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erste Version zwischen: 16.5.01 und 29.08.01
letzte Überarbeitung: 3/2008

VA3.

Warum spirituelles Lernen so irritierend ist

Inhalt

VA3.1 Kersti: Hilfe! - Bin ich gerade dabei verrückt zu werden? - Oder: Warum es Angst macht, wenn eigene Erfahrungen dem eigenen Weltbild widersprechen
VA3.1 Kersti: Leide ich unter Verfolgungswahn?
VA3.2 Kersti: Das verinnerlichen spiritueller Einsichten ist ein langwieriger Prozess
VA3.2 Kersti: In der Esoterik braucht man ewig, um seine eigenen Worte zu verstehen
VA3.3 Kersti: Entwicklungspsychologie als Erklärung für die Schwierigkeiten beim Erfassen spiritueller Wahrheiten
VA3.3 Kersti: Ich hätte vor einem halben Jahr jeden für verrückt erklärt, der so denkt, wie ich jetzt denke
VA3. Kersti: Quellen

 
Inhalt

Hilfe! - Bin ich gerade dabei verrückt zu werden? - Oder: Warum es Angst macht, wenn eigene Erfahrungen dem eigenen Weltbild widersprechen

Im Zusammenhang mit einer Emailrunde die vom April 2001 bis Dezember 2002 existierte, machte ich innerhalb von kürzester Zeit eine überwältigende Menge spiritueller Erfahrungen.
VA79. Kersti: Wenn das ganze Leben plötzlich Magie wird...
VA118. Kersti: 3. Meine Erinnerungen an Hüter des Lichts
VA223. Kersti: Chronik des Aufstiegs...
Ende 2001 schrieb ich dann folgenden Text:
Beispielgeschichte, Kersti:

Leide ich unter Verfolgungswahn?

Ganz oft sage ich im Scherz: "Du weißt doch: Ich bin fürchterlich verrückt und habe schrecklichen Verfolgungswahn. ;-)" Immer wieder - und ich lache jedesmal herzlich darüber.

Das hat einen ernsten Hintergrund. Mein Weltbild kann man auf dieser Internetseite teilweise besichtigen. Ich möchte allerdings ergänzen, daß ich überzeugt bin, daß ich von den Mächtigen hinter den Kulissen dieser Gesellschaft verfolgt würde, wenn sie wüßten wer ich bin und was ich so alles weiß.

In der geistigen Welt aber, das weiß ich, werde ich von den beiden größten irdischen Mächten als ein Oberhaupt iherer größten Feinde betrachtet und verfolgt. Allerdings sollten sie sich ja eigentlich nicht wundern, daß ich meine Freunde befreie, wenn sie sie gefangenhalten und daß ich dabei möglichst ihrer Kerker und Folterinstrumente zerstöre, damit sie keinem anderen antun können, was sie mir oder meinen Freunden damit angetan haben. Und im Grunde ist es auch kein Wunder, daß ihre Leute zu uns überlaufen. Ich würde auch nicht bei jemandem bleiben, der mich ständig mit Foltern zwingt, Dinge zu machen, die ich nicht tun will. Nur gefallen tut das den Herren natürlich nicht, wenn ihre Sklaven zu uns in die Freiheit fliehen.

Das paßt schon mal ganz gut zu dem Vorurteil, daß ich einmal darüber hatte, was es hieße, Verfolgungswahn zu haben. Sehr gut sogar.

Ich hatte über meine Internetseite schon mit Menschen zu tun, die tatsächlich unter Verfolgungswahn litten. Typischerweise hatten sie Psyllocybinpilze oder LSD genommen und dann beispielsweise so etwas wie die Geheimgesellschaften von Helsing gelesen.

Solche bewußtseinserweiternden Drogen halte ich an sich schon für gefährlich, weil sie einem leicht mit zu vielen zu unglaublichen Erfahrungen auf einmal konfrontieren können. Die absolut mindeste Sicherheitsmaßnahme, auf die man niemals bei den ersten Erfahrungen damit verzichten sollte ist, daß man sich jemanden als Begleitung sucht, der Erfahrung mit diesen Drogen hat und fähig ist, mit allem, was da üblicherweise auftreten könnte gelassen und angemessen umzugehen. Da ich selber keine Erfahrungen damit habe gebe ich hier nur Ratschläge aus einem Drogenbrett weiter.

