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erste Version: 9/2014
letzte vollständige Überarbeitung: 1/2017
letzte Bearbeitung: 1/2017

VA198.

Konzeptionelle Probleme in der Forschung zur Telepathie

Inhalt

Übergeordneter Artikel:
VA129. Kersti: Telepathie

dieser Artikel:
VA198.1 Kersti: Einleitung
VA198.2 Kersti: Telepathie ist keine Gegenhypothese zu Biologie und Physik
VA198.3 Kersti: Kritisches Denken und Telepathieexperimente
VA198.3.1 Kersti: Für die Durchführung des Versuchs sollte Gedankenstille herrschen, die nur der Sender durch seine Sendung durchbricht, kritisch denken darf man bei Planung und Auswertung des Versuchs
VA198.3.2 Kersti: Ergebnisoffenes kritisches Denken versus abwertende Kritik
VA198.3.3 Kersti: Sinn und Unsinn der Verwendung des Begriffes Betrug im Zusammenhang mit spirituellen Fähigkeiten
VA198.3.4 Kersti: Die Fixierung der Forschung zur Telepathie auf Betrug ist kontraproduktiv
VA198.3.5 Kersti: Verdrängung in der wissenschaftlichen Forschung zur Telepathie
VA198.3. Kersti: e
VA198.4 Kersti: Kompexitätsproblem in parapsychologischen Versuchen
VA198. Kersti: Quellen

 
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1. Einleitung

Dieser Artikel entstand aus einer Antwort auf meine Email, in der mein Gesprächspartner einige weit verbreitete Irrtümer über die Telepathie und ihre Einordnung in die Wissenschaften wiedergab.

 
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2. Telepathie ist keine Gegenhypothese zu Biologie und Physik

Speziell zu den (mir bekannten) Telepathie-Experimenten habe ich jedoch eine etwas andere Meinung. Fakt ist erst einmal, dass telepathische Phänomene sich nicht mit unserem bisherigen Verständnisvon menschlicher Anatomie (insbesondere Neurowissenschaften) oder Physik vertragen. Das heißt natürlich erst einmal nichts (es kann ja schlicht sein, dass unser Verständnis falsch ist).

Begriffe wie Physik oder Biologie definieren Forschungsbereiche. Sie definieren keine forschungsleitenden Grundannahmen, die auch Paradigmata genannt werden6., wie "Das Denken entsteht aus physiologischen Vorgängen, daher kann man das Denken vollständig verstehen, wenn man zunächst die Pysik und danach die Physiologie vollständig erfaßt hat". Und diese Annahme ist auch lediglich eine Annahme. Sie war in der Forschung sehr fruchtbar, weil Wissenschaftler aufgrund dieser Annahme sehr sorgfältig erforscht haben, wie Physik und Physiologie mit dem Denken zusammenhängen.
VB174.1 Kersti: Psychosomatik: Die Seele steuert den Körper, der Körper die Seele
Trotzdem war es zwar möglich viel zu verstehen, aber nicht alles, was im menschlichen Denken und handeln vorkommt. Die so gewonnenen Erkenntnisse werden uns auch, ohne daß wir dieser Annahme weiterhin folgen, erhalten und wertvoll bleiben. Diese Annahme ist aber letztlich durch die parapsychologische Forschung widerlegt, denn der Mensch kann weiterhin beobachten, wenn das Gehirn gerade nachweisbar nicht funktioniert.
VB159.2.1.3 Kersti: Bestätigte Beobachtungen in Außerkörperlichen Erfahrungen im Rahmen von Nahtoderfahrungen
Es gibt offensichtlich auch so etwas wie eine Seele, die nach dem Tod den Körper verläßt und sich dann in einem anderen Körper inkarniert.
O7.A4 Kersti: Wissenschaftliche Forschung zur Reinkarnation

Telepahtie ist keine Gegenhypothese zur Physik. Es gibt in der Physik, keine erprobte Formel, keinen Beweis, kein Experiment, nichts, das die mögliche Existenz von Telepathie ausschließt. Wenn Telepathie existieren würde, würde sich durch diesen Beweis nichts an den physikalischen Modellvorstellungen ändern, weil diese sich eben nicht mit Telepathie beschäftigen. Das kann auch nicht sein, da Telepathie einfach als Gedankenübertragung außerhalb der bisher bekannten Sinneskanäle definiert ist, ohne daß bisher eine Aussage darüber gemacht wurde, wie genau sie denn physikalisch funktioniert. Daher würde ein solcher Widerspruch die Annahme vorraussetzen, daß wir die Naturgesetze bereits vollständig verstanden hätten. Einerseits wissen wir, daß eben das nicht der Fall ist, da wir zwar sehr gute aber keine völlig in Bezug auf die Realität widerspruchsfreien physikalischen Modelle besitzen.
VA234.4.1 Kersti: Aufstieg: Ist ein materialistisches Weltbild widerlegbar?

