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O7.1 Kersti: Wissenschaftliche Forschungsergebnisse zu Nahtodeserfahrungen (Quellen hierzu)
O7.10 Kersti: Psychologie der Nahtodeserfahrung

ausgegliedert aus O7.10: 1/2009
letzte Überarbeitung: 7/2009

O7.25

Wunscherfüllung als denkbare Ursache von Nahtodeserfahrungen

Begriffsdefinition Wunscherfüllung und Gründe für die Annahme, daß Nahtodeserfahrungen darauf zurückzuführen sein können

Wer dem herannahenden Tod nicht ins Auge zu sehen wagt, versucht ihn vielleicht zu verleugnen, indem er phantasiert, er würde die Gefahr überleben. Diese Ausflucht nennt man in der Psychoanalyse «Wunscherfüllung». Mit ihrer Hilfe schützt sich der Betroffene vor der Einsicht, daß sein Leben unwiderruflich zu Ende geht. 3.1 S.191

Die religiösen Inhalte von Nahtodeserlebnissen könnten darauf zurückgeführt werden, daß Todesnähe bei vielen Menschen nahezu zwangsläufig Sinn- und damit religiöse Fragen in den Vordergrund treten läßt. Dann wären Nahtodeserlebnisse möglicherweise bloße Wunscherfüllungen. Daß auch areligiöse Menschen Nahtodeserlebnisse erleben, ließe sich dabei durch unbewußte, in der Areligiosität nur verdrängte, religiöse Tendenzen jedes Menschen erklären, ja als Hinweis auf einen universellen biologischen Wunsch oder Trieb nach Unsterblichkeit deuten. 1.6, 1.9

Statistisches Argument gegen die Wunscherfüllungsthese

Daß die Nahtodeserlebniselemente unabhängig von von fast allen epidemiologischen, sozialen, religiösen und psychologischen Variablen auftreten, auch bei Kindern unter 2 Jahren beweist, daß sie nicht durch eine symbolische Wunscherfüllung zustandekommen, die zu viel mehr inhaltlicher Varianz führen würde. Diese Wunscherfüllung spielt allenfalls bei der unterschiedlichen Ausgestaltung der Nahtodeserlebnis-Elemente eine begrenzte Rolle. 1.6, 1.8, 1.9, 1.14, 3.1 S.191

Der bewußte Wunsch nach Unsterblichkeit und die Religiosität begünstigen bei experimenteller OBE-Induktion nicht das Auftreten eines Außerkörperlichen Erlebnisses. Ein psychischer Schutzmechanismus wie die Wunscherfüllung läßt die Situation beim alten, denn unsere Psyche setzt ihn ein, um einer unwillkommenen Veränderung auszuweichen. Plausibel wären Erinnerungen an die letzte rauschende Silvesterparty haben oder davon zu träumen, von schönen Mädchen umgeben zu sein. Ein Todesnähe-Erlebnis läßt die Betroffenen nicht, wie sie sind, sondern bringt sie dazu, ihr Leben mit neuer Ehrlichkeit anzusehen und führt oft dazu daß sie ihr Leben deutlich verändern. Viele der Erfahrungen sind schwer in das bisherige Leben zu integrieren. Tatsächlich ist vielmehr das Fehlen eines Nahtodeserlebisses als Abwehr oder Flucht zu bezeichnen - was sich auch darin zeigt, daß Außerkörperliche Erlebniss am häufigsten durch Angst beendet werden. Außerdem sollte eine Flucht in heile Welten nur angenehme Bilder und Erinnerungen produzieren. Bei den Lebensrevision werden jedoch auch die eigenen schlechten Gedanken und Taten wiedererlebt. Schließlich führt eine Flucht auch nie zu positiven Persönlichkeitsveränderungen. 1.6, 1.8, 1.9, 3.1 S.192

