Anfangsphase der vorübergehenden Besiedlung der Henderson-Insel ausgestorben. 128.

Die Art ist nach Leon Pascoi benannt, der 1959 starb und ein enger Freund der Familie der Erstbeschreibers war. 128.

 

Abstammungsübersicht: Z109. Gattung: Dolchstichtauben, Indopazifische Erdtauben (Gallicolumba), Z109. Unterfamilie: Eigentliche Tauben (Columbinae), Z109. Familie: Tauben (Columbidae), Z109. Taubenvögel (Columbiformes), Z95. (Neoaves), Z95. Neukiefer (Neognathae), Vögel (Aves),

1.4.2.1.2.3 (Ducula sp.)

Knochen einer Taube der Gattung Ducula die größer als alle lebenden Tauben ist, wurde auf der Henderson-Insel gefunden. Die Flügel des Tiers sind deutlich zurückgebildet, so daß es wohl flugunfähig war. Sie dürfte etwa so groß wie die Marquesasfruchttaube (Ducula galeata) gewesen sein.46., 48.

 

Übersicht: Z109. Gattung: Eigentliche Fruchttauben (Ducula), Z109. Unterfamilie: Fruchttauben (Treroninae), Z109. Familie: Tauben (Columbidae), Z109. Taubenvögel (Columbiformes), Z95. (Neoaves), Z95. Neukiefer (Neognathae), Vögel (Aves),

Übersicht über die Abstammung der Vögel

Vögel (Aves), Z98. Archosaurier (Archosauria), Z98. Schuppenechsen (Lepidosauria), Z98. (Romeriida, Diapsida), Z98. Schläfengrubenlose (Anapsida), Z98. Klasse: Reptilien (Reptilia), Z98. Amnioten (Amniota), Z98. Vierbeiner (Tetrapoda), Z98. Fleischflosser (Sarcoptergii), Z98. Knochenfische (Ostheichtyes), Z98. Kiefertragende (Gnathostomata), Z98. Unterstamm: Wirbeltiere (Vertebrata), Z94. Reich: Tiere (Animalia), Z12. Überreich: Mehrzeller (Metazoa), Z12. Domäne: Eukaryoten (Eukaria), Z12. Lebewesen


O5.8 Flugunfähige Vögel, O5.24 Quellen
O5: Kersti: Inseltheorie: Zuwanderung, Aussterben und Evolution auf Inseln, OI5.
Z115. Inseln und Kontinente (alphabethisch)
Z103. Alphabetische Liste der Namen der Tiere auf latein, Z104. deutsch

Ein Text von Kersti Nebelsiek, Alte Wilhelmshäuser Str. 5, 34376 Immenhausen - Holzhausen, Tel.: 05673/1615, http://www.kersti.de/, Kersti_@gmx.de
Da ich es leider nie schaffe, alle Mails zu beantworten, schon mal im voraus vielen Dank für all die netten Mails, die ich von Lesern immer bekomme.