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erste Version zwischen: 16.5.01 und 29.08.01

VA9.

Das Wichtigste bei der Hundeerziehung ist das Lob

Befehle einüben betrachte ich es als eine wundebare Art, Spaß mit einem Hund zu haben. So probierte ich nach ausgiebigen Streicheln denn auch bei einem fremden Hund aus, ob er auf mich hört, wenn ich "Sitz!" sage. Bei dem ersten Versuch sah er mich völlig verwirrt an. Daraufhin drückte ich mit der Hand seinen Hintern herunter und wiederholte den Befehl in einem freundlichen Ton. Der Hund warf sich verängstigt auf den Rücken. Ich beruhigte, tröstete und streichelte ihn und versuchte es noch einmal. Der Hund setzte sich hin und gerade, als ich begann ihn zu loben, lag er schon wieder verängstigt auf dem Rücken. Nach drei vier weiteren Versuchen gab ich es auf.

Ein Hund, der bisher keine Befehle gelernt hat, reagiert niemals so auf im freundlichen Tonfall ausgesprochene Befehle. Er macht sich vielleicht erst einmal steif und stemmt sich gegen den Druck auf den Hintern, weil er nicht weiß, was das soll. Aber er wirft sich nicht auf den Rücken. Ein Hund der richtig erzogen wurde, gehorcht und sieht einen dann erwartungsvoll an, ob er es auch richtig gemacht hat. Oder, wenn er das Wort nicht versteht probiert er erst einmal alle Befehle durch, die er kennt, um herauszufinden, was man von ihm will. Nur ein Hund der ohne Lob und ausschließlich mit Strafen erzogen ist, reagiert dermaßen verunsichert, wenn er einen Befehl nicht versteht. Und er wird auch so schnell nichts lernen, denn Lob ist nicht nur eine nette Geste, es ist auch eine wichtige Information. Wie soll der Hund denn wissen, daß er etwas richtig gemacht hat, wenn es ihm niemand verrät? Lob ist die Bestätigung, daß er es richtig gemacht hat.

Man muß einen Hund loben, wenn er gehorcht. Man muß ihn loben, sobald er bei einem neuen Befehl den ersten Ansatz macht, es richtig zu machen, man muß ihn loben, wenn er unaufgefordert etwas richtig macht. Man lobe ihn, wenn er einfach nur einfühlsam und freundlich reagiert. Und man lobe ihn ausführlich.

Es gibt keinen einzigen Hund, den man allein mit Strafe erziehen könnte - aber einen Hund allein mit Lob zu erziehen könnte durchaus funktionieren.

Kersti

Quellen

Meine Hundeartikel beruhen recht weitgehend auf meinen eigenen Beobachtungen an den vielen Hunden die ich bei Nachbarn und Bekannten zum Spazierengehen ausgeliehen habe. Außerdem habe ich Jahrelang einen Dackel namends Widu besessen. Da Dackel sich, so lange sie sicher sind, daß der Andere sie unter keinen Umständen ernsthaft schädigen wird, durch Drohgungen kaum beeindrucken lassen, größere gerne angreifen und es offensichtlich als eine Frage der Ehre sehen, daß ein Dackel nie völlig gehorsam ist, mögen meine Ratschläge manchmal etwas rauher sein, als das für einen von Natur aus gehorsameren und unterwürfigeren Hund paßt.
VA10. Kersti: Mein Hund ist der einzige, der mich versteht
VA11. Kersti: Wieviel Sprache versteht ein Hund?
VA12. Kersti: Was ist ein gut erzogener Hund?
VA32. Kersti: Hunde und kleine Kinder
VA65. Kersti: Lob, Tadel und - darf man einen Hund schlagen?
VA90. Kersti: Über Briefträger und Hunde
VA143. Kersti: Hundeerziehung
VA144. Kersti: Hundehumor
VA149. Kersti: Was denkt ein Hund, wenn man ihn anbellt?
VA158. Kersti: Was mache ich, wenn der Hund mehrfach einen Freund des Haushaltes oder mein jüngstes Kind beißt?
VA167. Kersti: Wie bringe ich meinem Hund Gelassenheit kleinen Kläffern gegenüber bei?
VA195. Kersti: Konkrete Erziehungstricks bei Hunden
VA196. Kersti: Was mache ich wenn mein Hund beißt?
VA208. Kersti: Hunde haben keine Hände
VA209. Kersti: Verwechseln Hunde die menschliche Familie mit einem Wolfsrudel?
VA287. Kersti: Ein Hund gehorcht nicht, weil wir das wollen, sondern aus seinen eigenen Gründen

Ein Text von Kersti Nebelsiek, Alte Wilhelmshäuser Str. 5, 34376 Immenhausen - Holzhausen, Tel.: 05673/1615, http://www.kersti.de/, Kersti_@gmx.de
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