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O7.1 Kersti: Wissenschaftliche Forschungsergebnisse zu Nahtodeserfahrungen (Quellen hierzu)

erste Version: 2/2009
letzte Überarbeitung: 2/2009

O7.98

Nahtodeserfahrungen und Entwicklungspsychologie

Das Nahtodeserlebnis selbst erstaunlich wenig durch die Persönlichkeitsentwicklung beeinflußt.
O7.10 Kersti: Auswirkungen von Persönlichkeitentwicklung, Vorwissen, Fantasie und Verdrängung auf die Nahtodeserfahrungen
O7.28 Kersti: Nahtodeserlebnisse bei Kindern sind unabhängig vom Stand der Persönlichkeitsentwicklung

Wie das Erlebnis in das Weltbild desjenigen eingeordnet wird, der das Nahtodeserlebnis hatte, kann dagegen aufgrund von seiner Persönlichkeitentwicklung erheblich variieren.

Zwei Entwicklungslinien des Verständnis der Nahtodeserfahrung

Es gibt zwei grundsätzliche Faktoren der Entwicklungspsychologie, die bei der Nahtodeserfahrung zum tragen kommen. Das ist einmal die Entwicklung vom kurzschlüssigen unstrukturierten Denken über das durch die Autoritätspersonen gelehrte durch kulturelle Vorstellungen gelenkte Denken zum selbstständigen Denken, wie es unter anderem in der Moralentwicklung nach Kohlberg zum tragen kommt. Zum zweiten ist es die Entwicklung der logischen Aufteilung der Welt in reales, irreales und feinstoffliches.
O7.A7 Kersti: Entwicklungspsychologische Trennung zwischen materieller Realität, Fantasie und Geistigen Welten (=feinstoffliche Welten)
VB50. Kersti: Entwicklungspsychologie: Weltbild-Stufen

Aus diesen beiden Entwicklungslinien ergibt sich eine Entwicklungsmatrix die sich durch folgende Tabelle darstellen läßt.
Entwicklungsstufe a) Undifferenziert - Alltagserlebnisse, Nahtodeserfahrungen und Träume werden als gleichermaßen real wahrgenommen b) Zweiteilung in real und irreal - Alltags- erlebnisse gelten als real, Nahtodes- erfahrungen und Träume als irreal c) Dreiteilung in materielle, überpersönliche (feinstoffliche) und persönliche Realität
  • die vormals allein als real empfundenen Alltagserlebnisse werden der materiellen Realität zugeordnet
  • das vormals als irreal empfundene wird in zwei unterschiedliche Realitätswerte aufgeteilt.
    • Nahtodeserfahrungen werden der überpersönlichen oder feinstofflichen Realität zugeordnet
    • Träume werden der persönlichen Realität zugeordnet und gelten je nach Weltbild als feinstofflich oder wie bisher als nicht real
Ebene 1 - Prälogisch. Die Betroffenen besitzen kein eigenes Weltbild
  • Stufe 1 - Lernen durch Versuch und Irrtum
  • Stufe 2 - Lernen durch Nachahmung
Die Betroffenen reagieren auf eigene innere Antriebe, feinstoffliche Wahrnehmungen und materielle Wahrnehmungen unterschiedlos indem sie durch Versuch und Irrtum oder Nachahmung sinnvolle Verhaltensweisen erlernen. nicht möglich, da eine solche Einteilung ein Weltbild vorraussetzt nicht möglich, da eine solche Einteilung ein Weltbild vorraussetzt
Ebene 2 - Erlernen logischer Verfahren. Das Weltbild wird von der Gesellschaft oder den Eltern übernommen.
  • Stufe 3 - erlernen der logischen Regeln wie mathematischer Verfahrung nach Anleitung - was der Lehrer/Mama sagt, ist richtig "Man muß doch den Fachleuten vertrauen"
  • Stufe 4 - selbstständiges Anwenden der logischen Verfahren, Fähigkeit diese als Lehrer weiterzugeben
Die Betroffenen reagieren auf eigene innere Antriebe, feinstoffliche Wahrnehmungen und materielle Wahrnehmungen unterschiedlos indem sie für jede Situation getrennt die passende Reaktionsweise von Autopritätspersonen erlernen. Die Betroffenen sind Materialisten, die ihr Weltbild von der Gesellschaft übernommen haben. Religion wird für Einbildung gehalten. Die Betroffenen hängen der für die Gesellschaft typischen Religion an oder haben eine Religionen entweder von den Eltern oder von anderen Menschen in ihrer Umgebung übernommen.
Ebene 3 - Erkenntnistheorie. Die bis hierher vorgedrungenen Personen beherrschen Verfahren mit denen man neue Weltbilder generieren kann
  • Stufe 5 - entwickeln eigener logischer Verfahren anhand erkenntnistheoretischer Grundsätze, wissenschaftliches arbeiten
  • Stufe 6 - Bewußtsein für das Vorhandensein dieser Stufenentwicklung und gezieltes Vermitteln der einzelnen Stufen bis Stufe 6
Die Betroffenen reagieren auf eigene innere Antriebe, feinstoffliche Wahrnehmungen und materielle Wahrnehmungen unterschiedslos indem sie für jede Situation getrennt die passende Reaktionsweise von ihrem Weltbild ableiten. Die Betroffenen sind Materialisten, die ihr Weltbild selbst konstruiert haben. Wenn sie einem religiösen Weltbild begegnen, sind sie sich bewußt, daß der Fehler theoretisch auch in ihrem eigenen Weltbild liegen könnte. Die Betroffenen haben ein religiöses oder spirituelles Weltbild, das sie selbst aus den Elementen verschiedenster Religionen und eigenen Ideen konstruiert haben.

