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O7.1 Kersti: Wissenschaftliche Forschungsergebnisse zu Nahtodeserfahrungen (Quellen hierzu)

ausgegliedert aus O7.13: 2/2009
letzte Überarbeitung: 2/2009

O7.95

Gibt es im Jenseits Kulturen oder sind die kulturellen Unterschiede Folgen der Überformung der Erfahrungen beim Erinnern?

Es gibt kulturelle Unterschiede in Nahtodeserfahrungen

Während sich aufgrund individueller Faktoren nicht vorraussagen läßt, wer welche Art von Nahtodeserlebnis hat und Kinder jeden Alters in etwa dieselben Nahtodeserlebnisse haben wie Erwachsene, unterscheiden sich die Nahtodeserlebnisse verschiedener Kulturen in einigen Details und in der Häufigkeit der einzelnen Elemente.
O7.11 Kersti: Nahtodeserfahrungen und ihre Bezüge zu Kulturen und Religionen
O7.16 Kersti: Geschichte und Verbreitung der Berichte von Nahtodeserfahrungen
O7.80 Kersti: Statistik der Kulturabhängigen Abweichungen

Reales oder irreales Jenseits - welchen Einfluß hätte das auf die Bedeutung und Art kultureller Unterschiede?

Ein nur vorgestelltes Jenseits hätte keine Größe. Kulturelle Unterschiede wären ausschließlich auf irdische Kulturen zurückzuführen

Ein Jenseits, das nur in den Vorstellungen der einzelnen Beobachter existiert hätte in dem Sinne keine Größe. Kulturelle Merkmale dieses eingebildeten Jenseits wären ausschließlich auf irdische Unterschiede der Heimatkulturen zurückzuführen.

Es wird angenommen, daß unsere hiesigen Kulturen unser Bild von dem Jenseits färben - und es ist ganz sicher, daß Beschreibungen und Erinnerungen solcher Erfahrungen davon abhängen, inwieweit wir uns das Erlebte vorstellen können und ob wir im Leben die passenden Worte gelernt haben, um diese Erfahrung in Worte zu fassen. Außerdem wird in den Erfahrungen selbst gesagt, daß wir sie uns weder vollständig mit unserem irdischen Gehirn vorstellen können, noch für alle gemachten Erfahrungen die passenden Worte existieren.
O7.33 Kersti: Keine Worte für Nahtodeserlebnisse

Ein echtes Jenseits wäre so groß, daß unterschiedliche Kulturen zu erwarten wären und Kulturelle Unterschiede dort könnten auch das Diesseits beeinflussen

Bei einem echten Jenseits müßte man sich fragen, wie groß es sein könnte. Die kleinstmögliche Größe ergibt sich daraus, daß man den Toten ja nach dem Tod im Jenseits begegnen kann, auch wenn sie schon länger tot sind. Man muß also davon ausgehen, daß sie dort mindestens im Schnitt mehrere Jahre verbringen. Ob das nun fünf, fünfzig oder 500 sind, und ob es keine, weniger, mehr oder genausoviele Wesen gibt, die sich nicht inkarnieren, ist unbekannt. Damit kann man schätzen daß ein Jenseits mindestens 1/10 der Größe haben dürfte wie die Erde oder aber daß es sogar um mehrere Größenordnungen größer sein könnte. Das wiederum bedeutet, daß in einem solchen Jenseits nicht nur verschiedene Landschaften sondern auch verschiedene Kulturen zu erwarten sind, die die Wesen im Jenseits unterschiedlich prägen. Diese Kulturen können aber müssen nicht mit den irdischen Kulturen zusammenhängen. Eventuell können Angehörige mehrerer jenseitiger Kulturen in dieselbe irdische Kultur inkarnieren.

Unzweifelhaft ist, daß die irdischen Kulturen und unser irdisches Vorstellungsvermögen die Erinnerung an das Nahtodeserlebnis beeinflussen. Doch daß der Einfluß nur in diese Richtung geht, ist nicht sicher, denn dieser Vorgang kann ebensogut andersherum ablaufen: Menschen, die aus einer jenseitigen Kultur stammen oder mit ihr in Verbindung stehen, könnten Baustile, soziale Verhaltensweisen und kulturelle Vorstellungen von ihrer Kultur drüben hier als Inspiration sehen und dann diese Vorstellungsbilder in reale Gebäude und Handlungsmuster umsetzen.

