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O7.1 Kersti: Wissenschaftliche Forschungsergebnisse zu Nahtodeserfahrungen (Quellen hierzu)
O7.10 Kersti: Psychologie der Nahtodeserfahrung

ausgegliedert aus O7.10: 1/2009
letzte Überarbeitung: 1/2009

O7.72

Nahtodeserfahrungen bei Bewußtlosigkeit bis hin zum Nullinien EEG

Das Sterben ist ein kontinuierlicher Prozeß, an dessen Ende der biologische Tod steht. Niemand, der von einem Nahtodeserlebnis berichten konnte, war biologisch tot, das heißt in einem Zustand, wo die einzelnen Körperzellen bereits tot waren. 1.9, 1.11

Knapp 50% der Nahtodeserlebnisse ereignen sich bei Herz und/oder Atemstillstand. Manche Menschen die Nahtodeserfahrungen hatten, berichten dann auch vom Ausfall erst ihrer optischen, dann ihrer somatosensiblen und schließlich auch ihrer akustischen Wahrnehmung. Dieser Befund korreliert mit der Tatsache, daß die optischen Bahnen mit ihrer größeren Sauerstoffmangel-Empfindlichkeit bei entsprechenden (hypoxischen) Störungen zusammen mit den anderen corticalen Leistungen zuerst ausfallen und die weniger Sauerstoffmangel-empfindlichen akustischen Wahrnehmungen am längsten bestehenbleiben (und deswegen auch zur Diagnostik des klinischen Todes eingesetzt werden können). Dementsprechend sind es wiederum nur akustische Signale, mit denen über lange Zeit komatöse Patienten wieder ins Bewußtsein zurückgeholt werden können. 1.9, 2.32

Während Totenbettvisionen und Fear-Death-experiences im Wachzustand auftreten, ist jeder, der eine Nahtodeserfahrung im engeren Sinne hat, defintionsgemäß im konventionellen Sinne bewußtlos. Dabei sollte jedoch nicht vergessen werden, daß es sich hierbei nur um einen äußeren Eindruck handelt, bei dem die Feststellung des Grades der Bewußtlosigkeit sehr schwierig ist und bei dem unterschiedliche Subjektive Erfahrungen auftreten können. 1.9, 2.34

Fälle mit nachgewiesenermaßen flachem EEG

Das Elektroenzephalogramm oder EEG mißt die elektrische Aktivität des Gehirns. Es zeichnet die Hirnaktionsströme als Kurve auf einem fortlaufenden Papierstreifen auf. Diese Kurve steigt an oder fällt je nach den elektrischen rhythmischen Potentialschwankungen der Nervenzelltätigkeit bei Gehirnaktivität, wenn die Person denkt, spricht, träumt oder irgend etwas anderes tut. Selbst Halluzinationen zeichnen sich auf dem EEG ab. Hat das Gehirn seine Arbeit eingestellt, registriert das Hirnstrombild oder EEG eine Nullinie, das Gehirn befindet sich nicht mehr in elektrischer Aktivität. Das wird als Hirntod oder zentraler Tod bezeichnet. Ein Nullinien-EEG über einen beträchtlichen Zeitraum hinweg - je nach Situation und Land 12 bis 72 Stunden - gilt heute in vielen Staaten als gesetzliche Definition dafür, daß der Tod eingetreten ist. Damit das Gehirn arbeitet, muß ein elektrisches Potential vorhanden sein. 3.1 S.183

Manchmal ist das Gehirn noch am Leben, aber so schwach, daß das EEG keine Aktionsströme mehr auffangen kann. Aber es gibt viele Fälle, in denen Patienten mit Nulllinien-EEG Todesnähe-Erlebnisse gehabt haben. Sie haben sie selbstverständlich überlebt, sonst hätten sie ja nicht darüber berichten können. Allein schon die Zahl dieser Fälle verrät mir, daß manche Menschen Todesnähe-Erlebnisse hatten, als sie klinisch tot waren. Hätte es sich um Halluzinationen gehandelt, hätte man sie auf dem EEG sehen müssen. 3.1 S.183

Vom Hirntod wieder erwacht

Ein solcher Fall wurde mir einmal von einem Medizinprofessor an der Duke University in Durharn in North Carolina mitgeteilt. Er sagte, sie hätten in ihrem Klinikum ein kleines Mädchen an den Elektroenzephalographen angeschlossen, bei der das Gerät keine Gehirnwellenaktivität mehr anzeigte. Die Ärzte hielten das Mädchen für tot und wollten die lebenserhaltenden Apparate abschalten, aber ihre Familie weigerte sich. Die Angehörigen glaubten fest an ein Wunder und versammelten sich eine Woche lang zum Gebet um ihr Bett. Und sie hat tatsächlich überlebt. Sie kam wieder zu Kräften und hat vor kurzem das 1. Schuljahr abgeschlossen. Der Medizinprofessor betonte, daß sie heute tot wäre, wenn man sich auf das EEG verlassen hätte. Dieser Vorfall zeigte ihm, was auch viele andere Ärzte entdeckt haben: Die Hirnstromaktivität kann sich so tief im Gehirn abspielen, daß die außen am Kopf befestigten Elektroden sie nicht mehr registrieren. 3.1 S.184

Bei der Diagnose Ganz- oder Teilhirntod können die für die Entstehung der Nahtodererlebnisse wichtigen und dem Oberflächen-EEG nicht zugänglichen tiefen (basalen) Strukturen des Schläfenlappens wie der Hippokampuns bei einem Nullinien-EEG durchaus noch aktiv sein. Das könnte das Auftreten von Nahtodeserlebnissen bei EEG-Nullinie erklären. 1.9

