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erste Version vor: 01.05.00
letzte Überarbeitung: 6/07

VB3.

Das darfst du nicht sagen - du mußt wissen, daß es falsch ist

"So etwas darfst du nicht sagen. Du mußt doch wissen, daß es eigentlich ganz anders ist!"ist etwas, was ich immer wieder zu hören bekam.

Das Problem dabei war: ich kannte die Information, die mein Gesprächspartner für "die Wahrheit" hielt. Ich hatte sie mehrfach gelesen. Doch eine der vielen Gegenmeinungen, die ich kannte, war vielfach besser belegt.

Und noch niemand, der mir auf diese Art meine "Irrtümer" verbieten wollte, konnte mir einen nützlichen Hinweis geben, wo der Beweis für seine Meinung zu finden sei.

Es war merkwürdig: Bei jedem Thema, mit dem ich mich intensiv genug befaßt hatte, um dergleichen bemerken zu können, stellte ich fest, daß das, was ich im Gymnasium als wissenschaftliche Lehrmeinung kennengelernt hatte, im eklatanten Widerspruch zu einigen sehr fundierten, nie widerlegten Forschungsberichten stand, die zum Teil schon Jahrzehnte alt waren. Wenn ich diese Berichte im Original las, stellte ich oft fest, daß die darin beschriebenen Beobachtungen aller Logik nach auch nicht widerlegbar waren. Statt dessen wurden die Forscher einfach lächerlich gemacht.

Ich habe keine Kinder - aber hätte ich vor zehn Jahren welche gehabt, hätte ich sie vor Menschen gewarnt, die so "verrückte" Ansichten haben, wie ich sie heute habe!

Nur wer die Wahrheit sucht, erkennt den Schein als Lüge

Selbstverständlich gibt es einige Menschen, die gebildeter sind als ich. Die wissen aber, wie lange es dauert, bis man der Wahrheit auch nur nahe kommt. Sie kämen nicht auf die Idee, Unfehlbarkeit von mir zu erwarten.

Bisher habe ich etwa viertausend Bücher gelesen, viele davon zwei mal. Das wäre ein acht Meter langes Regal, das von der Decke bis zum Fußboden reicht und proppenvoll mit Büchern ist. Nun einiges davon war Fantasy - in den letzten zehn Jahren etwa ein Drittel. In diesen zehn Jahren habe ich durchschnittlich jeden zweiten Tag ein Buch gelesen.

Wenn man so viel liest - beispielsweise allein fünfzig Bücher über Ernährung - wäre es natürlich totlangweilig, wenn all diese Bücher nur von der wissenschaftlichen Lehrmeinung gehandelt hätten. Klar, die kenne ich auch - aber spätestens das dritte Buch, das dieselben Thesen vertritt wie die vorhergehenden zwei, breche ich nach den ersten drei Seiten ab. Da lese ich lieber von der absurdesten Außenseitertheorie. Über Absurditäten kann man wenigstens lachen.

Anmerkung: 6/07

Gründe für dieses Phänomen

Um zu verstehen, wieso das für mich so war, muß man sich bewußt sein, daß ich mir auch das, was ich schon in der Grundschule gelernt hatte, heute noch problemlos ins Bewußtsein rufen kann. Die seither vergangene Zeit erklärte zum Zeitpunkt der jeweiligen Recherchen schon je nach Thema bis zu fünfzehn Jahre veraltet sein - hinzu kommt, daß Lehrer sich bestenfalls auf Lehrbücher für Studenten oder vergleichbares beziehen, deren Inhalte zum Zeitpunkt der Drucklegung zwangsläufig drei, bis vier Jahre alt sind. Meist jedoch ist ihr Wissen noch älter, da man sich unmöglich bei zwei Fächern, für die man bei allen Teilbereichen des Faches unterrichten soll, so gründlich informieren kann, daß man immer mitbkommt, wenn sich die Lehrmeinung zu irgendeinem Teilbereich unwesentlich ändert.

Hinzu kommt, daß ich das Gegenteil eines wissenschaftlichen Spezialisten bin, während unsere Wissenschaft im Augenblick in einem Maße durch Spezialisten bestimmt ist, die nicht mehr gesund ist.
VB20. Kersti: Fachidiotentum

Und ich lese dabei nicht überwiegend Fachpublikationen - Bücher die ich aus der Universitätsbibliothek ausgeliehen habe und frei im Internet verfügbare Artikel aus Fachzeitschriften.