Das Hauptproblem scheint nämlich nicht zu sein, daß es so schrecklich gewesen wäre - sondern zum Problem wurde den meisten, daß sie Beweise gefunden haben, daß dort echte Telepathie oder Magie im Spiel ist.

Ich bin mir auch nicht so ganz im Klaren, was sie unter Horrortrip einordnen. Da ich aber alle mir dort geschilderten Drogenerfahrungen außer Horrortrips aus eigener Erfahrung kenne, gehe ich davon aus, daß ich das, was für sie zu einem Horrortrip wurde, selber ebenfalls kenne - allerdings mein einziger Gedanke dazu war:
"Schon wieder solche bescheuerten Idioten in der geistigen Welt die meinen, mich unbedingt vierteilen, einspinnen, in kleine Teile hacken, keuzigen, aufspießen zu müssen. (Alles schon passiert.) Na dann sehe ich mal nach, wie ich ihren Müll aufgelöst kriege."
Es hat manchmal Tage oder Wochen gedauert, bis mein Ich in der geistigen Welt damit Erfolg hatte - aber ich habe weder dort aufgegeben, noch mich hier verrückt gemacht.

Mir sind inzwischen viele unglaubliche und unerklärliche Dinge begegnet.

Tatsächlich aber muß ich sagen, ich habe keine Angst.

Weder wenn ich nachts in den Wald gehe oder üble Viertel in den Städten besuche, noch wenn ich irgendwo im Bahnhof mein Gepäck unbeaufsichtigt herumstehen lasse, daß es geklaut werden könnte, noch daß ich krank werden könnte, noch vor dem Tod - und auch nicht davor, daß mich irgendwann mal jemand von den Mächtigen hinter den Kulissen auf die Fahndungsliste setzen könnte. Na ja - vorm Zahnarzt habe ich Angst. *grins* Aber das wärs auch schon.

Wenn irgendetwas unerfreuliches oder unangenehmes passiert, gehe ich davon aus, daß ich es mir selbst zuzuschreiben habe - nicht im Sinne von Schuld sondern im den Sinne, daß es mir deshalb begegnet, weil ich es brauche um etwas Wichtiges dazuzulernen. Grundsätzlich betrachte ich diese Welt als einen freundlichen Ort, der mir, ohne daß ich dafür arbeiten müßte, alles gibt, was ich mir wünsche. Arbeiten an sich tut mir aber gut und außerdem will ich meinen Beitrag dazu leisten, daß hier alles besser wird... Das Leben an sich ist absolut spannend und macht Spaß.

Klingt das nach Verfolgungswahn? Nein.

Ich habe mich in diesem Text also mit meinen Vorurteilen über Esoterik beschäftigt. Etwas das ich lange Zeit regelmäßig immer wieder tat.
V320. Kersti: Im oberen Teil der Brücke wird man verrückt!
VA194. Kersti: Sind Esoteriker verrückt?
Inzwischen ist das mehr in den Hintergrund getreten, weil es eben Vorurteile sind, die für mein persönliches Leben nur noch wenig Bedeutung haben, da sie durch meine persönlichen Erfahrungen und die wissenschaftliche Literatur gründlich widerlegt sind.

Ähnliche Vorurteile begegnen mir auch immer wieder von außen:
VA272. Kersti: Wenn meine Beispiele alle von mir handeln - heißt das etwa, daß ich selbstbezogen bin?
VA306. Kersti: Was bringt einen halbwegs vernunftbegabten Menschen dazu einen solchen Mist zu glauben?
VA315. Kersti: Hochbegabung: Warum ich nicht wahllos jeden sozialen Kontakt pflege
VA316. Kersti: Warum reden manchmal die angemessenste Handlung zur Lösung eines Problems ist
Und ich kann sie auch in Bezug auf andere Menschen beobachten.
VB41. Kersti: Eine Atheistenseite über Bruno Gröning
VA297. Kersti: Ist Rationalismus das Gegenteil von Mystik?

