Hauptseite  /   Suche und Links  /   Philosophie und Autorin dieser Seite


erste Version zwischen dem 15.02.2000 und dem 01.05.2000
letzte Überarbeitung: 6/06

V27.

Historischer Sektenbgriff

"Sekte" war ursprünglich die Bezeichnung für kleinere, meist von der christlichen Kirche abgespaltene, Gemeinschaften. Es ist von "secta" abgeleitet, das "unterscheidende Denk- und Handlungsweise; Richtlinie; Partei; philosophische Lehre; Sekte" bedeutet.

Ich benutze dagegen "Sekte" in der Bedeutung, in der dieses Wort umgangssprachlich verwendet wird.

Vor über 10 Jahren begann ich, mir eine Sammlung an Büchern zuzulegen, die etwa zur Hälfte von mir als Sekten bekannten Gemeinschaften stammen und zur anderen Hälfte von Gegnern dieser Sekten oder von ehemaligen ausgetretenen Mitgliedern.

Das erste, was sich herauskristallisierte, war eine Liste typischer Eigenschaften von Sekten. Auf jede Sekte, von der ich weiß, trifft diese Liste (mit höchstens zwei Ausnahmen, da die Sekte zu klein ist um Schulen, Wirtschaftunternehmen etc. zu haben) in allen Punkten zu.

Als nächstes stellte ich fest, daß diese Sekteneigenschaften auch in der normalen Gesellschaft zu finden sind und man ihnen begegnet, sobald man sich mit Außenseitermeinungen beschäftigt.
V22. Kersti: Sektenstrukturen in der normalen Gesellschaft
VA16. Kersti: Wissenschaft als Sekte

Dann fielen mir die Parallelen zum Phänomen der Ausgrenzung auf:
VA1. Kersti: Sekteneigenschaften als Folge von Ausgrenzung

Sekten spiegeln ein generelles Problem unserer Gesellschaft in verschärftem Maße wieder. Deshalb bringt es wenig, besagte Sekten wegen ihrer Fehler zu bekämpfen oder auszugrenzen. Ausgrenzung istz die Ursache für die Ausprägung der negativen Sekteneigenschaften, also kann noch mehr Ausgrenzung diese Eigenschaften nur verstärken! Stattdessen sollte man die Fehler der jeweiligen Sekte einzeln ansprechen und Lösungsvorschläge, die für die Sektenangehörigen annehmbar sind, erarbeiten.

Dasselbe gilt selbstverständlich auch dort, wo dieselben Fehler in der normalen Gesellschaft gemacht werden.

6/06

Als nächstes stellt sich die Frage, warum eigentlich die Gemeinschaften entstehen, die später als Sekten ausgegrenzt werden. Die Antwort ist offensichtlich, wenn man sich die Sekteneigenschaften anschaut: Im Allgemeinen werden sie geschaffen, weil ihre Gründer Probleme in der bestehenden Gesellschaft sehen und zu Reformen beitragen wollten, die diese Probleme beheben. Im Zuge der Ausgrenzung durch die Gesellschaft wird dieses zu Problemlösungen beitragen wollen zu einem "ganz allein die Welt retten wollen" überhöht, um die Reaktionen auf den Druck durch die Normalgesellschaft zu rechtfertigen und weil damit ja noch mehr gesellschaftliche Fehler sichtbar werden.

Nur Idealismus ist als Motiv stark genug, um einer Gemeinschaft treu zu bleiben, die so hart bekämpft wird.

Sekten enstehen also aus den Kräften, die Probleme aufzeigen und lösen wollen. Es handelt sich um diejenigen Idealisten, die wir brauchen, damit die Gesamtentwicklung auf Dauer in die Positive Richtung geht.
V248. Kersti: Spielverderber - oder - Wer sind die Guten?

Kersti:

VA5. Kersti: Gefährliche Aufklärung
VA31. Kersti: Warum es unmöglich ist, bei vorurteilsgeladenen Themen auf Wörter zu verzichten, die als abwertend gelten
VA48. Kersti: Direkte Zensur - indirekte Zensur - Gedankenzensur
VA61. Kersti: Kritikfähigkeit hat zwei Seiten
VA63. Kersti: Heißwassertrinken, Knetfiguren - oder woran man Scientology erkennt
VA85. Kersti: Scientology: Wie der Eindruck entsteht, Hubbard hätte mehr geleistet als menschenmöglich
VA103. Kersti: Sektenhetze
VA108. Kersti: Ausgrenzung
VA109. Kersti: Geistige Gesundheit
VA115. Kersti: Phänomen Scientology
VA162. Kersti: Prüfet alles...
VA163. Kersti: Die Wirkung indirekter Kritik
VA244. Kersti: Die Entwicklung des "typischen Scientologen"
V13. Kersti: Ich würde mir nie die Mühe machen, etwas zu kritisieren, was ich schlecht finde
V15. Kersti: Was ist Toleranz?
V17. Kersti: Brief über angemessenen Umgang mit Verleumdungen
V31. Kersti: Stimmt mein Buch über Verschwörungstheorien?
V39. Kersti: Wie wird man zum Außenseiter?
V40. Kersti: Als käme ich von einem anderen Stern
V60. Kersti: Wie gefährlich sind Sekten?
V61. Kersti: Sektenstrukturen abbauen
V62. Kersti: Wie gehen wir sinnvoll mit Sekten um?
V100. Kersti: Sekteneigenschaften - Was sind Sekten?
V140. Kersti: Die zerstörerische Arroganz der herrschenden Meinung
V141. Kersti: Eine andere Gewaltenteilung: Krieger und Heiler
V147. Kersti: Erst ihr Gutes macht Sekten gefährlich
V194. Kersti: Was unterscheidet eine Gehirnwäsche von einem Dazulernen?
V213. Kersti: Was unterscheidet eine Ideologie von einem gesunden Weltbild?
V254. Kersti: Entwickelt sich bei uns eine multikulturelle Gesellschaft?
V277. Kersti: Das Prinzip der Narrenfreiheit
V281. Kersti: Wie man Menschen von außen in eine Sekte sperren kann...
V282. Kersti: Ratschläge für Angehörige von Sektenmitgliedern
V294. Kersti: Warum Außenseitermeinungen für Fachleute schwerer zu verstehen sind als für Laien

Ein Text von Kersti Nebelsiek, Alte Wilhelmshäuser Str. 5, 34376 Immenhausen - Holzhausen, Tel.: 05673/1615, http://www.kersti.de/, Kersti_@gmx.de
Da ich es leider nie schaffe, alle Mails zu beantworten, schon mal im voraus vielen Dank für all die netten Mails, die ich von Lesern immer bekomme.