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O7.1 Kersti: Wissenschaftliche Forschungsergebnisse zu Nahtodeserfahrungen (Quellen hierzu)
O7.10 Kersti: Psychologie der Nahtodeserfahrung

ausgegliedert aus O7.10: 1/2009
letzte Überarbeitung: 1/2009

O7.27

Einfluß von Vorwissen auf die Nahtodeserfahrung

Die Details der Nahtodeserfahrung aus dem Vorwissen erklärt

Houran und Lange analysierten die Inhalte von 49 Todesnäheerlebnissen die Barrett 1926 sammelte und kamen zu dem Ergebnis, daß sich die konkreten Inhalte, also welche Einzelheiten in welchen der Erlebnisse vorkamen, gut dadurch erklären ließen, daß es sich hierbei um Halluzinationen handeln würde, die das Gehirn produziere, um Wohlbefinden zu erzeugen. 2.4

Während die Vorstellung, daß es einen psychologischen Mechanismus gäbe, mit dem Menschen in Lebensgefahr sich selber beruhigen und Wohlbefinden erzeugen, ist naheliegend und als atheistische Erklärung für innerpsychische Vorgänge, die so angenehm sind wie eine Nahtodeserfahrung logisch.

Allerdings kann man aus einer Analyse einer solchen Sammlung an alten Berichten nicht unbedingt ableiten, daß die Übereinstimmung zwischen im Bericht erwähnten Umgebungsvariablen und Nahtodeserfahrung wirklich auf diesen Mechanismus zurückzuführen sind. Andere mögliche Teilerklärungen könnten sein:

Eine retrospektive Auswertung einer alten Studie kann deshalb sehr wahrscheinlich nicht genügend Details liefern, um die schwierige Frage zu entscheiden, ob es sich bei Nahtodeserfahrungen um reale Erlebnisse der Seele außerhalb des physischen Körpers oder um Bilder, die man zur eigenen Beruhigung und Unterhaltung erschaffen hat, handelt.

Statistische Argumente gegen den Einfluß von Vorwissen auf die Nahtodeserfahrung

Daß die Nahtodeserlebniselemente unabhängig von fast allen epidemiologischen, sozialen, religiösen, kulturellen und psychologischen Variablen auftreten, auch bei Kindern unter 2 Jahren beweist, daß sie nicht aufgrund von Vorwissen ihre Gestalt erhalten, die zu viel mehr inhaltlicher Varianz aufgrund unterschiedlicher Religionen führen würde. Dann müßten sich die Nahtodeserlebnisse von Kindern aufgrund ganz anderer kindlicher Todeskonzepte von denen der Erwachsenen deutlich unterscheiden. Das ist aber nicht der Fall. Die Grunderfahrung und ihre wesentlichen Elemente bleiben Kulturunabhängig gleich. Nahtodeserlebnisse die 1975, bevor Moodys erstes Buch dieses Phänomen bekannt machte, gesammelt wurden, unterscheiden sich nicht von heute gesammelten Nahtodeserfahrungen. Menschen die Nahtodeserlebnisse hatten, haben jedoch öfter dissoziative Symptome in nicht krankhaftem Ausmaß als Menschen die in vergleichbaren Situationen keine Nahtodeserfahrung haben. 1.1, 1.6, 1.8, 1.9, 1.10, 1.11, 3.3 S.35

Das Vorwissen spielt allenfalls bei der unterschiedlichen Ausgestaltung der Nahtodeserlebnis-Elemente eine begrenzte Rolle. Möglicherweise sind die Unterschiede jedoch zum größten Teil dadurch bedingt, daß gleich erlebte Erfahrungen kulturabhängig unterschiedlich beschrieben wurden. Nahtodeserfahrunghen werden von Mormonen zwar ihrem Glauben entsprechend beschrieben, es treten jedoch auch Elemente wie der Tunnel, die Grenzzone oder die Wahl des weiteren Verbleibs auf, die sich nicht in der mormonischen Jenseitslehre finden. 1.6, 1.10, 1.11, 3.3 S.53, S. 220

Eine Studie hat gezeigt, daß Menschen die nicht an ein Lebens nach dem Tod glauben, systematisch jede Informationen über Nahtodeserlebnisse meiden und sicher sind, daß nach dem Tod alles aus ist. Dennoch erleben auch sie Nahtodeserlebnisse, die oft besonders beeindruckende Auswirkungen haben. Das zeigt, daß das Vorwissen über Nahtodeserlebnisse nicht entscheidend für ihr Erleben ist. Auch die Erwartung eines Lebens nach dem Tod fördert das Auftreten von NDEs nicht. Bisher haben mehr als die Hälfte aller Menschen die Nahtodeserfahrungen gemacht haben, zuvor nichts davon gehört gehabt. Das gilt auch in Indien und der buddhistischen Kultur in China. 1.6, 1.10, 1.11, 3.3 S.84-85, S.220

Die Erwartungen, die eine Person hat, beeinflussen zwar die Nahtodeserfahrungen, aber nicht unbedingt so, wie man es unter der Voraussetzung erwarten würde, daß sie Einbildung seien. Während das Auftreten von Nahtodeserfahrungen offensichtlich von Religion, Alter und gesellschaftlichem Umfeld unabhängig ist, wird sie häufiger wieder vergessen oder bei Befragungen verschwiegen, wenn sie unangenehm ist oder nicht ins Weltbild oder soziale Umfeld paßt.

Kersti


O7.10 Kersti: Psychologie der Nahtodeserfahrung
O7.1 Kersti: Wissenschaftliche Forschungsergebnisse zu Nahtodeserfahrungen (Quellen hierzu)

Ein Text von Kersti Nebelsiek, Alte Wilhelmshäuser Str. 5, 34376 Immenhausen - Holzhausen, Tel.: 05673/1615, http://www.kersti.de/, Kersti_@gmx.de
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