Nach meiner Erfahrung entstehen diese Vorurteile vor allem dadurch, daß spirituelle Erfahrungen auf eine größere und komplexere Wirklichkeit hinweisen, von der unsere materielle Realität nur einen winzigen und verhältnismäßig einfachen Teil darstellt. Entsprechend fehlt uns, wenn wir solche Erfahrungen machen, hier auf der Erde das geistige Handwerkszeug, um diese Erfahrungen sinnvoll einordnen zu können.
VA197. Kersti: Entwicklungs- psychologische Trennung zwischen materieller Realität, Fantasie und Geistigen Welten

Mit der Zeit wird unsere Fähigkeit, solche spirituellen Erfahrungen zu verstehen besser. Das ist allerdings ein sehr langsam ablaufender, langwieriger Prozess.

 
Inhalt

2. Das verinnerlichen spiritueller Einsichten ist ein langwieriger Prozess

Und er hat eine ziemlich humoristische Note, da spirituelle Erfahrungen ja Erfahrungen sind, in denen wir Kontakt zu eigenen feinstofflichen Anteilen haben, die diese übergeordnete komplexere Gesamtrealität wesenlich besser verstehen als unser irdisches Ich. Dadurch entsteht ein Phänomen, das auf mich sehr lustig wirkt, wenn ich es bei anderen beobachte.
Beispielgeschichte, Kersti:

In der Esoterik braucht man ewig, um seine eigenen Worte zu verstehen

Ich unterhalte mich während einer spirituellen Erfahrung mit dem anderen und er teilt mir eine esoterische Einsicht mit, die er bei einer spirituellen Erfahrung als Erklärung mitgeliefert bekommt. Ich merke mir seine Worte. Ein halbes Jahr später erzählt mir der andere dieselbe spirituelle Erfahrung und sagt, daß er überhaupt nicht versteht, warum das so ist. Ich gebe ihm dieselbe Erklärung, die er mir dafür ursprünglich gegeben hat - und er meint "Das klingt logisch, da bin ich noch gar nicht drauf gekommen". Wieder ein halbes Jahr später teilt mir der andere mit: "Jetzt verstehe ich endlich, wie das funktioniert!" - und erzählt mir wieder dieselbe Erklärung, die er mir schon zu dem Zeitpunkt gegeben hat, als er diese Erfahrung ursprünglich machte.

Bei mir selber kann ich das natürlich nicht so direkt beobachten, aber wenn ich mir Mails zu esoterischen Themen durchlese, die ich vor einigen Jahren geschrieben habe, dann staune ich immer wieder, daß dort schon Einsichten drin stehen, die ich bewußt erst Jahre später verstanden habe.

Während ein Mensch eine spirituelle Erfahrung macht, steht er im Kontakt mit einem größeren Gesamt-Ich, das ein wesentlich umfassenderes Verständnis der Realität hat als unser irdisches Ich hier. Deshalb gibt man so lange dieser Kontakt besteht oft Erklärungen ab, die weit über das eigene irdische Verständnis zu diesem Sachverhalt hinausgehen.
V319. Kersti: Was heißt "Ichlosigkeit"?
VB62. Kersti: 2.2 Der typische Verlauf einer Therapie: Gruppenseelenphase

Sobald der Kontakt zu dem größeren Gesamt-Ich abbricht, betrachtet man seine eigenen Worte mit erheblichen Zweifeln und Unverständnis. Man kann sich noch erinnern, daß sie eben noch völlig klar und logisch erschienen und daß man doch gerade noch verstanden hatte, was man da sagt - aber jetzt erscheint das Ganze plötzlich unlogisch und verwirrend. So verwirrend daß man sich seine eigenen Worte nicht einmal dauerhaft merken kann, da man sie nicht verstanden hat.

In der folgenden Zeit durchdenkt man die gemachten spirituellen Erfahrungen immer wieder, versucht sie auf unterschiedlichste Weise zu verstehen und scheitert immer wieder daran. Dabei bekommt man oft von außen dieselbe spirituelle Erklärung mitgeteilt, die man ursprünglich von seinem größeren Gesamt-Ich dafür erhielt. Oder das Gesamt-Ich gibt sie geduldig immer wieder.

Oft ist man erst nach über einem Jahr so weit, daß man sich den nötigen geistigen Rahmen geschaffen hat, um die spirituelle Erfahrung mit dem eigenen irdischen Denken verstehen und erfassen zu können. Erst dann kann man sich die Erklärung dauerhaft merken und sie anderen sinnvoll weitergeben.

