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Zuerst erschienen in Zeitschrift: Idee und Bewegung, Heft 48 (Heft 4/1999)
zuerst auf dieser Internetseite zwischen dem 15.02.2000 und dem 01.05.2000
letzte vollständige Überarbeitung: 11-12/2017
letzte Bearbeitung: 1/2019

V2

Mineralien und Spurenelemente: Wie Düngung, raffiniertes Salz und Nahrungsmittelzusätze unsere Gesundheit gefährden

Inhalt

Übergeordneter Artikel:
V6. Kersti: Gesunde Ernährung
Dieser Artikel:
V2.1 Kersti: Biologisch angebautes Obst und Gemüse ist gehaltvoller
V2.1 Kersti: Nach dem Praktikum auf dem Biobauernhof, hatte ich große Probleme, mich wieder umzugewöhnen
V2.2 Kersti: Die gesamte Nahrungskette spielt bei der Gesundheit eine Rolle
V2.3 Kersti: Mineralien und Spurenelemente, die Nahrungsmitteln zugesetzt oder entzogen werden und ihre Bedeutung für die Ernährung
V2.3.1 Kersti: Raffiniertes Salz
V2.3.2 Kersti: Jodiertes Salz und Jod in anderen Lebensmitteln
V2.3.3 Kersti: Enteisentes Leitungs- und Mineralwasser und die Infusionstherapie von Eisenmangel
V2. Kersti: Quellen

 
Inhalt

1. Biologisch angebautes Obst und Gemüse ist gehaltvoller

Beispielgeschichte, Kersti:

Nach dem Praktikum auf dem Biobauernhof, hatte ich große Probleme, mich wieder umzugewöhnen

Ich machte von der Schule aus ein vierzehntägiges Praktikum bei einem Biobauern. Die Woche über wohnte ich bei der Bauernfamilie und aß dort mit. Alles schmeckte besser, aromatischer. Das selbstgebackene Brot, das Fleisch von den eigenen Tieren, das Obst und Gemüse.

Als ich wieder nach Hause kam, hatte ich große Probleme, mich wieder umzugewöhnen: Das Brot schmeckte wie Pappe, das Fleisch fade, mit dem Gemüse ging es, weil wir viel aus dem eigenen, biologisch bewirtschafteten Garten aßen.

Heute noch lasse ich mir von den Nachfolgern auf diesem Hof Getreide, Kartoffeln Gemüse und Fleisch liefern, denn es schmeckt wesentlich besser als das aus dem Bioladen und dieses wiederum meist etwas besser als das aus dem konventionellen Geschäft2.. Die Qualitätsunterschiede zwischen verschiedenen Bioprodukten sind größer als der durchschnittliche Unterschied zwischen konventionellen Produkten und Bioprodukten.

Ich habe mehrfach die Behauptung gelesen und gehört, die angebaute Sorte und die Lage seien für die Zusammenstellung der Inhaltsstoffe wichtiger, als die Frage, ob es biologisch angebaut sei oder nicht. Nachdem ich Originalartikel dazu gelesen habe, wurde mir klar, daß damit eine triviale Aussage gemacht wird: Selbstverständlich werden aus Süßkirschen keine Sauerkirschen, nur weil man sie biologisch anbaut, sondern überdüngte Süßkürschen schmecken wie verwässerte Süßkirschen und und überdüngte Sauerkirschen schmecken wie verwässerte Sauerkirschen. Es gibt sehr wenige Studien, die überhaupt sinnvoll untersuchen, ob die Qualität biologisch angebauter Produkte besser ist, als die konventionell angebauter Produkte, wie auch schon in den jeweiligen Übersichtsstudien5.; 6. bemerkt wurde. In den Fällen, wo man vergleichbare Standorte und dieselben Sorten hat, belegen die Analyseergebnisse das, was uns der Geschmack auch sagt: In den biologisch angebauten Produkten ist einfach mehr drin1.; 3.; 4.; 5.; 6.; 7.; 8.; 9.; 11..
V43. Kersti: Geschmack, die beste chemische Kurzanalyse
VA41. Kersti: Düngung als Krankheitsursache

 
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2. Die gesamte Nahrungskette spielt bei der Gesundheit eine Rolle

Gerson's Krebs-Therapie mit Säften wurde mit den Jahren immer wirkungsloser. Deshalb ließ er Gemüse von Biobauern und aus konventionellem Anbau untersuchen. Das Bio-Gemüse enthielt drei mal so viele Vitamine. Von da ab behandelte er mit Bio-Gemüse. Die Erfolge stellten sich wieder ein.1.

Tiere, die mit biologisch angebautem Futter gefüttert wurden, haben eine bessere Gesundheit und Fortpflanzungsrate, als wenn sie mit konventionell angebautem Futter gefüttert wurden.6.; 11. Sie ziehen das biologisch angebaute Futter auch vor, wenn sie die Wahl haben11..