Die These daß wir das Funktionieren der Physik in unserem Universum schon vollständig verstanden hätten, ist erwiesenermaßen falsch. Zufälligerweise habe ich in Kassel Vorlesungen zur theoretischen Physik gehört, und ein wesentlicher Inhalt dieser Vorlesungen - neben den Formeln zur Berechnung physikalischer Modelle, die den größten Teil der Zeit einnahmen - war eben, daß normalerweise von mehreren Modellen, die theoretisch auf oft sehr unterschiedlichen Annahmen fußen, einfach pragmatisch das gewählt wird, das erfahrungsgemäß mit dem geringsten Rechenaufwand Ergebnisse liefert, die so genau sind, wie gefordert werden muß. Alle physikalischen Theorien sind nur Modellvorstellungen die unterschiedlich genau oder ungenau in der Lage sind die Realität nachzumodellieren. Perfekt, vollständig oder völlig richtig ist keines dieser Modelle.

Telepathie ist auch keine Gegenhypothese zur Physiologie, dem Zweig der Medizin und Biologie, der sich damit beschäftigt, wie der Körper funktioniert. Es gibt in der Physiologie zwar Erklärungen, wie die üblichen Sinneswahrnehmungen funktionieren, aber nichts, das zeigen würde, daß Telepathie nicht sein kann. Damit würde man nämlich vorraussetzen, daß wir die Physiologie schon vollständig verstehen und wir wissen, daß wir das noch nicht tun! Eine Erklärung, wie Telepathie funktioniert würde unser bisheriges physiologisches Wissen ergänzen aber nicht widerlegen.

Tatsächlich ist nach dem was ich zur wissenschaftlichen Forschung zur Telepathie weiß, davon auszugehen, daß Telepathie existiert, daß sie aber über das Unterbewußtsein läuft, so daß unbewußte Motive sehr stark in die Ergebnisse der Versuche mit eingehen.
VA129. Kersti: Telepathie
VB164. Kersti: Einfluß der Überzeugungen auf Ergebnisse von PSI-Experimenten

Natürlich könnten, nach dem Nachweis, daß Telepathie existiert, Versuche zur genauen Funktionsweise der Telepathie konzipiert werden, die zu Ergebnissen führen könnten, die letztlich zeigen, daß einige Vorgänge in Physik oder Telepathie anders funktionieren als bisher angenommen. Das ist aber Zukunftsmusik, denn die Forschung beschäftigt sich für meine Begriffe viel zu stark mit der Frage, ob Telepathie existiert, obwohl Beweise für ihre Existenz schon so lange jeweils passend zu dem aktuellen Stand der Forschung existieren, wie die Wissenschaft existiert.

 
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3. Kritisches Denken und Telepathieexperimente

Zudem gibt es Belege, dass genau die Eigenschaften, die anscheinend Psi-Fähigkeiten begünstigen (positive, unkritische Stimmung; kein kritisches Beobachten; Experimentator, der Telepathie nicht kritisch sieht), auch die Möglichkeiten zum Betrug stark vereinfachen.

Das wirft zwei völlig verschiedene geistige Haltungen mit verschiedenen Denkmodi und völlig unterschiedliche Problemfelder durcheinander. Das kritische Denken, was man für wissenschaftliches Arbeiten braucht ist nicht dasselbe kritische Denken, was Telepathie behindert. Außerdem wird sprachliches Denken oft fälschlicherweise mir logischem kritischen Denken gleichgesetzt während Intuition für unlogisch und unkritisch gehalten wird. Der entspannte Zustand den viele Menschen brauchen, um auf spirituelle Fähigkeiten zugreifen zu können, wird mit unkritischen Denken im Sinne von nicht sorgfältigem durchdenken der Problemstellung durch den Forscher gleichgesetzt.

