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erste Version zwischen dem 15.02.2000 und dem 01.05.2000
letzte Überarbeitung: 7/04

V19.

Stellt euch vor: es ist Krieg und - keiner schießt


Es gibt ein bekanntes Zitat - ich weiß nicht von wem (Nachtrag: von Brecht): "Stellt euch vor: es ist Krieg und keiner geht hin." Jedesmal, wenn ich das hörte, machte es mich zutiefst nachdenklich. Es hat eine Fortsetzung: "Dann kommt der Krieg zu uns." Klar: der Autor stellte sich vor, daß von einer Seite keiner hingeht, während die andere Seite kommt.

Doch streng genommen ist das falsch. "Keiner geht hin" heißt "keiner geht hin" - nicht "die Deutschen gehen hin und die Engländer nicht" oder "die Franzosen kommen - aber die Russen nicht" oder wie auch immer. Ginge wirklich keiner hin, könnte der Krieg nirgendwo herkommen. Dann beschlössen Politiker einen Krieg und - nichts passiert! Nachdenkenswert.

Nur: Geht wirklich keiner hin? Wohl kaum. Auf jeder Seite dürfte es 10% Menschen geben, die einen allgemeinen Beschluß, nicht zu kämpfen, sabotieren.

Aber: "Stellt euch vor: es ist Krieg - und keiner schießt". Die Panzer beider Seiten fahren los, treffen aufeinander, Tische werden aufgebaut und gefeiert. Das könnte funktionieren - dann befinden sich die 10% potentiellen Friedenssaboteure unter den wachsamen Augen ihrer Kameraden. Tatsächlich habe ich solche Geschichten - im Kleinen - immer wieder gehört. So erinnere ich mich an die Geschichte von einem Weihnachtsfest im ersten Weltkrieg an der Front - wo beide Seiten drei Tage lang nicht schossen. Wie so häufig habe ich die Quelle vergessen - aber die Scene klar in Erinnerung. Eine zweite Geschichte im noch kleinerem Rahmen, fand ich in "Generation ohne Beispiel". Solche Erinnerungen werden von allen Beteiligten wie ein unendlich kostbarer Schatz im Herzen bewahrt. Sie berühren den tiefsten Wunsch eines jeden lebenden Menschen. Manchmal ist er so tief vergraben, daß es kaum noch möglich ist, ihn anzusprechen, bewußtzumachen. Meist ist es möglich. Das erfordert mehr Mut als kämpfen. Man hat das Gefühl, nichts zu tun, ausgeliefert zu sein und eine Erfolgsgarantie bekommt man nicht mitgeliefert. Wer in einer solchen Situation die Nerven verliert, ist tot.

Die meisten Politiker sind nicht vertrauenswürdig. Sie werden auch in hundert Jahren noch Kriege planen, in denen Millionen umkommen. Ich meine die meisten Gemeindepolitiker bis hoch zum Bundespoltitikern, die Führer der Nato, die UNO, die Nato, die Weltbank. Auch die Presse, unsere Wissenschaften, die meisten Entwicklungshilfeorganisationen halte ich für von den falschen Leuten gelenkt. Da habe ich von so viel Korruption erfahren. Die immer wieder vorkommenden, vertrauenswürdigen Ausnahmen ändern nichts, da sie durch Abstimmungen untergebuttert werden.

Und so ist, daß das Volk sich weigert zu schießen, die einzige echte Lösung. Vor dem Zweiten Weltkrieg hätte das nicht funktioniert. Jetzt hat sich das Bewußtsein dafür, daß Kriege schrecklich, grauenhaft sind, ein Verbrechen, das man nicht begeht, so tief bei uns eingegraben, daß es gehen könnte. Die Grundlage dazu ist da: In Deutschland gibt es einen breiten Konsens, daß Kriege etwas sind, was man nicht tut. In Rußland auch. Die USA hatten ihr Vietnam. Es muß nur jemand da sein, der den Mut hat, nicht zu schießen. - Und die Fähigkeit, andere dazu zu bewegen, daß sie sich ebenso verhalten. Es muß, wie alles, sorgfältig vorbereitet werden.

Die deutschen Soldaten der Wehrmacht gelten als die besten Soldaten der Welt. - Die Bundeswehr als die erste Armee, die einen Krieg verhindert - das wäre doch etwas.

Stellt euch vor: Es ist Krieg und niemand schießt. Wir müßten nur sorgfältig daran arbeiten, daß es nicht mehr als 10% potentielle Friedenssaboteure auf beiden Seiten gibt. 10% könnten wir im Zaume halten, nicht wahr?

Kersti

VA60. Kersti: Kriege fallen nicht vom Himmel

Nach demselben Prinzip handelte ich bei folgendem Erlebnis: Kersti: Nächtliche Begegnung
V15. Kersti: Was ist Toleranz?
V16. Kersti: Manipulation durch Umweltschutz
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V83. Kersti: Merkmale des Guten - Merkmale des Bösen?
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V88. Kersti: Eine ständige Umverteilung von arm zu reich, ruft folgende Reaktionen hervor:
V105. Kersti: Das Gute wirkt nach anderen Gesetzen
V140. Kersti: Die zerstörerische Arroganz der herrschenden Meinung
V141. Kersti: Eine andere Gewaltenteilung: Krieger und Heiler
V154. Kersti: Prinzipien der kollektiven Entscheidungsfindung
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V305. Kersti: Wenn man eine multikulturelle Gesellschaft will - was muß sich ändern?
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Ein Text von Kersti Nebelsiek, Alte Wilhelmshäuser Str. 5, 34376 Immenhausen - Holzhausen, Tel.: 05673/1615, http://www.kersti.de/, Kersti_@gmx.de
Da ich es leider nie schaffe, alle Mails zu beantworten, schon mal im voraus vielen Dank für all die netten Mails, die ich von Lesern immer bekomme.