Mit frischem Gras gefütterte Rinder haben eine bessere Gesundheit und Überlebensrate, als mit einem Futter aus aus Melasse, Baumwollsaat, Rübenschnitzeln, Orangenpreßrückstände, Traubentrester und anderen Abfällen aus der industriellen Nahrungsmittelproduktion, getrocknetem Alalfa und Getreide gefüttert worden waren.10.S.18

Wenn die Rinder mit frischem Gras gefüttert wurden, tat ihr Fleisch der Gesundheit von Katzen besser, als wenn sie mit mit trockenem Futter aus Melasse, Baumwollsaat, Rübenschnitzeln, Orangenpreßrückstände, Traubentrester und anderen Abfällen aus der industriellen Nahrungsmittelproduktion, getrocknetem Alalfa und Getreide gefüttert worden waren.10. S.18

Das Futter mit dem Katzen gefüttert worden waren, hatte nicht nur Einfluß auf die Gesundheit der Tiere selbst, sondern es beeinflußte auch, was in ihren Käfigen wuchs und wie gut Pflanzen wachsen, die mit ihren Exkrementen gedüngt wurden. In Käfigen von Katzen die mit Rohfutter gefüttert wurden wuchs das Unkratu üppig. Käfige von Katzen, die mit gekochter Nahrung versorgt worden waren, waren schon wesentlich weniger üppig bewachsen, während in den Käfigen von mit Konserven gefütterten Katzen fast nichts wuchs. Experimente, Weiße Bohnen damit zu düngen, ergaben weniger leicht verständliche Ergebnisse, was sicherlich damit zu tun hat, daß sie als Leguminosen keinen Stickstoff aus tierischem Dünger brauchen, sondern in ihren Wurzeln Luftstickstoff durch Bakterien fixiert wird. Die mit Rohmilchkatzenexkrementen gedüngten Bohnen waren dunkelgrün und stämmig, die mit Kochmilchkatzenexkrementen gedüngten hochgewachsen und blaß und ungedüngte Pflanzen lagen zwischen beiden Extremen. Auch die Analyseergebnisse äber die mineralische Zusammensetzung der geernteten Bohnen waren deutlich unterschiedlich, aber nicht so einfach zu interpretieren.10. S.83ff

 
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3. Mineralien und Spurenelemente, die Nahrungsmitteln zugesetzt oder entzogen werden und ihre Bedeutung für die Ernährung

3.1 Raffiniertes Salz

Eine Mitursache für das Mineralungleichgewicht dürfte im Salz zu suchen sein:
VA64. Kersti: Die Sache mit dem Salz

 
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3.2 Jodiertes Salz und Jod in anderen Lebensmitteln

Auf Seite 213 ihres Buches " Buch: Jod-Krank" hat Autor: Dagmar Braunschweig-Pauli folgende Daten veröffentlicht:
Dieser Eifer, mit dem scheinbar alles Jodiert wird, überrascht, wenn man bedenkt, daß jemand der in Deutschland lebt auch ohne künstliche Jodzufuhr keinen bedenklichen Jodmangel zu befürchten hat. Wäre der Jodmangel in Deutschland so groß, daß man davon schwachsinnig wird, wäre unser Volk ganz sicher nicht als das Volk der Dichter und Denker bekannt. Der vielzitierte Kropf ist harmlos, kann oft durch Vitamin-D-Gaben geheilt werden und er kann - wie alle Symptome einer Schilddrüsenunterfunktion - auch durch zu viel Jod hervorgerufen werden. Dagegen sind die Symptome, die durch zu viel Jod hervorgerufen werden, bei weitem nicht so harmlos, manchmal sogar tötlich. Die Jodierung von Mineralfuttergemischen und Salz kann man in diesem Zusammenhang nur als leichtfertige Gefährdung der Gesundheit vieler Menschen betrachten12..

 
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3.3 Enteisentes Leitungs- und Mineralwasser und die Infusionstherapie von Eisenmangel

Meine Schwester sagte mir irgendwann, ich solle doch mal ausprobieren ob mir Eisenpräparate helfen, ich würde doch oft so blaß aussehen. Möglicherweise hätte ich eine Eisenmangelanämie. Ich glaubte nicht, daß das einen Bezug zu diesem blaß aussehen hatte, weil ich eher das Gefühl hatte, daß es daran liegt daß mein Körper den Blutdruck immer so weit wie möglich runterfährt, daher probierte ich es nicht aus.

Auf einer meiner Wanderungen kam ich an einem Quellgebiet vorbei das die nahegelegenen Ortschaften mit Trinkwasser versorgte. Ich las das Schild durch mit dem das Wasserwerk die vorbeikommenden Spaziergänger darüber informierte, wie es das Trinkwasser behandelt, das es über die Wasserleitungen ausliefert. Dort las ich daß das Trinkwasser enteisent wird. Ich fragte mich, ob das so klug ist. Mit den Jahren stellte ich fest, daß wann immer ich etwas über die Maßnahmen die Wasserwertke zur Trinkwasserbehandlung ergreifen las, dort die Information finden konnte, ihm wäre das Eisen entzogen worden. Auch auf Mineralwasserflaschen steht oft die Information, das Wasser wäre enteisent worden. Der Grund für diese Behandlung ist, daß Wasser das viel Eisen enthält oft, wie wir es von verrosteten Eisen kennen leicht rötlich oder bräunlich wirkt, also schmutzig aussieht und auf Waschbecken und in Wasserleitungen entsprechende Spuren zurückläßt. Kurz zusammengefaßt kann man also sagen, daß wir über das Wasser, was wir trinken oder mit dem gekochten Essen zu uns nehmen, deutlich weniger Eisen bekommen, als das natürlicherweise der Fall wäre und das alles nur, weil das Wasser sonst schmutzig aussehen würde.

