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erste Version: 12/2003
letzte Bearbeitung: 1/2012

VA128.

Wer sollte die Forschung in der Medizin betreiben?

Wer wird dadurch wie beeinflußt?

In der Wissenschaftlichen Diskussion, spielen unterschiedliche Menschen, Interessengruppen, Intitutionen und Methoden eine direkte oder indirekte Rolle. Hier geht es um die Frage, wie sich die
  • Wirtschaftliche Gründe der Pharmafirmen und ihrer Angestellten
    • Man sollte möglichst viel daran verdienen können - das heißt, teure Methoden sind im Vorteil, da dabei eine höhere Gewinnspanne eher als angemessen betrachtet wird.
    • Das Risiko sollte gering sein: Ausgefallene Methoden lassen sich bei gleicher Wirksamkeit schlechter vermarkten, da ihnen Kunden mehr Mißtrauen entgegenbringen.
    • Die Konkurrenz sollte gering sein - das heißt wenn eine Methode einerseits nicht patentierbar ist, andererseits aber eine teure Zulassung erfordert, hat sie kaum Chancen, auf dem Markt eingeführt zu werden. (Deshalb sind natürliche Heilmittel im Nachteil.)
    • Teure Untersuchungen, um wissenschaftliche Beweise zu erbringen, lohnen sich nur für Dinge, die auch viel Geld einbringen.
    • Betrug bringt eventuell viel Geld - ist aber auch mit einem gewissen Risiko behaftet.
    Allgemein kann man sagen, daß Pharmafirmen und ihre Angestellten dazu neigen werden, teure Methoden zu bevorzugen, da die zwangsläufig teure Forschung dadurch einen höheren Gewinn abwirft. Firmen die anders handeln gehen pleite.

    Da Pharmafirmen einen erheblichen Teil der durchgeführten Forschung betreiben und weil Methoden die sich praktisch bewährt haben, aber wissenschaftlich nicht untersucht wurden, oft als "unwissenschaftlich" oder fälschlicherweise gleich als "wirkungslos" abgelehnt werden, führt das zu einer erheblichen Verschiebung der wissenschaftlichen Lehrmeinungen zugunsten von teuren Methoden, die sich schlecht in Selbsthilfe anwenden lassen. Pharmaunternehmen werden wohl kaum über naturbelassene Ernährung als Heilmittel forschen, weil sie als Wirtschaftsbetriebe darauf angewiesen sind, an ihrer Forschung auch zu verdienen und Vollkornbrot vom Bäcker, Butter vielleicht vom Bauern und nicht von Pharmaunternehmen verkauft wird.

    Außerdem verdienen Pharmaunternehmen nur, wenn Menschen krank sind - rein wirtschaftlich betrachtet hätten sie also ein Interesse daran, daß alle Menschen gerade krank genug sind, um ständig einer teuren Behandlung zu bedürfen, aber gesund genug, um Geld zu verdienen und diese Behandlung bezahlen zu können. Sicher gibt es kaum Menschen, die rein wirtschaftlich denken, doch spielen bei den im einem Pharmaunternehmen getroffenen Entscheidungen eben auch immer wirtschaftlich Gründe mit rein. Forschung zur Insulinherstellung verspricht bei gleicher Häufigkeit der Krankheiten dauerhaftere Gewinne als Forschung zur Antibiotikaherstellung. Ein Wettlauf mit Antibiotikaresistenzen wegen Massengebrauch von Antibiotika bringt den Herstellern mehr ein, als die dringend notwendige Beschränkung des Antibiotikagebrauch auf die Fälle, wo es wirklich nötig ist, um Menschenleben zu retten, damit die Resistenzen durch die natürliche Auslese wieder seltener werden.

