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erste Version vor: 26.02.01
letzte Überarbeitung: 3/07

V230.

Kriterien zum Bau eines realistischen Weltbildes:
Repräsentative Ergebnisse und Ausnahmen

Es handelt sich hier im Grunde um zwei Kriterien - denn um herauszufinden, ob eine Aussage auf "die Menschen" oder eine ähnlich große Gruppe an Dingen, die beurteilt werden sollen, allgemein zutrifft, braucht man einerseits Informationen über möglichst viele, andererseits aber auch über möglichst unterschiedliche Menschen.

Angenommen ich würde in einem Ostfriesischen Dorf leben und nur die dort lebenden Menschen beobachten, könnte ich zu dem Ergebnis kommen: Alle Menschen haben eine rosa, bei Sonneneinstrahlung rot oder braun werdende Haut. 90% der Menschen sind blond und blauäugig.

Auf die Menschen jenes speziellen ostfriesischen Ortes trifft diese Beschreibung zweiffellos zu - aber man braucht nur in einem beliebeigen Neger-, Chinesen- oder Indianerdorf nachzuschauen, um zu merken, daß diese Aussage nicht allgemeingültig ist.

Tatsächlich kann sich, um zu einem vernünftigen Ergebnis zu kommen, niemand jeden einzelnen Menschen anschauen. Wir sind also einerseits darauf angewiesen, uns für eine Voreinschätzung, was Menschen allgemein für Eigenarten haben, auf die Angaben anderer Menschen zu verlassen, andererseits ist es sinnvoll, im Interesse der Realitätsnähe möglichst auch eigene Beobachtungen miteinzubringen.

Wichtig ist es auch Menschen von möglichst unterschiedlichen Rassen aber auch in möglichst unterschiedlichen Kulturen und gesellschaftlichen Positionen anzuschauen. Denn in allen Völkern unterscheidet sich die gebildete Oberschicht sowohl in der Kleidung, als auch in der Ernährung, als auch in der Erziehung von der jeweiligen Unterschicht.

Dann gilt es die gewonnenen Daten so zusammenzustellen, daß das Ergebnis repräsentativ ist. Das heißt in eine allgemeine Aussage, wie Menschen sind, muß nicht nur miteingehen, welche verschiedenen Typen von Menschen es gibt, es muß auch miteingehen wie oft es sie gibt und welche Art von Menschen es nicht gibt. - Ich habe beispielsweise auch einmal ein Photo von einer weißen Negerin gesehen (sie war kein Mischling!). Sie war ein Albino, ihr fehlten also sämtliche dunklen Pigmente in der Haut. Menschen mit weißem Blut kann es dagegen nicht geben, weil die rote Farbe im Blut nötig ist, damit das Blut den Sauerstoff in die Zellen transportieren kann.

Ein häufig gemachter Fehler bei der Beurteilung wissenschaftlicher Arbeiten ist, daß aus der Tatsache, daß in einer speziellen Untersuchung etwas nicht vorkam, geschlossen wird, daß es das nicht geben KÖNNE. Da jede Untersuchung aber nur einer begrenzten Anzahl von Versuchspersonen beruhen kann, ist diese Vorstellung grundsätzlich falsch.

In einem Artikel schrieb ich, daß ich mir Filme beim ersten Sehen so vollständig einpräge, daß ich auch nach Jahren, wenn ich ihn ein zweites mal sehe, nichts Neues darin entdecke. Ein Freund versuchte mich dazu zu überreden diese doch pauschale Aussage wegzustreichen - das sei einfach duch die Art, wie menschliche Wahrnehmung funktioniert nicht möglich. Ich weigerte mich, denn bei jedem Film, den ich in diesem Leben mindestens zweimal gesehen habe traf sie zu. Tatsächlich aber gibt es so etwas wie ein photographisches Gedächtnis. - Das heißt ein Mensch mit photographischen Gedächtnis kann sich etwas, was er gesehen hat als Bild wieder vor Augen rufen - so als hätte er ein Photo geschossen und würde es sich einen Monat später wieder anschauen.

Meine Art Filme zu sehen, ist nicht exakt ein photographisches Gedächtnis - es ist nicht so farbig und meine Erinnerung enthält nicht direkt Bilder, sondern jede Art von Informationen - aber es ist schon so, daß ich mir die Inhalte des Filmes später noch einmal ansehen kann. Im Geiste. Das heißt, wenn ich einen Film sehe, mag es sein, daß ich drei Jahre später durch irgendetwas Anderes an diesen Film erinnert werde, ich mir den Film ins Gedächtnis rufe und mir eine Einzelheit auffällt, die mir beim Sehen nicht aufgefallen ist. - Aber dazu brauche ich mir den Film nicht erneut anzuschauen. Und wenn ich mir den Film erneut anschaue, bemerke ich normalerweise während des Anschauens nichts Neues, weil ich den Anstoß, den Film anders zu betrachten, nicht kurz vor oder während des Betrachtens des Filmes bekommen habe.

Da bin ich sicherlich eine Ausnahme. Aber - Ausnahmen geben uns Beispiele dafür wie es NOCH sein könnte. Wenn die augenblickliche Situation verändert werden soll, ist es sinnvoll, sich gerade die Ausnahmen - Ausnahmekulturen, anders konstruierte Gegenstände, Ausnahmemenschen - anzuschauen, weil man dann keinen Mensch und kein Tier als Versuchsobjekt mißbrauchen muß - und trotzdem abweichende Modelle zur Beurteilung heranziehen kann.

Der Regelfall zeigt uns, wie es ist - die Ausnahme, wie es sein könnte. Sie bietet uns erprobte Wahlmöglichkeiten für die Zukunft. Aber dazu muß man sich natürlich fragen: Wie kommt es, daß der Ausnahmemensch gerade so geworden ist? Und eine einigermaßen korrekte Antwort finden. Dazu braucht man dann viele ähnliche Ausnahmemenschen. Sagen wir mal hundert Menschen mit photographischen Gedächtnis im Vergleich zu hundert Menschen ohne dieses.

Kersti

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Ein Text von Kersti Nebelsiek, Alte Wilhelmshäuser Str. 5, 34376 Immenhausen - Holzhausen, Tel.: 05673/1615, http://www.kersti.de/, Kersti_@gmx.de
Da ich es leider nie schaffe, alle Mails zu beantworten, schon mal im voraus vielen Dank für all die netten Mails, die ich von Lesern immer bekomme.