2019 las ich dann eine Petition auf Change.org, in der dafür plädiert daß die intravenöse Eisentherapie weiterhin durch Schweizer Krankenkassen finanziert wird13.. Dort war die Internetseite der Swiss Iron Health Organisation SIHO verlinkt14., auf der mehrere Artikel zu wissenschaftlichen Untersuchungen zu finden waren15., 16., 17. 18., die belegten, daß Frauen während der Jahre, in denen sie ihre Monatsblutungen haben und dadurch mit dem roten Blutfarbstoff Hämoglobin regelmäßig Eisen verlieren, oft unter Eisenmangel leiden, der in einem Teil der Fälle zu Eisenmangelanämie (12%) führt, meist aber unspezifischeren Symptome zeigt wie Erschöpfungszustände (87%), Konzentrationsstörungen (56%), Depressive Verstimmungen (50%), Nackenverspannungen (49%), Kopfschmerzen (49%), Schwindel (44%), Schlafstörungen (43%). Durch eine intravenöse Aufsättigungstherapie mit Eisensaccharose oder Eisencarboxymaltose verschwanden bei 65% der Patienten die Symptome oder wurden zumindest deutlich besser. 21% fühlten sich etwas besser, 14% fühlten sich unverändert16..

2011 wurde dann eine Placebokontrollierte Doppelblindstudie zum Thema veröffentlicht, nach der nur bei Ferritinwerten unter 15ng/ml die Behandlung mit dem eisenhaltigen Präparat wirksamer ist als die mir dem Placebo19.. Das ist zunächst überraschend. Es gibt keinen Sinn, anzunehmen, daß ein wirkungsloses Medikament zu einer 65%-igen Erfolgsquote führt! Andererseits hat man natürlich nicht verstanden, was ein Placebo ist, wenn man glaubt, daß ein Placebo zwangsläufig wirkungslos wäre und Placebowirkungen daher immer psychologische Wirkungen wären. Ein Placebo ist zwar prinzipiell so konzipiert, daß er das was man für den Wirkstoff des Medikamentes hält, nicht enthält, er kann aber durchaus andere Stoffe enthalten, die eine Wirkung entfalten können.

Tatsächlich enthielten schon die vorhergehenden Untersuchungen seltsame Beobachtungen: Die Symptomhäufigkeit wird vom Ferritinwert kaum beeinflusst - ausser bei einer Anämie. Letztere kommt bei Ferritinwerten unter 25 ng/ml signifikant häufiger vor als bei Werten über 25 ng/ml (p < 0,0001).17. Die Erfolgsquote der von uns mit Eisentabletten behandelten Patientinnen lag bei etwa 20 Prozent und war damit wesentlich niedriger als die Erfolgsquote der mit Infusionen behandelten Patienten, sodass die untersuchenden Hausärzte seit 2001 nur noch Behandlungen mit Eiseninfusionen durchführten.15.

Das legt nahe, daß die Erfolgsquote bei den Infusionsbehandlungen nur bei starkem Eisenmangel durch die Eisenverbindung verusacht wurde - während die restlichen Erfolge durch die Flüssigkeit, die die Grundlage der Infusion war, verursacht wurde, die ja auch im Placebo vorhanden war und dort zu einer 65%-igen Erfolgsquote führte. Das ist auch durchaus plausibel und denkbar, wenn man sich überlegt, daß Infusionen als Grundlage Wasser enthalten, das so mit Mineralstoffen angereichert ist, daß auch bei monatelanger parenteraler Ernähung keine Mangelsymptome entstehen. Vermutlich wurde durch diese Flüssigkeit auch anderweitiger Mineralmangel ausgeglichen.

Kersti

 
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Quellen

Der Artikel beruht auf dem Abschnitt
V6.1.3 Kersti: Bio ist besser
des ursprünglich im Winterheft 1999 von Zeitschrift: Idee und Bewegung erschienen Artikels:
V6. Kersti: Gesunde Ernährung
von mir und wurde seit 11/2017 stark überarbeitet und erweitert.


Ein Text von Kersti Nebelsiek, Alte Wilhelmshäuser Str. 5, 34376 Immenhausen - Holzhausen, Tel.: 05673/1615, https://www.kersti.de/, Kersti_@gmx.de
Da ich es leider nie schaffe, alle Mails zu beantworten, schon mal im voraus vielen Dank für all die netten Mails, die ich von Lesern immer bekomme.