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erste Version zwischen dem 15.02.2000 und dem 01.05.2000
letzte Überarbeitung: 7/04

V15.

Toleranz

Technischer Toleranzbegriff

Die Toleranz gibt an welche Abweichungen ein System verkraftet.

Beispiel: auf einen Fön ist eine Arbeitsspannung von 240 Volt angegeben. Hat der Fön eine Toleranz von ±20 Volt, würde er auch mit einer Spannung von 220 oder 260 Volt noch fönen, ohne vorzeitig kaputtzugehen. Bei 200 Volt würde er nicht mehr richtig fönen, bei 280 Volt würde der Motor des Föns relativ schnell überhitzen.

Gesellschaftlicher Toleranzbegriff

Der technische Toleranzbegriff bietet eine gute Erklärung dafür, wie im gesellschaftlichen Bereich Intoleranz zustandekommt:
Wenn ein Mensch intolerant reagiert, wird häufig vermutet, daß er das aus böser Absicht tut. Was aber, wenn intolerante Menschen so sind, weil sie das, was sie nicht tolerieren, nicht verkraften? Was ist, wenn sie krank würden, würden sie sich tolerant verhalten?

Hinweise, daß es so sein könnte, gibt es genug:

  • Menschen reagieren vor Allem auf Verhaltensweisen intolerant, die sie aus ihrem unmittelbaren Lebensumfeld (Familie, Dorf, Heimatland...) nicht kennen. Also auf Verhaltensweisen, für die sie keine bewährten Antwort-Verhaltensmuster haben. (Beispiel: Intoleranz gegen Ausländer.) Bei Unbekanntem muß man sich jedesmal eine neue Reaktion ausdenken. Das ist einfach mehr Arbeit. Und kein Mensch kann unbegrenzt viel Arbeit lernen.
  • Menschen reagieren intoleranter als ihre Gewohnheit ist, wenn ihre Kräfte und ihre Aufmerksamkeit durch andere Probleme gebunden sind oder wenn sie sich überfordert fühlen. Wenn sie z.B. Probleme in der eigenen Familie haben.

Intolerante Verhaltensweisen sind also ein Symptom, das anzeigt, daß intolerante Mensch mit der Situation in der er sich befindet nicht zurechtkommt. Daß seine Toleranzgrenzen überschritten sind.

Was passiert, wenn die Toleranzgrenzen eines Menschen überschritten werden?

Er kann seine Aufgaben in der Gesellschaft nicht mehr erfüllen. (Arbeitsunfähigkeit, asoziales Verhalten, Vernachlässigung der eigenen Kinder, Apathie)

Er wird krank oder stirbt.

Schlußfolgerung:
Ein Weg, im sozialen Bereich mehr Toleranz zu erreichen, besteht darin, daß man die betreffenden Menschen lehrt wenn sie eine Verhaltensweise nicht verstehen, ihre Bedeutung zu erfragen.
Intolerante Menschen können eventuell mit gesunder Ernährung, durch eine wirkungsvolle Psychotherapie oder einfach, indem man sie entlastet, zu mehr Toleranz finden.

Zu erwähnen ist noch, daß JEDE wirkungsvolle Psychotherapie ebenfalls auf Toleranz beruht. - Auf der Fähigkeit des Therapeuten, mit den Ursachen der Probleme des Patienten umzugehen, ohne abzulenken, in Panik zu geraten oder sich sonstwie aus der Fassung bringen zu lassen.

Kersti

O2: Kersti: Toleranz als Fähigkeit, OI2.
O3: Kersti: Ist in der Schule das Denken verboten?, OI3.
O4: Kersti: Unterbindet Ausgrenzung in der Schule soziales Lernen?, OI4.
V13. Kersti: Ich würde mir nie die Mühe machen, etwas zu kritisieren, was ich schlecht finde
V17. Kersti: Brief über angemessenen Umgang mit Verleumdungen
V92. Kersti: ...als hätte ihnen jemand das Denken verboten!
V140. Kersti: Die zerstörerische Arroganz der herrschenden Meinung
V165. Kersti: Meinungsfreiheit - ein Luxus ?
V166. Kersti: Außenseiter: Das Opfer ist schuld?
V167. Kersti: 17-jährige Gruppenführer verhindern Ausgrenzung wirksamer als Lehrer
V168. Kersti: Meckerrunde
V169. Kersti: Ein professionelles Layout?
V223. Kersti: Option - was mir einmal sehr geholfen hat
V244. Kersti: Warum Vertreter von Außenseitermeinungen besser informiert sind, als Vertreter weit verbreiteter Meinungen
V248. Kersti: Spielverderber - oder - Wer sind die Guten?
V277. Kersti: Das Prinzip der Narrenfreiheit
V281. Kersti: Wie man Menschen von außen in eine Sekte sperren kann...
V282. Kersti: Ratschläge für Angehörige von Sektenmitgliedern
V285. Kersti: Keine Liebe ohne "Nein"
V297. Kersti: Das ist ja wie im Dritten Reich!
V299. Kersti: Der Unterschied zwischen Elitebewußtsein und Standesdünkel
V301. Kersti: Um Außenseiter zu integrieren, muß man die Gemeinschaft ändern, die ausgrenzt
V302. Kersti: Strafe dafür, daß man etwas schon vor den anderen kann
V304. Kersti: Warum nimmt die Zahl der Kulturen und Subkulturen ab?
V305. Kersti: Wenn man eine multikulturelle Gesellschaft will - was muß sich ändern?
V308. Kersti: Aussenseiterkarrieren - wie sie entstehen, was sie verhindern kann

Ein Text von Kersti Nebelsiek, Alte Wilhelmshäuser Str. 5, 34376 Immenhausen - Holzhausen, Tel.: 05673/1615, http://www.kersti.de/, Kersti_@gmx.de
Da ich es leider nie schaffe, alle Mails zu beantworten, schon mal im voraus vielen Dank für all die netten Mails, die ich von Lesern immer bekomme.