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erste Version zwischen dem 01.05.2000 und dem 07.06.2000
letzte Überarbeitung: 6/2006

V60.

Wie gefährlich sind Sekten?

Sekten stellen schon wegen ihrer geringen Größe keine ernste Gefahr dar.

Die gesellschaftliche Gefahr, die von Sekten ausgeht, wird gewöhnlich überschätzt. Jede einzelne der Sekten ist zu klein um die gesamte Gesellschaft umstürzen zu können. Selbst wenn sie es wollte. Alle schotten sich auch zu sehr von der Gesellschaft ab, daß ein erhebliches Wachstum noch möglich wäre.

Das Ziel jeder Gemeinschaft, die nach den "Sekteneigenschaften" als Sekte zählt, ist positiv

Tatsächlich ist es aber das erklärte Ziel jeder Gemeinschaft die nach den Sekteneigenschaften als Sekte zählt, in irgendeiner Form die Welt zu retten.

Die Welt retten, ist aber definitiv keine schlechte oder schädliche Absicht. Und es gibt ja tatsächlich diverse ernsthafte Probleme, die gelöst werden müssen, damit die Erde nicht in absehbarer Zeit so durch uns Menschen überlastet ist, daß das globale Ökosystem zusammenbricht oder zumindest so erheblich geschädigt wird, daß unsere Zivilisation es nicht überleben kann.

Wenn also eine Gemeinschaft auf Abwege geraten ist, die solche Ziele hat, ist die Hauptgefahr, daß sie dieses Ziel nicht erreicht, weil sie von falschen voraussetzungen ausgeht und deshalb falsche Methoden anwendet.

Da die Sekteneigenschaften in ihrer negativen Ausprägung auf Ausgrenzung durch die Gesellschaft zurückgehen ist es nicht sinnvoll, noch mehr Druck auszuüben, weil das die problematischen Eigenarten der Sekte nur verstärken wird. Stattdessen lohnt es sich, nachzuschauen, wo die Sekte tatsächlich positives erreicht und an diesen Stellen zu loben und zu unterstützen.

Persönliche Abhängigkeit

Für einzelne Menschen (besonders in Krisen- und Umbruchssituationen) besteht bei Beitritt zu einer Sekte eine erhebliche Gefahr, daß sie die Kontakte zur Außenwelt so gründlich verlieren, daß sie selbst in Notsituationen den Ausweg aus der Sekte nicht mehr finden.

Es gibt keine Sekte, die nur schlechte Eigenschaften hätte - und eine flüchtige Prüfung führt oft zu der Vermutung, daß in einer der Sekten etwas sehr Gutes für die Menschheit getan würde. Die Haken und Fehler zeigen sich oft erst nach Monaten oder Jahren und man findet sie im Allgemeinen nicht in der Öffentlichkeit wo Gäste hinschauen können.

Also sollte man sich bei jeder noch so großartigen Gemeinschaft immer ein Hintertürchen offenhalten, um sie verlassen zu können, falls der Beitritt sich als Fehler herausstellen sollte.

Allgemein sind sowohl in Sekten als auch im Rest der Gesellschaft die Verhältnisse immer dort am schlechtesten, wo Menschen nicht einfach weggehen können, wenn es ihnen dort nicht gefällt. Ebenso sind die Verhältnisse da wo die ungebildeteren Leute sind schlechter als da, wo die gebildete Mittelschicht ist.

Wer sich von einer Gemeinschaft abhängig macht, obwohl das nicht nötig wäre, sorgt damit dafür, daß er sich nicht mehr wirkungsvoll wehren kann, wenn ihm Unrecht geschieht - in jeder Gemeinschaft gibt es schwarze Schafe und Fehlentwicklungen - und wenn zu wenig Leute in der Lage sind, dagegen etwas zu unternehmen werden sie nicht mehr korrigiert.

Wenn Dir eine Gemeinschaft am Herzen liegt, dann achte darauf, daß Du die Möglichkeit hast, dafür zu sorgen, daß sie den Idealen entspricht, die sie vertritt. Achte darauf, daž Du Dich im Zweifelsfall wehren kannst.

Kersti

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V19. Kersti: Stellt euch vor: es ist Krieg und keiner schießt
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V25. Kersti: Sekten, Sucht und Suche
V27. Kersti: Historischer Sektenbegriff
V59. Kersti: Die Rettung der Welt?
V61. Kersti: Sektenstrukturen abbauen
V62. Kersti: Wie gehen wir sinnvoll mit Sekten um?
V66. Kersti: Was tun, wenn die Falschen an der Macht sind?
V100. Kersti: Sekteneigenschaften - Was sind Sekten?
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Ein Text von Kersti Nebelsiek, Alte Wilhelmshäuser Str. 5, 34376 Immenhausen - Holzhausen, Tel.: 05673/1615, http://www.kersti.de/, Kersti_@gmx.de
Da ich es leider nie schaffe, alle Mails zu beantworten, schon mal im voraus vielen Dank für all die netten Mails, die ich von Lesern immer bekomme.