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VA219.

Ernsthafte Beißereien zwischen Hunden

Heidi ist ein schäferhundgroßer Hund. Sie hat verschiedene Hunde aus der Nachbarschaft bekämpft, die teilweise mit 10 Stichen genäht werden mussten. Savi ist ein mittelgroßer Hund. Sie wurde bereits vor 4 Jahren von der damals freilaufenden Heidi attackiert.

Wo ich aufgewachsen bin, gab es einen Hund mit einem ähnlichen Ruf, er hat sich aber glücklicherweise mit Widu, meinem Dackel befreundet, weil er ihn als jungen Hund kennengelernt hat.

Vor zwei Tagen mache ich mit Savi einen Dorfspaziergang auf schmalen Wegen. Hinter einer Wegbiegung stehen wir Heidi unerwartet gegenüber gegenüber. Die beiden Hunde gehen aufeinander los, Heidi gewinnt sofort. Beide Hunde verlieren in dem Kampf ihre Halsbänder, selbst das Stachelhalsband von Heidi schließt nicht.

Hunde haben eigentlich sozusagen einen eingebauten Griff im Nacken - wenn man dort fest hingreift kann man fast jeden Hund gut an der Nackenhaut festhalten.

Der alte Mann und ich schlagen hilflos und voller Angst auf die Hunde ein.

Das ist das falscheste was man tun kann. Es feuert die Hunde eher noch an.

Heidi hat Savi im Genick und schleift mit ihr im Maul über 20 Meter hinweg. Einmal hat Savi die Chance auf Flucht, da greift Heidi ins Sprunggelenk und zieht Savi zu sich zurück. Nach ca. 5-6 Min. gelingt die Flucht nach Hause nun doch. Sprunggelenk verletzt, blutet, Hals ringsum wund und abgeschürft. Für mich ein alptraumhaftes Erlebnis.

Stimmt es, dass man die Hunde sich selbst überlassen und weitergehen sollte? Würden sie dann voneinander ablassen und uns folgen?

Wenn der Besitzer von Heidi weitergegangen wäre hätte es funktionieren können. Falls Heidi der Typ Hund ist der dann seinem Herrn folgt. Wenn Du gegangen wärest, hätte das nichts bringen können, weil Savi ja sowieso fliehen wollte.

Wenn Heidis Besitzer gegangen wäre, und Du versucht hättest Heidi zu vertreiben, wären die Chancen, daß sie geht, weil sie ja jetzt zwei gegen einen hat besser gewesen. Wichtig ist dann aber sicherzustellen, daß Savi nicht Heidi angreift, wenn sie wegläuft.

Andere Reaktionsmöglichkeiten:
Wenn die Sekunde noch Zeit gewesen wäre, die man dazu braucht, hätte es funktionieren können, wenn man auf den fremden Hund zeigt und mit einer Stimme, wo ein Knurren mitklingt schreit: "SITZ!"
Mir hat bisher jeder Hund gehorcht, wenn ich das getan habe.
Das geht aber nur, wenn man so überzeugend den wütenden aggressiven Menschen spielt, daß der Hund denkt, man würde ihm etwas antun, wenn er nicht gehorcht und es funktioniert schlecht, wenn der Besitzer danebensteht, da der Hund sich dann durch seinen Besitzer geschützt fühlt.

Wenn die Zeit dazu nicht gewesen wäre, hätte ich Heidi mit bloßen Händen angegriffen und mein Körpergewicht eingesetzt, um sie auf den Rücken zu werfen und dann mein Knie auf ihren Hals gesetzt. Große Hunde haben genug Muskeln am Hals, daß man sie dadurch nicht verletzt, sie empfinden das aber als erniedrigend, weil sich auf den Rücken werfen eine Unterwerfungsgeste ist. Damit geht man dann aber das Risiko ein, selber gebissen zu werden und es ist deshalb sowieso nicht wirklich zu empfehlen. Ich würde nur nie auf den Gedanken kommen, meinen Hund alleine zu lassen, wenn er ohne provoziert zu haben von einem anderen Hund so angegriffen wird. Ich denke außerdem, daß die Leute, die das erfolgreich hinkriegen, das nicht gesagt bekommen müssen. Anders ausgedrückt: Auch da kommt es darauf an, daß man wirklich seine ganze Kraft und Entschossenheit einsetzt und wenn man halbherzig angreift, wird man den Hund nicht zu Boden kriegen. Das heißt man muß ein Kämpfertyp sein, damit es klappt. Und ein Kämpfertyp wird das sowieso tun, egal was andere Leute ihm raten.

Kersti

VA6. Kersti: Was muß ein Hund lernen?
VA7. Kersti: Das Gefährlichste im Umgang mit Hunden ist Angst
VA8. Kersti: Was tun, wenn ein Hund angreift?
VA9. Kersti: Das Wichtigste bei der Hundeerziehung ist das Lob
VA10. Kersti: Mein Hund ist der einzige, der mich versteht
VA11. Kersti: Wieviel Sprache versteht ein Hund?
VA12. Kersti: Was ist ein gut erzogener Hund?
VA32. Kersti: Hunde und kleine Kinder
VA65. Kersti: Lob, Tadel und - darf man einen Hund schlagen?
VA90. Kersti: Über Briefträger und Hunde
VA143. Kersti: Hundeerziehung
VA144. Kersti: Hundehumor
VA149. Kersti: Was denkt ein Hund, wenn man ihn anbellt?
VA195. Kersti: Konkrete Erziehungstricks bei Hunden
VA196. Kersti: Was mache ich wenn mein Hund beißt?
VA208. Kersti: Hunde haben keine Hände
VA209. Kersti: Verwechseln Hunde die menschliche Familie mit einem Wolfsrudel?
VA219. Kersti: Ernsthafte Beißereien zwischen Hunden
VA252. Kersti: Warum ich meine Hundeartikel gerade so schreibe
VA287. Kersti: Ein Hund gehorcht nicht, weil wir das wollen, sondern aus seinen eigenen Gründen
O4. Kersti: A7 Unterschiedliches Ausmaß des sozialen Lernens bei Hunden und Wölfen

O5.34 2.2.1.2 Angeborenes Inzestabu: Geparden, Wölfe, Menschen
O5.40 2. Gründe, warum eingewanderte Arten wieder aussterben
2.1 Relativer Platzbedarf von Wölfen

 

Übersicht: Hundeartige (Canidae), Ordnung: Raubtiere (Fissipedia), Unterklasse: Echte und höhere Säuger (Eutheria, Placentalia, Monodelphia), Klasse: Saügetiere (Mammamlia), Z98. Unterstamm: Wirbeltiere (Vertebrata), Z94. Reich: Tiere (Animalia), Domäne: Einzeller (Eukaria), Lebewesen


Ein Text von Kersti Nebelsiek, Alte Wilhelmshäuser Str. 5, 34376 Immenhausen - Holzhausen, Tel.: 05673/1615, http://www.kersti.de/, Kersti_@gmx.de
Da ich es leider nie schaffe, alle Mails zu beantworten, schon mal im voraus vielen Dank für all die netten Mails, die ich von Lesern immer bekomme.