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O7.1 Kersti: Wissenschaftliche Forschungsergebnisse zu Nahtodeserfahrungen (Quellen hierzu)
O7.10 Kersti: Psychologie der Nahtodeserfahrung

ausgegliedert aus O7.10: 1/2009
letzte Überarbeitung: 11/2009

O7.43

Unterschiede und Gemeinsamkeiten von Außerkörperlichen Erfahrungen und Luzid- oder Wachträumen

Inhalt

O7.43.1 Kersti: Luzide Träume
O7.43.1.b1 Kersti: Ein Beispiel für einen Luziden Traum: "Ich könnte ja genauso gut nach unten schweben, anstatt zu laufen"
O7.43.2 Kersti: Vergleich zwischen luziden Träumen und Nahtodeserfahrungen
O7.43.2.1 Kersti: Personen in Luzidtraum und Nahtodeserfahrung
O7.43.2.2 Kersti: Zusammensetzung und Fantasie
O7.43.2.3 Kersti: Inwieweit treffen die Unterscheidungskriterien zwischen Luziden undnormalen Träumen auf die Nahtodeserfahrung zu?
O7.43.2.4 Kersti: Statistik zum Verhältnis von Luzidtraum und Nahtodeserfahrung
O7.43.2.5 Kersti: Fliegen und Schweben in Nahtodeserfahrung und Luzidem Traum
O7.43.2.6 Kersti: Gefühlsqualität und Motivation in Klarträumen und Nahtodeserlebnissen
O7.43.2.7 Kersti: EEG und Traumcharakter in Luzidtraum und Nahtodeserfahrung
O7.43.2.8 Kersti: Wissen in Traum, Luzidem Traum, Wachzustand und Nahtodeserfahrung
O7.43.2.9 Kersti: Wahrnehmungsmodus in Traum, Luzidem Traum, Wachzustand und Nahtodeserfahrung
O7.43.3 Kersti: Deutung: Die Nahtodeserfahrung ist kein Traum

 
Inhalt

1. Luzide Träume

Das Haupt-Unterscheidungskriterium zwischen Luziden und normalen Träumen ist:
Ein Klartraum oder auch luzider Traum (von lat. lux "Licht") ist ein Traum, in dem der Träumer sich bewusst ist, daß er träumt. Einige Autoren ziehen zusätzlich weitere Kriterien heran. 4.10

Zusatzkriterien nach P. Tholey: 4.10

D. Barrett nennt folgende Zusatzkriterien: 4.10 Die Luzidtraum-Bilder selbst scheinen eine sofortige Umsetzung von Gedanken in Bilder zu sein und sind sehr real und farbintensiv. 1.6, 1.9

Daniel Erlacher bringt in seiner Doktorarbeit folgendes Beispiel für einen Luziden Traum:

Ein Beispiel für einen Luziden Traum: "Ich könnte ja genauso gut nach unten schweben, anstatt zu laufen"

Ich stehe an meinem Fenster und schaue nach draußen auf die Straße. Dort laufen eine Menge Leute herum und es schneit. Beides kommt mir sehr seltsam vor, bis es mir plötzlich in den Kopf schießt: "Ich muss träumen!". Ich beschließe, nach draußen zu gehen, und gehe auf den Flur. Dort sehe ich, das es in der Küche stockdunkel ist. Ich werde neugierig und gehe in die Küche. Ich versuche das Licht anzuschalten, was mir jedoch nicht gelingt. Dann fällt mir ein, dass es im Traum ja gewisse Probleme mit Lichtschaltern gibt. Daher drehe ich mich kurz um, drücke erneut den Lichtschalter und schaue wieder in die Küche: Jetzt ist das Licht an. Ich verlasse die Küche und will nach draußen. Allerdings kommt mir der Gedanke: "Ich könnte ja genauso gut nach unten schweben, anstatt zu laufen". Ich setzte mich im Schneidersitz vor die Treppe und versuche zu schweben. Dies gelingt mir auch - allerdings wird mir plötzlich wahnsinnig schwindelig und alles fängt an zu verschwimmen. 4.10