 
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3.1 Für die Durchführung des Versuchs sollte Gedankenstille herrschen, die nur der Sender durch seine Sendung durchbricht, kritisch denken darf man bei Planung und Auswertung des Versuchs

Zunächst einmal muß man zwischen den verschiedenen Phasen der wissenschaftlichen Arbeit unterscheiden.

Wenn man einen groß angelegten wissenschaftlichen Versuch macht, geht man folgendermaßen vor:

  1. Schritt - man informiert sich über die bisherige Forschung zur Telepathie
  2. Schritt - man konzipiert einen Versuch, der eine interessante Frage klärt und achtet dabei darauf, daß die möglichen Ergebnisse der Versuche möglichst gut zwischen den bisher vorgeschlagenen Möglichkeiten, wie die bisherigen Versuche zu interpretieren seien, unterscheiden können.
  3. Man macht eine Reihe klein angelegter Vorversuche, um Fehler und Schwächen der Versuchsanordnung zu identifizieren.
  4. Diskussion der möglichen Deutungen der Ergebnisse, Fehlersuche und Fehlerdiskussion
  5. Man korrigiert seinen Ansatz aufgrund dieser Vorerfahrung
  6. Man führt den groß angelegten Hauptversuch durch
  7. Man berechnet die Ergebnisse und stellt sie übersichtlich dar.
  8. Diskussion der möglichen Deutungen der Ergebnisse, Fehlersuche und Fehlerdiskussion
Bei Planung (Punkte 1,2 und 5 der obigen Liste) und Auswertung (Punkte 4, 7 und 8) des Versuches, behindert kritisches Denken nicht die erfolgreiche Telepathie. Allein bei der Durchführung der eigentlichen Telepathieexperimente (Punkte 3 und 6) braucht mein eine positive, unkritische Stimmung; kein kritisches Beobachten; Experimentator, der Telepathie nicht kritisch sieht. Das ist notwendig damit das Gehirn in dem Modus arbeiten kann, in dem die Versuchsteilnehmer auf ihre telepathischen Fähigkeiten zugreifen können. Alle müssen in dieser Gefühlslage sein, da alle Anwesenden sich gegenseitig in der Gefühlslage beeinflussen. - Es gibt Forschungen, die belegen daß eine solche Beeinflussung über die normalen Sinneskanäle stattfindet. Falls es Telepathie gibt, ist zudem eine telepathische Beeinflussung zu erwarten.
VB164. Kersti: Einfluß der Überzeugungen auf Ergebnisse von PSI-Experimenten
Wenn man also in beiden denkbaren Fällen (es gibt keine Telepathie, es gibt Telepathie) sinnvolle Ergebnisse erhalten will, muß die Möglichkeit daß es Telepathie geben könnte zu einem Versuchsaufbau führen, bei dem auch bei telepathische Beeinflussung der Versuchteilnehmer die Ergebnisse sinnvoll interpretierbar bleiben.

Besonders betonen und ausführen möchte ich hier noch einmal zwei Punkte der obigen Liste.

Zum ersten möchte ich betonen daß kritisches Hinterfragen während der Durchführung von Telepathieexperimenten (Punkte 3 und 6) massiv stört. Man fragt sich, bei dem was man empfängt, während man seinen Geist leer macht um ein möglichst ungestörter Empfänger für fremde Gedanken zu sein, nicht kritisch, ob das was man an Bildern und Gedanken in den Sinn bekommt, überhaupt stimmen kann, weil man dann nur noch mit seinen eigenen Gedanken beschäftigt ist und das, was man empfangen will, durch das kritische Denken überlagert und aus dem Bewußtsein verdrängt wird. Man kann nicht telepathisch empfangen, während man selber nachdenkt. Man kann auch nicht telepathisch senden, während man darüber nachdenkt, ob man alles richtig macht, weil dann dieses kritische hinterfragen des eigenen Vorgehens die zu sendenden Inhalte überlagert. Auch ein Zuschauer, der bei der Versuchsdurchführung anwesend ist, muß seinen Geist wie der Empfänger leer machen, damit er nicht als telepathischer Störsender wirkt. Jeder der während der Versuchsdurchführung über irgendetwas anderes nachdenkt als über die zu sendenden Inhalte, stört die telepathische Übertragung. Idealerweise sollte außer dem Sender jeder Anwesende Gedankenstille einhalten. Der Empfänger sollte seine möglicherweise telepathischen Wahrnehmungen möglichst vollständig dokumentierten, der Sender seine Erfahrungen bei dem Versuch zu senden ebenfalls. Erst vollständig dokumentieren, dann darüber nachdenken ist hier die Regel.

