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O7.1 Kersti: Wissenschaftliche Forschungsergebnisse zu Nahtodeserfahrungen (Quellen hierzu)
O7.10 Kersti: Psychologie der Nahtodeserfahrung

ausgegliedert aus O7.10: 1/2009
letzte Überarbeitung: 1/2009

O7.75

Körperliche Faktoren: Alter, Geschlecht und eine Veranlagung zu feinstofflicher Wahrnehmung beeinflussen die Häufigkeit von Nahtodeserfahrungen

Frauen haben häufiger Nahtodeserlebnisse als Männer

Drei Studien wiesen bisher nach, daß Frauen tiefere Nahtodeserfahrungen haben als Männer. Daß Frauen dabei kleinere Halluzinogen-Mengen benötigen, erklärt möglicherweise auch das etwas häufigere Vorkommen von NDEs bei Frauen. 1.1, 1.4, 1.6, 1.9, 1.10, 2.2

Jüngere Menschen haben in lebensbedrohlichen Situationen häufiger Nahtodeserfahrungen als alte Menschen

Morse wies bei Kindern nach, daß 85% derjenigen die dem Tode nahe waren, Nahtodeserlebnisse hatten. Ring hatte 48% Nahtodeserlebnisse bei einem Durchschnittsalter von 37, Sabom hatte 43% Nahtodeserlebnisse bei einem Durchschnittsalter von 49 Jahren. 1.1

Die Herzstillstandsstudie mit einem Durchschittsalter von knapp über 62 Jahren wies nur gut 11% Nahtodeserlebnisse nach. Bei einer weiteren Studie über Nahtodeserlebnisse von Patienten mit Herzstillstand in den Niederlanden wurde eine ähnlich niedrige Quote an Nahtodeserlebnissen festgestellt. Ein vergleichbares Ergebnis hatte eine Studie an Dialysepatienten. 1.1, 2.2, 2.9

Bei Untersuchungen an Patientengruppen mit hohem Durchschnittsalter (jeweils über 60 Jahren) wie Herzanfallspatienten haben nur 10-12% ein Nahtodeserlebnis. Bei Untersuchungen an Erwachsenen zwischen 35 und 50 Jahren haben zwischen 43% und 48% der Betroffenen in Todesnähe eine Nahtodeserfahrung. Bei Kindern liegt ihre dieser Wert bei bis zu 85%. Hiervon abweichende Werte beruhen auf ungeeigneten Befragungsmethoden oder ungenauer Definition des Begriffes. 1.1, 2.2, 2.9, 2.32

Die drei Herzstillstansstudien und die Dialysestudie wiesen unabhängig voneinander nach, daß jüngere Patienten häufiger Nahtodeserlebnisse hatten als ältere. Außerdem haben jüngere Menschen tiefere Nahtodeserlebnisse. 1.1, 2.2, 2.9, 2.32

Paranormale Erfahrungen und Nahtodeserfahrungen treten bei denselben Menschen auf

KOHR erstellte 1983 einen Überblick über die Mitglieder der ASSOCIATION FOR RESEARCH AND ENllGHTMENT und teilte sie in drei Kategorien: 358 waren dem Tode nicht nahegekommen, 105 waren ihm nahegekommen, hatten dabei aber keine Nahtodeserfahrung erlebt und 84 machten eine "tiefe, bewegende persönliche Erfahrung" mit mit mindestens einem der sechs Merkmale, die RING zum Kern der Nahtodeserfahrung zählt. Die NTEler berichteten auch eher über PSI-Erfahrungen, OBEs, Visionen sowie telepathische und andere parapsychologische Erfahrungen. 3.5.2

Menschen die Nahtodeserfahrungen hatten, hatten häufiger auch unabhängig von der Nahtodeserfahrung paranormale Erfahrungen wie Außerkörperlichkeitserfahrungen und andere mystische Erfahrungen gemacht als Leute die keine Nahtodeserfahrung machten. Dagegen waren Erfahrungen, wie Hellsehen oder präkognitive Träume nicht so häufig. 2.32, 3.5.2

Um zu untersuchen, ob leicht hypnoitisierbare Menschen - sogenannte "fantasy-prone personalities" (wörtlich: Personen mit einer Neigung zur Fantasie) - häufiger Nahtodeserfahrungen machen als andere, ließen Council und Greyson 63 Personen die typische Nahtodeserfahrungen berichteten, 28 Personen die schon in Lebensgefahr gewesen waren und keine Nahtodeserfahrung gehabt hatten und 45 Personen die nie dem Tode nahe gewesen waren mehrere Fragebogen ausfüllen. Es handelte sich um das "Memory, Imagining, and Creativity Schedule" (MICS; wörtlich: Erinnerungs-, Vorstellungsvermögens und Kreativitäts-Programm), die "Absorption Scale" (Wörtlich:Aufnahme-Skala), den "Survey of Psi Experiences" und - sofern die betreffenden schon dem Tode nahe waren - die "Near-Death Experience Scale" (wörtlich: Nahtodeserfahrungsskala). Bei der Studie kam heraus, daß die Ergebnisse von MICS und der Absorption Scale bei denjenigen, die eine Nahtodeserfahrung hatten, erheblich höher ausfielen als bei den beiden anderen Gruppen. 1.25

