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erste Version vor: 26.02.01
letzte Überarbeitung: 10/06

V176.

Standpunkte

Ich finde das Wort eigentlich sehr passend, denn dabei habe ich immer folgendes Bild vor Augen:
Auf einer Ebene stehen einige Menschen herum und betrachten verschiedene Dinge. Eigentlich haben diese Menschen zwei gesunde Beine, mit denen sie um den Gegenstande herumgehen könnten, wenn sie wollten. Manche tun das auch. Andere aber weigern sich beharrlich, einen Schritt zur Seite zu gehen, wenn man sie dazu auffordert. Fast so, als wäre das gefährlich. Oder als wären sie an ihrem Standpunkt angekettet.

Ich weiß, daß es ihnen gut tun würde, die Dinge auch einmal von einer anderen Seite zu betrachten, also wende ich einen Trick an. Ich lasse mir erklären, wo sie (geistig) stehen, stelle mich neben sie, also auf ihren Standpunkt und beschreibe eine kleine Einzelheit des Gegenstands, den wir gemeinsam betrachten. Dabei wähle ich etwas, was von unserem Standpunkt aus nur teilweise zu sehen ist und mache darauf aufmerksam, daß von einer anderen Stelle aus mehr darüber zu sehen ist.

Mit etwas Hartnäckigkeit über einen längeren Zeitraum - ich bin ein geduldiger Mensch, manchmal nehme ich mir Jahre Zeit! - überzeuge ich jeden, die Dinge auch einmal von einer anderen Seite zu betrachten.

Es gibt natürlich interressante Standpunkte, an denen man Dinge sehen kann, die von keinem anderen Standpunkt aus zu erkennen sind und Standpunkte, von denen weniger zu sehen ist. Aber grundsätzlich erkennt man am meisten, wenn man um den Gegenstand herumgeht, ihn mal vom Nahen betrachtet, mal aus der Ferne und alle Standpunkte versuchsweise durchprobiert.

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Ein Text von Kersti Nebelsiek, Alte Wilhelmshäuser Str. 5, 34376 Immenhausen - Holzhausen, Tel.: 05673/1615, http://www.kersti.de/, Kersti_@gmx.de
Da ich es leider nie schaffe, alle Mails zu beantworten, schon mal im voraus vielen Dank für all die netten Mails, die ich von Lesern immer bekomme.