1.2 Statistische Angaben zu Luziden Träumen

53% der Bevölkerung haben bisher keine Luziden Träume gehabt. 4% hatten einen Luziden Traum, 28% hatten 2-5 Luzide Träume 14% hatten mehr als 5 Luzide Träume und 2% können sie willentlich hervorrufen, insgesamt hatten alsp 47% mindestens einen Luziden Traum und 93% der Luzid-Träumer hatten mehr als nur einen. 16.3

Menschen, die Luzide Träume haben träumen lebhafter als andere und erinnern sich häufiger an diese Träume. Sie haben häufiger Flugträume, Halluzinationen, das subjektive Gefühl die einen Körpergröße würde sich ändern, fühlen ein zittern oder haben ein schwebendes Gefühl. Daneben erleben mehr von ihnen außerkörperliche Erlebnisse und machen die Erfahrung, mit geschlossenen augen sehen zu können, nutzen häufiger an Telepathie und glauben an ihr funktionieren. 16.3

Menschen, die Luzide Träume haben, haben nicht häufiger mystische Erfahrungen, glauben nicht häufiger an ein Leben nach dem Tod. Sie können sich lebhafter vorstellen, sie würden die Welt von einem punkt kurz unter der Decke aus betrachten, wenn sie sich vorstellen, sie würden vor der Haustür stehen ist die Vorstellung jedoch nicht lebhafter als bei denjenigen, die keine Luziden Träume haben. 16.3

2. Vergleich zwischen luziden Träumen und Nahtodeserfahrungen

2.1 Personen in Luzidtraum und Nahtodeserfahrung

Schröter Kuhnhardt vermutet: Die auftauchenden Gestalten haben in beiden Zuständen anscheinend ein eigenes Bewußtsein und könnten Personifikation eigener Anteile des Unterbewußtseins sein. 1.6, 1.9

Zumindest ein Teil der Personen in der Nahtodeserfahrung, müssen aber reale andere Personen sein, sonst wären die Peak-of-Darien-Erfahrungen nicht erkärbar.
O7.57 Kersti: Begegnungen mit toten Familienangehörigen und Freunden in Nahtodeserlebnissen
Allerdings kann man ebenfalls eigenen Ich-Anteilen begegnen.
O7.69 Kersti: Sind die anderen Wesen im Nahtodeserlebnis eigene Ich-Anteile oder sind es Anteile von anderen Menschen und Tieren?
In Bezug auf diesen Punkt liegt die Nahtodeserfahrung also zwischen Träumen und Alltagserfahrung im Wachszustand.

2.2 Zusammensetzung und Fantasie

Klartraum-Bilder sind im Vergleich mit Nahtodeserlebnissen und Außerkörperlichen Erlebnissen symbolischer, fantasiereicher und individuell unterschiedlicher; dabei findet außerdem eher ein abrupter Szenenwechsel statt. Nahtodeserlebnisse bestehen dagegen - unabhängig von persönlichen oder kulturellen Faktoren - aus universell gleichen Grundelementen. Sie beinhalten beispielsweise wesentlich häufiger als Luzidträume Außerkörperliche Erlebnisse, Tunnelphänomene, außersinnliche Wahrnehmungen sowie mystisch-religiöse Qualitäten. Im Gegensatz zu den Erlebenden eines Nahtodeserlebnisses kann der Luzidträumer die Bilder bei Aufrechterhaltung einer kritischen emotionalen Distanz auch kontrollieren. 1.6, 1.9, 3.3 S.212

In Bezug auf diesen Punkt liegt die Nahtodeserfahrung also zwischen Träumen und Alltagserfahrung im Wachszustand.

