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erste Version vor: 07.06.00
letzte Überarbeitung: 8/06

V140.

Die zerstörerische Arroganz der herrschenden Meinung

Eine immer wiederkehrende Erfahrung ist:
Ich kaufe ich mir ein Buch über eine Außenseitermeinung (Ich liebe Herausforderungen!) lese es durch, verstehe, was der Autor mit seiner Argumentation meinte, und stelle fest, daß er seine Ansicht sehr gut belegt hat. Also gehe ich hin und suche nach Beweisen für die herrschende Lehrmeinung. Und ich finde nichts Vernünftiges. Egal wo ich schaue. Nur Kleinkram, Einzelartikel die schon vom Umfang her nicht ausreichend Beweise enthalten können.

So als hätte nur der Außenseiter die Pflicht, seine Meinung auch zu beweisen.

Wohin das führt, sieht man, wenn man die geschichtliche Entwicklung der Lehrmeinungen aufmerksam betrachtet. Ich meine nicht, was wir in der Schule darüber lernen. Das ist zu oberflächlich.

Es besteht eine sehr gut ausgearbeitete Lehrmeinung zu einem Thema, aus deren Erkenntnissen sich einige sehr nützliche Anwendungen ergeben.

Irgendwann taucht eine sehr gut belegte Außenseitermeinung auf, die diese Lehrmeinung widerlegt. Das ist immer möglich, da kein Weltbild absolut richtig ist - es ist immer nur ein brauchbares Modell zum Verständnis bestimmter Vorgänge in der Wirklichkeit.

Daraufhin werden nicht etwa nur die Fehler der alten Lehrmeinung korrigiert - sondern die alte Lehrmeinung wird völlig vergessen und lächerlich gemacht, lebt nur noch in einigen Außenseitern weiter, während die neue Lehrmeinung die Herrschaft übernimmt.

Kurze Zeit scheint sich alles zu verbessern. In der Übergangszeit werden die Probleme, bei denen die alte Lehrmeinung gute Lösungen anbot, noch nach dem alten Muster gelöst, während die neue Lehrmeinung die früher unlösbar erschienen Probleme löst.

Dann geht das alte Wissen verloren - und manche früher einfach zu lösenden Probleme erscheinen plötzlich unlösbar.

Das heißt, jedesmal, wenn die herrschende Lehrmeinung so wechselt, geht ein immenses Wissen verloren, das in der Zukunft schmerzlich fehlt.

Das Kind wird mit dem Bade ausgeschüttet.

Kersti

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Ein Text von Kersti Nebelsiek, Alte Wilhelmshäuser Str. 5, 34376 Immenhausen - Holzhausen, Tel.: 05673/1615, http://www.kersti.de/, Kersti_@gmx.de
Da ich es leider nie schaffe, alle Mails zu beantworten, schon mal im voraus vielen Dank für all die netten Mails, die ich von Lesern immer bekomme.