Dadurch fallen mir immer wieder diejenigen Erkenntnisse auf, die den Sprung von einer Fachwissenschaft, in der sie gewonnen wurden in eine andere Fachwissenschaft, wo sie zum Verständnis und zur Korrektur des dortigen Wissens genutzt werden müßten, nicht geschafft haben.

Abgesehen davon hatte ich mich in der Zeit, wo ich den oberen Abschnitt geschrieben habe, mit Medizin beschäftigt und aus meiner heutigen Sicht wird in der Medizin wesentlich unwissenschaftlicher gearbeitet als in Physik, Biologie und den Sozialwissenschaften.

Kersti

V5. Kersti: Braucht Schulmedizin keine Beweise?
V58. Kersti: Absolute Wahrheit?
V82. Kersti: Meinungsfreiheit - Wer könnte Zensur üben?
V83. Kersti: Merkmale des Guten - Merkmale des Bösen?
V92. Kersti: ...als hätte ihnen jemand das Denken verboten!
V140. Kersti: Die zerstörerische Arroganz der herrschenden Meinung
V150. Kersti: Den Fachleuten vertrauen?
V164. Kersti: Nicht Meinungsfreiheit - Freie Wahrheitssuche!
V172. Kersti: Ein echt guter Rat
V194. Kersti: Was unterscheidet eine Gehirnwäsche von einem Dazulernen?
V212. Kersti: Was ist Freiheit?
V213. Kersti: Was unterscheidet eine Ideologie von einem gesunden Weltbild?
V255. Kersti: Einer wissenschaftlichen Überprüfung standhalten...
V277. Kersti: Das Prinzip der Narrenfreiheit
V278. Kersti: Die kleinen grauen in den UFO's lügen
V294. Kersti: Warum Außenseitermeinungen für Fachleute schwerer zu verstehen sind als für Laien
V297. Kersti: Das ist ja wie im Dritten Reich!
VA16. Kersti: Wissenschaft als Sekte
VA20. Kersti: Warum manche Ärzte explodieren, wenn sie von Naturheilkunde hören
VA43. Kersti: Randomisierte Doppelblindstudien - braucht man noch andere Methoden in der Medizin?
VA48. Kersti: Direkte Zensur - indirekte Zensur - Gedankenzensur
VA49. Kersti: Literaturrecherche nach wissenschaftlich fundierter Literatur
VA50. Kersti: Denken verboten Schilder...
VA61. Kersti: Kritikfähigkeit hat zwei Seiten
VA67. Kersti: Welche nichtwissenschaftlichen Faktoren verfälschen das Wissen der Fachleute über den Stand medizinischer Forschung?
VA112. Kersti: Geistige Freiheit
VA122. Kersti: Erkenntnistheorie: Was ist Wahrheit?
VA125. Kersti: Fehlertypen in der Wissenschaft
VA126. Kersti: Forschungsstrategien: Wenn ein Mediziner, ein Physiker und ein Historiker sich mit demselben medizinischen Thema beschäftigen, kommt nicht dasselbe dabei heraus
VA127. Kersti: Um das Wissenschaftliche Weltbild der Fachleute realistischer zu machen, brauchen wir viel mehr auswertende Forschung
VA178. Kersti: Der Unterschied zwischen "schlecht recherchiert" und "nicht allwissend sein"
VA246. Kersti: Der Unterschied zwischen Argumenten, Argumentationstricks und persönlichen Angriffen
VA253. Kersti: Der Unterschied zwischen wahr, bewiesen, nicht bewiesen, nicht belegbar, nicht beweisbar, widerlegt, falsch
VA288. Kersti: Ist die Schulmedizin kritikfähig?

Ein Text von Kersti Nebelsiek, Alte Wilhelmshäuser Str. 5, 34376 Immenhausen - Holzhausen, Tel.: 05673/1615, http://www.kersti.de/, Kersti_@gmx.de
Da ich es leider nie schaffe, alle Mails zu beantworten, schon mal im voraus vielen Dank für all die netten Mails, die ich von Lesern immer bekomme.