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O7.1 Kersti: Wissenschaftliche Forschungsergebnisse zu Nahtodeserfahrungen (Quellen hierzu)
O7.10 Kersti: Psychologie der Nahtodeserfahrung

ausgegliedert aus O7.5: 1/2009
letzte Überarbeitung: 1/2009

O7.55

Das Tunnelerlebnis ist keine Wirkung von Sauerstoffmangel auf die Sehrinde

Es wurde vorgeschlagen, daß der Sauerstoffmangel bewirken könnte, daß die Hemmung der Großhirnrinde durch den Schläfenlappen, die, wenn das Gehirn normal funktioniert, immer vorhanden ist, wegfällt oder abgeschwächt wird. Da der Schläfenlappen so organisiert ist, daß viele Zellen dem Zentrum des Gesichtsfeldes zugeordnet sind und wenige dem Rand zugeordnet sind, wurde angenommen, daß zufällige Erregungen des Schläfenlappens zu dem Eindruck führen würden, daß es in der Mitte des Gesichtsfeldes hell und am Rande dunkel sei, was wie ein Tunnel wirken könne. 1.3, 1.6

Dagegen spricht, daß diese Theorie die mystische Qualität des Lichtes nicht erklären kann und daß das Licht nicht immer weiß-gelb ist, wie die Mischung der verschiedenen gereizten Farbrezeptoren ergeben müßte. 1.6

Nach dieser Sehrinden-Theorie sollten nach dem Erreichen des Lichtes auch alle optische Wahrnehmungen aufhören. Im Nahtodeserfahrungen kommt es danach jedoch zu ausführlichen Visionen von unterschiedlichen Landschaften. In 10% der Nahtodeserfahrungen wird zudem beschrieben, wie der Tunnel in umgekehrter Richtung durchquert wird, was durch diese Theorie nicht erklärbar ist. 1.6

Der Bewegungseindruck im Tunnel soll nach der Sehrinden-Theorie soll durch ein größer oder kleiner werdendes Licht entstehen. In den Nahtodeserlebnissen kommt es jedoch auch zu Bewegungen im Tunnel ohne irgendein Licht. Es gibt auch Nahtodeserlebnisse, bei denen der Betroffene durch einen Tunnel nicht zum Licht sondern in einer Art "Hölle" landet. Nach dieser Theorie dürften Tunnelerfahrungen auch bei hemmenden Psychopharmaka nicht vorkommen, was aber durchaus der Fall ist. Bei künstlicher elektrischer Reizung des Temporallappens und bei epileptischen Anfällen können Tunnelphänomene hervorgerufen werden, so daß in diesen Fällen zumindest eine direkte Beteiligung der Sehrinde unwahrscheinlich ist. 1.6

Mir erscheint dieser Erklärungsversuch schon an sich unlogisch, da bei einem vernünftig organisiertem Gehirn nicht die absolute Zahl der erregten Zellen pro Abschnitt des Gesichtsfeldes wesentlich für den Helligkeitseindruck sein kann, sondern der relative Anteil der erregten Zellen an der Gesamtzellzahl für den Helligkeitseindruck verantwortlich sein muß.

Abgesehen davon weiß ich wie sich ein - im ungefährlichem Maße - unterversorgtes Gehirn anfühlt. Ich habe nämlich einen niedrigen Blutdruck, was dazu führt, daß das Gehirn beim Aufstehen manchmal für weniger als eine Sekunde nicht ausreichend versorgt ist. In diesen Fällen wird mir schwarz vor Augen. Wenn überhaupt eine Unregelmäßigkeit festzustellen ist, beginnt das Dunkle bei mir am linken Gesichtsfeldrand und breitet sich dann nach rechts aus. Das würde darauf hindeuten, daß die rechte Gehirnhälfte bei mir zuerst unterversorgt ist. Jedenfalls ist da bei mir ganz sicher keine helle Stelle in der Mitte. Ob dabei allerdings der Schläfenlappen aufhört die Großhirnrinde zu hemmen, erscheint mir eher zweifelhaft und das mag bei längerfristigem Sauerstoffmangel anders sein.

Ein weiteres Modell, das die Tunnelerfahrung ebenfalls auf Sauerstoffmangel zurückführen will, nimmt an, daß die Tunnelerfahrung mit dem Tunnelblick identisch sein könne.
O7.32 Kersti: Tunnelblick und Tunnelerfahrung

Kersti


O7.10 Kersti: Psychologie der Nahtodeserfahrung
O7.1 Kersti: Wissenschaftliche Forschungsergebnisse zu Nahtodeserfahrungen (Quellen hierzu)

Ein Text von Kersti Nebelsiek, Alte Wilhelmshäuser Str. 5, 34376 Immenhausen - Holzhausen, Tel.: 05673/1615, http://www.kersti.de/, Kersti_@gmx.de
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