Hauptseite  /   Suche und Links  /   Philosophie und Autorin dieser Seite

O7.1 Kersti: Wissenschaftliche Forschungsergebnisse zu Tod, Jenseits und Reinkarnation (Quellen hierzu)

ausgegliedert aus O7.19: 9/2009
letzte †berarbeitung: 9/2009

O7.D9

Wiedererleben von Erinnerungen durch Reizung der Gehirnrinde im SchlŠfenbereich

FŸr GedŠchtnisleistungen, besonders episodische autobiographischen LangzeitgedŠchtnis-Leistungen ist die linke GehirnhŠlfte zustŠndig. In Nahtodeserlebnissen tritt eine erhšhte P300-Amplitude im EEG auf, die internes Orientierungsverhalten und einen GedŠchtnisabgleich anzeigt. Subcorticale Areale wie das Striatum (Putamen, Nucleus caudatus), Teile des Thalamus, aber auch das limbische System (Amygdala, Hippocampus) besonders der rechten GehirnhŠlfte spielen eine entscheidende Rolle bei den fŸr den Lebensfilm wichtigen rŠumlichen sowie der episodischen und damit autobiographischen GedŠchtnisleistungen. So gelten die beiden Copora amgydaloidea im Limbischen System als unverzichtbar fŸr das Behalten affektiv hoch negativ besetzter Informationen. TatsŠchlich fŸhren kŸnstlich induzierte oder spontane elektrische Entladungen im Bereich von Hippocampus und Corpus amygdaloideum u.a. zum Auftreten von ErinnerungsbruchstŸcken. 1.6

PERSINGER konnte einmal zeigen, da§ eine hohe FŠhigkeit zur Imagination bzw. Erinnerung an Kindheitserlebnisse mit TemporallappenaktivitŠt und der Anzahl von spikes pro Minute Ÿber den Temporallappen korrelierten. 1.6

Eine elektrische Stimulation des Temporallappens fŸhrt au§erdem manchmal zum plštzlichen Auftauchen lŠngst vergessener Erinnerungen. 1.6, 1.9, 1.10, 3.3 S.246

Das limbische System ist ebenfalls fŸr Sauerstoffmangel empfindlich und fŸr die Organisation von GefŸhlen und Erinnerungen zustŠndig, was eine Verbindung mit dem LebensrŸckblick nahelegt, der in Nahtodeserlebnissen manchmal auftaucht. 1.3, 1.6, 1.8, 3.3 S.44

Entdecker dieses PhŠnomens war Penfield, der 1958 Ÿber seine erste Erfahrung hiermit schrieb:

Sie erlebte nach der elektrischen Reizung erneut, wie sie ihre inzwischen erwachsene Tochter zur Welt brachte

Vor 26 Jahren (ca. 1929) operierte ich im Royal Victoria Hospital unter lokaler AnŠsthesie an einer Frau, und applizierte an verschiedenen Punkten des Temporallappens ihres Gehirns eine stimulierende Elektrode. Sie (E. W.) erzŠhlte mir unvermittelt, da§ sie eine vergangene Erfahrung wiederzuerleben schien. Es wirkte, als erlebte sie sich dabei, wie sie ihre Tochter zur welt brachte. Das war vor Jahren geschehen und inzwischen ist das Kind erwachsen geworden. Die Frau lag nun auf dem Operationstisch in meinem Operationsraum und hoffte, da§ ich ihre AnfŠlle an herdfšrmiger Epilepsie heilen kšnnte. 4.32

Mehr als fŸnf Jahre spŠter begegnete Penfielt ein weiterer Šhnlicher Fall, bei dem jedoch klar war, da§ die wieder auftauchende Erinnerung auf die Epilepsie und bei der Operation auf die elektrische Reizung der Gehirnrinde zurŸckging. 4.32

Penfield: Die Erinnerung machte manchmal den gesamten epileptischen Anfall aus

Das Montreal Neurological Institute wurde 1934 eršffnet und ein Patient, J. V., ein MŠdchen von 14 Jahren, wurde dort im Juni 1936 aufgenommen. Sie klagte Ÿber AnfŠlle, wŠhrend derer sie bewu§tlos mit einem epileptischen SchŸttelkrampf zu Boden fiel. Aber solch einer Episode direkt vorausgehend, drang etwas in ihr Bewu§tsein, das wie eine Halluzination erschien. Es war immer das selbe, eine erfahrung aus ihrer Kindheit.

Die Originalerfahrung war Folgende: Sie ging Ÿber eine Wiese. Ihre BrŸder waren ihr auf dem Pfad vorausgerannt. Ein Mann, der ihr folgte, sagte ihr, da§ er Schlangen in der Tasche hŠtte, die er trug. Und sie hatte Angst und rannte ihren brŸdern hinterher. Das war eine echte Erfahrung gewesen. Ihre BrŸder erinnerten sich daran und ihre Mutter erinnerte sich, davon gehšrt zu haben.

SpŠter kam diese Erfahrung einige Jahre lang im Traum wieder und es hie§, das sei ein Alptraum. Schlie§lich wurde erkannt, da§ dieser kleine Traum das Vorspiel zu einem epileptischen Anfall war, das jederzeit, Tag oder Nacht, auftreten konnte. Und der Traum machte manchmal den gesamten Anfall aus.

WŠhrend der Operation unter šrtlicher BetŠubung, kartierte ich die somatischen, sensorischen und motorischen Bereiche der Gehirnrinde zur Orientierung und dann stimulierte ich den Temporallappen mit dem GerŠt. "Warte eine Minute", sagte sie, "Und ich sage es dir." Ich entfernte die Eletrode von der Gehirnrinde. nach einer Pause sagte sie: "Ich sah jemanden auf mich zukommen, als wolle er mich schlagen." Es war offensichtlich, da§ sie plštzlich Angst hatte.

Die Stimulation eines Punktes weiter vorne brachte sie dazu zu sagen "Ich habe die Vorstellung, da§ mich viele Leute anschreien." Drei mal, nach pausen und ohne da§ sie es wu§te wurde dieser Punkt wieder stimuliert. Jedesmal unterbrach sie unser GesprŠch und hšrte die Stimmen ihrer BrŸder und ihrer Mutter. Und jedes mal hatte sie Angst. Sie konnte sich nicht erinnern, diese Stimmen wŠhrend eines ihrer epileptischen AnfŠlle gehšrt zu haben.

Also rief die stimulierende Elektrode die bekannte Erfahrung wieder auf, die jeden ihrer gewohnten AnfŠlle einleitete. 4.32

Deja Vu und SchlŠfenlappen

Kersti


O7.1 Kersti: Wissenschaftliche Forschungsergebnisse zu Tod, Jenseits und Reinkarnation (Quellen hierzu)

Ein Text von Kersti Nebelsiek, Alte Wilhelmshäuser Str. 5, 34376 Immenhausen - Holzhausen, Tel.: 05673/1615, http://www.kersti.de/, Kersti_@gmx.de
Da ich es leider nie schaffe, alle Mails zu beantworten, schon mal im voraus vielen Dank für all die netten Mails, die ich von Lesern immer bekomme.
Werbung ist nicht erwŸnscht und ich bin nicht damit einverstanden, da§ diese Adresse fŸr Werbezwecke gespeichert wird.