2.3 Unterscheidungskriterien zwischen Luziden und normalen Träumen

Das Hauptkriterium ist: Ein luzider Traum ist ein Traum, in dem der Träumende während des Traums weiß, dass er träumt
Der Erfahrende weiß oft nicht, daß es eine Nahtodeserfahrung ist - das liegt jedoch daran, daß man diesen Erfahrungstyp im betreffenden Leben noch nicht kennengelernt hat, während jeder weiß, was ein Traum ist. Daß der Zustand sich vom Wachbewußtsein unterscheidet und worin die Unterschiede bestehen, ist dem Sterbenden bewußt und er wundert sich über die Unterschiede zwischen beiden Zuständen. Nach einem vernünftigen Zeitraum kommt er auf die korrekte Idee, daß die Erfahrung etwas mit dem Sterben zu tun haben könnte.
O7.67 Kersti: Anfängliche Verwirrung im außerkörperlichen Erlebnis

Gemeinsam mit dem Luziden Traum hat die Nahtodeserfahrung also, daß man sich der Unterschiede zum Wachbewußtsein bewußt ist. Der Luzide Traum wird beim Erleben als Traum eingeordnet, die Nahtodeserfahrung wird als unbekannter Erfahrungstyp erkannt. Das Hauptkriterium ist also sinngemäß erfüllt.

Die Zusatzkriterien nach P. Tholey, daß der Erfahrende in der sich über seine Handlungsfreiheit und ihre Grenzen im Klaren ist, daß er sich an sein Alltagsleben erinnert und sich nachher klar an das Geschehen erinnern kann, treffen auf Nahtodeserfahrungen ebenso zu wie auf den Luziden Traum.

Die zweiten beiden Zusatzkriterien nach D. Barrett treffen auf Nahtodeserfahrungen wie auf Luzide Träume zu. Der Erfahrende merkt in der Nahtodeserfahrung, daß andere Gesetzmäßigkeiten herrschen als in der materiellen Welt und die Erinnerung an das Alltagsleben ist intakt und wird für real gehalten.

Die ersten beiden Zusatzkriterien nach D. Barrett treffen zum größen Teil nicht zu, denn die Personen in der Nahtodeserfahrung werden für reale aber nicht verkörperte Personen gehalten. Dafür daß diese Ansicht zutrifft, sprechen die Peak-of-Darien-Erfahrungen.
O7.57 Kersti: Begegnungen mit toten Familienangehörigen und Freunden in Nahtodeserlebnissen
Die Gegenstände in der Außerkörperlichen Erfahrung werden für real materiell gehalten und sind das auch. Es wird also dasselbe gesehen, was man auch im Wachzustand sehen würde.
O7.39 Kersti: Außerkörperliche Erfahrungen enthalten außersinnliche Wahrnehmungen
Nicht materielle Gegenstände, Personen und Welten werden nicht der irdischen Realität zugeordnet, aber für real gehalten. Das entspricht meist auch der späteren Beurteilung der Erfahrung im Wachzustand. Manchmal kommen dem Erfahrenden aber im nachhinein auch Zweifel an der Realität der Erfahrung.

In Bezug auf diese beiden Kriterien ist die Nahtodeserfahrung also dem Wachzustand ähnlicher als dem Luziden Traum. Denn im Wachzustand werden wie im Außerkörperlichen Erlebnis materiell reale Gegenstände wahrgenommen. Hinzu kommen in der Nahtodeserfahrung Wahrnehmungen, die sich bestätigen lassen und ihren Ursprung nicht in der Fantasie des Beobachters haben, aber dennoch nicht Materielles zeigen wie die Peak-of-Darien-Erfahrungen.

