erste Version vor: 26.02.01
letzte Überarbeitung: 3/07
|
Am Besten konnte ich in der Schule aufpassen, wenn ich nebenher malte. Versuchte ich dagegen mitzuschreiben, stand wenig im Heft, das zudem unlogisch war - doch ich behielt nichts im Kopf. Ich konnte nicht gleichzeitig verstehen und schreiben. Um etwas zu verstehen, denke ich in Gedankenkristallen. Um zu schreiben, denke ich sprachlich. Schreiben konnte ich auch noch nicht perfekt. So mußte ich mich auf drei Sachen gleichzeitig konzentrieren. Kein Wunder, daß ich bis zur vierten Klasse in einem Satz oft mehr Fehler als Worte hatte, also Legasthenikerin bin. Andere müssen sich weniger konzentrieren, weil sie sprachlich denken und verstehen. Inzwischen hat sich das gegeben, weil ich immer (seit der 2. Klasse) sehr viel gelesen und geschrieben habe. Davis (B75) beschreibt in seinem Buch Legastheniker so, daß anzunehmen ist, dass auch die meisten von ihnen zumindest ein wenig vernetzt denken. Fragt man ältere Menschen, als ich es bin und gerade Lehrer danach, so entsteht der Eindruck, als hätte es früher keine oder sehr wenige Legastheniker gegeben. Vielleicht kommen gerade in der Zeit, in der wir Menschen bräuchten, die vernetzt denken können, diese Menschen zur Welt.
|
V220. V236. V237. V238. V239. V240. V241. V242. V256. V257. V264. V265. V266. V306. |
Ein Text von Kersti Nebelsiek, Alte Wilhelmshäuser Str. 5,
34376 Immenhausen - Holzhausen, Tel.: 05673/1615,
http://www.kersti.de/,
Kersti_@gmx.de
Da ich es leider nie schaffe, alle Mails zu beantworten, schon mal
im voraus vielen Dank für all die netten Mails, die ich von
Lesern immer bekomme.