Das Memory, Imagining, and Creativity Schedule (MICS) von Wilson und Barber prüft 52 Punkte ab, die mit der sogenannten "fantasy-prone personality" zusammenhängen. Dazu gehören lebhafte Fantasie, Wahnehmungen und Gedächtnis, Glaube und Interesse an veränderte Bewußtseinszustände und Paranormale Phänomene.Die Skala fragt also nicht nur nach Fantasieelementen sondern auch nach Glaube und Interesse an veränderten Bewußtseitszuständen und Paranormale Phänomene1.25. Damit wird nicht zwischen Fantasiereise und paranormaler Erfahrung differenziert und die Bezeichnung Fantasy-Prone-Personality ist in Bezug auf die Frage, ob damit eine Aussage über den Realitätsgehalt der Nahtoderfahrung gemacht wird, grob irreführend. Ein wichtiger Grund, an Paranormale Erfahrungen zu glauben ist, daß man bereits solche Erfahrungen gemacht hat und es ist bekannt, daß Menschen nach einer Nahtoderfahrung gerade in diesem Punkt oft ihre Überzeugungen ändern.

Die Absorption Scale von Tellegen und Atkinson prüft, ob eine Person dazu neigt, reale und vorgestellte Erfahrungen sehr intensiv zu erleben und hängt mit der Hypnotisierbarkeit zusammen. MICS und Absorption Scale korrelieren sehr eng miteinander und beziehen sich deshalb sehr wahrscheinlich auf dieselben Persönlichkeitstypen. 1.25

Die Near-Death Experience Scale von Greyson dient dazu, festzustellen, wie tiefgreifend eine Nahtodeserfahrung war. Dabei faßt sie die Nahtodeserfahrungselemente in vier Gruppen zusammen. Als kognitive Elemente bezeichnet sie Veränderungen des Zeitempfindens, Beschleunigung des Denkens, den Lebensrückblick und plötzliches Verstehen. Als affektive Elemente zählen die Lichterfahrung sowie Gefühle von Frieden, Glück und Einheitsempfinden. Als Paranormale Elemente zählen verbesserte Fähigkeiten beim Sehen oder hören, außersinnliche Wahrnemung oder was als diese erscheint, Vorhersagen und Außerkörperliche Erfahrungen. Als transzendentale Elemente zählen Jenseitserfahrungen, Mystische Gestalten, sichtbare Geister oder die Wahrnehmung einer Grenze. 1.25

Der Survey of Psi Experiences von Palmer fragt nach diversen paranormalen Erfahrungen. 1.25

Personen, die eine Nahtodeserfahrung hatten, entsprechen also nach dem Studienergebnis eher dem, was als Fantasy-Prone Personality bezeichnet wird als die anderen beiden Gruppen. Sie sind fantasievoller, haben ein lebhafteres Vorstellungsvermögen, bringen Fantasie und Vorstellungen mehr interesse entgegen, können leichter in ungewöhnliche Bewußtseinszustände geraten, machen öfter ungewöhnliche subjektive Erfahrungen und glauben eher an paranormale Phänomen als die Durchschnittbevölkerung. Dies ist aber nicht so ausgeprägt wie bei der eigentlichen Fantasy-Prone Personality. Allein der transzententale Teil, also Jenseitserfahrungen, Mystische Gestalten, sichtbare Geister oder die Wahrnehmung einer Grenze scheint bei Menschen die in Richtung Fantasy-Prone Personality tendieren nicht häufiger aufzutreten als bei anderen Menschen. Die Ergebnisse der beiden anderen Gruppen unterscheiden sich kaum voneinander, jedoch hatten diejenigen die schon in Lebensgefahr geraten waren, geringfügig höhere Werte als diejenigen, die noch nicht in Lebensgefahr geschwebt hatten. Ob die Nahtodeserfahrung also die Ursache oder die Folge dieser Nähe zur Fantasy-Prone Personality ist, ist deshalb unklar. 1.25

Anmerkung: Die Eigenschaften, die zur Fantasy-Prone Personality gehören, sind auch für Menschen mit ADHS typisch.
VA256. Kersti: Werden Indigokinder irrtümlicherweise auf ADHS behandelt?
Ring verteilte eine Reihe von Fragebögen über die Neigung zum Phantasieren, Kindheitserfahrung, Familienleben und Kindesrnißhandlung an 74 NTEler und 54 Personen, die sich lediglich für NTE interessierten. Er fand heraus, daß nicht die Neigung zum Phantasieren entscheidend war, sondern die in der Kindheit erfahrene 'Sensitivität zu anderen Wirklichkeiten'. 3.5.2

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O7.79 Kersti: Die Zusammensetzung der Nahtodeserlebnisse zeigt kaum Zusammenhang mit Persönlichkeitsmerkmalen

Kersti


O7.10 Kersti: Psychologie der Nahtodeserfahrung
O7.1 Kersti: Wissenschaftliche Forschungsergebnisse zu Nahtodeserfahrungen (Quellen hierzu)

Ein Text von Kersti Nebelsiek, Alte Wilhelmshäuser Str. 5, 34376 Immenhausen - Holzhausen, Tel.: 05673/1615, http://www.kersti.de/, Kersti_@gmx.de
Da ich es leider nie schaffe, alle Mails zu beantworten, schon mal im voraus vielen Dank für all die netten Mails, die ich von Lesern immer bekomme.
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