Dei der Diskussion der möglichen Deutungen der Ergebnisse, Fehlersuche und Fehlerdiskussion ist es wesentlich, das eigene Weltbild kritisch zu hinterfragen. Wissenschaft dient dazu, das Weltbild zu verbessern. Während man nicht ohne Grund sein Weltbild wechselt, da Weltbildwechsel eine mehrere Jahre dauernde Arbeit sind, die man sich erst macht, wenn es sich lohnt, macht es nicht den geringsten Sinn, als materialistisch eingestellter Forscher zu erforschen, ob es Telepathie gibt, ohne sich zu fragen, ob ein materialistisches Weltbild, das nicht mit dem Konzept der Telepathie vereinbar ist, besser mit den Versuchsergebnissen harmoniert, als es ein verändertes Weltbild tun würde, das das Phänomen Telepathie als real annimmt. Es ist notwendig eine Skizze eines alternativen Weltbildes zu schaffen, die ausreicht um diese Frage zu klären, sonst kann man nicht ausgewogen prüfen, ob ein Weltbildwechsel erforderlich wäre. Kritisches Denken im wissenschaftlichen Sinne hat auch damit zu tun, daß man immer wieder sein eigenes Weltbild kritisch hinterfragt. Jedes Weltbild ist nur eine für vieles nützliche Modellvorstellung. Es ist nicht die Welt selbst.
VB50. Kersti: 3.7 Niveau 3, Stufe 6: Jedes bewährte Weltbild ist ein brauchbares Modell der Welt
VB50. Kersti: 3.3 Niveau 2, Stufe 3 oder 4: Die Verwechslung von Weltbild und Welt

 
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3.2 Ergebnisoffenes kritisches Denken versus abwertende Kritik

Das zweite, was durcheinandergeworfen wird, ist
(a) ergebnisoffenes kritisches denken, das sowohl die Möglichkeit der Existenz von Telepathie zuläßt als auch ihre Nichtexistenz und in jedem Einzelfall alle Interpretationsmöglichkeiten eines Versuchergebnisses durchdenkt
(b) eine Haltung die Telepathie nicht ertragen kann, sie deshalb kritisiert, beweisende Phänomene aus dem Bewußtsein verdrängt und sie in jeder denkbaren Form angreift.

Ersteres (a) braucht man für sinnvolles wissenschaftliches Arbeiten und es hat, sofern man bei der Versuchsdurchführung nicht in diesem Denkmodus arbeitet, sondern diese Dinge zeitlich von der Versuchsdurchführung trennt, keinen negativen Einfluß auf telepathisches Fähigkeiten. Eine solche Trennung zwischen Versuchsdurchführung einerseits und Planung und Auswertung wird auch aus rein wissenschaftlichen Gründen gefordert.

Letzteres (b) behindert Telepathie und ist auch nicht mit sinnvollem wissenschaftlichen Arbeiten vereinbar.

Dabei ist es so, daß die unbewußten Aspekte dieser Haltung (b) hauptsächlich die Telepathie unterdrücken, die bewußten Aspekte dieser Haltung machen hauptsächlich sinnvolles wissenschaftliches Arbeiten unmöglich. Bei Menschen bei denen eine Ablehnung der Telepathie vorhanden ist, die weitgehend verdrängt ist, die aber bewußt offen sind, sich damit auseinanderzusetzen, tritt eine Unterdrückung erfolgreicher Telepathie ein, obwohl sie prinzipiell wissenschaftlich sauber arbeiten. Mit Menschen, wo die Ablehnung bewußt ist, unbewußt aber der Wunsch dazu da ist, sich mit dem Thema auseinanderzusetzen, hat man furchtbar frustrierende Diskussionen über das Thema, bei denen sie selbst die einfachsten logischen Gedankengänge für Blödsinn erklären .... und sie führen solche Diskussionen gerade mit denen, die es wirklich besser wissen! ... und fünf Jahre später kann es einem passieren, daß man denselben Leuten wiederbegegnet und sie erzählen, sie hätten ihre Meinung geändert, weil sie entsprechende Erfahrungen gemacht hätten. In einen wesentlich kürzeren Zeitrahmen ist eine solche Meinungänderung aus entwicklungspsychologischen Gründen nicht möglich. Ein Weltbild so grundlegend umzustrukturieren dauert nun einmal Jahre.
VB136.2.1 Kersti: Weltbildwechsel dauern mehrere Jahre
Leute bei denen die Haltung (b) sowohl bewußt als auch unbewußt vorliegt, weichen Leuten, die ihnen das Gegenteil beweisen können normalerweise aus. Wenn sie ihnen doch begegnen werden sie aber oft richtig bösartig.
VB108. Kersti: Esowatch (heute Psiram) - ungenaues Formulieren, unsaubere Recherche und Verleumdung in anonym

