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O7.A8 Kersti: Wer Ahnung von Reinkarnationserinnerungen, Nahtodeserfahrungen und Ähnlichen Erfahrungen hat, hat meist irgendein spirituelles Weltbild (Quellen hierzu)

Erste Version: 4/2009
letzte Überarbeitung: 4/2009

O7.C1

Michael Schröter-Kunhardt: Nah-Todeserfahrungen sind ein neurobiologisch angelegtes Programm, das auf eine Weiterexistenz jenseits von Raum und Zeit vorbereitet

1993 arbeitete Michael Schröter-Kunhardt noch als Assistenzarzt am Psychiatrischen Krankenhaus Weinsberg und schrieb am Ende seines ersten Artikels über Nahtodeserfahrungen folgendes:
Insgesamt scheinen bei der Nah-Todeserfahrung ganz bestimmte Hirn-Strukturen selektiv erregt zu werden. Dieses Erfahrungsmuster scheint im Gehirn biologisch angelegt zu sein, so daß es "bei Bedarf" aktiviert werden kann. Der Psychiater Stanislav Grof konnte beispielsweise durch Halluzinogene Elemente der Nah-Todeserfahrung bei unheilbar Krebskranken auslösen und ihnen so (religiöse) Zuversicht geben und die Angst vor dem Tod nehmen, ihre Stimmung aufhellen und Schmerzen reduzieren.

Dementsprechend gelten bewußtseinsverändernde Techniken und Substanzen in den meisten Kulturen als Zugang zu religiösen (Jenseits-)Erfahrungen. Die Nah-Todeserfahrung stellt deren Prototyp dar und zeigt sogar deren biologische Basis auf. Alle religiösen Erfahrungen und die Religiosität des Menschen überhaupt scheinen auf einer solchen neurophysiologischen Grundstruktur zu beruhen. Nah-Todeserlebnisse sind deshalb so heilsam, weil sie diese innere Religiosität freilegen, die bei uns allgemein verdrängt wird.

Marx (Religion als Opium für das Volk), Freud (Religion als Neurose) und Drewermann (Religion muß an die gängige Rationalität der Psychoanalyse angepaßt werden) haben sich meiner Meinung nach geirrt. Religiöses Erleben beruht vielmehr auf einer biologisch angelegten Matrix, die jenseits der psychoanalytisch erreichbaren Schichten im Unterbewußtsein liegt und in ihrer heilsamen Potenz jede Psychoanalyse übertreffen kann. Die gängige Rationalität, an die sich viele Theologen krampfhaft anzupassen versuchen, erweist sich demnach als Reduktion der Wirklichkeit. 1.8

In seinem nächsten Artikel von 1995 schreibt er immerhin:
Die Aussagekraft aller neurophysiologischen (NDE-)Befunde ist jedoch grundsätzlich sehr beschränkt. Es handelt sich dabei ja nur um Korrelate, und nicht unbedingt um Ursachen jeder geistigen Erfahrung! Auch kann man nicht eine Wahrnehmung (z.B. die eines hellen Lichtes oder die eines Verstorbenen) einfach auf eine andere, neurophysiologische Wahrnehmung reduzieren, da beide eben nur Wahrnehmungen sind. 1.10

Er vertritt immer noch ein weitgehend materielles Weltbild, rät dem Behandler aber:
Bezeichnen Sie Berichte von Erlebnissen in Todesnähe nicht vorschnell als Halluzination. Es handelt sich i.d.R. eben nicht um psychopathologische Phänomene, sondern um Höchstleistungen des Gehirns, die zumindest gelegentlich auch außersinnliche Wahrnehmungen beinhalten. 1.10

In dem Artikel von 1997 ist er schließlich von paranormalen Leistungen überzeugt.
Paranormale Leistungen von Lebenden wie Sterbenden und ihr vermehrtes Auftreten im Rahmen von religiösen Erlebnissen (im Sterben) bzw. bei religiösen Menschen (z.B. bei Jesus) verweisen also auf einen Zeit- und Raum-unabhängigen und somit unsterblichen Anteil der menschlichen Psyche, der generell als unsterbliche Seele bezeichnet wird und nach dem Tod weiterlebt. Religiöses Erleben beruht also auf einer biologisch angelegten Matrix, die durch keine Theorie hinwegerklärt werden kann und elementarer Bestandteil der menschlichen Psyche ist. Marx und Freud haben sich also geirrt, der areligiöse Mensch irrt immer: Homo religiosus sapiens est 1.9

Dieser Standpunkt wird im nächten Artikel noch einmal bekräftigt. 1.6

Der darauffolgende Artikel ist für die Frage danach, ob wie sich seine Haltung zum Spirituellen entwickelt nur insofern interessant, daß er hier die Standpunkte, die er selbst nicht vertritt in unangemessener Form abwertet. Das legt die Vermutung nahe, daß er sich seines eigenen Weltbildes eher unsicher ist. 1.5

In seinem Artikel von 2006 schreibt er dann als Fazid aus einem Vergleich zwischen Oneiroiden und Nahtodeserfahrungen:

Bei zunehmender Todesnähe gehen die Oneirode dann in Träume zum Thema Sterben und Tod und schließlich in Nah-Todeserfahrungen über, was sie zu immanenten Vorstufen der transzendenten Nah-Todeserfahrung macht. Während Oneiroide dem Erlebenden somit helfen, den schweren Krankheitszustand in individuellen Traumbildern kompensierend zu verarbeiten, bereiten  Nah-Todeserfahrungen als neurobiologisch angelegtes Programm den Erlebenden auf ein Leben nach dem Tod und damit auf eine Weiterexistenz jenseits von Raum und Zeit vor. 1.19

Auch Michael Schröter-Kunhardt brauchte also mehrere Jahre für den Übergang von einem materialistischen zu einem spirituellen Weltbild. Er scheint sich überwiegend theoretisch mit dem Thema beschäftigt zu haben, doch wenn er seinen eigenen Ratschlag von 1995 befolgt hat, so ist anzunehmen, daß er spätestens von da ab diverse Berichte von Nahtodeserfahrungen direkt vom Erlebenden erfahren hat. In seinem Artikel von 20061.19 erwähnt er eine eigene Fallsammlung.

Kersti


O7.A8 Kersti: Wer Ahnung von Reinkarnationserinnerungen, Nahtodeserfahrungen und Ähnlichen Erfahrungen hat, hat meist irgendein spirituelles Weltbild (Quellen hierzu)

Ein Text von Kersti Nebelsiek, Alte Wilhelmshäuser Str. 5, 34376 Immenhausen - Holzhausen, Tel.: 05673/1615, http://www.kersti.de/, Kersti_@gmx.de
Da ich es leider nie schaffe, alle Mails zu beantworten, schon mal im voraus vielen Dank für all die netten Mails, die ich von Lesern immer bekomme.
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