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O5: Kersti: Inseltheorie: Zuwanderung, Aussterben und Evolution auf Inseln, OI5.

O5.25 1. Flugunfähige Vögel auf Inseln im Pazifik: 1.1 Amerika, 1.2 Australien, 1.3 Asien, 1.4 Abgelegene Inseln

erste Version: 7/2007
letzte Überarbeitung: 12/2008

O5.79

1.4.2.2 Fidschi-Inseln (Fiji-Inseln , Fidji-Inseln), Abgelegene Inseln, Südpazifik

1.4.2.2.1 Viti-Levu

Auf Viti Levu exitstierten mindestens seit 16 Millionen Jahren aber vielleicht auch schon seit 40 Millionen Jahren landlebende Tiere. Im Vergleich zu vielen Pazifischen Inseln ist das ein sehr hohes geologisches Alter, das den einheimischen Landtierarten eine sehr lange unabhängigen Entwicklung ermöglichte. Die Tierwelt der Insel umfaßte in historischer Zeit Amphibien, Schlangen und Leguane. In vorgeschichtlicher Zeit gab es auch Krokodile, Riesenamphibien und Riesenleguane. 118.

1.4.2.2.1.1 Fidschi-Ralle (Nesoclopeus poecilopterus)

Die Ralle ist 36,5cm lang. Sie hat einen orange oder bräunlichgelben Schnabel mit gelblichweißer Spitze, der länger ist als der Kopf. Die gelben oder grauweißen Beine und Zehen sind kurz und kräftig, viel größer als Gallirallus philippensis. 3., 112.

Sie ist wahrscheinlich flugunfähig und hat abgerundete, ziemlich weiche Flügel mit gut entwickelten Schäften der Flugfedern. Die Handschwingen sind breit und an der Spitze abgerundet. Die Schwanzfedern ziemlich verkümmert und haben dünne Federschäfte. 112.

Die schwärzlichen Unterschwanzdecken sind unregelmäßig und undeutlich braun gebändert. Handschwingen und Flügeldecken sind kastanienbraun und dabei in fast ihrer gesamten Länge schwarz und hellbraun quergebändert. Die Unterflügeldecken sind schwarz und haben jeweils 3 bis 4 weiße Randflecken. 112.

Die Oberseite und und der Schwanz des Vogels sind haben eine dunkelbraune Farbe, die etwas in Kastanienbraun übergeht. Die gesamte Unterseite, die Kopfseiten, Hals- und Halsseiten und ein verwaschener Strich auf den Schläfen sind schiefergrau. Die Brustseiten, Schenkel und Unterschwanzdecken sind dunkler, mehr schwärzlich. Die Federn der Bauch- und Flankenbefiederung haben weißliche Spitzen. Die Zügel sind braun und fast nackt. Kinn und Kehle sind weißlich. Die Iris ist hellbraun. 112.

Die Fidjiralle galt, da sie zuletzt 1890 nachgewiesen wurde, als ausgestorben, bis sie 1973 lebend wiederentdeckt wurde. Inzwischen gilt sie seit 1994 wieder als ausgestorben. 3., 124.

Sie lebt auf den Fidschi-Inseln Viti Levu und Ovalau, wo sie Sümpfe und dichte Taro-Felder bewohnt. Sie ist ein sehr scheuer, versteckt lebender Vogel, der nie fliegend beobachtet wurde. 3., 112.

Die Vögel brüteten von Oktober bis Dezebmber in einem Nest, das am Boden aus Riedgräsern gebaut wurde. Das Gelege bestand aus etwa sechs 50 X 35 mm großen umber und cremefarbenen Eiern mit purpurfarbenen oder dunkel blutroten Flecken. 112.

 

Abstammungsübersicht: Z108. (Nesoclopeus), Z108. Rallen (Rallidae), Z108. Rallen (Ralloidea), Z108. Kranichvögel (Gruiformes), Z95. (Neoaves), Z95. Neukiefer (Neognathae), Vögel (Aves),

1.4.2.2.1.2 Viti-Levu-Ralle (Vitirallus watlingi)

Die Viti-Levu-Ralle (Vitirallus watlingi) ist nur aus Knochenfunden bekannt. Sie hat einen mehr als 10cm langen Schnabel, länger als bei allen Rallenarten, außer bei (Capellirallus karamu). Sie hat kurze kräftige Beine und stark zurückgebildete Flügelknochen.3.

Sie lebte auf Viti-Levu. 3.

 

Abstammungsübersicht: Z108. (Vitirallus), Z108. Rallen (Rallidae), Z108. Rallen (Ralloidea), Z108. Kranichvögel (Gruiformes), Z95. (Neoaves), Z95. Neukiefer (Neognathae), Vögel (Aves),

1.4.2.2.1.3 (Natunaornis gigoura)

Die flugunfähige Natunaornis gigoura ist größer als fast alle Tauben und nur geringfügig kleiner als Dodo/Dronte (Raphus cucullatus) und Solitär (Pezophaps solitaria). Ihre nächste Verwandte ist wahrscheinlich die ebenfalls nur aus Knochenfunden bekannte (Ducula lakeba) auf derselben Insel. 3., 32.