 
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3.3 Sinn und Unsinn der Verwendung des Begriffes Betrug im Zusammenhang mit spirituellen Fähigkeiten

Im Zusammenhang mit spirituellen Themen habe ich immer wieder gelesen, daß Dinge als Betrug gewertet werden, die wenn es nicht um spirituelle Themen gehen würde, als völlig angemessenes Verhalten gewertet würde.

Grundsätzlich ist es schwierig bis nahezu unmöglich spirituelle Fähigkeiten als Schausteller regelmäßig vorzuführen, ohne immer wieder Fehlschläge zu haben1., 2.. Das liegt daran, daß häufig schon ein einzelner Zuschauer mit der falschen Haltung sinnvolles telepathisches Arbeiten unmöglich macht3., 4., daß spirituelle Arbeit nicht unter der Kontrolle des bewußten Alltags-Ichs stehen5. S.130f und daß sowohl unbewußte verdrängte Anteile als auch das höhee Selbst Schaustellerei aus unterschiedlichen Gründen oft nicht als den Zweck des Lebens ansehen, daß sie andere Dinge wichtiger nehmen als das Bewußte Ich. Obwohl das mit spirituellen Mitteln unmöglich ist, wird von einem Schausteller erwartet, daß er bei jeder Vorführung eine gute Show bietet. Da das so ist, gibt es zwei Varianten von Schaustellern, die oberflächlich betrachtet Magie vorzuführen scheinen. Einmal gibt es den reinen Trickkünstler, zum zweiten gibt es Leute, die manchmal spirituelle Fähigkeiten zeigen und wenn diese sich nicht zeigen, auf Tricks umschalten. Ein Schausteller, der mittels Tricks magische Fähigkeiten simuliert, ist, wenn er das so außerhalb der Vorführung darstellt, zu bewerten wie jemand der einen Film über einen Fantasyroman dreht oder dasselbe als Theaterstück vorführt: Es gehört zur Show, daß man es innerhalb der Vorführung als Magie darstellt, aber ein Mensch wird davon, daß er das so macht, nicht gleich zum Betrüger oder unmoralischen Menschen. Erst wenn er außerhalb der Vorführung falsche Angaben darüber macht, ob seine Vorführung ganz oder teilweise auf Tricks beruht, zählt das im eigentlichen Sinne des Wortes als Betrug. Und auf einem Plakat für einen Fantasyfilm steht nicht, daß der nur auf Tricks beruht, daher ist das von einem Plakat für eine auf Tricks beruhende Magieshow auch nicht zu erwarten. Erst wenn man auf dem Plakat ausdrücklich behauptet, sie würde nicht oder nicht ausschließlich auf Tricks beruhen und die Aussage nicht auf Tatsachen beruht, ist das eindeutig als Lüge zu werten, da man von solchen Shows normalerweise erwartet, daß Tricks vorgeführt werden, genau wie man erwartet daß in Spielfilmen und Theater geschauspielert wird.

Der Geistheiler oder Lebensberater hat als Hauptaufgabe, daß er Menschen helfen soll. Es ist Teil seiner Sorgfaltspflicht, daß er neben seinen möglicherweise vorhandenen spirituellen Fähigkeiten wo immer möglich auch irdisch gegenprüft, ob das, was man feinstofflich zu sehen meint auch tatsächlich vorhanden ist, ob man Dinge übersieht, die gefährlich werden könnten, wenn man darauf keine Rücksicht nimmt, ob das Gegenüber spirituelle Erfahrungen macht, für die es Beratung braucht, um sie psychologisch bewältigen zu können.
VB132. Kersti: Cold Reading? - Was an der diesbezüglichen Argumentation der Skeptikervereine daneben ist
Ein Beweis der Existenz oder Nichtexistenz von Telepathie oder Mage ist weder Aufgabe der Geistheilung noch der Lebensberatung. Ein Geistheiler oder Lebensberater, der aus persönlicher Lebenserfahrung weiß, daß er spirituelle Fähigkeiten bei seiner Arbeit mitverwendet, kann dennoch im Einzelfall oft nicht sagen, wann seine Intuition auf direkter hellsichtiger Wahrnehmung und wann sie auf vorher irdisch wahrgenommenen beruht. Er muß das auch nicht in jedem Einzelfall herausfinden, sondern vor allen Dingen nach Kräften sicherstellen, daß er seinem Kunden eine Hilfe ist und ihm nicht schadet. Wenn er menschlich verletzend wird oder magisch angreift, ist das Betrug, weil er versprochen hat zu helfen. Es ist kein Betrug, nicht bis ins kleinste Detail aufzuschlüsseln, wann man psychologisch und wann man eher geistheilerisch geholfen hat und beides läßt sich auch nicht völlig trennen, weil der psychologische und der geistheilerische Teil nahtlos ineinandergreifen.