2.4 Statistik

Außerkörperliche Erlebnisse und Luzidträume kommen statistisch gehäuft zusammen vor. Darüber hinaus können Außerkörperliche Erlebnisse und ein geträumtes Erwachen willentlich aus einem Luzidtraum heraus entwickelt werden. Vereinzelt können auch andere Nahtodeserlebnis-Elemente in Luzidträumen vorkommen. 1.6, 1.8, 1.9, 2.12, 3.3 S.212

2.5 Fliegen und Schweben in Nahtodeserfahrung und Luzidem Traum

Flugträume gelten als Vorstufen von Luzidträumen und Außerkörperlichen Erlebnissen. Schröter Kuhnhardt und Högl behaupten, daß die bevorzugte Fortbewegungsart in beiden Zuständen das Fliegen oder Schweben sei. 1.6, 1.8, 1.9, 3.3 S.212

Für den Luziden Traum habe ich da meine Zweifel, denn ich habe im Internet einige Beispiele für Luzide Träume gefunden, aber nur in zwei von mindestens zehn Klartraumbeispielen kam es vor, daß der Träumende flog.

Außerdem unterscheidet sich das Fliegen in Luziden Träumen nicht vom Fliegen in normalen Träumen, dagegen bestehen erhebliche Unterschiede zum Schweben in Nahtodeserfahrungen
O7.70 Kersti: Das Fliegen in Flugträumen im Vergleich zum Schweben in Nahtodeserfahrungen

2.6 Gefühlsqualität und Motivation in Klarträumen und Nahtodeserlebnissen

In Klarträumen und Nahtodeserlebnissen wird die Welt als sehr "real" und lebendig empfunden. Das rationale Denken, Fühlen, Erleben, Ich-Bewußtsein oder Ich-Erleben, die Zielgerichtetheit, Zeitempfinden, Motivation, Kommunikation und Verhalten sind Wachträume wie Außerkörperliche Erlebnisse dem gewöhnlichen Leben wesentlich näher als gewöhnliche Träume oder reine Imaginationen. So ist im Wachtraum und im experimentellen Außerkörperlichen Erlebnis (seltener im Rahmen eines Nahtodeserlebnisse) begrenzt bewußte Erinnerung und eine willentliche Ausführung geplanter Handlungen möglich und teilweise physiologisch meßbar. 1.6, 1.8, 1.9, 3.3 S.212

Weitere Gemeinsamkeiten von Außerkörperlichen Erlebnissen und Luzidtraum sind die meist extrem positive Gefühlsqualität, das Auftreten von Angstgefühlen im Außerkörperlichen Erlebnis und im Luzidtraum, wenn der Erlebende glaubt, nicht mehr in die Realität zurückkehren zu können, und die Hypermnesie. Angst führt oft zur Luzidität, beendet umgekehrt aber häufig Außerkörperliche Erlebnisse. 1.6, 1.8, 1.9

Obgleich Luzide Träume als sehr schön empfunden werden, sind die Gefühle offensichtlich nicht so ausgeprägt wie in Nahtodeserfahrungen. Paradieserlebnisse können Gefühle vermitteln die nach den Aussagen der Erlebenden schön jenseits irdischer Vorstellungskraft sind, Höllenerlebnisse können unvorstellbar schrecklich erscheinen.

2.7 EEG und Traumcharakter

Im Traumschlaf tritt im Hippocampus ein Theta-Rhtyhmus auf. Ein Theta-Rhtyhmus soll übrigens auch bei labyrinthärer Reizung auftreten, die wiederum eine Rolle bei den Außerkörperlichen Erlebnissen und deren Vorstufen wie Flugträume spielen soll. Möglicherweise ist dieser Theta-Rhythmus gar das vermittelnde Agens bei verschieden induzierten Trance-Zuständen (in der Meditation, beim autogenen Training, in Hypnose, unter Ketamin-Einfluß, bei Atemtechniken oder im REM- und Tief-Schlaf). Schröter-Kuhnhardt nimmt deshalb an, daß dieser Rhythmus auch im Nahtodeserlebnis auftrete und für dessen Traumcharakter verantwortlich sei. Unklar ist, was hier der Traumcharakter sein soll. 1.6