Die Gattung ist nach Natuna benannt, einem Häuptling des Vohvoh-Volkes im Sigatoka-Tal, wo die Knochen zuerst gefunden wurden. Das Epithton gigoura spielt auf die gigantische Größe der Art und ihre Ähnlichkeit zur Gattung Goura an. 32.

 

Übersicht: Z109. Gattung: (Natunaornis), Z109. Familie: Tauben (Columbidae), Z109. Taubenvögel (Columbiformes), Z95. (Neoaves), Z95. Neukiefer (Neognathae), Vögel (Aves),

1.4.2.2.1.4 Viti-Levu-Großflughuhn (Megapodius amissus)

Megapodius amissus ist ein ausgestorbenes fast oder ganz flugunfähiges Großfußhuhn. Seine Flügel sind deutlich zurückgebildet. Es wurde nur durch Knochenfunde bekannt und wurde vermutlich vor 2900-2700 Jahren von den Polynesiern ausgerottet, als diese die Insel besiedelten. Alle heute noch lebenden Großfußhühner sind gute Flieger oder zumindest flugfähig. Die kräftigen Beine zeigen, daß Megapodius amissus in etwa so groß oder geringfügig größer als M. reinwardt war. 118.

Das Epitheton amissus wurde als Name gewählt, da es "verloren" bedeutet und der Vogel ausgestorben ist. 118.

1.4.2.2.1.5 (Megavitiornis altirostris)

Megavitiornis altirostris ist ein sehr großes flugunfähiges Großfußhuhn aus Viti Levu. Wie die meisten großen flugunfähigen Vögel hatte es keine natürlichen Feinde, ehe die ersten menschlichen Siedler auf die Insel kamen. Große flugunfähige Vögel haben meist eine relativ lange Lebensdauer, eine geringe Fortpflanzungrate mit wenigen Eiern pro Gelege und haben keine Angst vor Raubtieren. All diese Eigenschaften machen sie extrem anfällig für die Ausrottung durch Menschen. Die Art wurde wahrscheinlich kurz nach dem Eintreffen der ersten Polynesischen Siedler auf der Insel ausgerottet und war bei der Entdeckung der Insel durch die Europäer längst vergessen. 118.

Die Flügel und Schultergürtel sind stark zurückgebildet, der Kiel des Brustbeines fehlt völlig, so das der Vogel mit Sicherheit völlig flugunfähig war. Sylviornis und Megavitiornis erscheinen zwar wegen ihrer Größe und vermutlich ähnlichen Stellung im Ökosystem ihrer jeweiligen Insel sehr ähnlich, doch Unterschiede im Knochenbau und die große räumliche Entfernung lassen keinen Zweifel daran, daß sie sich auf ihren jeweils recht alten Heimatinseln lange unabhängig voneinander zur Flugunfähigkeit entwickelt haben. 118.

Megavitiornis altirostris hat einen sehr großen, kräftigen und hohen schmalen Schnabel, der vermutlich verwendet wurde um die harten Schalen großer tropischer Früchte zu knacken. Die Fidschi-Inseln haben viele Baumarten deren Samen von den heute noch existierenden Tierarten nicht geknackt und gefressen werden können. Sie zählen zu den Gattungen Myristica, Heritiera, Sterculia, Burkella, Sukunia, Callophyllum, Xylocarpus. 118.

Die Größe der Knochen variiert erheblich, was vermutlich auf Geschlechtsdimorphismus zurückzuführen ist. 118.

 

Abstammungsübersicht: 102. (Megavitiornis) 102. Großfußhühner (Megapodidae) 102. Hühnervögel und Verwandte (Gallomorphae) Z95. Gänse- und Enten-, Hühnervögel (Galloanserae), Z95. Neukiefer (Neognathae), Vögel (Aves),

Kersti: 2 Atlantik

Übersicht über die Abstammung der Vögel

Vögel (Aves), Z98. Archosaurier (Archosauria), Z98. Schuppenechsen (Lepidosauria), Z98. (Romeriida, Diapsida), Z98. Schläfengrubenlose (Anapsida), Z98. Klasse: Reptilien (Reptilia), Z98. Amnioten (Amniota), Z98. Vierbeiner (Tetrapoda), Z98. Fleischflosser (Sarcoptergii), Z98. Knochenfische (Ostheichtyes), Z98. Kiefertragende (Gnathostomata), Z98. Unterstamm: Wirbeltiere (Vertebrata), Z94. Reich: Tiere (Animalia), Z12. Überreich: Mehrzeller (Metazoa), Z12. Domäne: Eukaryoten (Eukaria), Z12. Lebewesen


O5.8 Flugunfähige Vögel, O5.24 Quellen
O5: Kersti: Inseltheorie: Zuwanderung, Aussterben und Evolution auf Inseln, OI5.
Z115. Inseln und Kontinente (alphabethisch)
Z103. Alphabetische Liste der Namen der Tiere auf latein, Z104. deutsch

Ein Text von Kersti Nebelsiek, Alte Wilhelmshäuser Str. 5, 34376 Immenhausen - Holzhausen, Tel.: 05673/1615, http://www.kersti.de/, Kersti_@gmx.de
Da ich es leider nie schaffe, alle Mails zu beantworten, schon mal im voraus vielen Dank für all die netten Mails, die ich von Lesern immer bekomme.