Audel Schoonmaker hat 1979 insgesamt 55 Fälle von wiederbelebten Patienten, die jeweils flache EEG gezeigt hatten, gesammelt. Dies widerspricht einem angenommenen Anfall, weil dieser aus abweichende Strukturen elektrischer Gehirnaktivität besteht, was bei den untersuchten Experiencern nicht der Fall sein konnte. 3.3 S.246

Studien zu Herz-Kreislaufversagen und Nahtodeserfahrungen

Laut Lommel wurde sowohl an Tieren als auch am Menschen nachgewiesen daß innerhalb 10 bis 20 - im Schnitt 15 Sekunden nach einem Herzstillstand sowohl die Gehirnrinde als auch die tieferen Schichten des Gehirns keinerlei elektrische Aktivität mehr aufweisen. Ist der Herzstillstand auf Kammerflimmern zurückzuführen, hört der Blutfluß direkt nach dem Einsetzen des Flimmerns vollständig auf. 1.16, 1.18

Bei einem akuten Herzinfarkt, dauert der Herzstillstand in der Intensivstation für Herzpatienten (engl. Coronary Care Unit (CCU)) gewöhnlich 60 bis 120 Sekunden, in der Herzabteilung (Cardiac Ward) eines Krankenhauses sind es meist 2-5 Minuten und Außerhalb eines Krankenhauses 5-10 Minuten. Nur bei der Testung interner Defibrillatoren und vergleichbarer Studien übersteigt die Zeit des Herzstillstandes selten 30-60 Sekunden. 1.18

Genauere Zahlen zur Dauer der Bewußtlosigkeit gibt Sabom an. Von den 33 Patienten mit Sterbeerlebnis, die Sabom untersuchte, war nur einer kürzer als eine Minute bewußtlos, 13 waren länger als 30 Minuten bewußtlos. Bei 26 war die Bewußtlosigkeit auf Herzstillstand zurückzuführen, d.h. mindestens 25 hatten vorübergehend keinerlei Gehirntätigkeit. 3.9 S.83, S.267

Sabom verglich die Berichte der Betroffenen von ihren außerkörperlichen Erlebnissen mit dem Operationsbericht und prüfte als ausgebildeter Kardiologe zusätzlich, ob die Beschreibungen der Wiederbelebungen den üblichen Vorgängen bei solchen Wiederbelebungen entsprechen. Die von Sabom untersuchten Außerkörperlichen Erfahrungen stammten von Menschen, die in einem Zustand waren, der so kritisch war, daß die Mehrzahl der Leute in diesem Gesundheitszustand sterben. Für die aufgrund dieses Kriteriums befragten Personen galt, daß sie um so häufiger eine Nahtodeserfahrung hatten, je länger sie bewußtlos waren. 26 der 32 Berichte enthielten nur sehr allgemeine Eindrücke und es waren auch bei gezielten Nachfragen keine genauen Einzelheiten zu erfahren. Die Betroffenen führten das darauf zurück, daß sie von dem einzigartigen und angenehmen Charakter der Erfahrung so erfüllt gewesen seien, daß sie der Wiederbelebung keine besondere Aufmerksamkeit schenkten. Sechs Berichte beschrieben auch Details der Wiederbelebung. Sowohl bei den ungenauen als auch bei den detaillierten Berichten stimmten die vorhandenen Beobachtungen mit dem realen Verlauf der Wiederbelebung überein und es wurden nur Dinge beobachtet, die man tatsächlich auch bei einer derartigen Wiederbelebung hätte beobachten können. Es kommen aber gelegentlich Fehlinterpretationen des Beobachteten vor - beispielsweise kam es vor, daß einer der Erlebenden bei einer Operation am Herzen sah, wie mit einer Spritze am Herzen hantiert wurde und annahm es würde etwas gespritzt, tatsächlich wurde jedoch Luft aus der Herzkammer abgesaugt. 3.9 S. 23, S. 83, S.117-151, S.267

VB159.1.3 Kersti: Außerkörperliche Erfahrungen bei Bewußtlosigkeit bis hin zum Nullinien-EEG

Andere schwere Krankheitszustände

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Das ist nach der esoterischen Deutung logisch, da wenn man den Körper verlassen hat, ja keine Kommunikation über den Körper stattfinden kann - da das Bewußtsein ja nicht im Körper ist, sondern sich außerhalb herumtreibt, also in der Nähe des Körpers oder in einer anderen Welt.

Aus materialistischer Sicht erschwert das die Erklärung der Phänomene, da der körperliche Zustand teilweise so schlecht ist, daß körperliche Sinneswahrnehmungen während dieser Zeit als nicht denkbar erscheinen, da das Nervensystem bei Unterversorgung jeweils zuerst seine Arbeit einstellt. Das liegt daran, daß Nervenzellen, um arbeiten zu können, Zucker brauchen, während andere Körperzellen Fett auch direkt für ihre Arbeit nutzen können.

Kersti


O7.10 Kersti: Psychologie der Nahtodeserfahrung
O7.1 Kersti: Wissenschaftliche Forschungsergebnisse zu Nahtodeserfahrungen (Quellen hierzu)

Ein Text von Kersti Nebelsiek, Alte Wilhelmshäuser Str. 5, 34376 Immenhausen - Holzhausen, Tel.: 05673/1615, http://www.kersti.de/, Kersti_@gmx.de
Da ich es leider nie schaffe, alle Mails zu beantworten, schon mal im voraus vielen Dank für all die netten Mails, die ich von Lesern immer bekomme.
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