Kulturelle Unterschiede im Entwicklungspsychologischen Stand der einzelnen Gesellschaften

Wie der einzelne Mesch können auch Kulturen auf unterschiedlichem entwicklungspsychologischen Stand sein.

Logik und Weltbild

Jäger- und Sammlerkulturen, Hirtenvölker und bäuerliche Kulturen bewegen sich überwiegend auf Ebene 1 (Prälogisch) der Entwicklung des logischen Denkens

Kulturen die als ganzes vollständig auf der prälogischen Ebene (Ebene 1) angesiedelt sind, findet man in dieser Reinform fast nur bei Tieren. Gemeinschaften, in denen ausschließlich auf Stufe 1 - durch Versuch und Irrtum - gelernt wird, findet man ausschließlich bei sehr primitiven Tieren und sogar schon bei Einzellern.

Schon bei sozialen Tieren wie im Wolfsrudel lernen die Jungtiere hauptsächlich, indem sie das Verhalten, das ihnen nicht als Instinkt angeboren ist, von erwachsenen Tieren übernehmen, also durch Nachahmung (Stufe 2).

Jäger- und Sammlerkulturen und Hirtenvölker sowie einige bäuerliche Kulturen vermitteln ihr Wissen aber hauptsächlich, indem sie die Kulturfähigkeiten vorführen und von den Kindern erwarten, daß sie es nachahmen. Zusätzlich wird jedoch fast immer auch ein Weltbild durch Erzählen vermittelt (Ebene 2, Schüler Stufe 3, Lehrer Stufe 4). Selten entwickeln einzelne Menschen sich in diesem Umfeld auch zu Stufe fünf weiter.

In Kulturen, die überwiegend auf der Prälogischen Ebene funktionieren, gilt der am meisten, der die meisten praktischen Fähigkeiten hat.

Hochkulturen beruhen auf Ebene 2 (Erlernen logischer Verfahren) der Entwicklung des logischen Denkens

Hochkulturen zeichnen sich dadurch aus, daß sie - mindestens für die Oberschicht - regelrechte Schulen oder systematischen Unterricht betreiben und so Verfahrensweisen des täglichen Lebens nicht nur über direkten praktischen Unterricht sondern auch über Bilder, Schrift und Sprache vermitteln.