  • Nahrungsmittelhersteller: haben ein Interesse daran, daß nicht naturbelassene Nahrungsmittel vom Bauern gekauft werden, sondern verarbeitete Nahrungsmittel, die in Wirklichkeit weniger gesund sind.
  • Wissenschaftliche Angestellte an Universitäten: Ansehen: Wenn jemand forscht um sich Ansehen zu erwerben, tut er gut daran, nicht allzuweit von Üblichen abzuweichen, weil zu ausgefallene Meinungen oft heftig bekämpft werden. Da das Ansehen eines Forschers ihm hilft, sich wirtschaftlich abzusichern, wagen nur wenige Menschen, offen ausgefallene oder heftig bekämpfte Meinungen zu vertreten. - Auch dann, wenn sie selber überzeugt sind, die neue Methode wäre besser als die altbewährte.
  • Ärzte Haben ein Interesse daran, möglichst viel an ihren Patienten zu verdienen und sie verdienen gewöhnlich hauptsächlich an Schulmedizinischen Methoden. Rein wirtschaftlich betrachtet hätte der Arzt ein interesse daran, daß alle Menschen die seine Patienten sind gerade krank genug sind, daß er sie ständig weiter behandeln kann aber nicht sterben.
  • Heilpraktiker Kennen ihre Patienten ebenfalls persönlich und verdienen an wissenschaftlich nicht anerkannten Methoden und haben deshalb ein wirtschaftliches Interesse daran, deren Anteil in der Versorgung der Bevölkerung zu erhöhen. Da kein Weltbild die Realität völlig korrekt widerspiegeln kann ist es wesentlich, daß auch Außenseitermeinungen erhalten bleiben.
  • Krankenhäuser Haben ein Interesse daran, möglichst viel an ihren Patienten zu verdienen und sie verdienen gewöhnlich hauptsächlich an Schulmedizinischen Methoden. Rein wirtschaftlich betrachtet hätte der Arzt ein interesse daran, daß alle Menschen die seine Patienten sind gerade krank genug sind, daß er sie ständig weiter behandeln kann aber nicht sterben.
  • Krankenkassen haben ein wirtschaftliches Interesse daran daß ihre Kunden arbeitsfähig sind und keiner Behandlung bedürfen.

Volksgesundheit - Gesundheit des Einzelnen

Das Volk - als Gesamtheit hat ein Interesse daran, mit möglichst wenig Aufwand gesund und glücklich zu sein. Man will schließlich nicht leben, um gesund zu sein sondern gesund sein, um gut leben zu können. Bei jeder Berufsgruppe im Gesundheitssystem kann man davon ausgehen, daß dort nicht ausschließlich die oben aufgezählten rein persönlichen und wirtschaftlichen interessen eine Rolle bei den Entscheidungen spielen, sondern daß auch ein gewisses Maß an Idealismus vorhanden ist - das aber im Einzelfall von gar nicht vorhanden bis hin zum Hauptantrieb der eigenen Handlungen schwanken kann.

Wer sollte wieviel Forschung betreiben?

Pharmafirmen, Krankenhausbetreiber, Ärzte, Heilpraktiker haben deutlich andere Interesse als der einzelne Nutzer ihrer Produkte und das Volk als Ganzes und sollten deshalb einen möglichst geringen Anteil an der wissenschaftlichen Forschung haben.

Unsere oben aufgeführten Überlegungen führen uns dahin, daß zumindest ein erheblicher Teil der Forschung von denjenigen gesellschaftlichen Gruppierungen in Auftrag gegeben werden sollten, die ähnliche wirtschaftliche Interessen haben, wie der potentielle Patient oder die Bevölkerung als Ganzes. Die Krankenkassen haben ein wirtschaftliches Interesse daran, daß ihre Kunden arbeitsfähig sind und keiner Behandlung oder einer möglichst preiswerten Behandlung bedürfen. Außerdem liegen ihnen die Patientendaten vor und es wäre ihnen möglich diese Daten in einer Form wissenschaftlich auszuwerten, die Erkenntnisse darüber ermöglicht, welche Behandlungsmethoden üblicherweise Erfolge haben. Aus diesem Grund würde eine durch Krankenkassen betriebene Forschung gewöhnlich sowohl den Interessen der Patienten als auch den volkswirtschaftlichen Interessen dienen. Es würde deshalb Sinn machen, die Krankenkassen zu verpflichten, daß sie immer einen festgelegten Anteil der ihnen zur Verfügung stehenden Gelder auf Forschung verwenden müssen.

Die Arbeit von wissenschaftlichen Angestellten an Universitäten würde um so konstruktiver, je besser die Forschung insgesamt an den Bedürfnissen des Nutzers und des Volkes als Ganzem ausgerichtet ist.