Ein ganz andere Aufgabe hat die Wissenschaft. Wenn ein Forscher zur Parapsychologie forscht, ist es genau seine Aufgabe, herauszufinden, wie denn die beobachteten Phänomene entstehen und wie sie gezielt erzeugt werden können. Wenn seine Forschungsfrage ist, "Gibt es Telepathie", muß er so arbeiten, daß alle anderen möglichen Übertragungswege für Informationen, die mit Telepathie verwechselt werden könnten, von der Telepathie unterschieden werden können, so daß er am Ende weiß, mit was genau er es zu tun hat. Da ist, weil so viel Unbewußtes mit eingeht schon schwierig genug.
VA259. Kersti: Gibt es einen Unterschied zwischem geistigem Heilen und dem Placebo-Effekt?
Daß das ganze auch noch durch Lügen verkompliziert wird, ist das letzte was ein Forscher brauchen kann und wenn Versuchspersonen so etwas tun, stößt das Forschern sauer auf.
BP7.3 Kersti: Eusapia Palladino als Betrügerin
Während Versuchsanordnungen, die die Versuchsteilnehmer zu Betrug ermutigen, kontraproduktiv sind und solche mit Versuchsteilnehmern, die ein Interesse daran haben sich als Magier oder Psi-Talent zu profilieren, besonderer Sicherheitsmaßnahmen gegen Betrug bedürfen, ist das bei den Versuchsteilnehmern, die keine solchen Interessen haben, nicht der Fall. Eine zentrale Fixierung auf die Frage, ob es vielleicht mit hundert Zusatzannahmen doch Betrug sein könnte, führt dazu, daß die wirklich wesentlichen Fragen nicht gestellt werden.

In der parapsychologischen Forschung begegnet dem Forscher ständig das Problem, daß die schaustellerische Tätigkeit als Betrug gewertet wird, obwohl der Betreffende außerhalb seiner Arbeit durchaus zutreffende Aussagen darüber macht, ob er Tricks in seinen Vorführungen verwendet und wenn er sich an wissenschaftlicher Forschung beteiligt, die Forscher nicht mit Tricks betrügt.

 
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3.4 Die Fixierung der Forschung zur Telepathie auf Betrug ist kontraproduktiv

Ein Aspekt der abwertenden kritischen Haltung gegenüber Telepathie ist die beinahe zwanghafte Fixierung auf die Idee, alles müsse Betrug sein.

Wenn man annimmt, daß alle Teilnehmer (inklusive der Forscher) von wissenschaftlicher Forschung betrügen, als das Hauptproblem der wissenschaftlichen Forschung betrachtet, kann man die Wissenschaft gleich abschaffen. Daher sehe ich es als Schwachsinn, bei der Forschung zur Telepahtie von vorneherein von der Annahme auszugehen, alle Versuchsteilnehmer würden betrügen, nur weil Betrug machbar ist.