In Kulturen, die überwigend auf Ebene 2 durch Erlernen logischer Verfahren arbeiten, gilt der am meisten, der am meisten weiß. Da diese Kulturen keine systematische Wissenschaft besitzen und nur wenige Personen sich zu Ebene 5 oder 6 weiterentwickeln, werden Erfinder zu Göttern hochstilisiert und Wissen gilt um so mehr, je älter es ist.

Wissenschaft beruht auf Ebene 3 (Erkenntnistheorie) der Entwicklung des logischen Denkens

Die alten Griechen und wir seit dem Beginn der Neuzeit haben eine Subkultur, in der systematisch neues Wissen generiert wird, die Wissenschaft.

Diffenrenzierung der Realitätswerte

Ein Kleinkind hat noch ein undifferenziertes Weltbild, in dem reales und irreales nicht voneinander unterschieden wird. Träume erscheinen ihm ebenso real wie Alltagserlebnisse. Im heranwachsen werden Träume aber auch Nahtodeserlebnisse, Schutzengel und Ähnliches von Alltagereignissen und materiellen Gegenständen getrennt. Dabei werden Träume und Nahtodeserlebnisse als irreal bezeichnet währen nur materielle Gegenstände und Alltagsereignisse in der materiellen Welt als real anerkannt. Darauf kann noch ein weiterer Differenzierungsschritt folgen, in dem das vormals als irreal bezeichnete in eine geistige oder jenseitige Welt und Fantasie aufgespalten wird.

c) Dreiteilung in materielle, überpersönliche (feinstoffliche) und persönliche Realität

Traditionelle Kulturen - sowohl Jäger- und Sammlerkulturen als auch traditionelle Hochkulturen vertreten immer ein Weltbild, in dem das Feinstoffliche vorkommt und eine eigene jenseitige Ebene darstellt. Während diese Ebene in Jäger- und Sammlerkulturen nicht weiter differenziert gesehen wird, kommen in traditionellen Hochkulturen differenziertere Weltbilder mit mehreren Himmeln und Höllen vor.

Die meisten Menschen jener Kulturen sind als Jugendliche Materialisten, wenden sich aber als erwachsene religiösen Vorstellungen zu.

b) Zweiteilung in real und irreal

Die griechische Wissenschaft erreichte nie den Stand, in dem sie sich so scharf vom traditionellen Wissen abgrenzte, wie das unsere heutige Wissenschaft von der vorwissenschaftlichen Ära tut. In unserer Wissenschaft stellte sich jedoch mit der Zeit heraus, daß traditionelles Wissen oft unzureichend überprüft und falsch war. Deshalb galt nur das als zuverlässig, das bereits mit wissenschaftlichen Methoden nachgewiewsen wurde.

Da die Wissenschaft Wissen sehr viel gründlicher, stärker in die Einzelheiten gehend und kritischer erforscht, als das in der persönlichen Meinungsbildung möglich ist, läuft ihre Entwicklung auch auf einer langsameren Zeitskala ab als die persönliche Entwicklung. Für die wissenschaftliche Forschung lieferte die Erforschung der religiösen Inhalte anfangs keine als befriedigend empfundenen Ergebnisse, so daß hier zuerst ein materialistisches Weltbild entstand, wie es in traditionellen Kulturen Kinder und Jugendliche haben. Personen die ernsthaft das Jenseits wissenschaftlich erforschten wurden lange Zeit belächelt. Mit der Erforschung der Nahtodeserfahrungen beginnt sich hier ein Wandel abzuzeichnen.

a) Undifferenziert

Kulturen, in denen ein völlig undifferenziertes Weltbild vorherrscht, sind mir unbekannt.

Kersti


O7.1 Kersti: Wissenschaftliche Forschungsergebnisse zu Nahtodeserfahrungen (Quellen hierzu)

Ein Text von Kersti Nebelsiek, Alte Wilhelmshäuser Str. 5, 34376 Immenhausen - Holzhausen, Tel.: 05673/1615, http://www.kersti.de/, Kersti_@gmx.de
Da ich es leider nie schaffe, alle Mails zu beantworten, schon mal im voraus vielen Dank für all die netten Mails, die ich von Lesern immer bekomme.
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