Kersti

VB1. Kersti: Gesunde Ernährung - zu umständlich?
VB4. Kersti: Warum ich so viele persönliche Erfahrungen beschreibe (Damit Forschung da landet, wo sie angewendet werden kann)
VB6. Kersti: Wer beweist mir den Nutzen von Impfungen?
VB15. Kersti: Lernen: Zwischen den Stühlen
VB20. Kersti: Fachidiotentum
VB21. Kersti: Brief an das Robert-Koch-Institut (wegen Beweisen für den Nutzen von Impfungen)
VB30. Kersti: Heilpflanzen sind sicherer als schulmedizinische Medikamente
VB31. Kersti: Medizin - Religion oder Wissenschaft?
VB38. Kersti: Die Erde: Eine Wirklichkeit der Verführung
VB53. Kersti: Ockhams Skalpell dient nicht dazu die richtigste Theorie auszuwählen, sondern dazu, die nützlichste Theorie zu finden
VB56. Kersti: Verschiedene Formen des Ahnung habens
VB58. Kersti: Drei Arten der Disziplin
VB66. Kersti: Warum es keine Skeptikervereine gibt, die meinen Ansprüchen genügen
VB125. Kersti: Das Überbevölkerungsproblem bekommt man durch eine weltweite Pflicht-Rentenversicherung in den Griff
VB132. Kersti: Cold Reading? - Was an der diesbezüglichen Argumentation der Skeptikervereine daneben ist
V1. Kersti: Eine Gesundheitsempfehlung
V13. Kersti: Ich würde mir nie die Mühe machen, etwas zu kritisieren, was ich schlecht finde
V31. Kersti: Stimmt mein Buch über Verschwörungstheorien?
V32. Kersti: Heilpraktiker sind realistischer als Ärzte
V33. Kersti: Wie wird man zum Verschwörungstheoretiker?
V34. Kersti: Medizin: Bitte informiert euch...
V35. Kersti: Warum es in der Naturheilkunde wenig placebokontrollierte Doppelblindstudien gibt
V51. Kersti: Atomkraftwerke sind volkswirtschaftlich nicht sinnvoll!
V52. Kersti: Waldsterben - Ein reales Problem wurde maßlos übertrieben
V53. Kersti: Ozonloch und Klimakatastrophe - Ein Problem wurde frei erfunden
V54. Kersti: Idealismus von Umweltschützern wird ausgenutzt
V55. Kersti: Lösungen...
V57. Kersti: Wie gehe ich mit Macht um?
V58. Kersti: Absolute Wahrheit?
V59. Kersti: Die Rettung der Welt?
V60. Kersti: Wie gefährlich sind Sekten?
V65. Kersti: Würde die Welt so aussehen, wie wir sie kennen, wenn es eine geheime Weltverschwörung gäbe?
V66. Kersti: Was tun, wenn die Falschen an der Macht sind?
V79. Kersti: Ehre und Treue
V80. Kersti: Grundgesetz: Volksherrschaft nicht nur durch Wahlen
V81. Kersti: Grundgesetz: Menschenwürde, Gesundheit, Freiheit   und   Demonstrationen gegen Atomkraftwerke
V84. Kersti: Diebstahlkasse
V85. Kersti: Ideale: Was mir wirklich geholfen hat
V87. Kersti: Leute, die mehr Macht haben, als sie überblicken, neigen dazu:
V88. Kersti: Eine ständige Umverteilung von arm zu reich, ruft folgende Reaktionen hervor:
V89. Kersti: Nicht alles ist käuflich
V90. Kersti: Was für Politiker wollen wir im Bundestag?
V91. Kersti: Instinkte und Freiheit
V95. Kersti: Literaturrecherche nach Büchern der Impfgegner
V140. Kersti: Die zerstörerische Arroganz der herrschenden Meinung
V141. Kersti: Eine andere Gewaltenteilung: Krieger und Heiler
V165. Kersti: Meinungsfreiheit - ein Luxus?
V172. Kersti: Ein echt guter Rat
V173. Kersti: Was ist Gewissen?
V174. Kersti: Warum ich schreibe, wie es war, ausgegrenzt zu sein
V175. Kersti: Kriterien zum Bau eines realistischen Weltbildes: Realitätsnähe
V176. Kersti: Standpunkte
V194. Kersti: Was unterscheidet eine Gehirnwäsche von einem Dazulernen?
V212. Kersti: Was ist Freiheit?
V217. Kersti: Ist es schlecht, ein Wirtschaftsunternehmen zu betreiben?
V218. Kersti: Wie kann man das Geldsystem abschaffen, ohne ein Chaos heraufzubeschwören?
V219. Kersti: Wie macht man das Geldsystem zu einem möglichst guten Maßstab für den Nutzen und Schaden, den wir der Allgemeinheit zufügen?
V243. Kersti: Ist die Schulmedizin wirklich so schlecht, wie das hier auf meiner Internetseite erscheint?
V244. Kersti: Warum Vertreter von Außenseitermeinungen besser informiert sind, als Vertreter weit verbreiteter Meinungen
V255. Kersti: Einer wissenschaftlichen Überprüfung standhalten...
V299. Kersti: Der Unterschied zwischen Elitebewußtsein und Standesdünkel
V300. Kersti: Ohne eigene Erfahrungen keine zutreffende Theorie
V301. Kersti: Um Außenseiter zu integrieren, muß man die Gemeinschaft ändern, die ausgrenzt
V302. Kersti: Strafe dafür, daß man etwas schon vor den anderen kann

Ein Text von Kersti Nebelsiek, Alte Wilhelmshäuser Str. 5, 34376 Immenhausen - Holzhausen, Tel.: 05673/1615, Internetseite: http://www.kersti.de/     E-Mail an Kersti_@gmx.de