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8/2012

VB42.

Wenn Eltern auf Moralstufe drei oder vier versuchen, Antiautoritär zu erziehen, erziehen sie gar nicht

Ist antiautoritäre Erziehung, wenn das Kind einfach alles darf?

Was ich damit meine, kann man vielleicht am besten durch einen bekannten Witz illustrieren:
Witz:

"Ich bin auch antiautoritär erzogen!"

Ein Kind fährt in der Schlange vor der Kasse eines Supermarktes einem jungen Mann immer wieder mit dem Einkaufswagen in die Hacken. Der junge Mann wendet sich an die Mutter und beschwert sich. Diese wehrt die Beschwerde mit den Worten "Mein Kind ist antiautoritär erzogen!" ab. Daraufhin nimmt der junge Mann ein Glas Sirup, schüttet es der Mutter über den Kopf und meint: "Ich bin auch antiautoritär erzogen!"
Die Mutter in dieser Geschichte erzieht nicht antiautoritär, denn eine antiautoritär erziehende Mutter hätte in so einem Fall gewöhnlich vor der ersten Beschwerde gesagt: "Laß das, das tut dem Mann doch weh!" und ein tatsächlich antiautoritär erzogenes Kind wäre dann beschämt gewesen. Der junge Mann ist ebenfalls nicht antiautoritär erzogen. Ein antiautoritär erzogener Mann hätte sich nicht an die Mutter sondern an das Kind gewandt und ihm die Meinung gesagt, da er dem Kind die letztendliche Verantwortung für sein Handeln zuspricht und nicht der Mutter.

Obwohl wir Wie das Bild zustandekommen konnte, daß antiautoritäre Erziehung eigentlich gar keine Erziehung wäre, wird anhand der Moralstufen nach Kohlberg klar.

Kersti


Ein Text von Kersti Nebelsiek, Alte Wilhelmshäuser Str. 5, 34376 Immenhausen - Holzhausen, Tel.: 05673/1615, http://www.kersti.de/, Kersti_@gmx.de
Da ich es leider nie schaffe, alle Mails zu beantworten, schon mal im Voraus vielen Dank für all die netten Mails, die ich von Lesern immer bekomme.
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