Außerkörperlichen Erlebnisse ereignen sich auch in 62 bis 88% der Fälle im Wachzustand, Luzidträume jedoch nur im Schlaf. Luzidträume sind dementsprechend ein Erwachen im REM-Schlaf. Im Gegensatz zu Klarträumen können Nahtodeserfahrungen keinem EEG oder Schlafstadium eindeutig zugeordnet werden. 1.6, 1.8, 1.9, 3.3 S.212

2.8 Wissen in Traum, Luzidem Traum, Wachzustand und Nahtodeserfahrung

In der Nahtodeserfahrung - sowohl im außerkörperlichen Erlebnis als auch im Jenseits hat der Erlebende oft das Gefühl, ein umfassenderes Wissen zu besitzen als während des Alltagserlebens und Teile dieses Wissens können sich auch als zutreffend erweisen. Dagegen scheint in Träumen das Wissen eingeschränkter zu sein als im Alltag.
O7.59 Kersti: Wissen in Nahtodeserfahrungen

Das heißt die Anordnung auf der Skala von Bewußtheit zu Unbewußtheit ist folgendermaßen: keine Bewußtheit --> Traum --> Luzider Traum --> Wachzustand --> Nahtodeserfahrung --> Vollständige Bewußtheit/Allwissenheit. Im Luziden Traum ist man also ein bißchen weniger wach als wach in der Nahtodeserfahrung ist man wacher als wach.

2.9 Wahrnehmungsmodus

Auch beobachtet der Erlebende in diesen Erlebnisformen ein vollständiges und in sich konsistentes Wahrnehmungsfeld und nimmt währenddessen gleichzeitig wahr, daß er sich in einem veränderten Bewußtseinszustand befindet. 1.6, 1.8, 1.9, 3.3 S.212

Im Luzidtraum kommt es selten zu Geräuschwahrnehmungen. Die Wahrnehmungen sind damit also eher eingeschränkter als im Wachzustand. 1.6, 1.8, 1.9

In Nahtodeserfahrungen kommen Wahrnehmungsqualitäten vor, die im Alltagsbewußtsein nicht auftreten. So erzählen einige Erlebenden, sie hätten zusätzliche Farben und mehr als drei Dimensionen wahrgenommen. Blinde können im außerkörperlichen Erlebnis sehen.
O7.94 Kersti: Dimensionen in Nahtodeserfahrungen
O7.92 Kersti: Blinde können im Außerkörperlichen Erlebnis sehen
Das heißt die Anordnung auf der Skala der Differenziertheitz der Wahrnehmung ist folgendermaßen: alles erscheint gleich/keine Unterschiede --> Traum --> Luzider Traum --> Wachzustand --> Nahtodeserfahrung --> keine Gemeinsamkeiten zwischen Wahrnehmungsqualitäten mehr feststellbar.

2.10 Kontrollierbarkeit

Schröter-Kuhnhardt ist der Ansicht, daß Nahtodeserlebnisse und Außerkörperliche Erlebnisse einerseits präluzide Träume sein könnten, weil sie in der Regel kaum kontrolliert würden. Andererseits könnten die mit zunehmender Todesnähe immer vollständiger werdenden NDEs auch postluzide Erfahrungen und die Kontrollierbarkeit der Bilder nur ein vorübergehendes Phänomen sein, das mit zunehmender Todesnähe verlorengeht. Dafür spricht besonders, daß es mit zunehmender Hypoxie zum Sistieren corticaler EEG-Aktivitäten kommt, die vermutlich mit der Kontrollierbarkeit zusammenhängen. 1.9

Es besteht sicherlich kein Zweifel daran, daß sowohl Luzide als auch nicht luzide Träume reine Fantasieprodukte sind, und daß eine nicht Kontrollierbarkeit der Bilder in normalen Träumen auf mangelnde Bewußtheit zurückzuführen ist, während sich die höhere Kontrollierbarkeit in Luziden Träumen auf gesteigerte Bewußtheit zurückführen läßt.

