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erste Version zwischen: 20.04. und 11.05.02
letzte Bearbeitung: 3/2011

VA55.

Vor und Nachteile von Atomkraftwerken

Tabellarische Gegenüberstellung der Pro- und contra Argumente, Stand Ca. 1990
Nr. Pro Atomkraftwerke Contra Atomkraftwerke
1.1. Kernreaktoren geben im Gegensatz zu Kohle-, Gas- und Ölkraftwerken keine Abgase an die Umwelt ab. Dem widersprechen Beobachtungen. Auch radioaktive Abluft ist als Abgas zu betrachten. Siehe Schadenskarte zu den Waldschäden, Blatt2
Siehe auch:
V155. Kersti: Waldschäden durch Radioaktivität?
1.2Die künstliche Strahlenbelastung von 1 mrem/a ist gegenüber der natürlichen Strahlenbelastung von 190 mrem/a unwesentlich. Wie sich aus den Berichten der amtlichen Umgebungsüberwachung ergibt, stimmte dieser Wert zumindest in Obrigheim nicht (Messung mit Glasdosimetern im Umkreis von 1 bis 2 km).
JahrKünstliche Dosis durch AKW
Natürlicher Anteil mit 90 mrem/a angenommen Natürlicher Anteil mit 140 mrem/a angenommen
197140-10
197210050
1973220170
197440-10
197530-20
Grenzwert: 30 mrem/a

 

Beobachtete Leukämiefälle bei Kindern und Jugendlichen bis 20 Jahren in der Umgebung des KKW Würgassen.

Umgebung bis 10km 15km20km25km 15 - 20km
Beobachtete Fälle
von 1980 - 1987
2 615189
Zu erwart. Fälle1,993,96 7,8613,63,90

 

1.3.Stromerzeuger Platzbedarf für 1,3 MW Bemerkungen
Kernkraftwerk1 KKW Gebäudefläche in der Bundesrepublik 15 400 km2, davon 1/5
130 000 Wind- kraftwerke mit 10 kW Leistung1300 km Küste Solarzellen mit Wirkungsgrad 8%
110W/m2 x 8% x 15,4 x 109m2 x 0,2 x 8760h/a = 2,37 x 1011kWh/a = 50% des heutigen Stromverbrauchs.
Solarzellen147 km2 d.h. allein dadurch, daß man Dächer mit Solarzellen versieht, könnte man die Hälfte des heutigen Stromverbrauchs decken

 

1.4. Brennstäbe werden wiederaufgearbeitet, die restlichen Abfälle werden in Salzstöcken endgelagert. Die Wiederaufarbeitung der Kernbrennstäbe ist in absehbarer Zeit nur zu einem sehr geringen Teil möglich. Der Rest muß als hochaktiver Abfall gelagert werden. Dafür gibt es jedoch noch kein Endlager.

 

1.5Absolute Sicherheit ist technisch zwar nicht möglich, bei der Technik der Kernkraftwerke hat man sich ihr jedoch auf eine Wahrscheinlichkeit von eins zu 100000 angenähert.

 

Sicherheitsberechnungen für Kernkraftwerke können höchstens auf zwei bis drei Zehnerpotenzen genau sein.

 

Alternativen zur Atomkraft

Energie- Kosten für die Stromerzeugung Anteil an der Stromversorgung der BRD
träger in Pf./kWhBemerkungen heutemöglich Bemerkungen
Kohle19,9-39,2 reine Herstellungskosten Vorräte - BRD: für 100 Jahre
Uran33,7-161,6 der Gewinn des Betreibers, ökologische und soziale Folgekosten sind nicht eingerechnet.
EAM-Bote: Atomstrom ist 3.5Pf billiger als Kohlestrom
35% Bei einem KKW ist die Energiebilanz im günstigsten Falle nach 29J. ausgeglichen
Sonne40 (1987) Durch Produktion größerer Stückzahlen von Sonnenkollektoren und durch neue Forschungsergebnisse kann der Preis noch erheblich sinken. 50% Wirkungsgrad 6-75%
gebräuchlich 6-25%
Für Sonnenkollektoren wurden nur Flächen vorgesehen, deren bisherige Nutzung dadurch nicht eingeschränkt wird.
Wind Bei den heutigen Strompreisen amortisiert sich ein Windrad in 5-6 Jahren. Lebensdauer ca. 15 Jahre. 20%
Wassersehr geringe Kosten 6%10-12%
Erdöl
Erdgas
Mitverursacher von Umweltverschmutzung und Treibhauseffekt. Strom aus Öl teurer als aus Kohle Weltvorräte
Öl für 65 Jahre
Gas für 30 Jahre
Einspar- ungen ergeben sich durch sparsamere Energieverwendung nicht durch Verzicht auf Lebensstandart50%

Summe:

133 -144%

 

Literatur:

  1. Kernenergie Basiswissen Herausgeber: Informationskreis Kernenergie
  2. Radioaktive Kontamination in der Umgebung kerntechnischer Anlagen - Analyse der amtlichen Umgebungsüberwachung von Dieter Teufel Arbeitsgemeinschaft Umweltschutz an der Universität Heidelberg
  3. Natur 3/84 Seite 10, 6/86 Seite 19
  4. Kernenergie in Deutschland, Ullstein Verlag
  5. Der junge Bund 3/86 Seite 35 (Zeitschrift des ÖWV)
  6. EAM Schnellinformation 1/85
  7. Globus-Begleitmappe 10/85 Neue Energietechniken (BUND)
  8. Leukämiemorbidität bei Kindern und Jugendlichen in der Umgebung des KKW Würgassen von M. Demuth
  9. Idee und Bewegung, Heft 2, Januar 88, Seite 22
  10. Natur 5/85, Seite 25
  11. Rundbrief 9/10, Juni 87, Jürgen Tüpke: Wie lassen sich Umweltschäden die mit der Erzeugung von Strom und Wärme verbunden sind wesentlich reduzieren

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