Verdrängung von negativen Nahtodeserlebnissen

Höllenerlebnisse tauchten nur in 0,5-15% der Fälle auf, wenn die Betroffenen Tage bis Jahre nach der Situation, in der sie fast gestorben sind, interviewt wurden. Rawlings, der die Patienten als Arzt oft auch direkt nach der Reanimation sprechen konnte, berichtet, daß man direkt nach der Wiederbelebung etwa zur Hälfte von guten und zur Hälfte von schlechten Erfahrungen hört. Das könnte darauf hindeuten, daß ein Teil der Nahtodeserfahrungen verdrängt wird. Was verdrängt werden muß, ist selbstverständlich keine Wunscherfüllung, könnte aber auf andere psychische Mechanismen zurückzuführen sein. 1.5, 3.1, 3.2

Durch Wunscherfüllung erfährt man nichts Neues, durch Nahtodeserfahrung vielleicht schon

Von Nahtodeserfahrungen ist bekannt, daß in einem Teil der Fälle Dinge erfährt, die man nicht über Wege erfahren haben kann, die mit einem Materialistischen Weltbild vereinbar sind.
O7.39 Kersti: Außerkörperliche Erfahrungen enthalten außersinnliche Wahrnehmungen
O7.57 Kersti: Begegnungen mit toten Familienangehörigen und Freunden in Nahtodeserlebnissen
O7.59 Kersti: Wissen in Nahtodeserfahrungen

Die Fähigkeit sich durch denken etwas zu erschaffen

In einer Nahtodeserfahrung taucht die Situation auf, daß die Erlebende - Ina Rippl-Rohmann - aufgefordert wird, etwas zu erschaffen und das auch tut.

Sei kreativ! Erschaffe!!

Es entstand wie eine Verdichtung der Energie und ich erlebte gleichzeitig in mir und doch wie von außen kommend den Aufruf:
"Sei kreativ! Erschaffe!! Zeige deine großartigste Schöpfung!!! ? - Da merkte ich, dass jeder Gedanke vor mir auf der Wiese sichtbar wurde. Ich dachte Begriffe, häufte also Gegenstände vor mir an: Häuser, Gerätschaft, Möbel, Lebensmittel, zubereitete Speisen und konnte sie von allen Seiten beschauen. Als ich eine Pause machte, weil mir nichts mehr einfiel, war alles wieder verschwunden. Wie ein Urteil empfand ich den erneuten Aufruf, zu erschaffen. Ein Urteil das bedeutete, dass meine "Produktion" noch nicht das Wesentliche enthielt, dass etwas fehlte, dass noch etwas von mir erwartet wurde. - Ich versuchte, in vielen Anläufen dem Aufruf gerecht zu werden, bis ich ermüdete. 5.3.5

Wenn man so ziellos erschaffen - alos Voirstellungen in gegenstände umsetzen - kann, kann man sich natürlich auch die Dinge erschaffen, die man sich wünscht und damit wird sicherlich auch bewußte und unbewußte Wunscherfüllung möglich sein.

Vergleiche dazu:
O7.93 Kersti: Das Jenseits als kollektives Superbewußtsein der Menschheit

Zusammenfassung

Sich wünsche zu erfüllen ist in Nahtodeserfahrungen sicherlich möglich, verursacht dort aber - wie im irdischen Leben - nur einen Teil der beobachteten Erfahrungen. Anderes hat nachweisbar Ursachen, die außerhalb der Person des Erlebenden liegen.

Im Rahmen eines materialistischen Weltbildes hilft das Konzept der Wunscherfüllung nicht, die Nahtodeserfahrung besser zu verstehen, weil zu vieles völlig unerklärlich bleibt. Im Rahmen eines spirituellen Weltbildes ist dieses Konzept sicherlich zur Erklärung einiger Details nützlich.

Kersti


O7.10 Kersti: Psychologie der Nahtodeserfahrung
O7.1 Kersti: Wissenschaftliche Forschungsergebnisse zu Nahtodeserfahrungen (Quellen hierzu)

Ein Text von Kersti Nebelsiek, Alte Wilhelmshäuser Str. 5, 34376 Immenhausen - Holzhausen, Tel.: 05673/1615, http://www.kersti.de/, Kersti_@gmx.de
Da ich es leider nie schaffe, alle Mails zu beantworten, schon mal im voraus vielen Dank für all die netten Mails, die ich von Lesern immer bekomme.
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