Einflüsse der Irdischen Kulturen auf unsere Vorstellung des Jenseits

Kulturabhängige Unterschiede in der Bereitschaft, Nahtodeserfahrungen mitzuteilen

Ein Teil der Unterschiede von zwischen den Nahtodeserfahrungsberichten könnte in kulturabhängigen Unterschieden in der Bereitschaft, Nahtodeserfahrungen mitzuteilen, begründet sein.

Während Papst Gregor der Große Nahtodeserfahrungen sammelte, um die Existenz des Jenseits zu beweisen, hatten bei uns bis vor wenigen Jahren die meisten Menschen Angst, über solche Erfahrungen zu reden, da sie befürchteten sich damit lächerlich zu machen oder dafür in die Nervenheilanstalt eingewiesen zu werden. 1.1, 1.8, 1.10, 2.19, 2.31, 3.4

In anderen Kulturen mögen Teile der Nahtodeserfahrungen vielleicht verschwiegen werden, da sie zu äußern als Ketzerei gelten würde. Im Gegensatz dazu könnte in einem religiösen Umfeld, das von vielfältigen paranormalen Erfahrungen und animistischen Vorstellungen geprägt ist, die Erfahrung des Einzelnen als langweilig und normal untergehen, wenn sie nicht gerade besonderes Interesse hervorruft. 3.3 S.88-89

Kulturabhängige Unterschiede in der Form des Berichts

Darüberhinaus mögen die üblichen Formen, in denen Erfahrungen mitgeteilt werden sich von Kultur zu Kultur unterscheiden.

Das beginnt mit der Infrastruktur. So wurden die Daten für die Untersuchung zu Totenbettvisionen durch Osis in England, Island und Amerika per Telefon und Post erfragt, während das in Indien nicht möglich war und deshalb zu den Kliniken gefahren wurde, um die Befragungen durchzuführen. 10.1

Darüberhinaus gibt es Völker in denen keine Schriftsprache existiert - oder bis vor kurzem existierte. Bei uns wird in der Schule Aufsatzschreiben geübt, in manchen Ländern gibt es keine Schule und das Wissen wird eventuell nur mündlich weitergegeben. Kulturen ohne Schriftsprache unterscheiden nicht zwischen Sagen und historischen Überlieferungen. 9.1 S.189

All das dürfte sich sowohl darauf auswirken, welche Teile einer Erfahrung als erzählenswert eingestuft werden und was nur angedeutet wird, als auch darauf, welche Erzählform gewählt wird, welche Längen Berichte haben können.

Einflüsse jenseitiger Kulturen auf diesseitige Kulturen

Wenn ein reales Jenseits existiert, so wäre anzunehmen, daß nicht nur unser irdisches Vorstellungsvermögen und unser irdisches Wissen, sowie unsere genetische Veranlagung unser Bild des Jenseits beeinflussen, sondern daß auch jenseitigen Einflüsse unsere irdischen Kulturen nachweisbar beeinflussen.

Grundsätzlich werden solche Einflüsse von den meisten Religionen behauptet.

Reales oder eingebildetes Jenseits?

Die bisherige wissenschaftliche Forschung zu Nahtodeserfahrung untersucht die Kulturen zwar, aber nicht in einer Form, die sich mit der Frage beschäftigt, ob die jenseitigen Kulturen lediglich verschönerte und durch angeborene Vorstellungen verfälschte Abbilder der hiesigen Kultur mit ihren religiösen Vorstellungen ist, oder ob sie unabhängig davon als Kulturen existieren.

Kurz gesagt, wenn man tiefergehend fragt, stellt man fest, daß man noch weniger weiß, als man zu wissen meinte.

Kersti


O7.1 Kersti: Wissenschaftliche Forschungsergebnisse zu Nahtodeserfahrungen (Quellen hierzu)

Ein Text von Kersti Nebelsiek, Alte Wilhelmshäuser Str. 5, 34376 Immenhausen - Holzhausen, Tel.: 05673/1615, http://www.kersti.de/, Kersti_@gmx.de
Da ich es leider nie schaffe, alle Mails zu beantworten, schon mal im voraus vielen Dank für all die netten Mails, die ich von Lesern immer bekomme.
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