Sinnvolle wissenschaftliche Forschung arbeitet weitaus ausgewogener. Betrug ist hierbei eine unter vielen möglichen Deutungen der Ergebnisse. Einige der anderen sind:

Je nach genauer Versuchsanordnung kann es natürlich noch viel mehr Punkte geben, die eine Rolle spielen könnten.
VB161.4 Kersti: Handelt es sich um Telepathie? - Abweichende Erklärungen für Erfolge bei telepathischer Bildübertragung

 
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3.5 Verdrängung in der wissenschaftlichen Forschung zur Telepathie

Als kritisches Denken wird neben dem wissenschaftlichen kritischen Denken (oben: a), das ergebnisoffen ist, wie ich oben unter Punkt (b) schrieb auch eine Haltung bezeichnet, die Telepathie nicht ertragen kann, sie deshalb kritisiert, beweisende Phänomene aus dem Bewußtsein verdrängt und sie in jeder denkbaren Form angreift. Diese mit sauberem wissenschaftlichen Arbeiten nicht vereinbare irrationale Haltung wird in der Psychologie auch Verdrängung genannt.
VA241. Kersti: Verdrängungsmechanismen

Wenn ein einzelner Wissenschaftler eine Verdrängung hätte und damit isoliert dastehen würde, hätte das keinen wesentlichen Einfluß auf den Erfolg der betreffenden Wissenschaft als Ganzes. Wenn jedoch die Mehrheit der Wissenschaftler etwas verdrängt, halten sie sich auch gegenseitig davo ab, sich mit dem Verdrängten rational auseinanderzusetzen.
VB155. Kersti: Menschen, die beim Aufarbeiten helfen und Menschen, die es behindern
VB66. Kersti: Warum es keine Skeptikervereine gibt, die meinen Ansprüchen genügen

 
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4. Kompexitätsproblem in parapsychologischen Versuchen

Daher sehe ich das eher so, dass (unbewusst in der Annahme Telepathie könnte man ähnlich nachweisen, wie - sagen wir - die Zeitkurve eines Fall eines Gummiballs vom Tisch)

Nun das ist aber ein um mehrere Größenordnungen einfacheres Problem!

Die Zeitkurve beim Fall eines Gummiballs vom Tisch ist ein relativ einfaches physikalisches Problem. Man muß, um sie zu verstehen, nur die Physik verstehen.

Wenn man das Rennen eines Sportlers verstehen können will, muß man die physikalischen Vorgänge aber auch die Physiologie des Körpers verstehen. Der Vorgang ist daher wesentlich komplexer und erfordert eine deutlich komplexere Modellvorstellung.

Wenn man das Alltagsverhalten eines Menschen in Situationen, in denen nicht in nennenswertem Maße unbewußte Motive mit eingehen, verstehen will, braucht man wieder ein komplexeres Modell, das sowohl die physikalischen Gegebenheiten unserer Umgebung als auch die Physiologie unserer Körpers als auch die Psychologie, Etologie (=biologische Verhaltensforschung) und Soziologie unseres bewußten Verhaltens beinhaltet.

Wenn man Verhaltensweisen verstehen will, die stark durch halbbewußte und unbewußte Motive mitbestimmt werden, braucht man zusätzlich ein fundiertes Wissen über die Forschung zu all den Dingen die sich so im Unterbewußtsein abspielen können, wie wissen dabei verändert und verfälscht werden kann, aber auch wie lange wir manchmal Wissen im Unterbewußtsein bewahren, von dem wir gar nicht mehr wissen, daß wir es einmal irgendwo gelernt haben.

Wenn man paranormale Vorgänge erforschen will, muß man alles Vorgenannte beachten und sich zudem noch damit beschäftigen, was denn für die Telepathie an sich eine Rolle spielt. Zusätzlich können wir auf paranormale Fähigkeiten nicht mit unserem Wachbewußtsein direkt zugreifen sondern sie werden durch einen unbewußten bis halbbewußten Teil unserer Persönlichkeit ausgeübt, der mit uns bei der Frage ob er bei dem Versuch mitmachen will möglicherweise nicht konform geht.

Insgesamt spielen bei allen paranormalen Vorgängen so viele Faktoren eine Rolle, von denen man mindestens die unbewußten psychologischen Vorgänge sehr schlecht unter Kontrolle bekommt.

 
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Quelle

Dieser Artikel beruht auf eigenen Erfahrungen und dem Wissen meiner eigenen feinstofflichen Anteile.
VB163. Kersti: Wie ich meine feinstofflichen Wahrnehmungen erlebe
Dabei schreibe ich oft recht ungefiltert die Meinungen meiner feinstofflichen Anteile auf.
VA299. Kersti: Fragen beantworten: Das Wissen der eigenen feinstofflichen Anteile

Weitere Quellen waren:


Ein Text von Kersti Nebelsiek, Alte Wilhelmshäuser Str. 5, 34376 Immenhausen - Holzhausen, Tel.: 05673/1615, http://www.kersti.de/, Kersti_@gmx.de
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