Wenn man schriftliche Aufzeichnungen seiner eigenen spirituellen Erfahrungen macht, staunt man deshalb immer wieder, wie viele Jahre es teilweise her ist, daß man die Einsichten, die man erst jetzt so richtig versteht, das erste mal aufgeschrieben hat - man hat es selbst wieder völlig vergessen gehabt.

VA213. Kersti: Ich bin eine Gruppenseele - oder - Der "Es ist echt!"-Schock

 
Inhalt

3. Entwicklungspsychologie als Erklärung für die Schwierigkeiten beim Erfassen spiritueller Wahrheiten

Beispielgeschichte, Kersti:

Ich hätte vor einem halben Jahr jeden für verrückt erklärt, der so denkt, wie ich jetzt denke

Ich habe heute ein Weltbild, mit dem es mir selbst in Esoterikforen passieren kann, daß ich dafür für verrückt erklärt werde. Überall, wo ich meinem Gegenüber dieses Weltbild nicht mitteile, kommt man nicht auf den Gedanken, mich für verrückt zu erklären, obwohl ich durchaus wegen meiner körperlichen Veranlagungen auffallend vom Üblichen abweichende Verhaltensweisen habe.

Das witzige an diesem Weltbild ist, daß ich selber einmal ein völlig anderes - und wesentlich einfacheres Weltbild hatte. Als Jugendliche hatte ich ein Weltbild, in dem für esoterische Einsichten kein Platz war. Dabei hatte ich durchaus feinstoffliche Wahrnehmungen, bei denen ich beim besten Willen nicht wußte, wie ich sie in mein wissenschaftliches Weltbild integrieren sollte.
V257. Kersti: Leben in zwei getrennten Welten

Nach dem Abitur kam eine Phase, in der ich dieses Weltbild infrage gestellt habe. Zeitweise war es so, daß ich jedes halbe Jahr mein Weltbild so grundsätzlich umbaute, daß mir in der Rückschau jeweils klar wurde: "Wenn die Kersti von vor einem halben Jahr wüßte, was ich jetzt denke, hätte sie mich für verrückt erklärt!"

Das machte mir natürlich Angst, ich könne durch dieses Weltbilder umbauen irgendwann doch verrückt werden.
V68. Kersti: Ich erinnere mich an Jesus - Bin ich jetzt verrückt?
V93. Kersti: Fantasyersatz und die Scheißwahrheit...
V94. Kersti: Eine Sammlung sämtlicher denkbarer Verrücktheiten

Doch diese Befürchtung bestätigte sich nicht. Das einzige, was sich änderte war, daß ich immer mehr verschiedene Denkweisen zu verstehen lernte. Einfach weil mein eigenes Weltbild noch komplexer war, als jedes andere Weltbild, das mir begegnete.

Aus einem komplexen Weltbild heraus kann man ein einfaches Weltbild verstehen, aber wer ein einfaches Weltbild hat, kann nicht beim ersten hören ein Weltbild verstehen, das deutlich komplexer ist als sein eigenes.

 
Inhalt

Quelle

Ich schildere, wann immer möglich, selbst erlebte Beispiele. Das tue ich nicht, weil es keine anderen gäbe, mit denen man dasselbe belegen kann, sondern weil ich die Literatur mit neuen, zusätzlichen Beispielen bereichern will.
VA272. Kersti: Wenn meine Beispiele alle von mir handeln - heißt das etwa, daß ich selbstbezogen bin?
Selbst erlebte Beispiele sind - da sie aus erster Hand sind - genauer beschrieben als Beispiele aus meiner Praxis, wo ich die Erklärungen meiner Patienten mißverstanden haben könnte und sie deshalb möglicherweise falsch wiedergeben könnte.
V175. Kersti: Kriterien zum Bau eines realistischen Weltbildes: Realitätsnähe
Und diese sind genauer und richtiger als aus der Literatur übernommene Beispiele, da ich bei diesen die betroffene Person nicht einmal persönlich kenne und das Beispiel deshalb möglicherweise in einen falschen Kontext einordne.

Weitere Quellen waren:


Ein Text von Kersti Nebelsiek, Alte Wilhelmshäuser Str. 5, 34376 Immenhausen - Holzhausen, Tel.: 05673/1615, https://www.kersti.de/, Kersti_@gmx.de
Da ich es leider nie schaffe, alle Mails zu beantworten, schon mal im voraus vielen Dank für all die netten Mails, die ich von Lesern immer bekomme.
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