Außerkörperliche Erlebnisse im Rahmen von Nahtodeserfahrungen enthalten Beobachtungen realer Ereignisse, die tatsächlich am Ort und zum Zeitpunkt der Beobachtung geschehen. Die Erlebnisqualität entspricht weitgehend dem Wachbewußtsein.
O7.39 Kersti: Außerkörperliche Erfahrungen enthalten außersinnliche Wahrnehmungen
Die mangelnde Kontrollierbarkeit ist also wie im Wachbewußtsein darauf zurückzuführen, daß es sich nicht um Fantasieprodukte sondern um reale Ereignisse handelt.

Allerdings ist es auch möglich, von außerkörperlichen Erfahrungen nur zu träumen.
O7.D1 Kersti: Geträumte Außerkörperliche Erfahrungen
Genauso wie man eine Hochzeit feiern - aber auch nur von einer solchen Feier träumen kann.

Die anderen Elemente der Nahtodeserfahrung ordnen wir nur deshalb dem Bereich Traum zu, weil wir sie nicht der materiellen Alltagsrealität zuordnen können. Ob sie tatsächlich eine enge Beziehung zu Träumen haben und wie diese Beziehung beschaffen ist, muß sich erst noch erweisen. Daß etwas nicht zur materiellen Alltagsrealität gehört, ist genausowenig ein Beweis, daß es sich um ein Fantasieprodukt handelt, wie man daraus, daß ein Mensch keine Pflanze ist, schließen kann, er wäre ein unbelebter Gegenstand. Siehe hierzu auch:
O7.A7 Kersti: Entwicklungspsychologische Trennung zwischen materieller Realität, Fantasie und Geistigen Welten (=feinstoffliche Welten)
Wenn das Jenseits kein Produkt der Fantasie des Erlebenden wäre, könnte seine mangelnde Kontrollierbarkeit darauf zurückzuführen sein, daß der Erlebende diese Geistige Welt genau so viel oder wenig allein erschaffen hat und kontrollieren kann, wie er die materielle Welt allein erschaffen hat und kontrollieren kann.

3. Deutung: Die Nahtodeserfahrung ist kein Traum

Die Unterschiede zwischen Luzidträumen und Außerkörperlichen Erlebnissen und die nur schwachen statistische Assoziation zwischen beiden verbieten eine Gleichsetzung. Zudem halten Personen, die sowohl Außerkörperliche Erlebnisse als auch Luzidträume gut aus eigener Erfahrung kennen sie für unterschiedliche Phänomene. 1.6, 1.9

Schröter-Kuhnhardt weist Nahtodeserfahrungen Traumcharakter zu, ohne zu sagen, worin dieser bestehen soll.

Die Gemeinsamkeiten, die der Luzide Traum mit der Nahtodeserfahrung hat, unterscheiden ihn vom normalen Traum und machen ihm dem Wachzustand ähnlicher. Die Unterschiede der Nahtodeserfahrung zum Luziden Traum unterscheiden ihn gleichzeitig auch vom normalen Traum und machen sie dem normalen Traum unähnlicher. Bezüglich der Gefühlsqualität, der Bewußtheit, des im Bewußtsein verfügbaren Wissens und der Differenziertheit der Wahrnehmung liegt der Wachzustand in seiner Qualität zwischen Nahtodeserfahrung und den beiden Traumtypen.

Kersti


O7.10 Kersti: Psychologie der Nahtodeserfahrung
O7.1 Kersti: Wissenschaftliche Forschungsergebnisse zu Nahtodeserfahrungen (Quellen hierzu)

Ein Text von Kersti Nebelsiek, Alte Wilhelmshäuser Str. 5, 34376 Immenhausen - Holzhausen, Tel.: 05673/1615, http://www.kersti.de/, Kersti_@gmx.de
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